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| Schwarzfahrer |
Heute mal wieder Gas getankt und festgestellt, dass der weinrote Vento schon seit 4 Jahren und 85.000km mit dem Autogas befeuert wurde. Benzinfahrten gab es seitdem nur sehr wenige, entweder bei wirklicher Kurzstrecke oder für Probezwecke. Ansonsten Gasbetrieb. Was kann ich dazu sagen... es ist eine tolle Sache und der 1,8er kommt damit prima zurecht. Ich würde für das nächste Alltagsauto das auch wieder haben wollen, was aber bei den neuen Autos zunehmend schwerer wird. Bei Zentraleinspritzung genügt die simple Venturi, leider hat die den höchsten Mehrverbrauch (Ca. 20-30%), aber sie braucht kaum Startbenzin, da Umschaltung nach ca. 20s. Gespart habe ich den 85tkm damit ca. 3730€, abzüglich der Umbaukosten von 940€ bin ich also bei einem Plus von ~2790€ gegenüber der Nutzung von Benzin. Ein gern angeführtes Argument gegen LPG ist das Tankstellennetz. Mag regional vielleicht noch zutreffend sein, wobei ich bisher auf all meinen Fahrten keine Schwierigkeiten hatte ein LPG Tankstelle zu finden. Das Tankstellennetz in Deutschland besitzt (Laut www.gas-tankstellen.de) 6688 betriebsbereite Tankstellen. Fürs Finden der LPG-Säulen gibt es mehrere Websiten, Routenplaner und Apps; auch auf den Autobahnen sind diese ausgeschildert. Zum Tanken wird zunächst von Hand der Adapter in den Einfüllstutzen geschraubt, danach die Füllpistole auf den Adapter befestigt und arretiert. Der Füllvorgang wird nicht an der Zapfpistole gesteuert, sondern (In D) über einen Totmanntaster an der Säule. Das ist recht nervig, weil dieser über die gesamte Dauer gedrückt werden muss. Seis drum, es gibt schlimmeres für mich. Je nach Tankgröße und Durchmesser der Zuflussleitung zu diesem kann das ganze recht schnell oder auch recht langsam von statten gehen. Es hängt auch von der Tankstelle ab, ich hatte manche gehabt da schien das ganze in Zeitlupe zu laufen. Vorteilhaft: Der Kraftstoffpreis schwankt nicht täglich wie bei Benzin. Dieser bleibt über mehrere Wochen, manchmal auch Monate konstant. Es gibt allerdings starke regionale Unterschiede, teilweise auch schon in einer Stadt. Nachteilhaft: Bei längeren Strecken sollte man schon schauen wo die nächsten LPG-Tankmöglichkeiten sich entlang der Route befinden. Nicht alle haben dauerhaft geöffnet, auch im Ausland kann es anders aussehen. Beim Fahren merke ich damals wie heute keinen Unterschied. Das Fahrzeug fährt wie bisher, ich kann keine Leistungsminderung spüren. Es soll eine Leistungsminderung allein durch die Venturidüse entstehen, aber der Mischer ist groß genug dimensioniert. Am Zündzeitpunkt wurde nichts geändert, der blieb unverändert, obwohl man den aufgrund der höheren Klopffestigkeit theoretisch früher stellen könnte. Eine Klopfregelung besitzt dieser Motor nicht – LowTech Konstruktion. Der Motor startet auf Benzin und beim Verstreichen von 20s und einer Drehzahl höher als 2.000 1/min stellt die Anlage automatisch auf Gasbetrieb um. Man kann bei warmen Außentemperaturen auch direkt auf Gas starten, dazu einfach den Schalter umlegen und es entsteht keinerlei Benzinverbrauch. Der Verbrauch an Startbenzin lässt sich über die gesamte Zeit mit ca. 0,1l/100km beziffern. Im Winter höher, wo den größten Einfluss die Standheizung hat. Deswegen habe ich diesen Zeitraum nicht einberechnet. Der Verbrauch muss allein aus Sicht der Thermodynamik um ~20% ansteigen. In der Praxis sieht es etwas anders aus: Landstraße: ~6,4l E10 zu 7,8l LPG sind 22% Abweichung Stadt: ~9,5l E10 zu 11,7l LPG sind 23% Abweichung Autobahn: ~6,8l E10 zu 8,9l LPG sind 31% Abweichung (Diese Werte sind Mittelwerte die sich aus meinen Aufzeichnungen ergeben) Im Mittel habe ich also mit 25% Mehrverbrauch, bedingt durch die Venturitechnik, zu rechnen. Stichpunkt Wartung: Die Auslagen für die zweijährliche Hauptuntersuchung wird um 20€ teurer, da nun auch eine GWP (Gasanlagewiederholungsprüfung) nötig wird. Ferner musste der Wechselintervall für die serienmäßigen Zündkerzen von 60tkm auf 40-45tkm herabgesetzt werden, bedingt durch den stärkeren Verschleiss der Kerzen im Gasbetrieb. Kostenpunkt 4 Zündkerzen für diesen Wagen: 16€ Alle 20tkm schreibt BRC den Wechsel des Gasfilters vor. Als ich dann bei einem Umrüster vorfuhr, winkte dieser ab und meinte ich kann das problemlos auf das doppelte ausdehnen. Also fuhr ich nach 40tkm vor und wurde ernüchtert. Der Filterwechsel kostete 15€ und es kam ein kaum verschmutzter Filter heraus - ich werde das Intervall weiter ausdehnen. Mehr ist nicht zu beachten. Probleme mit der Gasanlage oder dem Motor bedingt durchs Gas hatte ich bisher keine. Natürlich muss auch manche Nachteile in Kauf nehmen, wie dem, dass man eben auf Platz im Fahrzeug verzichten muss (Ich habe zwar einen Radmuldentank, aber dadurch auch kein Reserverad mehr), zusätzliche Technik einzieht (Das birgt zusätzliche Fehlerquellen) und längere Strecken vorher bezüglich Gasverfügbarkeit gecheckt werden müssen (Nicht alle Gastankstellen haben sonntags oder 24h geöffnet, manches sind auch nur Automatentankstellen). Vor allem in Bezug auf das Ausland, so sind z.b. in Schweden oder Dänemark nur wenige Gastankstellen verfügbar. In den meisten Ländern sieht es jedoch gut aus. Es muss also jeder für sich selbst entscheiden, was ihm lieber ist. Ich hoffe meine Erfahrungen möglichst neutral wiedergegeben zu haben. Für meinen Teil: Tolle Technik! Derzeit leige ich immer bei so 7,8-8,5l LPG auf 100km.... und da der Liter 47ct kostet... fahr ich 100km für ~3,85€ | |||
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