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| Golfumbauinteressierter |
Hi Hannes! Ich weis gar nicht ob ich das hier alles schreiben darf: Eines einmal vorweg: Irgend welches Tuning bei dem Motor hat nur Erfolgsaussicht, wenn Du die Verdichtung massiv erhöhst und ordentlich enge Quetschkanten (0,8-0,7mm) realisierst. Sonst kannst Du nur noch einen Turbo drauf bauen, bei dem was VW da geleistet hat um ihn auf Normalbenzin zu trimmen. ABER! Das geht MIT DEN SERIENKOLBEN NICHT! Kolben tauschen ist ganz einfach. Dauert einen Sonntag. VW Handbuch besorgen, wegen Nachlschlagen und Daten. Kopf ab. Ölkohlekante am Zylinderrand entfernen. Ölwanne ab, Pleuelschrauben los, Kolben mit Pleuel nach oben raus. Die Pleuellager sind eh hin. Wenn STD auf den alten steht und die Welle schön aussieht, neue Lagerschalen besorgen ( 16 Euro). Kein Rennzeug, Sputter oder anderen Spinnkram. Mahle, Glyco, was es eben gibt. Ist eh aus einer Tonne. Sollte die Kurbelwelle an den Pleuelaugen Riefen haben, um das zu sehen kann der Kopf drauf bleiben, nebenbei, ist hier Schluss mit Tuning. Bau neue Schalen im selben Maß ein und alles zusammen, dann fahr den AAM auf. Lohnt nicht irgendwie weiter zu machen. So, bevor wir jetzt weiter machen, ein Wort zu den Arbeiten. Jemand der das wirklich kann (die nennen sich Motorenbauer) hat jedes Werkzeug. So ein Profi kann aber auch, zur Not, ohne teure Mess- und Spezialwerkzeuge einen Motor überholen. Wird er nur weder machen noch wollen. Mit Erfahrung und einigen Tricks geht das. Wenn allerdings keine Erfahrung, Halbwissen und fehlendes Werkzeug (entsprechend dem im Handbuch zur Überholung) zusammen kommen, ist der Misserfolg vor programmiert. Dann kann man immer noch einen stärkeren gebrauchten Motor einbauen, das wird auch mit Knarrenkasten und Schlüsseln von Aldi was. Wenn nun die Welle OK ist, miss die Kolben. Ob sie Standardmaß haben. Das geht noch mit einem Messschieber /Schieblehre. Dann die Laufbahn begutachten. Die wird spiegelblank sein und man kann unten einen matten Bereich mit Hohnriefen sehen. So sollte die ganze Laufbahn aussehen. Das “schön blank” ist Verschleiß und schlecht! Wenn der Motor böse Sachen erlebt hat, ist die Buchse in der Mitte zwischen OT und UT größer geworden. Das muss man messen, normalerweise mit einem passenden Innenmikrometer. Böse Sachen sind z.B. Einen Winter fahren mit kaputtem Kühlwasserthermostat oder einen Ölwechsel vergessen. Riefen von oben nach unten, durch ohne Luftfilter fahren, sind ein KO Kriterium wenn Du sie mit dem Fingernagel fühlen kannst. Dann bau zusammen wie war und gut. (bzw. “und schlecht”) Wenn Du keine Messgeräte hast und keine große Erfahrung, gibt es einen Trick wie man die Bohrung mit einer simplen Fühlerlehre grob beurteilen kann. Mache von einem Kolben die Ringe ab. Achtung, machst Du das von Hand wird Dir sicher einer brechen und Du musst neue Kolben/ Ringe kaufen! So, jetzt nimmst Du einen der beiden Verdichtungsringe und klemmst Ihn in den ersten Zylinder. Natürlich muss alles sauber sein! Nun schiebst Du ihn mit dem sauberen, umgedrehten Kolben gut 1 cm tief in die Bohrung, dort wo es blank wird und schaust welches Fühlerlehrenblatt gerade noch durch den Spalt zwischen den Enden des Ringes durch geht. Aufschreiben! Dann schiebst Du den Ring mit dem Kolben tiefer bis zum Ende der oberen Hälfte der Kolbenring Laufbahn, also des blanken Bereiches. Wieder messen, Eventuell etwas höher noch mal versuchen, wir suchen die Stelle mit dem größten Ringspalt. Aufschreiben! Dann noch tiefer, einen cm in den noch matten Bereich (den die Kolbenringe nicht überfahren haben) die Messung auch merken. Erklärung: Ganz unten ist wie das Maß ab Werk, wie es neu