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Alt 13.12.2019, 08:37 #1
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Zitat:
Zitat von Teletubby Beitrag anzeigen
Hallo!
Um das drastisch zu verbessern, wird die alte Bremsflüssigkeit bei mir im ersten Schritt durch Pumpen am Pedal durch die beiden vorderen Bremssättel entleert. ...
Jetzt sind der Ausgleichbehälter, beide Zylinder des Tandem-Hauptzylinders, die Leitungen vom Hauptzylinder zum Hydraulikblock, ein Teil des Hydraulikblocks, die Leitungen zu den vorderen Bremssätteln und die Sättel selbst bis auf geringe Restmengen leer. Nur ein anderer Teil des Hydraulikblocks, beide Leitungen nach hinten und die hinteren Bremssätte bzw. Radzylinder sind jetzt noch gefüllt.
Hallo Manfred,

ich komme ja eigentlich aus dem Golf4-Lager (ehemals Golf3, deswegen hier noch angemeldet).

Beim Golf4 ist es aber so, sobald der Hydraulikblock des ABS leergelaufen ist, MUSS eine komplizierte Entlüftung über ein Diagnoseprogramm erfolgen. Dies ist deswegen nötig, damit sichergestellt werden kann, dass sich im Hydraulikblock auch wirklich keine Luft mehr befindet.
Mir ist es einmal so gegangen, dass ich den Block habe leerlaufen lassen, diese Prozedur macht nicht wirklich Spaß.

Dabei gehen auch locker 3l Bremsflüssigkeit flöten.


Wie gesagt, ich weiß nicht, ob es beim Golf3 ähnlich ist. Sollte es aber, denn die frühen Golf4 hatten ja auch das Mark20 ABS drin.


Deswegen bin ich etwas verwundert, dass Du nur einfach so, entlüftest....


gruß ingo



Geändert von knipseringo (13.12.2019 um 08:38 Uhr)
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Alt 11.09.2019, 12:56 #2
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Wie immer ein sehr toller Bericht, den ich gerne gelesen habe und ich finde die ausführlichen Texte und die vielen Bilder wirklich immer sehr, sehr toll. Vielen Dank für die Mühe und bitte immer so beibehalten

Und danke für die Erläuterungen zu dem Bremsflüssigkeitswechselgerät (was ein Wort ), so eines möchte ich mir auch noch zulegen.

Vom Absaugen an den Entlüftungsventilen halte ich eher nichts, da so die Gefahr besteht, dass man sich Luft durch die Gewinde der Entlüftungsschrauben ins System zieht. Deshalb besser diese Variante, mit der man es mit Überdruck durch das System drückt, anstatt dass man es mit Unterdruck an den Entlüftungsschrauben zieht/absaugt.
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Alt 11.09.2019, 20:12 #3
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Ein sehr schönes Lenkrad hast du da.
Ich habe mir bei eben dieser Sonderaktion im Jahr 2011 ein Lenkrad mit grünen Nähten gekauft. Ich ärgere mich bis heute, das ich nicht gleich zwei gekauft habe!

Die Stoßdämpfer vom Variant haben ne ziemlich fette Kolbenstange. Hatte diese nach dem Ausbau mal mit Zubehörteilen von Sachs, al-ko und Kayaba verglichen. Der Unterschied hat mich doch überrascht.
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Alt 24.09.2019, 00:05 #4
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Mir war bis dahin gar nicht bekannt, das der Variant spezielle, eigene Dämpfer auch an der Vorderachse hat. Oder hat Deiner höhere Achslasten?
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Alt 12.12.2019, 16:05 #5
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Gibt's hier eigentlich nochmal Neuigkeiten?
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Alt 12.12.2019, 16:56 #6
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Mir ist neu dass sich die Wegstreckenzahl überhaupt ändern lässt. Ich dachte diese sei in einem ROM hinterlegt, aber das heisst doch ebenso dass du auch Getriebe mit anderer Wegstreckenzahl einbauen und dennoch eine korrekte Geschwindigkeits- und kilometeranzeige haben könntest. Das ist mal ne praktische Info. Ich musste notgedrungen (Getriebebschaden und bevorstehende Reise) ein Getriebe mit anderer Wegstreckenzahl verbauen, bzw anderem Geber. Es läuft aber wunderbar und ich möchte es, in Hinblick auf Aufwand und Kosten, wieder ersetzen. Mit der Übersetzung bin ich zufrieden.

