Werkstatt Golf kaputt? Fragen und Antworten zum Thema Reparatur

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Alt 19.01.2011, 22:17 #1
Timo79
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Standard Thermostatgehäuse wechseln beim ABU, 1,6 Liter, 75 PS

Hallo,

ich habe hier ein kleines Problem mit meinem Golf. Vielleicht kann mir da ja jemand weiterhelfen.

Nach einem Schaden der Wasserpumpe Ende 2009, bei dem ich literweise Wasser verloren habe, musste ich feststellen, dass ich den Wasserstand immer noch nicht konstant halten kann. Ich brauche (bis heute) aber wirklich nicht viel und oft Kühlmittel nachgießen, vielleicht alle 2 Wochen den halben Behälter bis zur MAX-Markierung.

Nachdem der Wagen dann auch noch öfter überdurchschnittlich schnell heiß geworden war, baute mir mein Werkstattheini einen neuen Thermostat ein (Frühjahr 2010).

Seit Mitte letzten Jahres (und in kurzen Phasen teilweise schon vorher) steigt die Temperatur von meinem Golf nun nicht mehr über 70-80 °C hinaus, egal ob ich fahre oder stehe/an der Ampel warte, lange oder kurze Touren zurücklege.

In meinem örtlichen ADAC-Prüfzentrum hat man mir letzte Woche gesagt, dass mein Thermostatgehäuse gerissen und undicht sei...deshalb der Wasserverlust. Weil aber die Werkstätten, die ich fragte, zu viel für die Reparatur nehmen, möchte ich das Teil gern selbst austauschen.

Was muß ich dabei beachten?
Muß ich etwas spezielles berücksichtigen?

1. Sollte die Batterie vorher abgeklemmt werden?
2. Muß ich neue Schlauchschellen verwenden?
3. Brauche ich neben dem Dichtring noch andere Teile?
4. Kann ich das Kühlwasser einfach ablassen, indem ich den Schlauchstutzen abschraube?

usw.


Es handelt sich im Prinzip um das Teil hier:




Einen neuen Thermostat wollte ich eigentlich nicht einbauen. Wie gesagt, das Ding wurde letztes Jahr erst ersetzt. Und der kann doch nicht schon wieder kaputt sein?

Mit dem Austausch von dem Gehäuse möchte ich ja eigentlich nur den Wasserverlust stoppen. Kann es trotzdem möglich sein, dass das gerissene Thermostatgehäuse auch für die niedrigen Temperaturen (70-80 °C ) verantwortlich ist?


Danke für die Hilfe!


Gruß,
Timo79


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Alt 19.01.2011, 22:49 #2
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Zitat:
1. Sollte die Batterie vorher abgeklemmt werden?
Nicht nötig, aber wenn du dich dann sicherer fühlst steht dem nichts im Wege.

Zitat:
2. Muß ich neue Schlauchschellen verwenden?
Nein, nicht nötig.

Zitat:
3. Brauche ich neben dem Dichtring noch andere Teile?
Solang das Thermostatgehäuse nur an der einen Stelle, an der der Dichtring sitzen muss an den Zylinderkopf oder Motorblock geschraubt wird - nicht.

Wenn du das alte Thermostat übernehmen willst solltest du den Dichtring zwischen Thermostat und Flansch begutachten, wenn dieser rissig oder porös ist solltest du ihn austauschen.
(Teilenummer: 038 121 119 B)

Zitat:
4. Kann ich das Kühlwasser einfach ablassen, indem ich den Schlauchstutzen abschraube?
Ja, genau so geht's.


Zitat:
Was muß ich dabei beachten?
Muß ich etwas spezielles berücksichtigen?
Die Dichtfläche am Zylinderkopf/Motorblock schön sauber machen (mit 120er Schleifpapier alles schön blank machen.
Die Schrauben schön handfest anziehen, nicht bombenfest - denn schnell ist der neue Stutzen gebrochen. Man kann die Schraube bei eventueller Undichtigkeit eher nochmal nachziehen als nen neuen Stutzen zu kaufen und damit Lehrgeld zu bezahlen.

Wenn es deine Örtlichkeiten zulassen, dann kannst du mit Klarwasser dein Kühlsystem noch durchspülen; wenn alles wieder zusammengebaut ist, machst du den Schlauch unten am Kühler ab und giesst mal 10 Liter klares Wasser in den Ausgleichsbehälter und lässt es unten rauslaufen).

Zitat:
Kann es trotzdem möglich sein, dass das gerissene Thermostatgehäuse auch für die niedrigen Temperaturen (70-80 °C ) verantwortlich ist?
Ja, die meisten Autos werden nicht richtig warm wenn Wasserverlust vorhanden ist.

Wenn du das Kühlsystem dann neu befüllst, den Motor anschliessend solange laufen lassen (Heizung an, Gebläse auf volle Stufe) bis der Kühlerlüfter anspringt. Temperatur natürlich im Auge behalten.
Anschliessend alles auf weiteren Wasserverlust untersuchen.


Gutes Gelingen.
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Alt 20.01.2011, 21:43 #3
Timo79
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Klasse, danke für die ausführliche und strukturierte Antwort.

