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Alt 01.03.2019, 08:43 #11
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Hallo!

Zitat:
Zitat von MirKesBre Beitrag anzeigen
Wenn du möchtest, könntest du ja einen Beitrag mit ein paar Fotos schreiben, ich und ich denke auch viele andere würden bestimmt gerne mehr zu dem Auto wissen
Die knappe Zeit ist bei mir das Problem. Vielleicht dann, wenn das Cabrio fertig ist.


Kühlmittelpumpe, Bremsaggregat, Ventildeckel

Nachdem der Zylinderkopf fertig aufgesetzt war, waren alle größeren Teile fertig verbaut. Jetzt kamen kleinere an die Reihe, die für meinen Geschmack angenehmer einzubauen sind.

1. Kühlmittelpumpe

Ich habe eine neue verbaut. Es ist ein nie verbaut gewesenes originales VW Austauschteil, das mal bei Ebay Kleinanzeigen für 50 Euro angeoten worden war. Wegen der nachgerüsteten Klimaanlage war auch eine andere Riemenscheibe der Pumpe nötig, die ich mal als Gebrauchtteil an Land gezogen hatte. Alles, was in Richtung Vorderrad zeigt, habe ich vor dem Einbau mit Wachs eingesprüht:


Alle Schrauben, mit denen die Kühlmittelpumpe befestigt sind, sind laut VW Dehnschrauben, die nicht wiederverwendet werden dürfen. Hier sind die vier neuen. Wenn man sie bei VW ohne Rabatt kauft, sind sie für zusammen ca. 25 Euro kein billiges Vergnügen:


Die Anzugsvorschrift sagt: 20 Nm plus 90°. Mit dieser antiquiert aussehenden Werkzeugkombination...


...und dem auf 20 Nm eingestellten Drehmomentschlüssel...


...funktionierte das Vor-Anziehen mit 20 Nm. Danach bekamen alle Schraubenköpfe mit einem schwarzen Filzstift einen nach oben zeigenden Strich:


Nach dem Weiterdrehen um 90° zeigten die Striche zur Fahrerseite:


Das war schnell erledigte und angenehme Arbeit.


Bremsaggregat

Der originale Bremskraftverstärker des Cabrios sah, als er noch eingebaut war, auf den ersten Blick sehr gut erhalten aus. Aber leider nur da. Erst nach dem Ausbau und dem Zerlegen präsentierte sich der tatsächliche Zustand:


Mit so viel Rost wollte ich ihn nicht einbauen. Und danach, ihn aufzuarbeiten, war mir auch nicht, weil das bei sorgfältiger Arbeit wieder Tage in Anspruch genommen hätte und weil die Arbeiten an diesem Cabrio sich eh schon viel zu lange hinzogen. Ich hatte aber noch einen exzellent erhaltenen Bremskraftverstärker auf meinem Dachboden, den ich vor vielen Jahren mal vom Schrottplatz mitgenommen hatte. Er stammt aus einem Auto, bei dem es aus mir unbekannten Gründen mal eine ausgedehnte Ölsauerei im Motorraum gegeben hatte. Dadurch war auch der Bremskraftverstärker wunderbar konserviert, was ihn deutlich von denen unterscheidet, die man sonst so findet. Deshalb wollte ich ihn eigentlich eingelagert lassen, habe mich dann aber doch dazu entschieden, ihn jetzt zu verbauen. Vor dem Einbau habe ich ihn zum Korrosionsschutz mit Wachs eingesprüht. Nur den Teil, der frei von Wachs bleiben sollte, habe ich mit einem Küchentuch und Klebeband abedeckt:


Danach wurde der Bremskraftverstärker eingebaut

Die restlichen Teile des Bremsaggregates, gereinigt, überprüft und einbaufertig vorbereitet. Die vier langen Schrauben im rechten Bildbereich, mit denen das ABS Steuergerät am Hydrulikblock befestigt ist, hat es bei VW noch nie einzeln gegeben. Sie sind neu verzinkt wie auch die drei Passschrauben darüber. Der Gummidichtring ist neu, ebenso die beiden selbstsichernden Muttern und die Scheiben unten rechts auf dem Bild:


Das Halteblech, die Hydraulikeinheit und das Steuergerät sind zu einer Einheit zusammengebaut. Die Metallteile hatte ich vorher mit Wachs eingesprüht. Damit der Hydraulikblock nicht leer läuft, hatte ich die Bremsleitungsanschlüsse schon beim Ausbau mit passenden Schraubstopfen verschlossen, wie sie im VW Teilesatz 1H0 698 311 A enthalten sind:


Mit einer kleinen Sechskant-Stecknuss der Größe 4 lassen sich die vier Außentorxschrauben, die das Steuergerät an der Hydraulikeinheit festhalten gut festdrehen:


Festdrehen einer Bremsleitung mit einem speziellen Bremsleitungsschlüssel. Er umfasst den Sechskant der Verschraubung an fünf Seiten und ist dadurch sehr abrutschsicher, vor allem beim Lösen von Bremsleitungsverschraubungen in schwierigen Fällen:


Fertig bis auf den Bremsflüssigkeitsbehälter und ein Hitzeschutzblech:


Gesamtblick in den Motorraum zu diesem Zeitpunkt. Auch die Rücklaufleitung der Servolenkung war da schon eingebaut:


Den Bremsflüssigkeitsbehälter habe ich von außen mit Benzin und teilweise mit Nitro-Verdünnung gereinigt. Er hatte das auch, was die meisten Motorraumteile hatten: Einen nur schwer entfernbaren Belag mit einer silikonähnichen Konsistenz, mit dem mal jemand im Motorraum wild herumgesprüht haben muss. Das machte die Aufarbeitung von vielen Motorraumteilen nervig und unangenehm. Hier ein Foto davon im ursprünglichen Zustand, auf dem man den gelblichen Belag auf dem Zylinderkopf und fast allen anderen Teilen deutlich sehen kann:


Diese unangenehmen Beläge fanden sich fast überall. Von innen habe ich den Bremsflüssigkeitsbehälter gereinigt, indem ich alle Öffnungen verschlossen und ihn halb mit Brennspiritus gefüllt und geschüttelt habe. Das so lange wiederholt, bis keine Verschmutzungen mehr vorhanden waren. Brennspiritus deshalb, weil man mit mineralölbasierten Chemikalien an Teilen der Bremshydraulik sehr vorsichtig sein muss, weil sie die Gummiteile zum Quellen bringen. Die beiden Gummistopfen, die den Behälter zum Hauptbremszylinder hin abdichten, sind neu, die Befestigungsschraube für den Behälter sind neu verzinkt. Der Schraubdeckel ist eine Schrottplatzbeute von vor vielen Jahren:


Fertig verbaut. Das Abschirmblech, das den Bremskraftverstärker vor der Auspuffhitze schützen soll, ist neu, weil es fehlte. Vielleicht hat es in der Vergangenheit dieses Autos dort mal irgendwelche Probleme gegeben, und das Blech wurde als "minderwichtig" eingestuft und weggelassen. Es kostet bei VW nur knappe 10 Euro UVP:



Ventildeckel

Alle Teile des Ventildeckels, einbaufertig vorbereitet. Auch der Ventildeckel war fast komplett mit dieser silikonähnlichen Masse überzogen. Nachteil: Viel Reinigungsarbeit. Vorteil: Das Teil ist dadurch gut erhalten, weil es quasi konserviert war. Auch fast alle anderen Teile sind original vom Cabrio, gereinigt und überprüft. Neu sind nur der Gummidichtring des Öleinfülldeckels und die auf dem Foto nicht vorhandene Ventildeckeldichtung:


Nein, kein rheinisches Altbier, sondern Motoröl. Vom Genuss wird dringend abgeraten! Ein anderes Gefäß war gerade nicht greifbar:


Damit habe ich alle Stahlteile im Ventilraum einschließlich der Nocken und der Lagerstellen der Nockenwelle, soweit zugänglich, eingestrichen. Denn der Zylinderkopf war über lange Zeit ausgebaut, und das Schmiermittel war fast komplett weg:


Diese Gelegenheit habe ich genutzt, gleich die Hauptmotorölmenge von ca. 3 Litern einzufüllen, weil das jetzt durch einfaches Schütten in den Ventilraum so angenehm war:


Zwischendurch mal ein etwas ängstlicher Blick unter den Motorraum, ob das Öl nicht gleich wieder irgendwo herausläuft. Man weiß ja nie, ob man nicht vielleicht etwas vergessen hat. Aber es kam nichts raus :-)


Mit aufgelegter neuer Ventildeckeldichtung und ebenfalls aufgelegtem Ölabweiser:


Festziehen der Ventildeckelschrauben mit 10 Nm mit dem fast neuen und total handlichen Drehmomentschlüssel:


Damit ist dieser gesamte Bereich jetzt auch fertig:



In der nächsten Folge: Zahnriemen, Zündverteiler, Kühlmittelrohr

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (01.03.2019 um 10:26 Uhr)
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