Das wäre eine gute Lösung.
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Alt 13.12.2019, 07:45 #7
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Hallo!

Zitat:
Zitat von MirKesBre Beitrag anzeigen
Gibt's hier eigentlich nochmal Neuigkeiten?
Natürlich ging es in der Zwischenzeit (fast ein Vierteljahr seit meinem letzten Bericht hier) am Cabrio weiter. Zwar nicht in meinem Wunschtempo, aber doch immerhin gut sichtbar.

Dazu habe ich noch viele Fotos und einige Textideen im Kopf. Bin aber momentan leider etwas schreibfaul und hoffe auf Besserung nach den Feiertagen.


Zitat:
Zitat von herr jaegermeister Beitrag anzeigen
Mir ist neu dass sich die Wegstreckenzahl überhaupt ändern lässt. Ich dachte diese sei in einem ROM hinterlegt...
Bei den Kombiinstrumenten, die ich bisher gesehen habe (Hersteller VDO und MotoMeter) waren die Wegimpulszahlen in EEPROM Speicherbausteinen abgelegt. Das lässt sich problemlos ändern, wenn man 1. in der Lage ist, einen kleinen Chip aus- und einzulöten, man 2. die entsprechenden Chip-Bearbeitungsgerätschaften hat und man 3. weiß, wo im EEPROM die Wegimpulszahl wie abgelegt ist.


Zitat:
Zitat von herr jaegermeister Beitrag anzeigen
...aber das heisst doch ebenso dass du auch Getriebe mit anderer Wegstreckenzahl einbauen und dennoch eine korrekte Geschwindigkeits- und kilometeranzeige haben könntest.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass sich die Wegimpulszahl nur auf den Kilometerzähler auswirkt, nicht aber auf die Geschwindigkeitsanzeige. Wenn man die auch an ein z.B. anderes Getriebe anpassen will, müssen weitere Speicheradressen im EEPROM geändert werden.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (13.12.2019 um 07:46 Uhr)
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Alt 13.12.2019, 19:19 #8
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Die ABS mit EDS haben das Problem wohl auch.
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Alt 23.12.2019, 13:44 #9
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Wie immer schöne Beiträge Manfred. Ivh habe. Ir das Bremsenentlüftungsgerät damals für um die 70€ bei einem Deutschen Hersteller gekauft und bin sehr zufrieden damit. Ist aber auch immer eine glückssache.

Zum Thema ABS Entlüften mit Diagnose Programm, meines Wissens ist das nicht nötig wenn mehr als 1 bar Druck aufgebaut werden, da dadurch die Hydraulikventile des ABS Block automatisch geöffnet werden
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Alt 23.12.2019, 21:53 #10
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VW schreibt in seinem Reparaturleitfaden immer ein gewisses Prozedere vor, bei ABS / EDS wenn der Block leer gelaufen ist. Meiner erinnerung nach hat das gar nix mit dem Druck zu tun.

Ich hab das damals beim VR gemacht, war schon ein bisschen aufwendig, aber auch nicht so sonderlich kompliziert.




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Alt 25.12.2019, 08:38 #11
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Ich glaube in meinem ABU ist ein von dir gewünschter Handbremshebel drin.

Den habe ich vor ingefähr 10 Jahren mal in ebay erschossen. Eingebaut seit ungefähr 10.000km im Golf. Den wollte mir der Dekranensch bei der HU mal abschwatzen.

Geändert von wolfi71 (25.12.2019 um 08:41 Uhr)
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Alt 23.02.2020, 11:07 #12
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Hallo!

