Die Bremstrommel ist nicht dick ohne Ende, wenn man das im Verhältnis zu den enormen Kräften sieht, die dort bei kräftiger Bremsbetätigung wirken. Deshalb darf die Bremstrommel bei Verschleiß auch nur sehr begrenzt ausgedreht werden, weil eine Mindestmaterialstärke aus Sicherheitsgründen unter allen Umständen gewahrt bleiben muss.
Freundliche Grüße
Teletubby
Das ist nicht falsch was du sagst. Jedoch muss man das mal ins Verhältnis setzen. Der Hersteller erlaubt einen Verschleiss von 1mm. Und das bezieht sich ja auf den inneren Teil der Trommel. In wie weit bei der Festigkeitsberechnung der Verschleiss des äußeren Durchmesser mit einbezogen wurde, das weiß ich nicht.
"Normale" Korrosion schafft 0,03mm/Jahr in Landluft, 0,05mm in Stadluft. Bei einem Mittelwert von 0,04mm/Jahr würde das bedeuten, man kann die Trommel rein vom Rost her 25 Jahre lang angreifen lassen, bis sie um 1mm Durchmesser abbaut. (Das sind Werte für unlegierte Stähle) Dabei ist die "Gammelgeschwindigkeit" ja keineswegs linear, in den ersten Jahren zeigt sich auch ohne zusätzlichen Schutz nicht so starker Rostfrass, wie nach 15 Jahren. Natürlich kommt auch dann noch der Verschleiss mit in die Betrachtung, welcher dann die "errechnete" Haltedauer mindert.
Rein aus der Praxis: Wie oft bekam man schon etwas wegen einer gerissenen Trommel am Golf 3 und anderen VWs mit? Eher lösen sich die Beläge von ihrem Belagträger ab, das kommt "häufig" bei den geklebten Belägen vor.
Aus Interesse und unter der vereinfachten Annahme, es würde sich um ein Rohr handeln, habe ich mal die Torsionswiderstandsmomente bei verschiedenen Szenarien berechnet:
Im Neuzustand (Innen 200mm, Außen 205mm) wären das 160.000mm³, bei maximalen Innenverschleiss (Innen 201mm) sind es 130.000mm³, kommt noch eine Korrosion von außen um 1mm dazu, dann 96.000mm³. Nur rein eine Korrosion um 1mm und innen wie neu wären 130.000mm³.
20% Minderung des Widerstandsmomentes lässt VW dann quasi zu. Wobei ich nicht in Kenntnis bin wie hoch nun das maximale Bremsmoment ist und dann müsste man, da es sich sicher um einen mehrachsigen Spannungszustand handeln wird mit komplizierteren Formeln rechnen. Eigentlich ist sowas auch schon eher was für ein FEM-Programm als für eine kurze Handberechnung.
Deswegen wieder der Schwenk auf die Praxis, wo man sich um den Rost an der Trommel meistens keine Gedanken macht. Auch bei der HU wurde bisher sowas nicht gerügt. Man müsste halt immer im Einzelfall beurteilen, ob das nicht schon zu stark vergammelt ist (In Verbindung mit dem inneren Verschleiss). Eine neue eines Markenherstellers liegt übrigens bei 25€.
Ist aber durchaus interessant, so genau hab ich das Thema "Trommelleben" noch nicht betrachtet.