Die fehlende Streuscheibe ist aber kein Qualitätsmerkmal für die Lichtausbeute des Scheinwerfers. Das ist mitunter auch ein Modeatrribut und natürlich auch dem geringeren Einkaufspreis geschuldet. Beispiel: C-Klasse W203, vor der Modellpflege mit Streuscheibe und danach ohne. Der ältere Scheinwerfer bringt mehr Licht auf die Straße, wie der neuere. Da haben einige, den die Qualität wichtiger wie die Optik ist, das mit anderen, denen die Optik wichtiger wie die Qualität ist getauscht.
Nicht alles, was einem als Fortschritt verkauft wird, ist auch ein solcher. Fast immer ist die Änderung der Rezeptur nur für den Hersteller ein solcher, der so seine Gestehungskosten senken kann. Das gilt nicht nur am Auto.
Genau.
Ich war nie ein Freund der Klarglas-Scheinwerfer und bin es weiterhin nicht. Erstens sieht man jeden Steinschlag und jede Mattierung, die im Laufe der Zeit nicht ausbleiben, viel stärker als auf einer normalen Streuscheibe. Und zweitens weiß ich aus einem Bericht der Firma Hella, dass Konstruktion, Berechnung und Herstellung von guten Streuscheiben kompliziert und aufwändig, für gute Scheinwerfer aber unerlässlich sind.
Die Klarglasscheinwerfer sind aus rein optischen Gründen eingeführt worden, damit die Fronten der Fahrzeuge möglichst raumschiffartig aussehen. Das ist bei Klarglasscheiben natürlich viel einfacher, weil man jedes Detail im Inneren genau sehen kann, das dadurch viel mehr zu einem Designelement wurde. Lichttechnische Überlegungen haben dabei nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Zitat:
Zitat von wolfi71
Nicht alles, was einem als Fortschritt verkauft wird, ist auch ein solcher.
Ja, so ist es leider. Man tut gut daran, nicht alles zu glauben, was die Hersteller einem erzählen. Denn denen geht es unter dem Strich nur um eins: Ihren Kram, in diesem Falle Autos, an den Mann zu bringen. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Auch Lügen und Betrug, wenn sie gut für die Quartalszahlen der Konzerne sind.