Ich habe gerade mit Schrecken gesehen, dass es im August der vorigen Jahres war, dass ich hier zuletzt etwas über die Fortschritte am Cabrio geschrieben habe. Ist über ein halbes jahr her! Jetzt soll es hier endlich mal weitergehen, sonst gibt das nie mehr etwas.


Endlich geht es hier mal weiter

Das letzte, was ich gemacht hatte, war der Einbau der Zentralelektrik:


Danach wäre es möglich gewesen, endlich mal zu testen, ob der Motor läuft, ob alles dicht ist, ob das Servolenkgetriebe, das ich komplett auseinander hatte, funktiionieren würde und dicht wäre. Und so weiter.

Ein paar Arbeiten an der Vorderachse trennten mich noch davon: Es fehlten noch erstens die Federbeine und zweitens die Bremsen. Weil das Auto nur ca. 73.500 Kilometer gelaufen hatte, hätten an den Federbeinen eigentlich überhaupt keine Arbeiten nötig gewesen sein dürfen. Aber: Der Stopdämpfer auf der Fahrerseite war mal erneuert worden. Während auf der Beifahrerseite noch der originale rein hydraulische Dämpfer seinen Dienst tat, hat ihn jemand auf der Fahrerseite mal gegen einen Sachs Gasdruckstoßdämpfer ausgetauscht. Eigentlich eine kraftarzeugtechnische Todsünde! Das konnte so nicht bleiben. Erfreulicherweise gab es die originalen Dämpfer 1H0 413 031 Q mal für EUR 24,95 pro stück bei VW Classic Parts in einer Sonderaktion, lange bevor ich sie brauchte. Trotzdem habe ich damals sofort zwei Stück bestellt:


Hier das ausgebaute originale beifahrerseitige Federbein auf dem "Arbeitsteppich" im Keller:


Als erstes musste es zerlegt werden, wozu ein Federspanner nötig ist. Erstens hatte ich noch nie mit einem gearbeitet, und zweitens hatte ich keinen. Darüber hatte ich damals am Telefon in einem Nebensatz mit Forumsmitglied Frank22 geredet. Zu meiner großen Überraschung bekam ich ein paar Tage später ein Paket. Es enthielt - Federspanner, die er mir einfach so gescheint und geschickt hat. Herzlichen Dank dafür auch von hier aus nochmal!


Weil ich, wie gesagt, noch nie mit Federspannern gearbeitet hatte, war ich sehr gespannt darauf, ob einer vielleicht abrutschen und mir deshalb die Feder durch den Keller (oder ins Gesicht) hopsen würde. Ist aber erfreulicherweise nicht passiert; es ging völlig easy.

Rost an Fahrwerksfedern führt nicht selten zu Dauerbrüchen. Deshalb bin ich mit der schwarzen Oberflächenbeschichtung der Federn sehr vorsichtig umgegangen und habe die betreffenden Stellen zur Vermeidung von Beschädigungen mehrfach umwickelt, bevor ich die Federspanner angesetzt habe:


Ich habe die Federspanner nur soweit angezogen, dass die oberen Federteller entlastet waren. Und dann mit einer Kombination von Standardwerkzeugen, von denen nur der lange 7 mm Innensechskantschlüssel neu war, die oberen Verschraubungen gelöst...


...und die oberen Teile abgenommen:


Die gereinigten und einbaufertig gemachten Halter für die Bremsleitungen, die es bei VW nur noch für eine Seite neu gibt:


Auf die Kolbenstangen der neuen Stoßdämpfer kamen zuerst zwei ebenfalls neue Anschlagpuffer:


Die beiden Faltenbälge hatte ich zwar als Neuteile hier liegen, habe aber trotzdem die alten nach Reinigung und Untersuchung wegen tadellosen Zustands weiterverwendet. Auf dem nächsten Foto: Halbzeit. Der erste ist fertig, der andere muss noch gereinigt werden:


Die Federn habe ich gereinigt und auf Stellen untersucht, an denen die schwarze Oberfläche beschädigt war...