war. Oben ist der ”normale” Verschleiß. Der hängt von Laufleistung, Belastung und Ölqualität ab, sollte sehr nah am unteren Wert sein. Die mittlere Messung ist der am meisten belastete Bereich, wo die Kolbengeschwindigkeit am höchsten ist. Misst Du dort mehr als oben und unten, ist in der Laufbahn eine Ausbuchtung geschliffen und der Motor ein Fall für den Zylinderschleifer und Übermaß Kolben. Für Dich also Schrott. Wenn Du alles sorgfältig wieder zusammen baust, ist der Motor zwar nicht besser als vorher, aber auch nicht schlechter. Heute gibt es extreme Unterschiede in Motoren mit identischen Laufleistungen. Je nach Ölqualität, Wechselintervallen und Belastung kann so ein Block nach 200.000km noch in der Neutolleranz liegen oder völlig Schrott sein. Gleiches gilt übrigens für Kurbelwellen und sogar Kolben. So ein AAM, hätte er Regelmäßige Wartung und alle 15.000km gutes Öl bekommen, wäre praktisch unzerstörbar. Zum Glück schreibt VW nur unterste Qualität vor (daran verdienen die Werkstätten ja üppig) und das bleibt auch noch viel zu lange drin. Da geht der stabilste Motor kaputt. Was die Kolben angeht, mit 90PS Kolben, dünner Kopfdichtung und Planen, sollte da was gehen. Natürlich bei maßhaltigen Bohrungen, die sorgfältig und fachgerecht gehont wurden (also sozusagen rau geschliffen). Das ist nicht Aufbohren! Dazu zumindest neue Kolbenringe in guten Gebrauchtkolben. (ich höre schon einige jaulen, aber die schenkt Dir sicher einer), besser natürlich einen Satz neue. Ohne Honen bekommst Du aber mit neuen Ringen ganz schnell einen Fresser! Ich sage Dir aber schon eins ganz deutlich: Wenn Du keine ausreichenden, ganz genau bemessenen, engen Quetschkanten hin bekommst, kannst Du 11:1 nur mit Super Plus oder umprogramierter Zündung fahren! Unserer Golf kann nur Shell und Aral E5 und E10 ab. Das von den zwei freien Tankstellen in unserer Gegend klingelt. So eng liegen wir an der Grenze. Unter 10:1 machen scharfe Nockenwellen keinen Sinn und bringen nur mehr Drehzahl und Verbrauch, aber keine 3 PS! Wenn Dir jetzt der Kopf schwirrt und Du nur die Hälfte verstanden hast, lass die Finger vom AAM Tuning. Alles dreht sich um die Verdichtung, weil die das Gemisch ansaugt. Ist aber kein Unterdruck da, ist der ganze Kram, egal was auch immer, völlig nutzlos. Leider bringt da auch “trotzdem mal ausprobieren” nichts. Du kannst Dir jeden Saugmotor der letzten 50 Jahre ansehen, steigt bei gleichem Hubraum die Leistung, steigt erst einmal die Verdichtung an. Anders geht es leider nicht. Ohne Verdichtung nutzt keine Nockenwelle, ohne die Nocke bringt kein Fächerkrümmer etwas, Auch der Auspuff nicht. Kopf machen bringt nix, weil der AAM so wenig saugt, das die Ventile und Kanäle schon groß genug sind. Auch die kleine Drosselklappe passt schon. Der AAM hat nicht umsonst den Ruf des Motors den man nicht tunen kann /soll. Da ist schon was dran. Mit anderen Kolben ist es ja kein AAM mehr. Das Du Wasser-Methanol Einspritzung “mal probieren willst” zeigt das Du noch nicht viel solides Wissen hast und Dich aufs Glatteis führen läßt, von Werbeversprechen. Es gibt keine magischen Tricks und Abkürzungen auf dem Weg zu mehr Leistung! Diese überteuerten Anlagen nutzen nur den Verkäufern und Einbauern. Das so viele Besitzer begeistert davon erzählen, ist nur weil sie den teuer gekauften Quatsch gerne wieder teuer verkaufen wollen oder Placebo Effekt. Wäre für den Verkauf blöde zu sagen “hat nix gebracht, Motor hat nur Leistung verloren”. Auch das Ego leidet, wenn man als Depp da steht, der sich hat verschaukeln lassen. Selbiges gilt für die Anbieter, die auf die Frage “was bringt es” immer schreiben “kommt auf den Motor drauf an”. Keiner garantiert schriftlich eine