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| R.I.P. | Viel Ärger mit einem Gamma-Radio Hallo! Anfang der Woche hatte ich an einem Gamma IV-Radio, das mir "zugelaufen" ist, den Entsperrcode ermittelt; hierüber habe ich an anderer Stelle dieses Forums schon kurz geschrieben. Dazu muss ein Memory-IC ausgebaut und mit einem Programmiergerät ausgelesen werden. Anschließend aus den Speicheradressen, die den Code enthalten, den tatsächlichen vierstelligen Zahlencode mit Hilfe einer Tabelle ermitteln. Das hat alles wunderbar funktioniert. Weil die meisten der Werkzeuge einschließlich des stabilisierten Netzteils zur Stromversorgeung eh ausgepackt waren, wollte ich diese Gelegenheit nutzen, gleich auch das Gamma-Radio, das mal in das Cabrio kommen soll, einbaufertig zu machen. Als ich das Cabrio besichtigt habe, war ein anderes Radio eingebaut. Der Verkäufer hat mir gesagt, dass er das ausbauen und behalten und mir dafür das originale Gamma-Radio, das das Cabrio ab Werk hatte, geben will. Das habe ich bei der Übergabe des Autos in Form eines äußerlich ungewöhnlich gut aussehenden Gamma-Radios auch bekommen. Sogar mit originaler Anleitung und zugehöriger Radio-Karte: ![]() Ganz grob elektrisch getestet hatte ich dieses Radio schon vor längerem, weil ich es mal zum Test eines CD-Wechslers verwendet hatte. Zu machen waren jetzt eigentlich nur vier Sachen: 1. Am Front- und Bedienteil gab es einige Macken. Weil ich noch ein anderes, elektrisch defektes Radio gleichen Typs mit größtenteils sehr schöner Front habe, wollte ich entsprechende Teile davon verwenden. 2. Schliff der Drehknopf des Lautstärkereglers an der Frontblende. Das wollte ich auch gleich in Ordnung bringen. 3. wollte ich das Cassettenlaufwerk reinigen und testen. Es wird zwar wahrscheinlich nie benutzt werden, soll aber betriebsbereit sein. Und 4. ein kompletter elektrischer Test. Für alles zusammen hatte ich etwa einen Nachmittag eingeplant. Als erstes habe ich die Front abgebaut, die sich nur ungewöhnlich schwer demontieren ließ. Und schon ging das Elend los: Die Metallteile des Radiorahmens links und rechts unten in den Ecken waren total verbogen. Das war auch der Grund für die schwer abgehende Frontblende und für den schleifenden Lautstärkereglerknopf. Solche Verbiegungen passieren, wenn man das Radio unsachgemäß mit Schraubendrehern, Messern etc. statt der dafür vorgesehenen Entrigelungswerkzeuge ausbaut. Weil das Richten der Verbogenen Metallteile nicht ganz einfach ist, für das spätere Ein- und Ausrasten aber sehr wichtig, sind hierfür nervigerweise schon die ersten Stunden draufgegangen. Das Foto zeigt die rot eingekreisten Bereiche nach dem Richten. Der ebenfalls sichtbare rote Stecker hat 16 Pole. Er ist für die elektrische Verbinung zum Frontteil: ![]() Zum Test habe ich das Frontteil kurz angebaut: Es ließ sich jetzt wie üblich leicht an- und abbauen, und er Drehknopf schliff nicht mehr. Als nächstes war das Frontteil selbst dran. Nach Ausbau der Elektronik sieht es vor der Rückseite her so aus: Dieses Teil lässt sich jetzt in 29 einzelne Teile zerlegen, weil sich bei der Philips-Version des Gamma IV-Radios (es gibt auch noch eine von Panasonic) sämtliche Tasten einzeln abbauen lassen. Dasselbe habe ich mit dem insgesamt besseren Frontteil des zweiten Radios gemacht, so dass insgesamt 58 Teile vor mir lagen. Diese Teile habe ich jetzt so kombiniert, dass daraus eine fast makellose Front entstand. Alle Teile habe ich vor dem Einbau mit Wattestäbchen und Spiritus gereinigt. Dann sah das Frontteil so aus: Da musste jetzt noch die Elektronik eingebaut werden, die mit sieben kleinen Schräubchen fest ist. Und dann das Ganze wieder an den Rest des Radios, welches dadurch jetzt wider funktionsfähig ist. Die noch verbliebene Arbeit war der Test und die Reinigung des Cassettenlaufwerks, was aber sehr schnell ging. Denn das Cassettenteil sah so aus, als wäre noch nie eine Cassette darin gewesen. Zum vermeintlichen Schluss gab es einen Komplettest des Radios, bei dem sich zu meinem Entsetzen herausstellte, dass der rechte Bereich der Displaybeleuchtung sehr ungleichmäßig war. Zum Entsetzen deshalb, weil zur Kontrolle und Reparatur dasa LCD-Display einzeln ausgebaut werden muss. Damit hatte ich ja nun gar nicht gerechnet, weil die gesamte Beleuchtung aus langlebigen, verlässlichen LED´s besteht. Es sah so aus, als wäre eine der LED´s ausgefallen, was ich so nicht lassen wollte. Für ein Foto des Problems fehlte mir in diesem Augenblick jeglicher Nerv. Also Frontteil wieder ab und die Elektronik ausgebaut, deren Vorderseite so aussieht: Jetzt habe ich