...diese Stellen und die Anlageflächen der Federn an den oberen unt unteren Federtellern leicht eingefettet...




Das Federbein ist soweit fertig zusammengesetzt und die Feder gespannt, damit die obere Federbeinlagerung eingebaut werden kann:


Die Faltenbälge hatte ich vor dem Einbau über die ganze Länge mit ca. 5 cm breiten Streifen Alufolie umwickelt, weil die Federbeine vor dem Einbau noch mit Wachs eingesprüht werden sollen:


Die oberen Sechskant-Gewindehülsen müssen mit 60 Nm festgezogen werden. Dabei muss an der Kolbenstange per Innensechskantschlüssel gegengehalten werden. Für diesen Arbeitsgang hatte ich mir eine sog. "Fensternuss" SW21 beschafft:


Weil sie am Sechskantende zu dick war, war Nacharbeit per Winkelschleifer nötig. Darunter auf dem nächsten Foto der lange Innensechskantschlüssel SW7 zum Gegenhalten, auf den ich zur Schonung der Haut an den Händen ein Stück passenden Gummischlauch geschoben hatte:


Mit diesen Werkzeugen ging das Festziehen der Gewindehülse problemlos:


Übrigens: VW schreibt in seinen Golf 3 Reparaturleitfäden in großer Fettschrift vor, dass diese Gewindehülse jedesmal dann, wenn die obere Federbeinmutter im Motorraum gelöst wurde, nachgezogen werden muss, weil die Gefahr besteht, dass sie sich mit lockert.

Die Federbeine beider Seiten sind soweit fertig:


Eins der vordern Federbeine vor dem Einsprühen mit Wachs:


Das linke Federbein unmittelbar vor dem Einbau:


Vor-Anziehen der oberen Federbeinmutter vom Motorraum aus mit einem gekröpften Ringschlüssel. Sie wurde später noch mit dem Drehmomentschlüssel und der Fensternuss ohne weiteres Foto mit 60 Nm festgedreht:


Grob-Einstellen des Radsturzes für die ersten Fahrten mit Hilfe einer Wasserwaage. Genau so hatte ich den Sturz vor Ausbau der alten Federbeine ermittelt und auf Fotos festgehalten. Das Auto ist seitdem nicht bewegt worden. Jetzt geht es darum, die alten Einstellungen so genau wie möglich wiederzutreffen. Wenn man sorgfältig arbeitet, geht das erstaunlich genau. Man muss nur wie auf dem ersten der beiden folgenden Fotos erkennbar darauf achten, dabei die gerade in Arbeit befindliche Radaufhängung mit einem Wagenheber unter dem Achsgelenk so weit anzuheben, bis das obere Gummiteil des Federbeinlagers spielfrei in seiner Aufnahme am Radhaus sitzt:




Festziehen der Schrauben Federbein / Radlagergehäuse mit dem Drehmomentschlüssel mit 95 Nm unter Gegenhalten mit einem Ring-Gabelschlüssel:



Um die Radlagergehäuse zum Einbau der Federbeine besser bewegen zu können, hatte ich die Spurstangen noch nicht angeschlossen. Das konnte aber jetzt passieren. Die Spurstangenköpfe sind mal ausnahmsweise keine originalen VW-Teile, sondern welche von Lemförder. Zum Schutz vor Korrosion hatte ich die Gewinde leicht eingefettet:


Die Kontermuttern für die Spurstangeköpfe hatte ich neu verzinken lassen. Natürlich wäre es auch möglich gewesen, neue zu verwenden. Durch Änderung der Norm in den letzten 20 Jahren haben neue aber die Schlüsselgröße 21 statt 22 der alten. Erstens hätte ich mir dafür einen neuen Gabelschlüssel kaufen müssen, weil ich keinen der Größe 21 habe. Weiterhin kommt es so auch meinem Wunsch nach Erhaltung der Originaltät entgegen:


Nach allen Arbeiten an den Spurstangen sollte man immer kontrollieren, ob die Faltenbälge des Lenkgetriebes nicht in sich verdreht sind. Die rechte Seite ist soweit o.k. und fertig:



Jetzt fehlten vorn nur noch die Bremsen, dann würde das Auto nach über zweieinhalb Jahren der vordern Aufbockung mals wieder auf seinen Rädern stehen.