Leistungssteigerung. Das so etwas einmal im 2. Weltkrieg bei aufgeladenen 36 Liter Flugmotoren benutzt wurde, war eine Notlösung bei 2 bar Ladedruck, kein genialer Einfall! Dein Golf Sauger ist kein Kompressor-Sternmotor von 1943! Für Turbo und Kompressor Motoren gilt folgendes: Hinter den Lader eingespritzt bringt nichts. Vor dem Lader eingespritzt kann es etwas bringen, wenn der Ladeluftkühler viel zu klein ist und der Motor zu mager läuft. Allerdings genügt ein Tropfen, der nicht zerstäubt wird und eine moderne mit Volllast laufende Verdichterschaufel explodiert durch die Unwucht. Irgendwie tropft immer mal eine Düse nach... Das verschweigen die Verkäufer auch! Warum ich das weis? Weil jemand in meinem Dunstkreis, der zu viel Geld hatte und fanatisch an einen Verkäufer von solchem Wasser-Mist (Marke sage ich nicht, die bekannteste) geglaubt hat, so lange damit auf einem Prüfstand experimentiert hat, bis er alles durch hatte was man messen konnte. Kleine Düse, große Düse, eine Düse, zwei Düsen. Wasser pur, Wasser mit Methanol, in verschiedenen Mischungen. Dabei immer den Hersteller um Anweisungen befragt und alles umgesetzt. Eine Woche lang! Der Motor war vorher perfekt abgestimmt. Es gab nur Änderungen in der Messtolleranz und erheblich Leistungsminderung. Nicht einmal eine einzige, reproduzierbare Leistungssteigerung. Zum Schluss hat der Techniker des Herstellers schnippisch gesagt “ dann spricht Ihr Motor eben nicht darauf an, das ist nicht unsere Schuld.” Keine Rückgabe, kein Geld erstattet. Ist ca. 20 jahre her. Klar, wenn der Motor bei Ladedruck zu mager läuft, bringt eingespritztes Methanol Leistung, bis Lambda 0.85 anliegt. Ist aber ohne Methanol der Motor schon auf .85 abgestimmt, also richtig, bringt es nichts, sondern kostet Leistung, wegen überfetten. Wasser reinigt unter Umständen etws den Brennraum, sagen manche. Sonst verbraucht es aber Energie beim Verdampfen, die in das Abgas geht und erst wieder zum Vorschein kommt, wenn aus Dampf Flüssigkeit wird. Die Energie fehlt Dir dann aber am Kolben und die schönen PS verlassen als Wasserdampf den Auspuff. Was willst Du da ausprobieren? Genauso gut kannst Du E10 Tanken und so viel Wasser zu mischen, wie das Ethanol im Benzin löst. 5% denke ich sollten gehen (E10 Gehalt schwankt aber!). Glaubst Du wirklich Du wirst davon schneller? Geändert von Golferrari (04.12.2020 um 12:11 Uhr) | ||
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| | #42 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
So hier nach einiger Zeit mal etwas Neues, zum Abschuß dieses Projektes. Nachdem noch eine große Drosselklappe vom Citroen auf dem Motor gelandet ist, läuft er nun mit einem 90 PS ABS Steuergeräte und minimal erhöhtem Benzindruck seit vielen tausend KM einwandfrei. Solange er ganz kalt ist, liegt der Leerlauf etwas hoch, sobald die Lambdasonde nach einer knappen Minute arbeitet ist aber alles OK. War etwas mühselig das ein zu justieren (mit dem Tester). Durch die Drosselklappe hat er deutlich an Leistung zugelegt, dreht jetzt willig bis in den Begrenzer. Der Austauschtacho (mit den ganzen Zusatzfunktionen) hat inzwischen wieder genullt. Real hat der Motor nun deutlich über 300.000 km runter. Benzinverbrauch liegt immer bei 7.5 Liter E10, Ölverbrauch (5W40 vollsynth) ist nicht messbar. Ölwechsel alle 12-15 tausend KM. Die JOM Blueline Schraubfedern waren hinten etwas eingesackt, musste 3 cm höher gedreht werden. Irgendwann war noch eine Benzinpumpe fällig und neue Antriebswellen. Der Heizungslüfter durfte auch noch neu. Durch die hohe Verdichtung verlangt er nach etwas kälteren Kerzen, mit Denso Iridium TT im 22er Wärmewert fährt er nun perfekt. Solche Kleinigkeiten wie hängende