Ich habe vorhin noch einmal einen Blick in den Motorraum geworfen und mir sind da einige Dinge aufgefallen.

Was ist das hier eigentlich für ein Anbau:



Scheint so eine Art Klemme zu sein, die an der Schraube zum Schlauchstutzen angebracht wurde. Ist hier leider nicht zu erkennen, aber Kabel sind auch dran. So ein Teil habe ich bisher auf keiner einzigen Abbildung oder Zeichnung sehen können.


Zitat:
Die Dichtfläche am Zylinderkopf/Motorblock schön sauber machen...
Ist das die hier:



Befindet sich dort wirklich keine zusätzliche Dichtung aus Gummi usw.? Stecke ich dort einfach nur dieses große Rohr des Thermostatgehäuses rein (sichtbar auf dem Foto in meinem ersten Beitrag)? Kann mir gar nicht vorstellen, dass das dicht hält.


Und wie sind eigentlich diese kleinen "Röhrchen" hinten am Thermostatgehäuse mit den Schläuchen befestigt? Nur mit Schlauchschellen?


Hier sieht man nochmal den Zustand des Gehäuses. Dieser Winter hat es noch einmal heftig in Mitleidenschaft gezogen. Wird höchste Zeit für den Austausch! Wundere mich, dass ich nur so wenig Wasser verliere.



Gruß,
Timo79
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Alt 20.01.2011, 22:55 #4
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Also zum ersten Bild: An dem Kunststoffteil ist normal das Bougierrohr mit dem Kabelbaum zum Temperaturfühler angeklemmt. Dazu nimmt man zwei kleine Kabelbinder.

Das was auf dem oberen Foto von autoteilweb24 unten auf dem Boden liegt ist am Kopf angeflanscht. Der Rest wird 1:1 angeschlossen. Der ABU hat zwei Schrauben.

Wenn du das Gehäuse im Handel kaufst ist meist der Thermostat schon drin. Ich würde den dann drin lassen. Grund: Die neueren Gehäuse haben keine eingegossenen Messinggewindebuchsen mehr, sondern es sind Schrauben direkt in den Kunststoff geschraubt. Das geht nur 1-2mal gut. Sollte man nicht unnütz strapazieren.

Wenn das Teil so ist wie ganz oben, dann allerdings ist der Thermostat nicht dabei und der alte Deckel wird weiter verwendet.
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Alt 07.02.2011, 20:38 #5
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Vielen Dank noch einmal für die Ratschläge zum Wechseln des Thermostatgehäuses!

Weil die Temperaturen draußen in der letzten Zeit noch im Minusbereich lagen und es in den vergangenen Tagen stark stürmte und regnete, habe ich mir erst heute Zeit zum Ausbau des kaputten Teils genommen.

Ich habe mich an die hier geposteten Anleitungen gehalten, die mir sehr geholfen haben. Letztendlich haben Ein- und Ausbau des Gehäuses jedoch ca. 3 Stunden gedauert, im Wesentlichen, weil ich die völlig zugekalkten und festgeklemmten Schläuche nicht lösen konnte. Habe das mit diesen Schellen noch nie vorher gemacht.

Auch der Hinweis, den Motorblock mit 120er Schleifpapier zu bearbeiten war hilfreich. Dort war alles voller Wasserstein, der schließlich entfernt wurde.

Anschrauben des neuen Gehäuses und Aufziehen der Schläuche waren dann viel einfacher und in kurzer Zeit erledigt. Der Thermostat war übrigens in Ordnung (weil ziemlich neu) und wurde nicht getauscht.

Die erste Fahrt nach dem Gehäusewechsel war jedenfalls erfolgreich, und ich kann nun mit Sicherheit sagen, dass der Grund für die niedrige Kühlwassertemperatur und den Wasserverlust das undichte Thermostatgehäuse war. Die Temperatur bleibt jetzt immer konstant bei 84 Grad (die Zahl steht auch auf dem Thermostat...keine Ahnung, warum es bei mir nicht 87 sind). Auf der Landstraße bewegt sich der Zeiger übrigens nicht einmal ansatzweise.

Am besten ist jedoch, und das fällt wirklich sofort auf, dass ich wieder deutlich weniger Benzin verbrauche!

Also, hat alles super geklappt dank Eurer Hilfe!

Gruß,
Timo79
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Alt 31.10.2015, 11:50 #6
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Diese eingegossenen Messinggewindebuchsen können beim Überdrehen ebenso katastrophal sein, wie die gezeigten Gewindeschrauben im ersten Bild, vgl. Foto.
Zwei Fragen:
1. Sollte oder muss man zusätzliche Dichtmittelmasse auf den O-Ring des
Thermostates aufbringen?
2. Das Abziehen des unteren Kühlschlauches ist mir widerlich. Jedes Mal spritzt
das Kühlwasser irgendwo gegen und landet, wie von einem Duschkopf verteilt, extra breit auf dem Fußboden. Hat jemand eine gemachte Arbeit vorzuweisen, wie es besser geht? Ich würde es nachbauen.
Gruß
Gerhard
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