Dieses Cabrio soll übrigens in diesem Jahr (2020) fertig werden. Erstens ist nicht mehr viel zu tun, zweitens wird meine körperliche Belastbarkeit krankheitbedingt immer schlechter, so dass zu befürchten ist, dass ich es ansonsten in diesem Leben gar nicht mehr fertig bekomme.

Zum Schluss noch vier Fotos von meinem "Winterprojekt" = von dem, was ich zurzeit hier in Arbeit habe: Restaurierung eines alten Spulen-Tonbandgerätes vom Typ Uher SG 562. Tonbandgeräte von der ehemaligen Münchner Firma Uher gelten als die besten aus einheimischer Produktion. Sie waren wegen ihrer außergewöhnlichen Qualität weltbekannt. Zwei defekte Geräte des genannten Typs habe ich hier plus zwei ähnliche, ebenfalls defekt. Daraus sollen möglichst viele funktionsfähige werden und ein besonders schönes für mich. Es ist Arbeit ohne Ende, weil die gesamte Mechanik zerlegt werden muss, um 36 Jahre alte, hart gewordene Schmierstoffe zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Und diese Mechanik ist sehr umfangreich. Alles, was beweglich ist, muss raus. Die Elektronik muss auf Schwachstellen untersucht werden. Zum Schluss muss das Gerät mechanisch und elektronisch neu eingestellt bzw. abgeglichen und der Frequenzgang ermittelt werden. Laut technischen Daten liegt die obere aufzeichen- und wiedergebbare Frequenz bei der höchsten Bangeschwindigkeit (19 Zentimeter pro Sekunde) bei 24.000 Hertz. Das ist mehr als eine CD kann und ein exzellenter Wert für magnetische Aufzeichnung. Bin sehr gespannt.

Grüße Teletubby








Geändert von Teletubby (23.02.2020 um 18:35 Uhr)
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Alt 23.02.2020, 12:34 #13
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Ein Wort: Ausgezeichnet (dokumentiert, wie immer).
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Alt 07.03.2020, 19:39 #14
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Hallo!

Zitat:
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Ein Wort: Ausgezeichnet (dokumentiert, wie immer).
Danke sehr!

Machen wir gleich mit dem nächsten Kapitelchen weiter: Der Komplettierung der Vorderachse

Hier fehlten nur noch die Bremsen und eine halbwegs genaue Spureinstellung für die ersten Fahrten.

Auf die Arbeiten mit den Bremsteilen hatte ich mich nicht unbedingt gefreut, weil es hier viel Dreck, Korrosion, Bremsstaub und dergleichen gab. Aber es musste jetzt sein, weil das Auto vorn endlich mal wieder auf die eigenen Räder sollte. Auf dem ersten Foto schonmal mit zwei neuen Spritzblechen, weil die alten sehr verrostet waren und neue nicht übermäßig teuer sind:


Der erste der beiden Bremsträger ist in Arbeit. Eine scheußliche Arbeit, bei der ich wegen der Arbeit in einem geschlossenen Raum mehr Staub eingeatmet habe als es meiner ramponierten Lunge gut tat. Es hat viele Stunden gedauert, bis ich danach wieder halbwegs normal atmen kommte. Danach war für mich klar: Derartige Arbeiten ab jetzt nut noch im Freien:


Einer der beiden fertig gereinigten und vorbereiteten Bremsträger. Als Neuteile gibt es sie leider nicht mehr. Aber die Führungsbolzen gibt es neu von ATE. Sie wurden später verbaut:


