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Alt 20.02.2011, 00:49 #12
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In den vergangenen Monaten hatte Melanie einige kleine Problemchen mit dem Golf. Laut Temperaturanzeige soll der Motor nicht wirklich warm werden, trotz intaktem funktionierendem Thermostat, knüppelheißer Schläuche und bereits laufendem Lüfter zeigte die Anzeige nur um 80°C an, und das sogar leicht schwankend. Und dann ging zeitweise das Auto aus, meist nach längerer Fahrt im zähfließenden Verkehr. Und er lief leicht unrund, mit Hang zu sehr niedrigen und unruhigen Drehzahlen.

3er Golf, AEE - was wird das wohl sein, daß er im Leerlauf unruhig und fast ausgehend dreht? Die Drosselklappe. Also habe ich diese zunächst gesäubert und eine Grundeinstellung durchgeführt. Erfolg=0
Als nächstes habe ich aufgrund des leicht unruhigen Leerlaufes im Stauverkehr und der Vermutung, daß sich da evtl. eine Kraftstoffanreicherung im Motoröl gebildet hat, einen Motorölwechsel vorzeitig gemacht. Erfolg auch hier = 0.
Zur Temperaturanzeige: Da die Schläuche fühlbar wärmer als 80°C waren, der Lüfter plausibel anlief und ich einen Defekt am Kombiinstrument ausgeschlossen habe, ersetzte ich den Kühlmitteltemperaturgeber. Bereits kurz darauf zeigte sich das Ergebnis: Null.

Im Fehlerspeicher stand nichts, in den Messwerteblöcken zeigten sich - mal abgesehen von der Kühlmitteltemperatur - nur plausibele Werte.

So langsam wird so ein schier unlösbares Problem zur Qual. Also Augen zu und durch, eine Drosselklappe besorgt, gereinigt, eingebaut und angepasst. Und ? Nichts :[: Auto verhält sich wie immer : kagge.

Heute war dann der Tag, an dem ich ausschließlich Zeit nehmen wollte, um diesen Problemen auf den Grund zu gehen.
Es begann mit einer Fahrt gemeinsam mit Melanie, sie ist gefahren, ich saß hinten mit dem Laptop (Original VW Laptop mit Original-Software und Bluetooth-Dongle für Diagnoseanbindung) und beobachtete diverse Messwerte. Mit dabei waren die Kühlmitteltemperatur und der Winkel der Drosselklappe. An dem Drosselklappenwinkel war nichts auffällig, bei der Kühlmitteltemperatur halt das besonders niedrige Niveau. An geeigneter Stelle rechts ran, Motor mit erhöhter Drehzahl heißlaufen lassen. Als der Kühlerlüfter anlief, waren im Messwerteblock im Motorsteuergerät nur 67°C angezeigt. Also habe ich in dem Moment gleichzeitig am Leitungsstrang im Motorraum an diversen Stellen gewackelt und gedreht, gedrückt und gezogen, sowie den Messwert der Kühlmitteltemperatur beobachtet. Und da tat sich urplötzlich etwas, die Temperatur stieg schlagartig um etwa 10°C. Also ab in die Werkstatt und dort den Leitungsstrang am Motor selbst ausbauen, sowie von seiner Umwicklung befreien und nach defekten Leitungen sowie Leitungsknotenpunkten suchen. Aber auch hier war nichts offentsichtliches zu erkennen. Aufgrunddessen habe ich dann auf Verdacht den Leitungsknotenpunkt 139 mit dem Pin mit Leitung am Stecker T28a/ Pin6 ersetzt, direkt mit neuer Leitungsabdichtung. Auf der Gegenseite habe ich auch den Pin ersetzt, jedoch ist mir dann vermutlich der Defekt aufgefallen, der für den unrunden Leerlauf, das Durchsacken der Drehzahl sowie das Ausgehen des Motors verantwortlich waren: angebrochene Isolierungen diverser Leitungen.



Durch die defekte Isolierung der Leitungsmantel gelangt Wasser, unter anderem auch mit Salz, in die Leitungen und zieht tief in den Leitungsstrang hinein. Es verursacht dabei aber Korrosion und mindert die el. Leitfähigkeit. Desweiteren sind die Leitungen genau an den Schadstellen teilweise gebrochen, somit bildet sich ein zusätzlicher Engpass im Kabel.

Wie so eine durch Wasser korrodierte Kupferleitung ausschaut, kann man hier ansatzweise erkennen. Links ist das schwarz gewordene korrodierte Kabel, rechts das intakte:



Die Leitungen waren für den Motor der Drosselklappe, den Geber für Ansauglufttemperatur und das Einspritzventil des Zylinder 3.
Für mich noch folgende Info, falls ich jemals wieder da dran muß: T28a/11,23,25, einseitig aufbauseitig sowie Pin 6 beidseitig, mit Knotenpunkt.

Direkt nach der Reparatur bei der Plausibilitätsprüfung des Kühlmitteltemperaturgebers zeigt sich dann, daß auch diese nun wieder in normalen Bereichen arbeitet. Der Lüfter sprang knapp vor 90°C Kühlmitteltemperatur an - wobei man hier dazusagen muß, daß der Geber am Kopf im Flansch verbaut ist und die Temperaturen im Kühler anweichen werden. Aber: es ist ein deutlicher Schritt nach vorn, vielleicht auch schon DER Schritt zur Instandsetzung.

Ich weiß, ich habe euch nun schwere technisch Kost in viel Text verpackt, das muß aber auch nicht jeder Lesen. Für alle dann hier noch ein Bild aus dem Winter:




MfG Sven
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