Ohje da hab ich an der FH Stundenlang drüber schwadroniert und Diskussionen zu gehabt. Vereinfacht kann man sagen dass man Schraubverbindungen an solchen Stelle, entgegen mancher Stammtischmeinung, sehr wohl einschmieren kann und sollte. Der einzige Grund das nicht zu tun ist eine Verringerung der Haftung der Reibschlussverbindung. Da diese aber zwischen der Schraube und dem Achsträger entsteht und nicht zwischen Schraube und Querlenkerbuchse (höchstens indirekt, weil die Querlenkerbuchse im Achsträger geklemmt wird), entsteht an dieser Stelle kein Problem. Dazu kommt noch dass die Buchse durchs nachziehen um 90° (sind immerhin 0,375mm bei 1,5mm Steigung) gestaucht wird, übt somit zusätzlich dauerhaft Druck gegen den Schraubenkopf und damit gegen den Reibschluss aus, dessen Steigung sowieso zu fein ist um sich selbst loszudrehen.
Lediglich das Argument, dass geölte/gefettete/wasauchimmer-Schrauben mit größerem Drehmoment angezogen werden bis die Reibung im Gewinde zur endgültigen Haftung wird lass ich zu. Dabei wird die Schraube entsprechend stärker gedehnt (die Zugbeanspruchung steigt über die Soll-Beanspruchung, da diese für einen trockenen Kraftschluss errechnet wurde, der durch gleiten nicht mehr vorhanden ist), aaaaallerdings sind die Schrauben mit einer Sicherheit von 1,25, wenn nicht 1,5 ausgelegt, eine intakte oder sogar neue Schraube wird hier wohl kaum reißen. Wenn jemandem ein anderer Grund gegen ein schmieren des Gewindes einfallen sollte, lasst es mich wissen, aber ich glaube in jedem Fall übersteigt die Verletzungsgefahr durch ein Abreissen der Schraube immer die eines Losdrehens. Zumal der Querlenker eh nicht abhauen kann, spätestens Stabi und Antriebswelle halten ihn auf.
Bei Zylinderköpfen sagt man übrigens genau aus o.g. Grund dass die Schrauben und Gewinde trocken sein sollen. Durch Öl geht kommt der Faktor gleiten hinzu, wodurch sich die Schraube erst später ihr Ende bei (zB 1.8er) 60Nm+80Nm+90°+90° findet. Beim Anziehen auf Drehmoment fehlt durchs Öl besagter Reibschluss und der Kopf erfährt durchs überziehen der Schraube eine zu hohe Spannkraft -> wird krumm, wir reden hier von einigen 100stel mm. Alukopf vs. 12.9er Schraube. Dehnschraube hin oder her, ab nem gewissen Punkt ist Asche mit Dehnen, ist schließlich kein linearer Dämpfer, je mehr Dreh, desto mehr quetsch.