Zwei neue Bremsscheiben, originale VW-Teile. Ich hatte sie mal sehr preisgünstig bei der Dortmunder Firma Eminia gekauft. Das ist eine Firma, die Ersatzteilbestände aufgelöster VW-Betriebe, vor allem in Osteuropa, aufkauft und hier zu guten Preisen anbietet:


Hier schon montiert mit einem der Bremsträger:


Zwei aufarbeitungsbedürftige Bremssättel in einem ekelerregenden äußeren Zustand. Aber es half alles nichts: Sie waren jtzt dran:


Als erste mussten die Kolben raus. Ich hatte so etwas schonmal gemacht, aber auf eine nicht allzu sanfte Tour, die ich hier nicht wiederholen wollte. Also stand hier für mich eine Premiere bevor: Versuch mit Druckluft. Angefangen habe ich mal mit 6 bar, habe aber nicht damit gerechnet, dass das ausreichen würde:


Um den Druckschlauch des Kompressors mit dem Bremssattel zu verbinden, habe ich als erstes einen alten Bremsschlauch in einen der Sättel eingeschraubt und ihn dann in etwa in der Mitte durchgeschnitten. An den Schlauch des Kompressors kam die Ausblaspistole mit der Absicht, ihr Mundstück kräftig auf das Schlauchende zu drücken und dann den Abzug zu betätigen:


Auch hier hatte ich nicht damit gerechnet, dass das so gehen würde. Das war aber schon meine zweite Fehleinschätzung heute. Denn zwei Sekunden später:


Das ging so schnell, dass ich überhaupt keine Zeit zum Reagieren mehr hatte. Denn im Normalfall legt man zum Schutz des Kolbens ein Stück Holz in den Sattel, damit er beim schnellen Herausdrücken nicht beschädigt wird. Zum Glück ist ihm dabei nichts passiert. Beim zweiten Bremssattel ging das genau so gut, jetzt aber mit Holz.

Links das fertig vorbereitete Bremssattelgehäuse und rechts das zweite, bei dem mir diese Tortur noch bevorstand:


Die restlichen Teile der beiden Bremssättel. Sie sind alle gebraucht und einbaufertig gemacht, die beiden Entlüftungsventile hatte ich neu verzinken lassen. Neu sind nur die vier Gummiteile vorn links auf dem Foto: Zwei Dichtringe mit rechteckigen Querschnitt für die Gehäuse und zwei Gummi-Staubabdeckungen:


Zwei fertige Bremssattelgehäuse, die man jetzt ohne Ekel anfassen kann. Und ohne sich die Hände schmutzig zu machen:




Nachdem die Bremssättel komplettiert waren, habe ich sie vor dem Einbau noch mit Wachs eingesprüht:


In den Bresmträger eingesetzte Bremsbeläge am rechten Vorderrad. Sie lassen sich dort wegen der Sauberkeit der Teile ganz leicht bewegen. Die Anlageflächen der Beläge der Bremsträger für die Beläge habe ich hauchdünn eingefettet:


Festdrehen einer der beiden Befestigungsschrauben des Bremssattels mit dem Drehmomentschlüssel unter Gegenhalten mit einem Maulschlüssel. Das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment 35 Nm ist für eine M8-Schraube recht hoch. Dafür haben diese Schrauben eine erhöhte Festigkeitsklasse:


Die Beläge, durch das Fenster im Bremssattel von vorn gesehen:


Zwei neue Bremsschläuche:


Alles verbaut. Auch die Leitung zum ABS Drehzahlfühler ist jetzt richtig verlegt und eingeclipst:


Bremsanlage mit Bremsflüssigkeit befüllen und entlüften mit dem Entlüftungsgerät, das ich damals ganz neu hatte. Über dieses Gerät hatte ich an anderer Stelle im Zusammenhang mit Arbeiten an meinem roten Variant schonmal etwas geschrieben. Hier war das Befüllen und Entlüften jetzt etwas spannend, weil sich herausstellen würde, ob alles dicht ist:


