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Alt 09.05.2019, 09:58 #11
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Cabrio: Weiter im Motorraum

Hallo heute geht es hier mal wieder mit dem Cabrio weiter. Wenn es hier in letzter zeit etwas schleppend ging, dann liegt das daran, dass der Winter vorbei ist und dass ich die Arbeit in der Garage wieder aufgenommen habe.

Am Motor des Cabrio fehlten nach dem letzten Bericht nicht mehr viel: Zwei Kältemittelleitung für die nachgerüstete Klimaanlage, das Kurbelgehäuse-Entlüftungsrohr, der Luftfilter und die Einspritzeinheit. Darum soll es hier jetzt gehen.

Zwei Kältemittelleitungen

Nachdem der Klimakompressor eingebaut war, konnte es mit zwei Kältemittelleitungen weitergehen. Die kürzere, schlauchähnliche ist die gleiche, wie sie im normalen Golf 3 verbaut ist. Ich habe sie vor Jahren mal ohne damalige konkrete Verwendungsabischt vom Schrottplatz mitgebracht; jetzt kommt sie endlich mal zum Einsatz. Die größere Rücklaufleitung ist eine spezielle Ausführung für Cabrio. Deshalb, weil sie einen Bogen über das beifahrerseitige zusätzliche Motorlager macht. Sie ist Anfang 2017 ohne Ersatz aus dem VW Teileprogramm entfallen und hat dort zuletzt sagenhafte ca. EUR 495,00 gekostet. Ich habe meine von einem Gebrauchtteilehändler für 45 Euro plus Versand bekommen. Sie ist sehr gut erhalten. Das heraustropfende Öl war gelblich klar und ohne Hinweise auf Späne. Beide Leitungen wurden bei mir nur überprüft und äußerlich gereinigt. Hier sind sie:


Fertig am Expansionsventil:


Die Schelle, die die Rücklaufleitung etwa in Bildmitte auf dem rechten Längsträger im Motorraum befestigt, gibt es nur bei Cabrios:


Vorn auf dem rechten Längsträger ist die Rücklaufleitung auch mit einer Schelle befestigt, die an einen Befestigungswinkel geschraubt ist. Dieser Winkel ist inzwischen auch aus dem VW Teileprogramm ersatzlos entfallen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich meinen bestellt habe, als er noch lieferbar war. Denn weil dieses Cabrio vorher keine Klimaanalge hatte, hatte es diesen Winkel natürlich nicht:


Am Klimakompressor konnte gleich noch eine weitere Leitung angeschlossen werden, nämlich die zum oberen Kondensatoranschluss am Schlossträger. Hier die anschlussbereite Rückseite des Kompressors:


Jetzt mit zwei neuen Dichtringen. Wenn man sichergehen will, benetzt man die Dichtringe und ggf. auch die Leitungsanschlüsse leicht mit dem passenden Klimaanlagenöl, damit sie sich beim Anschluss richtig setzen:


Das Anschließen der beiden Leitungen am Kompressor ist nicht ganz einfach, auch nicht mit demontierter Front wie hier in meinem Fall. Die Befestigungsschraube der Leitungen am Kompressor ist eine Innensechskantschraube für einen 8 mm Inbusschlüssel, das Anzugsdrehmoment beträgt 30 Nm. Zwischen den Leitungen ist nur wenig Platz. Weil die eingesetzten Werkzeuge eine 1/4 Zoll Ausführung sein müssen, wäre es zu praktisch gewesen, den neuen, kleinen Drehmomentschlüssel hier einzusetzten, der einen 1/4 Zoll Antrieb hat. Aber sein Arbeitsbereich geht nur bis 25 Nm. Also musste der viel unhandlichere 1/2 Zoll Drehmomentschlüssel her. Dazu ist ein Adapter von 1/2 Zoll auf 1/4 Zoll nötig. Schon vor Jahren habe ich viel Zeit dafür aufgewendet, so einen Adapter irgendwo auf dem Markt auftreiben zu können, aber es scheint sie nicht zu geben. Bis heute nicht. Also habe ich aus einer 8 mm 1/2 Zoll Stecknuss und einer gekürzten 1/4 Zoll Verlängerung einen selbst gebaut. Hier auf dem Foto sind die zum Einsatz gekommenen Werkzuge. Von links nach rechts: Normaler, ehemals abgewinkelter 8 mm Inbusschlüssel, von dem ich das abgewinkelte Teil entfernt hatte, 1/4 Zoll Stecknuss 8 mm, kurze Verlängerung 1/4 Zoll, selbstgebauter Adapter wie eben beschrieben:


Diese Werkzeuge im Einsatz. In Fällen, in denen die Fahrzeugfront komplett montiert ist, ist das noch deutlich schwieriger, geht aber auch. Habe ich schon gemacht:


Der Motorraum des Cabrio in diesm Stadium:


Kurbelgehäuse-Entlüftungsrohr

Dieses Teil hatte ich weit vor mir hergeschoben, weil es viel und unangenehme Arbeit erforderte. Deshalb, weil die Oberfläche an zahllosen Stellen angegriffen war, die aussahen wie blühendes Zink. Dafür gab es nur eine Möglichkeit: Die schwarze Beschichtung komplett und restlos entfernen und erneuern. Hier das Rohr im ausgebauten und unbearbeiteten Zustand:


Nach Tests an der Beschichtung schien mir Abbeizmittel das geeignetste zu sein. Es muss dick aufgetragen werden und dann einige Zeit zum Einwirken haben. Dann kann man die alte Beschichtung mehr oder weniger leicht abschieben. Keine angenehme Arbeit:




So lange, bis das Rohr, das schon vor Jahren ohne Ersatz aus dem VW Teileprogramm entfallen ist, komplett blank war:




Um das Rohr in einem Durchgang lackieren zu können, habe ich aus einem alten Reststück Alurohr ein Teil gebogen, an dem man es währenddessen anfassen und später auch aufhängen kann:


Das Material: Ein Zweikomponenten Washprimer als Grundierung und seidenglänzenden schwaren Zweikomponentenlack, den ich bereits kannte und mit dem es beste Erfahrungen gab. Er lässt sich lackieren wie mit einer Spritzpistole, deckt sehr gut, hat einen erstklassigen Verlauf und ist so chemikalienfest, dass er sich schon nach wenigen Tagen auch mit Nitroverdünnung nicht mehr anlösen lässt. Diese Zweikomponentenmaterialien sind nicht die preiswertesten, erreichen aber in vielen Punkten weitaus bessere Ergebnisse als Einkomponentenmaterial. Der große Vorteil gegenüber der Arbeit mit der Spritzpistole ist der, dass der gesamte Vorbereitungs- und Reinigungsaufwand entfällt. Ein ganzes Auto oder auch nur einen Kotflügel sollte man damit nicht lackieren, aber für Kleinteile ist es ideal:


Bereiche, die man per Spritzen erfahrungsgemäß nicht gut erreichen kann, wurden mit einem kleinen Pinsel vorgestrichen:


Es war Winter und kalt. Gesprüht habe ich auf der Terrasse, danach kam das Rohr sofort ins Haus zum Trocknen. Hier hängt es fertig grundiert an der Esstischlampe. Sehr dekorativ!


Auch den schwarzen Lack habe ich in Ecken und Winkeln vorgestrichen:


Die schönste Zeit beim Lackieren: Wenn das Teil fertig ist, nichts schief gegangen ist, und wenn das Teil nur noch trocknen muss. Die Anleitungen von Lackiermaterialien sagen oft, dass der Lack nach Trocknung über Nacht montagefest ist. Das finde ich schon fast eine Lüge, weil es einfach nicht stimmt. Bei mir bekommen derartige Teile eine ganze Woche Zeit zum Härten des Lacks:


Der Luftfilter

In dieser Zeit habe ich mich mit dem Luftfilter beschäftigt, der nicht viel Arbeit gemacht hat. So sah er unbearbeitet aus:


Und die zugehörige Ansaughutze, die später mit drei Schrauben auf der Einspritzeinheit befestigt wird:


Zur Überprüfung habe ich aus dem Luftfilter-Unterteil die Regelklappe und die Unterdruckdose, von der sie betätigt wird, ausgebaut:


Nachdem ich alle Teile gereinigt und überprüft hatte, konnten sie wieder in das Luftfilter-Unterteil. Die Lagerstellen wurden leicht gefettet:


Neue Gummi-Befestigungsteile für den Luftfilter:


Das Luftfilter-Oberteil vor der Reinigung:


Die Ansaughutze von unten vor der Bearbeitung: Viel Öl und Schläuche, deren Gummimaterial über die Jahre hart und unelastisch geworden ist. Das gilt auch für die rinsgum verlaufende Gummidichtung, die schon aus dem VW Teileprogramm entfallen war. Über den Teilelokator habe ich erfreulicherweise noch zwei Stück bekommen: Eine zum Verbauen und eine als Ersatz:


Hier ist das Luftfilter-Unterteil mit dem Warmluftschlauch schon wieder im Golf verbaut:


Auf dem nächsten Foto kann man den schwungvollen Bogen sehen, den die Kältemittelleitung der Klimaanlage über das cabriotypisch zusätzliche Motorlager macht. Aus diesem Grund ist auch der Luftfilter des Cabrios ein anderer als beim normalen Golf, weil der Anschluss für den Warmluftschlauch so hoch angebracht ist, dass er über der Kältemittelleitung zu liegen kommt. Beim normalen Golf ist er viel tiefer:


Alles fertig!


An der Ansaughutze hatte ich nur das Öl weggemacht, das temperaturabhängige Regelventil für die Warmluftklappe im Luftfilter überprüft und die große Dichtung zur Einspritzeinheit und die Unterdruckschläuche erneuert:


Eigentlich sollte es hier jetzt gleich mit der Einspritzeinheit weitergehen. Weil es damit aber ganz unerwartet Probleme gab, ist dieser Teil etws umfangreicher geworden und bekommt demnächst einen eigenen Bericht.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (09.05.2019 um 14:54 Uhr)
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