Wenn ich auf Dustins Fotos das Fahrgestell des Käfers sehe, muss ich sofort an den Buggy denken, den ich im Jahr 1975 zusammen mit einem Schulfreund gebaut habe. Der Bausatz war von der belgischen Firma Apal, und es war ein Typ C. Er sah bis auf ein paar Kleinigkeiten genau so aus wie der auf dem Foto, das ich aus dem Internet gefischt habe:
Der Bausatz kostete damals um die 3.000 Mark. Dazu war das Vorhandensein eines VW Käfer nötig, von dem viele Teile verwendet wurden. Das Fahrgestell musste um 27,9 cm = 11 Zoll gekürzt werden. Das musste von einer Firma gemacht werden, die entsprechend zertifizierte Schweißer hatte. Das Verkürzen kostete damals 150 Mark. Für die Vollabnahme beim TÜV war eine Bescheinigung über die ordnungsgemäße Verkürzung nötig.
Es gab von der Firma Apal auch einen anderen Buggy Typ L, der auf einem unverkürzten VW-Chassis basierte, aber entsprechend länger war und nicht so gut aussah.
Bei der Vollabnahme beim TÜV gab es einen neuen Fahrzeugbrief, der dort ausgefüllt wurde. Nach damaligen Vorschriften musste bei "Fahrzeughersteller" derjenige eingetragen werden, unter dessen Verantwortung der Bau stattgefunden hat. So kam es, dass im Fahrzeugbrief bei "Hersteller" mein Name stand.
Es gibt noch eine Menge Fotos von damals, Wenn ich mal wieder in meinem Bettkasten herumkrame, hole ich sie raus und kann ein paar davon hier einstellen, wenn daran Interesse besteht.
Grüße Teletubby
P.S.: Unser Buggy hatte eine Besonderheit, die es nur ganz, ganz selten gab: Er hatte eine Schräglenkerhinterachse. Hierzu gab es zwei Möglichkeiten: 1. Das Chassis von einem Käfer mit Automatikgetriebe nehmen, die damals alle schon die modernere und von Porsche konstuierte Schräglenkerhinterachse hatten. Nach dem Verkürzen des Chassis musste das Führungsrohr für das Kupplungsseil nachträglich eingebaut werden. 2. Man musste zum Verkürzen des Chassis zwei Käfer-Unterteile anliefern: Eins von einem Käfer Typ 11 und eins von einem Käfer Typ 13. Dann wurde das vordere Chassisteil vom Typ 11 mit dem hinteren Chassisteil des Typ 13 kombiniert. So haben wir es gemacht. Es war natürlich aufwändiger und teurer.
So ein Buggy haben wir in der Autostadt auch gesehen...perfekter Zustand 😊
So ein Buggy haben wir in der Autostadt auch gesehen...perfekter Zustand
Wenn ich das richtig sehe, ist dieser gelbe Buggy einer vom Typ Karmann GF.
Die Buggywelle begann in den sechziger Jahren in den USA und dort speziell in Kalifornien. Die Leute dort liebten es, eigene offene Aufbauten auf Käferfahrgestelle zu setzen, nachdem sie entdeckt hatten, wie gut die dafür geeignet sind. Damit fuhren sie dann bevorzugt bei sommerlichem Wetter an Stränden herum. Irgendwann schwappte die Buggyelle dann auch nach Europa und nach Deutschland. Und verbreitete sich schnell, nachdem es dem ersten gelungen war, eine Zulassung dafür zu bekommen. Es gab dann mehrere Firmen, die sich damit beschäftigten und Bausätze anboten. Als die Welle absolut nicht mehr zu übersehen war, nahm sich auch irgendwann die VW-Zeitschrift "Gute Fahrt", die es auch heute noch gibt, dieses Themas an. Und mehr noch: Sie entwarf einen eigenen Buggy, dessen Kunststoffteile von der Firma Karmann hergestellt wurden. Genau die Firma Karmann in Osnabrück, die auch die Cabrioletversion des Käfers produzierte.
Daher auch der Name dieses Buggys Karmann GF, wobei das GF für Gute Fahrt steht. Im Internet findet man massig Fotos davon.
Übermäßig beliebt waren diese Buggys allerdings nicht, weil sie so brav und bieder aussahen. Am beliebtesten waren die der belgischen Firma Apal, von der unserer auch war.