Alles fertig an der Vorderachse, kaum zu glauben. Es fehlten nur noch die Vorderräder, um das Auto vorn endlich mal wieder ablassen zu können:


Weil die erste Einstellung der Spur der Vorderräder bevorstand und die endgültige nach Fertigstellung des ganzen Autos, habe ich jetzt schon die Anlageflächen der Räder an den Bremsscheiben glatt gemacht. Denn jede ungleichmäßige Anlage der Räder führt bei der Einstellung zu Fehlern, die man danach Ewigkeiten mit sich herumschleppt. Vor Beginn der Arbeit:


Entfernen von Korrosionsrückständen, die ja von den alten Bremsscheiben stammen, mit einem Spachtel:


Während der Arbeit: Viele kleine, braune Krümelchen:


Fertig! Die Anlagefläche fühlt sich beim Darüber-Fühlen mit dem Finger jetzt total glatt an:


Das Auto steht nach über zweieinhalb Jahren des Vorn-Aufgebocktseins endlich mal wieder auf seinen vier Rädern:


Weil man diesen Anblick nicht allzu oft zu sehen bekommt, habe ich schnell noch ein Foto eines der vorderen oberen Federbeinlager bei auf dem Boden stehendem Fahrzeug gemacht, bei dem alle Lagerteile neue VW Originalteile sind:


Jetzt ist die Vorderachse zwar komplettiert, aber noch nicht fertig. Denn zur Fertigstellung fehlt noch die Einstellung der Spur der Vorderräder für die ersten Fahrten. Darum soll es hier als nächstes gehen.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (07.03.2020 um 19:43 Uhr)
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Das sieht doch gut aus.

Das zerlegen der Bremssättel ist immer wieder so ne Sache, manche ploppen ganz leich und bei manchen braucht man richtig druck.

Wegen dem Bremsstaub: ich finde den auch immer wieder sehr unangenehm. Wenn man sich mal durchliest was in Bremsbelägen auch heute noch alles drin ist, kann man sich nur wünschen man hätte erst garnicht nachgelesen.

Da ich beruflich an Omnibussen arbeite und die Staubmengen hier etwas andere sind, hab ich mir angewöhnt bei Arbeiten an der Bremse eine FFP3 Maske zu tragen (momentan bekannt aus den Medien).
Kann ich nur empfehlen!
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Alt 01.04.2020, 10:19 #16
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Als ich die ersten Beiträge von dir gelesen habe war der Gedanke "Wie kann man so einen Aufriss machen? Für so Kleinigkeiten wie einen Ölwechsel."
Aber jetzt habe ich den ganzen Thread gelesen und bin echt begeistert mit wie viel Herzblut und wie geplant und ordentlich du das machst.
Danke das du das alles mit uns teilst!

Viele Grüße Benjamin
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Alt 07.03.2020, 20:17 #17
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Wie immer von dir super gemacht und beschrieben. Zu den Arbeiten mit Staub: gewöhne dir an, mit Staubschutzmasken zu arbeiten. Du hast dir damit schon deine Lunge ruiniert. Ich fahre ungern zu einer Beerdigung von einem Jahrgangsgleichen. Das erinnert mich immer an die Endlichkeit des Seins.
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Alt 08.03.2020, 00:50 #18
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Sehr schön gemacht, persönlich brauche ich Originalität überhaupt nicht, finde es aber toll, wenn es jemand wirklich durchzieht. Einen Hinweis und eine Frage hätte ich an Dich (geben und nehmen )

Bin vor gradmal 3 Tagen durch das gleiche Spiel gegangen wie Du, da ich die Kolben in allen vier Sätteln aber bereits vor 4 Jahren erneuert habe, hab ich mir diesen Schritt diesmal erspart und konnte nach der Reinigung direkt zum Einbau übergehen. Sitzen die Sattelführungen bei dir spielfrei? Mit spielfrei meine ich nur so viel, dass man sie nicht deutlich in alle Richtungen kippeln kann. Etwas Spiel müssen sie ja haben, sonst könnten sie sich im Sattelhalter nicht bewegen. Es gibt hier keine Vorgabe wieviel Bewegungsfreiheit noch im Sinne des Erfinders ist. Ganz straff sitzen dürfen sie ja auch nicht, der Sattel wird nur durch die beiden kleinen Gummibalge in Position gebracht.