Türscharniere, Lichtmaschine, Batterie etc. erwähne ich nicht weiter, was kaputt geht wird eben repariert. Das Getriebe ist das einzige, noch wirklich ungeöffnete Originalteil. Lang (viel zu lang!) übersetzt, scheint es das langlebigste Teil des Autos zu sein. Vermutlich weil das Öl viel öfter gewechselt wurde als VW es sich wünscht (2x in 300t km). Die Motorleistung kaschiert es deutlich, ein kürzeres würde sicher gewaltig den Fahrspaß erhöhen. Hat es sich nun gelohnt? Für meine Tochter sicher. Sie hat fürs Leben genug von Autos gelernt und Respekt vor der Arbeit die in einer Werkstatt geleistet werden kann. Dazu eine sehr innige Beziehung zu "Hannes" wie sie ihn getauft hat. Vielen Dank and die hier, die mit als VW Fremden dabei geholfen haben den 2-1997er in das Heute rüber zu retten.. | ||
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| Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Golferrari für den nützlichen Beitrag: | Arthur Dent (16.11.2022), DaTheo (16.11.2022) |
| | #43 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
Hallo, ich dachte ich stelle hier mal Bilder unserer Golf Zündkerzen nach 50.000km ein. Gibt sicher einige die das interessiert, wie so etwas unter optimalen Bedingungen aussehen kann. Dazu sagen muss ich daß er null Öl verbraucht (5W40 vollsynthetisch Meguin) und immer nur Shell oder Aral E10 getankt wird. Bei Sprit von der Freien bekommt der Motor das Kotzen. Die letzte verfahrene Tankfüllung war Shell E10. Die Kerzen sind Denso IK22TT, die zur Zeit vermutlich besten käuflichen Zündkerzen auf dem Markt. Für serienmäßige Gölfe ist allerdings die Denso IK20TT der richtige Wärmewert, unserer hat eine zu hohe Verdichtung für die 20er. Denso hat da eine recht gute Liste, was wo rein gehört. Die IW20TT ist identisch bis auf die Schlüsselgröße. Ich finde die kleinere "K" Ausführung bekommt man besser eingeschraubt. Wer das nicht glaubt sollte sie mal ausprobieren. Für rund 9 Euro pro Stück das beste Tuning dass es unter 40 Euro gibt. PS Die Elektroden sind nicht abgebrannt, die sind tatsächlich so feine Nadeln. Geändert von Golferrari (13.07.2025 um 17:07 Uhr) | ||
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| | #44 | |||
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| Forenheiliger |
Inwiefern "kotzt" der Wagen mit Sprit von der freien Tanke? Was soll an E10 von der Shell oder Anal besser sein? | |||
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| | #45 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
Hi Ben. Ich denke aus Deinem Post kann ich schließen das Du ein hoffnungsloser "der Sprit kommt eh aus der selben Raffinerie und ist an allen Tanken gleich" Fall bist. Ich weis es etwas besser und zahle im Schnitt 0-1 Cent mehr für Markensprit von Shell oder Aral. Damit, ebenso wie mit dem "völlig unnötigen und überteuerten" vollsynthetischen Motor- und Getriebeöl geht es meinen Motoren und Getrieben gut. Das ich seit mehr als 30 Jahren Sportmotoren baue mag etwas damit zu tun haben und das ich einen Ing. einer Mineralölfirma als Kunden habe, der z.B. an VW Wolfsburg Öl verkauft und tatsächlich weis was da drin ist, nicht nur rum schwadroniert. Der Unterschied zwischen Autoschraubern / Werkstattbeschäftigten und mir ist, das die erste Gruppe nur defekte Motoren zerlegt, ich hingegen mehr komplett heile Triebwerke. Was mir etwas tiefere Einblicke in den Effekten von "nach DIN" gleichwertigen oder "ebenfalls geeigneten" Betriebsstoffen erlaubt. Da ich aber inzwischen alt und weise bin, argumentiere ich nicht mehr und laß die Billig Käufer machen. Tank wo Du willst, nicht mein Problem. PS leider stimme ich vor allem die Verdichtung auf Markenkraftstoffe ab. Da hat dann die "Freie" eben 0,9 Oktan zu wenig (in der Tolleranz) und Shell 0,8 mehr. Dazu bildet Markensprit keine Ablagerungen, die den Oktanzahlbedarf weiter erhöhen. | ||
