Weiter gehts woanders...am blauen.
habe schon mal ein Federbein gängig gemacht. Naja was heißt gängig.... Dreck abgebürstet, etwas Kriechöl einwirken lassen, paar Mal gedreht... raus und komplett gesäubert. Flutscht wieder, total leicht. Womit konserviert man son Gewinde des Federbeins? Vaseline? Hohlraumwachs? Fett? Zieht eigentlich auch Dreck an... besser gar nichts hinsprühen...
Ich nehm Mike Sanders, im Prinzip also wie G3GL90PS es auch macht, nur anderes Zeug. Schmiere auch die Federn gleich mit ein, bei meinem JOM-Kackfahrwerk (das nach 7 Jahren immer noch hält, aber auch keinen Deut besser geworden ist) sind die Federn bloß Pulverbeschichtet und natürlich die Teilenummer aufgedruckt. Nach nichtmal nem Jahr war die Beschichung ab und die Nummern damit auch. Habe das mit meinem Tüver geklärt und per Fotos dokumentiert wie ich die Federn heiß in 60%iger Phosphorsäure entroste (vorher mit Drahtbürste) und mit Hammerite in der originalfarbe lackiere. Vorherige Tests mit 3in1 und Chassislack waren erfolglos, der Lack wurde zu hart und Platzte aufgrund der Materialbewegung ab.
Auf den asugehärteten Lack dann die per Etikettiergerät ausgedruckten Teilenummern, mit transparantem Tesa einige male fest umwickelt und das ganze mit Mike Sanders eingefettet eingesetzt, samt Gewinde und oberen Teller. Mit den Teilenummern auf den Dämpfer genau so verfahren, 5x Tesa rum, Grund steht weiter unten. Die Gewinde dabei aufgefüllt bis die Gänge voll waren, geht ganz schön viel Fett rein.
Meine Verstellringe waren hinten rechts vor dieser Behandlung derart fest dass nur noch aufsägen half. Bei JOM in Bochum gabs Gott sei Dank neue für Lau.
Wenn der Tüver jetzt die Nummern auf den Federn und Dämpfern sehen mag, was aber nur 1x vorgekommen ist, zieh ich eine oder max. 2 Schichten Tesa ab, weil der milchig wird durch das Fett und die Nummern strahlen den Tüver wieder an.
Bilder im Anhang. Das ganze schmockt natürlich selbstredend RICHTIG zu, nach nem halben Jahr bildet sich aber aus Fett und Straßenstaub eine relativ feste Schicht, unter der die eingeschmierten Teile wie neu sind. Meine Verstellringe kann nach 7 Jahren immer noch per Hand drehen.
Zum reinigen hinteren Dämpfer einfach ausbauen, an den vorderen zieh ich das Traggelenk (mit Kupferpaste bestreichen, dann rutscht es nachher von allein raus) ausm Achsschenkel, dreh die 30er Mutter von der AW ab und löse die Kolbenstange oben. Bremse noch abgehangen und Spurstangenkopf gelöst und man hat das Federbein samt Achsschenkel in der Hand und muss nachm Einbau nicht wieder zur Vermessung fahren. Das ganze dauert vorn etwa 10 min und hinten ~5 min pro Seite bei aufgebocktem Fahrzeug. Reinigung grob vorher per Drahtbürste und Feinputzen mit Druckluft oder Reiniger. Wobei...wofür eigentlich? Es soll ja gefettet und vor Rost geschützt bleiben, es reicht die Handdrahtbürste und abwischen mit nem alten Lappen.
Eins noch, man sagt Mike Sanders kriecht so schön. Das kann ich bei den Dämpfern definitiv verneinen, das Fett ist exakt da geblieben wo es hingeschmiert wurde, evt. reicht die Hitzeentwicklung der Dämpfer hier einfach nicht aus. Beim einschmieren auch darauf achten nachzufetten wenn die Verstellringe verdreht wurden und bis in die kleinste Ritze aufbringen (zu sehen am Bild mit den Ringen).