erstmal erforscht, wie sich die Beleuchtung des ausgebauten Frontteils testweise in Betrieb setzen lässt. Weil ich für das Gamms IV-Radio eine Serviceanleitung habe,... ... war das relativ einfach. Denn vor dem mehr als unangenehmen Abbau des LCD-Displays, hinter dem die Beleuchtung sitzt, wollte ich absolut sicher sein, dass der Fehler auch jetzt da ist. War er aber leider. Zum Ausbau des LCD-Displays müssen 63 (in Worten: dreiundsechzig) feinste durchkontaktierte (!) Lötstellen vom Lötzinn befreit werden, damit die Pins des Displays darin lose sind. Das muss höchst vorsichtig passieren, weil weder das Display noch die Platine dabei beschädigt werden dürfen. Das bedeutet: Über zwei Stunden hochkonzentrierte Tätigkeit. Eigentlich eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat. Auf dem nächsten Foto sind jetzt erstmal das Display und der darunterliegende Lichtleiter abgenommen. Schön kann man die Mühe sehen, die sich die Firma Philips mit der Display-Beleuchtung in Form von 12 LED´s gegeben hat. Bei der Panasonic-Version tun hier nur zwei ganz normale, müde Glühlampen ihren Dienst, die das Display nur ungleichmäßig ausleuchten und noch dazu nicht übermäßig lange halten: Auf dem nächsten Foto ist die Frontelektronik in weitere Bestandteile zerlegt. Auf der größeren der beiden Platinen kann man die lange Reihe von 63 Lötpunkten für das Display sehen. Oben inks die rote Blink-LED, die auch ausgebaut werden muss: Hier mal nur die freigelegte Hauptplatine der Frontelektronik: Auf die schon früher herausgefundene Weise habe ich die Beleuchtung jetzt in Betrieb gesetzt. Der auf dem Foto sichtbare dünne, blaue Draht ist dazu da, einen Transistor kurzzuschließen, der die LCD-Displaybeleuchtung einzeln ein- bzw. ausschaltet. Denn im Gegensatz zur Tasten- und Drehknopfbeleuchtung ist sie nur bei eingeschaltetem Radio in Betrieb. Wie man deutlich sehen kann, sind im rechten Bereich der Displaybeleuchtung gleich drei LED´s ausgefallen: Das Schaltbild sagt, dass die zwölf LCD-LED´s elektrisch in vier Gruppen zu je drei Stück aufgeteilt sind. Und genau eine dieser Gruppen ist ausgefallen. Und zwar deshalb, weil hier keine Betriebsspannung ankam. Beim Verfolgen der hierfür zuständigen Leiterbahnen mit einem Multimeter im Ohmbereich... ...fanden sich schließlich eine beschädigte und eine unterbrochene Leiterbahn. Und zwar genau in dem Bereich, der in unmittelbarer Nähe der beim unsachbemäßen Ausbau des Radios verbogenen Metallteile unten rechts liegt. Es ist also anzunehmen, dass hierbei auch die Platine beschädigt wurde: ![]() Dasselbe nochmal etwas größer: ![]() Was für ein Ärger! Stundenlanger unangenehmer Reparaturaufwand nur deshalb, weil jemand zu bequem oder zu geizig war, ein paar Euro für die originalen Ausbauwerkzeuge auszugeben, mit der der Radioausbau ohne jegliche Beschädigung in Sekundenschnelle vor sich gehen kann: Diese zwei Leiterbahnen habe ich repariert. Weil sie sehr lang sind und in ihrem Verauf mehrmals an durchkontaktierten Stellen die Seite der Platine wechseln, konnte ich mir für die Reparatur eine geeignetere Stelle als die der Beschädigung aussuchen. Mit ganz feinem Draht, der speziell dafür vorgesehen ist, habe ich das gemacht. Der Draht selbst ist nur 0,35 mm dick, mit Isolierung sind es 0,7 mm: Hier ist die erste Leiterbahnbeschädigung repariert. Auf der gezeigten Seite der Platine sind die Voraussetzungen dafür besser, weil mehr Platz zur Verfügung steht: Und hier auch die zweite: Test nach Anschluss der Stromversorgung: Alle LED´s leuchten wieder. Das ist der schöne Moment, der einen für den ganzen Aufwand entschädigt: Unvorteilhafterweise hatte ich durch kurzen, falschen Anschluss der Stromversorgung der ausgebauten Platine einen kleinen SMD-Transistor abgeschossen. Den konnte ich aus meinem Schlachtgerät nehmen. Es ist ein Typ BC847B mit den Abmessungen 2,8 mm X 1,25 mm. Hier ist er ausgebaut, und seine Lötstellen der Platine sind zum Einbau des anderen vorbereitet: Der anschließende Zusammenbau ist nun kein Problem mehr und schnell erledigt. Hier ist das Frontteil schon wieder komplett zusammengesetzt. Nur das Löten des LCD-Displays und der Blink-LED fehlt noch: Der Lohn der insgesamt mehrtägigen Arbeit: Jetzt funktioniert alles wieder richtig: ![]() Statt weniger Stunden hat die Fertigstellung des Radios nun mehrere Tage gedauert. :-( Die gesamte Frontelektonik meines Schlacht-Radios habe ich übrigens nur deshalb nicht verwendet, weil das Display verkratzt ist. Grüße Teletubby Geändert von Teletubby (08.10.2017 um 21:21 Uhr) | |||
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