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| | #46 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
Neue Nocke. Traurig... So, heute habe ich die Nockenwelle getauscht. Der Golf hatte durch Zufall eine Sportnockenwelle mit leichten Stößeln bekommen, die ich unwissend als Austauschteil für den 2.0 gekauft hatte. Diese Sportnocke stammt von CAMKO, Camko Nockenwellen GmbH, einem auf Nockenwellen und Spezialinstandsetzungen spezialisierten Betrieb der inzwischen in die CAMPRO-Technologie GmbH | 44809 Bochum aufgegangen ist. Dadurch hatte ich natürlich keine belastbaren Informationen zu dem Teil, es kann sein das es ein Prototyp war, da sie aus Vollstahl gefertigt ist, nicht billigem Hartschalenguss wie üblich. Ich habe Sie problemlos mit der Monojetronic zum Laufen bekommen, auch mit der großen Drosselklappe. Der Motor lief kräftig schon unten herum und drehte willig bis in den Begrenzer. Der lange 3. Gang des AAM war besonders lustig auf der Landstraße, weil er praktisch von 20 kmh bis über 6.000 u/min immer gieriger zog. Nun will aber meine Frau (nicht mehr meine Tochter) den Golf fahren. Sie ist ein Schaltmuffel und Drehzahlverweigerer. Mehr als 3.000 sieht der Golf bei ihr nicht. Da machte die schnelle Nocke so gar keinen Sinn mehr. Missbraucht man den Motor und verlangt bei 900 Umdrehungen Beschleunigung, ruckte sie schon mal etwas unwillig. Was Frauchen kritisierte. Ich habe also für 70 Euro eine neue 2.0E Nockenwelle gekauft und eingebaut. Beim 1:1 Vergleich habe ich erst verstanden warum der Golf so bissig war. Das Profil der Sportnocke ist sehr füllig und oben breit, mit mehr Hub. Interessant ist nun das Ergebnis: Der Motor läuft ganz unten rum etwas geschmeidiger. Kommt man aber in den Bereich wo die Camko bissig wurde, ist nun eher Weichspüler angesagt. Der Wind der bei 3.000 einsetzte und bis zum Begrenzer durch zog, ist weg. Ab 5.000 geht es weniger willig weiter. Gefühlt fehlen gut 10-15 PS. Eigentlich ein ganz anderes Auto. Sportlich- ade. Ich würde sagen er hat mit der 2.0E Nocke in jedem Bereich, mit Ausnahme von 800-1800, Leistung verloren. Da er jetzt aber ohne Mucken von 800 Umdrehungen im 5. hoch zieht, ist Frau es zufrieden. Ich habe kleine Videos vom Aus- und Umbau, mit Vergleich der Wellen gemacht. Falls sich jemand dafür oder die Nockenwelle interessiert, kann er mich gerne per PM ansprechen. Wo würde man gegebenenfalls so eine Nockenwelle verkaufen? Sie passt ja wohl in alle Gölfe mit Hydros und dem Kopf, vom 2er bis 4er Golf. Natürlich auch Audis, Passat, Bora usw. War jedenfalls eine endlose Anwendungsliste damals. Sie ist natürlich 100%ig Ok und ohne Verschleiß. | ||
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| | #47 | |||
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| Forenheiliger | Zitat:
Ich tanke glücklicherweise so gut wie gar keinen Sprit mehr sondern lade die meiste Zeit. Ich hoffe dir geht wieder einer ab, wenn du Spirt für 2,40€ den Liter in den ollen Golf 3 Bauernmotor füllst. | |||
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| Folgender Benutzer sagt Danke zu Ben_RGBG für den nützlichen Beitrag: | DaTheo (17.08.2025) |
| | #48 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
