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Alt 17.09.2017, 11:59 #11
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Hallo!

Gestern habe ich es endlich geschafft, mein Getriebe fertig zu bekommen. Es fehlten ja nur noch vier Wellendichtringe und die Teile, die erst danach angebaut werden konnten, z.B. die Gelenkflansche.

Dazu ist am Freitag ein niedliches Paket von Forumsmitglied Matze941 angekommen, das die passenden Werkzeuge enthielt, mit denen die restlichen vier Wellendichtringe eingebaut werden konnten:


Diese Werkzeuge hat er aus hartem Kunststoffmaterial auf einer Drehbank hergestellt. Die Maße hatte ich ihm vorher durchgegeben.

Zwei Wellendichtringen hatte ich vorher schon mit Eigenmitteln eingebaut: Den für den Kupplungshebel mit einer passenden Stecknuss und einer großen Schraubzwinge. Und den für die Kupplungsdruckstange. Diesen hatte ich mir einfacher vorgestellt, deshalb habe ich ihn im ersten Versuch versaut. Das war ärgerlich, weil dieser winzige Dichtring etwa 17 Euro kostet. Für den zweiten Versuch hatte ich mir eine passende Vorrichtung gebaut, mit der es problemlos funktioniert hat:


Nachdem die Werkzeuge angekommen waren, konnte es weitergehen. Als erstes war der Dichtring für die Schaltwelle dran. Bei ihm bin ich wie auch bei allen anderen der Empfehlung aus dem VW Reparaturleitfaden gefolgt, sie am Außendurchmesser leicht einzuölen. Und natürlich die Dichtlippen und die Wellen. Auf dem nächsten Bild der tadellos saubere Sitz des Dichtringes für die Schaltwelle. Ebenfalls zu sehen: Der neue Schalter für die Rückfahrleuchten, festgedreht mit 20 Nm. Und der alte Tachogeber mit seiner neu verzinkten Befestigungsschraube. Diese Schraube gibt es bei VW nicht in der originalen Ausführung. Sie hat übrigens ein ultraseltenes Gewinde M7:


Der neue Dichtring und das Werkzeug:


Zuerst habe ich den eingeölten Dichtrung auf die Welle geschoben...


...dann weiter bis zur Anlage an seinem Sitz:


Jetzt kamen das Werkzeug und die Schraubzwinge zum Einsatz. Das Schöne beim Eindrücken mit der Schraubzwinge ist, dass das sanft, gut dosierbar und ohne Schläge passiert:


Da staunt der Dichtring: Durch Drehen an der Schraubzwinge wird er sanft in seinen Sitz bis zum Anschlag eingedrückt. Das Werkzeug hat einen Außendurchmesser von 29,8 mm und passt damit genau in den Sitz des Dichtringes (30,0 mm):


Fertig!


Jetzt konnte ich die Schaltwelle fertigstellen. Die selbstsichernde Mutter für den Schalthebel ist mit 25 Nm festgedreht:


Als nächstes war der Wellendichtring für die Getriebe-Eingangswelle dran. Er musste mit Schlägen eingebaut werden, weil eine hierfür geeignete Schraubzwinge so lang wie das Getriebe sein müsste. Die habe ich aber nicht. Auf dem Foto oben das Werkzeug für diesen Dichtring, unten links der alte und rechts daneben der neue. Um das Werkzeug nicht zu vermacken, hatte ich es an der Stirnfläche mit Tesa Gewebeband abgeklebt:




Um den Dichtring auf dem allerersten Stück unter allen Umständen nicht verkantet einzudrücken, hatte ich ihn ganz an seinem Rand mit Klebeband am Werkzeug befestigt...


...und ihn dann erstmal nur so weit eingetrieben, dass sich das Klebeband noch restlos abziehen ließ:


Und dann den Rest bis zur Anlage im Grund seines Sitzes. Das funktioniert mit dem Kunststoffwerkzeug sehr gut: Man kann genau fühlen, ob der Dichtring bei den sanften Schlägen noch rutscht oder schon am Anschlag angekommen ist:



Zitat:
Zitat von Naumstar Beitrag anzeigen
BTW:
Der Simmering der Eingangswelle ist bei dir Falsch eingepresst, der darf nur bündig eingesetzt werden, da er sonst eine Ölbohrung verschließt.
Das habe ich mir genau angesehen: Bei meinem Getriebe ist das nicht ganz so, weil der allergrößte Teil dieser Ölbohrung im Bereich hinter dem Anschlag des Dichtringes liegt. Das ist auf dem Foto bei genauem Hinsehen sichtbar:


Deshalb habe ich den Dichtring so weit eingedrückt wie auch der alte war: Bis zum Anschlag

Es fehlten jetzt nur noch die beiden Dichtringe für die Gelenkflansche. Ich habe sie auch mit leichten Schlägen eingedrückt und nicht mit der Schraubzwinge. Denn erstens hatte das bei dem der Eingangswelle sehr gut funktioniert. Und zweitens hätte die Schraubzwinge auf der gegenüberliegenden Seite auf der Getriebewelle des noch nicht montierten Gelenkflansches aufgelegen und ihn mit fraglichen Folgen in das Differential gedrückt. Um das zu verhindern, hätte ich erst ein Holzteil bauen müssen, über das die Schraubzwinge sich auf dem Getriebegehäuse abstützt. Hier auf dem Foto die beiden Reparatursätze, die jeweils einen Dichtring, einen neuen Sprengring und einen Verschlussstopfen für die Mitte des Gelenkflansches enthalten:


Auch dieses Werkzeug hatte ich vorher zum Schutz vor Macken mit Gewebeband abgeklebt. Wichtig beim Eintrieben des Dichtringes ist es, das oft zu unterbrechen und zu überprüfen, ob er rundherum schon gleichmäßig tief in der Öffnung ist und das weitere Eintreiben danach auszurichten:


Fertig! Der Raum zwischen den Dichtlippen ist schon, wie im Reparaturleitfaden beschrieben, zum Einbau des Gelenkflansches mit Fett gefüllt:


Dasselbe auf der anderen Seite:



Einziehen des Gelenkwellenflansches mit einem Teil meines Zweiarmabziehers und einer ausreichend langen M10-Schraube:



Der linke Gelenkflansch:


Einlegen der Scheibe. Die Einbaulage ist nicht egal:


Die Kunst beim Einsetzen des Sprengring besteht darin, ihn dabei nicht zu überdehnen, weil er den Gelenkflansch dann möglicherweise nicht mehr ausreichend sichert. Es gibt dafür spezielle Zangen; ich mache das immer vorsichtig mit einer Seegeringzange für Außensicherungsringe. Eine angenehme Arbeit finde ich das nicht. Hier ist der Sprengring eingesetzt:


Die Dichtkappe für die Mitte des Gelenkflansches lässt sich oft mit kräftigen Händen eindrücken, wenn man ihren Sitz vorher leicht einölt. Ansonsten geht es mit einer Stecknuss der Größe 30 in der im Bild gezeigten Weise mit sanften Hammerschlägen:


Die rechte Seite:


Bis auf das Getriebeöl ist das Getriebe jetzt einbaufertig. Ich hoffe, alles richtig gemacht zu haben:






Damit der Kupplungshebel beim Getriebeeinbau nicht im Weg herumhängt, habe ich ihn so fixiert. Das muss beim Befestigen des Getriebes am Motor natürlich rückgängig gemacht werden, weil dadurch ja quasi die Kupplung betätigt ist:


Jetzt steht dem Getriebeeinbau eigentlich nichts mehr im Weg. Aber vorher wollte ich die Servolenkleitungen zum Lenkgetriebe noch einbauen, weil dieser Bereich gerade so gut zugänglich ist. Bei der Vorbereitung dieser Leitungen habe ich gesehen, dass die Beschichtung der Rücklaufleitung im Bereich des Lenkgetriebes in der Auflösung begriffen ist. Weil es dort sehr korrosionsanfällig ist, wollte ich das nicht so lassen:


Die Beschichtung ließ sich größtenteils mit einem Messer widerstandslos entfernen, weil sie sich schon vom Untergrund abgehoben hatte:


Hier ist der gesamte Rohrbereich blank. Später habe ich ihn noch angeschliffen und den Rost auf der Verkrimpung durch Sandstrahlen entfernt:


Für die Beschichtung hatte ich mich für eine Grundierung und anschließenden Lack vorgesehen. Weil das in mehreren Durchgängen passieren muss und weil es nur gnaz kleine Flächen sind, wollte ich dafür nicht extra den Kompressor und die Lackierpistole auffahren, sondern habe mich für Sprühdosen entschieden. Einkomponentenmaterialien in Sprühdosen sind in den allermeisten Fällen in fragwürdiger Qualität. Aber es gibt ja inzwischen auch Zweikomponentenmaterialien in Sprüdosen. Sie sind zwar teuerer, aber auch wesentlich besser. Und ich möchte die Servolenkleitung auf keinen Fall in drei Jahren wieder ausbauen müssen. Hier die Grundierung:


Wichtig bei Zweikomponentenmaterialien ist, dass die zur Aushärtung führende chemische Reaktion in dem Moment beginnt, in dem die beiden Komponenten zusammenkommen. Bei Sprühdosen geschieht das durch Eindrücken eines Stiftes. Dann beginnt die sogenannte Topfzeit (engl. Potlife), innerhalb der das Material zu verarbeiten ist. Bei meiner Grundierung sind das 96 Stunden. Wenn danach noch etwas übrig ist, kann man das nur noch entsorgen. Die wesentlichen Vorteile von Zweikomponentenmaterial liegen darin, dass erstens die Trocknung und Aushärtung viel kontrollierter geschehen als bei Einkomponentenmaterial. Und dass die Beständigkeit gegen z.B. Chemikalien viel höher sind. Das ist gerade im Außenbereich von Fahrzeugen wichtig. Hier der fertig grundierte zweite Bereich der Leitung. Meine ersten Erfahrungen mit Zweikomponentenmaterial in Sprühdosen sind gut:


Hier nochmal herzlichen Dank an Matze941 für die Herstellung und das Ausleihen der Werkzeuge für die Wellendichtringe. Am Dienstag werde ich sie ihm zurückschicken. Und an Naumstar, der mir das auch angeboten hatte.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (17.09.2017 um 13:35 Uhr)
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Folgende 3 Benutzer sagen Danke zu Teletubby für den nützlichen Beitrag:
American-Psycho (01.10.2017), Matze941 (17.09.2017), Raven761 (09.10.2017)
 


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