Als kleiner Hinweis: Kurz nach verlassen der Firma fiel mir vor ein paar Jahren urplötzlich ein 5L-Kanister "Wekem ws2500" in den Kofferraum. Unglaublicher Zufall. Da ichs natüürlich nicht gleich bemerkt habe, und schon zuhaus war, als es mir auffiel, konnte ich diesen ja nicht zurückbringen.
So, bei uns war damals der Reichtum ausgebrochen und wir haben das Zeug unverdünnt benutzt, etwa ein Kanister pro Woche (kostete uns 120€ für 5L). Nachdem ich ihn unverschuldet in meinem Keller wiederfand, las ich mal was draufstand: 1:200 verdünnen....alles klar . Hat bei uns in der Firma immer eher schlecht als recht geklappt, aber zuhaus, verdünnt, konnte ich im prinzip das ganze Getriebe damit einsprühen (Pumpzerstäuber) und sehen wie der Schmodder der letzten 22 Jahre ablief und ein blankes Getriebe hinterließ.
Das zerstäubte Material machte meiner geradmal 30-jährigen Lunge aber auch ganz schön zu schaffen, obwohl es nur Seifenlauge war.

Bremsdreck und eingebackener Staub unter Rost ging schonmal gar nicht runter. Ein komplettes Bad in Reiniger klang verlockend, brachte aber nicht den gewünschten Effekt. Beim morgendlichen Zähneputzen kam mir aber dann die Idee: Die Bürste meiner elektrischen Zahnbürste war eh runter (ist auch nur ein 15€ Amazon-teil), also mal direkt dem dreckigen Sattelhalter vorgestellt, inkl. Reiniger.
Ich kanns jedem nur empfehlen. Wenn ihr eine alte Elektrobürste habt, oder eine für 'nen Euro auf ebay schießen könnt, DAS ist das neue Wunderwerkzeug im kampf gegen festsitzenden Dreck. Im Grunde ist es egal ob man Spüli oder den Ultrareiniger nimmt. Etwas Waschmittel gepaart mit 15.000 Bürstenrotationen pro minute machen so ziemlich jedem Dreck den Gar aus.
Kleine Teile lege ich in eine Tupperdose damit es nicht ganz so rumspritzt. Mitterweile reinige ich damit sogar Muttern und Schrauben, die Bürste tut den Händen ja nicht weh. Hab nur ein kleines Beispiel, einmal ein Uralter Sattelhalter vom Schrott und einmal der gleiche Halter gereinigt + lackiert (leider kein Foto direkt vor dem lackieren, man sieht aber, dass der Dreck runter ist)
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Alt 08.03.2020, 08:07 #19
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Hallo Manfred,

ich hab mich grad richtig gefreut, das Bild von deinem Cabrio auf den Rädern zu sehen.
Ein toller Anblick!

Als ich beim VR6 meinen ersten Vorderachsbremssattel zerlegt hab, war ich ganz erschrocken, wie schnell der Kolben rauskam. Habe auch gedacht, dass die 6 Bar am Kompressor nicht reichen würden - und wie die gereicht haben.

Nur mal zur Einordnung: Wo befinden wir uns denn gerade zeitlich? Sind diese Arbeiten von denen du jetzt berichtest im Winter erfolgt oder war das letztes Jahr noch?

Mit dem Bremsstaub Thema: Da packt mich auch immer das schlechte gewissen, wenn ich solche Sachen ohne Staubmaske mache. Sollte ich mir auch endlich angewöhnen.
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Alt 08.03.2020, 10:53 #20
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Schon herb, was immer vom LKW in den Kofferraum fällt. Aber auch in der Firma sollte man die Anwendung richtig machen.




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