Hallo Ben, Da Du mich so persönlich angehst, antworte ich Dir mal etwas ausführlicher. Du präsentierst Dich hier als Kapazität auf, die Du sicherlich in einigen Bereichen auch bist. Du hast leider aber überhaupt nicht verstanden das die Leistungen heutiger Motoren ohne die optimierten Treibstoffe gar nicht möglich wären. Die DIN Normen für Kraftstoff erlauben es aber immer noch das praktisch jede Suppe in Deinen Tank laufen kann, die irgendwie zündet. VW hat viele Jahre lang einen 1600ccm Motor gebaut der mit 50 PS bereits an der Grenze der Zuverlässigkeit kratzte. Heute hat der Brot und Butter 1500er von VW 150PS und schiebt tonnenschwere SUV's durch den Stop and Go. Du bestehst nun darauf das so ein Motor mit dem billigsten Stoff fährt den irgendeine im Osten liegende Raffinerie ausspuckt. Das mit der 3-fachen Leistung sollte aber sogar den geizigsten Kraftstoffkäufer zum überlegen bringen. Um es mal ganz einfach zu erklären, nur mit dem Punkt Motorsauberkeit. Ich verstehe das diese "einfache Erklärung" vielen schon zu kompliziert ist. Vermutlich liest Du es gar nicht ganz durch. Zu viele Informationen. Ich verstehe... DIN Sprit hat nur so viele Additive, das er unter optimalen Bedingungen die Ablagerungen die sich bei seiner Verbrennung bilden wieder entfernt. Da kein Motor immer unter optimalen Bedingungen läuft, bedeutet das es immer bleibende Ablagerungen gibt. Der Markensprit ist von Haus aus sauberer als der aus, ich sage einmal, "anderen" Europäischen Raffinerien. Das bedeutet wenn der "freie Markt" nichts her gibt, kann der rohe Basis Sprit sogar aus einer Shell oder Aral Quelle stammen. Das beobachten dann ein unbedarfter Mitarbeiter, wie der No Name Tankwagen bei der Shell gefüllt wird. Was er dann zu dem Märchen "alles das Selbe" macht und bei Freunden und in Foren erzählt. Nun kauft der Mineralölhändler aber Additivpakete zum Rohsprit dazu. Die kommen extra hinzu und kosten extra. Der Renner ist dabei das "Basis DIN Paket" in Sommer oder Winter Ausführung. Das ist am billigsten. Die bösen Marken kippen in ihren Sprit aber extrem hoch entwickelten Stoff dazu, den sie oft gar nicht an die "Freien" verkaufen. Natürlich wollen sie das ihr Benzin und Diesel spürbar besser sind. "Freie" Mineralölhändler haben keine Entwicklungslabore, Motorenprüfstände usw. Kostet zu viel. OK, nun laufen "normale" Motoren natürlich mit dem billigen Sprit nach DIN. Die haben so große Tolleranzen, das es erst nach relativ langer Zeit spürbar auffällt wie sie verdrecken. Weil es so langsam geht, merkt man es auch lange Zeit gar nicht. Nun gibt es aber Motoren die unter Bearbeitung aller Tolleranzen gebaut werden, z.B. durch Tuning. Wenn der Brennraum bei so einem Motor nur wenig verschmutzt, wirkt das wie dem Serienmotor nach zehntausenden Kilometern. Wozu poliert der Tuner wohl Ventile und Brennräume, glättet Kanäle, plant Zylinderköpfe und stimmt auf dem Prüfstand Zündung und Einspritzung genau ab? Du weist doch sicher auch alles über Tuning, oder? Ein erweitertes, kombiniertes Problem ist das Motoröl. Seit den 50ern muss das Kurbelgehäuse in den Ansaugtrakt entlüften. Hochwertige Motoröle verdampfen deutlich weniger. Der Billigsprit Käufer glaubt natürlich auch das teures Motoröl Abzocke ist. Dazu glaubt er auch, aus Erfahrung, das öfter mal Öl nachfüllen normal ist. War es früher, mit mineralischen Ölen ja auch. Das Öl verteilt sich nun im Ansaugsystem, verbrennt mit im Brennraum, senkt die Klopfgrenze und bildet besonders hartnäckige Ablagerungen. Die kann das DIN Additiv aber nicht mehr entfernen. Was zu Ablagerungen, auch auf den Ventilen führt. Was Leistung mindert. Ganz gemein wird es nun bei den Direkteinspritzern. Da wird immer noch das Kurbelgehäuse "Blow By" in den Ansaugtrakt geschickt. Es wird aber vor die Ventile kein reinigender Sprit mehr gesprüht. Das bedeutet er verschmutzt davon, logisch. Weshalb viel Motoren bereits bei 50.000km geöffnet und gereinigt werden müssen. Verwendest Du nun aber hochwertiges Motoröl, kommt es zu deutlich weniger