Ist in der Theorie auch richtig, in der Praxis aber nicht...
Die Grundierung auf neuen Blechteilen reicht meist nicht für einen guten Lackaufbau aus. Man muss also die Grundierung anschleifen, komplett Füllern und nochmal schleifen. Natürlich braucht man bei 2 Kotflügeln auch das doppelte an Füller, Lack und Klarlack.
Der Arbeitsaufwand ist also bei 2 Kotflügeln doch deutlich mehr als bei einem, Schleifen, Füllern, entfetten ect. braucht alles seine Zeit. Das Finish dauert logischerweise auch doppelt so lange.
Das Spritzen an sich ist sowieso immer das kürzeste beim Lacken.
Der Lack ist schnell gemischt und die Pistolen sind schnell gereinigt, macht sowieso meistens der Azubi
Da hat der Profi gesprochen, der das schon oft gemacht hat. Wie das chinesische Sprichwort sagt: "Wenn Du etwas wissen willst, dann frage keinen Gelehrten, sondern einen Erfahrenen".
Ganz genau so wie Baui sehe ich das auch. Wenn das Ergebnis gut werden soll, reicht es wirklich nicht aus, die Grundierung nur anzuschleifen und dann zu lackieren. Eine gute, tragfähige Füllerschicht ohne Durchschliffstellen muss vorher sein. Dazu kommt, dass die Grundierungen bei neuen Kotflügeln oft Beschädigungen vom Transport in Form von Kratzern etc. haben. Die müssen sorgfältig ausgeschliffen werden. Blanke Blechstellen sollten dann vorher erst grundiert werden.
Für ein perfektes Ergebnis habe ich immer einen Dreischicht-Aufbau aufgebracht, bestehend aus Grundierung, Füller und Decklack. Bei Zweischicht-Decklack (z.B. bei Effektlackierungen) kommt dazu noch ein Zweikomponenten-Klarlack. Erwähnenswert dabei ist noch die Tatsache, dass die Widerstandsfähigkeit der Lackierung gegen Witterungs- und Umwelteinflüsse um so größer wird, je mehr Schichten vorhanden sind. Bei Rolls-Royce-Fahrzeugen waren es früher sage und schreibe 17 einzelne Schichten. Ob es heute noch so ist, weiß ich nicht.
Man kann die Lackierkosten senken, indem man einen Teil der Vorarbeiten (z.B. Ausschleifen von Schadstellen und Anschleifen, evtl. auch Grundieren) selbst macht. Das sollte aber unbedingt und nur in Absprache mit demjenigen passieren, der hinterher lackiert, weil der auch später für das Ergebnis verantwortlich gemacht wird.