Was soll man nur dazu sagen? Räder auswuchten, die Mission Impossible für Werkstätten.
Gerade Reifenbetriebe sind dafür bekannt, dass dort nicht gerade die hellsten Mitarbeiter beschäftigt sind. Das zeigt sich vor allem auch bei Fahrwerkseinstellungen, für die nicht selten mehrere Betriebe angefahren werden müssen, bis es stimmt. Dein Bericht bestätigt das mal wieder.
Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich als Halbwüchsiger mal aushilfsweise bei einer kleinen Aral-Tankstelle für Räder- und Reifenwechsel gearbeitet habe. Die Einarbeitung durch den Chef hat weniger als 15 Minuten gedauert, dann wurde ich auf die Auswuchtmaschine losgelassen. Zu unserer Arbeit (mein Kollege war auch eine Aushilfe) gehörte auch das Anheben der Autos und Demontage bzw. Montage der Räder an den Fahrzeugen. Dafür gab es gar keine Einarbeitung; wir konnten das machen, wie wir wollten. Wenn ich daran denke, wie wir die Autos damals mit einem Rangierwagenheber angehoben haben, wird mir heute noch schlecht. Ob da am Auto was kaputt ging, darauf haben wir überhaupt nicht geachtet. Hauptsache war, dass es schnell ging.
Am meisten hatten wir im Spätherbst zu tun, wenn die Kunden im Verbrauchermarkt Winterreifen gekauft hatten, die dann bei uns an der Tankstelle montiert wurden. Die Arbeiten an den Autos wurden draußen auf dem Tankstellengelände erledigt. Weil es früh dunkel wurde, konnten wir da oft kaum etwas sehen. Hinzu kommt, dass es da oft schon empfindlich kalt war, machmal sogar mit Frost und Schnee. Da kam es uns hauptsächlich darauf an, möglichst schell fertig zu werden, weil wir uns dann ein paar Minuten im Tankstellenhäuschen aufwärmen durften, bevor das nächste Auto dran kam. Der Rest war uns egal, und dem Chef auch.