von diesen Ablagerungen im Ansaugtrakt und besseres Benzin verhindert das sie sich im Brennraum festsetzen. So betriebene Motoren erreichen ohne Probleme hohe Laufleistungen ohne Repearatur. Ich spreche nun gar nicht über andere Problemzonen wie Kolbenringzone und Kolbenringnuten, Kolbenlaufflächen im Zylinder, Ventilführungen etc. Die leiden alle unter minderwertigen Betreibsstoffen, die es leider, auch in Deutschland 2025, überall zu kaufen gibt. Ach ja, Reibungsminderung sieht die DIN gar nicht vor. Daher kommt bei einigen Premium Kraftstoffen die Leistungssteigerung bei hohen Drehzahlen und ein gewisser Minderverbrauch. So, kann man alles ignorieren, sind aber leider Tatsachen. Viel Spaß! Geändert von Golferrari (17.08.2025 um 15:39 Uhr) | ||
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| | #49 | |||
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| Wörtherseefahrer |
Ich habe mir das jetzt mal alles durchgelesen, da ich sowas immer ganz interessant finde als Ingenieur der benzinbetriebene Hochleistungsrennmotoren entwickelt. Zitat:
Du scheinst ja nicht viel von "im Osten liegende Raffinerien" zu halten, wobei ich hier nicht weißt wie weit östlich du gedanklich gehst. Aber da ich es persönlich weiß, die Raffinerie PCK in Schwedt liefert 95% aller Kraftstoffe für Berlin und Brandenburg und darunter sind auch alle Markentankstellen und freie Tankstellen. Der Rohsprit ist somit bei allen gleich und ändert sich ausschließlich durch die Additive. Es gibt eigentlich in Deutschland nur 12 nennenswerte Raffinerien, die alle Tankstellen in ihrem Einzugsbereich beliefern. Es gibt mit Sicherheit vertragliche Abstimmungen wer hier wen beliefert, ob da aber über Geld oder Qualität entschieden wird lässt sich nur vermuten. | |||
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| | #50 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
Hi, DaTheo, mit Östlich sind nicht die Raffinerien in der ehemaligen DDR gemeint, die sind ja mit die modernsten, weil neu und modernisiert. Es gibt aber durchaus Möglichkeiten günstigen Sprit von unseren Nachbarn zu beziehen, der preislich und qualitativ wirklich anders ist. Kraftstoffe sind in D regionale Produkte. Ein weiter Transport lohnt sich für in D hergestellte nicht über weite Strecken. Das geht so weit das Wettbewerber auf dem Markt gemeinsam Raffinerien betreiben, wo sich zwei einzelne nicht lohnen, um ihre Qualitäten Deutschlandweit identisch anbieten zu könne. Bei den hochoktanigen Premium Sorten war das ein echtes Problem, als die Shell vor vielen Jahren Optimax (jetzt V-Power) einführte. Über die Pipelines, die Kraftstoff führen redet man nicht offen, aus diversen Gründen. Wenn Kraftstoff extrem weit transportiert wird, liegt das daran das er so billig im Einkauf ist. In Russland wird er praktisch verschleudert, es gibt da verschiedene Wege das z.B. nach Polen zu bekommen. Wer sich das geografisch einmal ansieht, bekommt eine Idee. Kaliningrad ist da ein Stichwort. Das gilt natürlich nicht nur für Benzin, gerade Diesel / Heizöl sind da ein Thema. Bei uns wird ständig daran gearbeitet das Output an leichten Komponenten aus Rohöl zu erhöhen. Bei der alten, fraktionierten Destilation kam unten ja der Dreck raus, als Schweröl, Teer und Bitumen. Heut nimmt man den wertlosen Kram und Hydrocrackt ihn, dann baut das gewünschten Molekül neu zusammen. Das gibt natürlich extrem reine Produkte. Um ein Benzin der gewünschten Oktanzahl zu mischen, gibt es also inzwischen viel mehr Ausgangsprodukte. Man kann also einen mehr mineralischen oder einen mehr synthetischen Kraftstoff machen. Dort wo Gewinne weniger gern in Investitionen gesteckt werden, macht man es noch wie vor 40 Jahren und hat rein mineralische Produkte minderer Qualität. Das sind aber weder Shell noch Aral, das lohnt sich für die nicht. Dazu macht man inzwischen Motoröl aus Erdgas. Gas to Liquid. Auch da kommen z.B. Motoröle heraus, die fast nur noch wünschenswerte Komponenten enthalten. Mineralisches Motoröl ist eben eine Zufallsmischung fossiler Abbauprodukte, warum man es auch Dino-Oil nennt. Wie kann man glauben das wird schon in einen 150 PS TFSI Motor passen, zufällig? Ich habe vor Jahren aus unserem Golf ein extremes Beispiel für Betriebsstoffqualitäten ausgebaut. Vielleicht finde ich die Bilder noch. Einen Kolben der zum Brennraum hin komplett sauber war, während die Kolbenringe komplett in Ölkohle fest steckten. Der war ja vor mir bei VW scheckheftgepflegt worden, mit entsprechendem Mineralöl und langen Wechselintervallen. Vor dem Öffnen war der Motor mit zwei Tankfüllungen V-Power gefahren worden, das die extremste Reinigungswirkung von allen Benzinsorten hat. Ist schon krass, von oben blitzsauber und unten kurz vor dem Schmutzinfarkt. Wer wirklich noch ernsthaft glaubt, alle Kraftstoffe an allen Tankstellen wären gleich und nicht starrsinnig ist, sollte einmal einen Test machen. Kauft Euch mal in ein paar 5-Liter Kanistern Diesel von der freien und V-Power Diesel von der Shell. Alleine der Geruch wird Euch beweisen das es sich um zwei völlig unterschiedliche Produkte handelt. Das selbe macht Ihr mit 98er Sprit von der Freien, und V-power Super oder Aral Ultimate 102. Könnt Ihr auch mit den "billigen" Sorten machen, nur ist der Unterschied da nicht ganz so krass. Danach wisst Ihr das der Unterschied gewaltig ist. Ich bin wirklich kein Freund der Umweltzerstörenden, verlogenen Öl-Multis. Nur, wenn es um ein besseres Produkt geht, das mir nutzt, ohne mehr zu kosten, schade ich mir nicht selber. Geändert von Golferrari (19.08.2025 um 12:25 Uhr) | ||
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| Folgender Benutzer sagt Danke zu Golferrari für den nützlichen Beitrag: | daily-driver73 (06.09.2025) |
| | #51 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
So, ich habe die Sportnockenwelle jetzt im eBay, zur Zeit €47,60 unter: VW Audi Sport Nockenwelle 272° Corrado Golf 8V GTI G60 1.6-2.0 Hydro Stahl | ||
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| | #52 | ||
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| Golfumbauinteressierter |
So, die Sportnocke im 1.8 75PS ist gegen eine aus dem 2E (2.0 115PS) getauscht worden. Mein erster Eindruck war vermutlich ohne jede Adaption auf die neue Nockenwelle. Selbst die alte Monojetronic kann das. Inzwischen fährt er jedenfalls viel besser. Meine Frau ist begeistert. Der Golf zieht von unten wie ein Diesel. Dafür ist die bissige Gasannahme und die Drehfreude, vor allem von 5000 bis zum Begrenzer, weg. Scheint unter dem Strich für den Alltag besser mit den ganzen Modifikationen (hohe Verdichtung, Fächerkrümmer, große Drosselklappe etc) zu harmonieren. Er fährt einfach wie ein kräftiger Serien-Golf. Keine AAM Langeweile. Der AAM krankt ja vor allem an dem viel zu lang übersetzten Getriebe. Leider ist er, trotz komplett serienmäßiger 2.0 Auspuffanlage mit Metallkat, immer noch sehr sportlich im Klang. Röchelt wie ein Ur-GTI. Ich schiebe das auf den eingetragenen Fächerkrümmer und die hohe Verdichtung. Demnächst mal wieder TÜV. Ach wie schön das es nie langweilig wird... Geändert von Golferrari (05.09.2025 um 05:29 Uhr) | ||
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| Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu Golferrari für den nützlichen Beitrag: | daily-driver73 (06.09.2025), Matthias1987 (05.09.2025) |
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