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Alt 12.05.2018, 20:45 #11
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Fortschritte bei der Lima

Hallo!

Neben dem Cabrio habe ich schon seit längerem auch noch eine Lichtmaschine in Arbeit, bei der es aber nur in Abständen schubweise weitergeht. Jetzt war gerade wieder ein Schub. Diese Lima ist mir schon vor längerem mal ziemlich heruntergekommen "zugelaufen". Sie soll eine Ersatz-Lima für den Variant und das Cabrio (und evtl. einen neuen Alltags-Golf 3) werden.

Das Zerlegen ist schon längere Zeit her. Der Rotor ist nach Reinigen und Auswecheln des hinteren Kugellagers und der Schleifringe auch schon lange fertig:





Beim letzten Schub Teile-Neuverzinken waren auch Teile der Lima dabei. Vorher:


Nach der Bearbeitung:


Blieb noch das sehr unansehenliche Gehäuse über. Zuerst hatte ich vor, es selbst sandzustrahlen. Aber erstens kann ich das gesundheitlich nur sehr schlecht, und zweitens sehen mit Sand gestrahlte Leichtmetallteile ohne wietere Bearbeitung nicht unbedingt original aus. Für das Strahlen mit anderen Materialien fehlen mir jegliche Erfahrungen. Also habe ich einfach mal unser Forumsmitglied Naumstar gefragt, ob er mir diese Arbeit abnehmen kann, denn er hat so etwas schon öfter gemacht und davon auch schöne Fotos eingestellt. Antwort: Er kann!

Leider habe ich keine guten Fotos des Gehäuses vor dem Strahlen. Hier eins kurz vor dem Zukleben des Versandkartons:


Als Vorbereitung des Gehäuses hatte ich: 1. Das alte riemenscheibenseitige Lager wieder in seinen Sitz gebaut, damit der Sitz aus Gründen der Maßhaltigkeit ungestrahlt bleibt. 2. Dasselbe auf der Schleifringseite mit der Lagerkappe. 3. In alle Innengewinde hatte ich passende Schrauben zu Schutz der Gewinde gedreht. Und 4., ganz wichtig: Den Gehäuseaufkleber ganz vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt. Das ist, womit ich gar nicht gerechnet hatte, fast perfekt gelungen. Derartige Aufkleber sind bei originalgetreuen Restaurierungen immer ein großes Problem, weil man sie weder einzeln bekommt noch irgendwie selbst herstellen kann:


Dann gingen die Gehäuseteile zu Jens (Naumstar). In den Karton hatte ich noch einen Umschalg mit Geld für den Rückversand gelegt. In der vergangenen Woche habe ich die Teile wiederbekommen. Er hat sehr sorgfältig gearbeitet, und sie sehen phantastisch gut aus. Das ist bei derartigen Lima-Teilen nicht einfach und mühlos, weil sie wegen der Gehäuserippen sehr viele Ecken haben. Hier sind sie, die fertigen Teile. Das alte Lager und die Lagerkappe zum Schutz der Lagersitze sind noch drin:




Bei so schönen Teilen kribbelt es in den Fingern, sie wollen zusammengebaut werden. Damit habe ich heute angefangen. Zuerst die beiden neu verzinkten Gewindebuchsen für die Befestigung der Lima:


Einziehen einer Gewindebuchse mit Hilfe einer M8-Schraube und einer großen Unterlegscheibe:


Beide Gewindebuchsen sind fertig eingezogen. So, dass sie an der gegenüberliegenden Seite bündig sitzen. In die endgültige Position werden sie erst beim Festschrauben der Lima am Motor gezogen:


Oben links das alte Lager, rechts daneben das neue, Marke SKF. In der unteren Reihe das Lager-Halteblech mit vier Schrauben, alles neu verzinkt. Rechts unten ein Kuststoff-Passbolzen, der dafür sorgt, dass die beiden Gehäusehälften beim späteren Zusammenfügen in der richtigen Postion zueinander stehen:


Sodann bin ich dem alten Lager auf die Pelle gerückt. Nicht aus Zerstörungswut, sondern weil ich den Außenlaufring haben wollte. Zuerst beide Dichtscheiben raus:


Dann den Kugelkäfig, der bei diesem Lager aus Kunststoff besteht. Danach hatte ich vor dem Foto schon die Kugeln mit einem kleinen Schraubendreher so zurechtgeschoben, dass sie alle nebeneinander liegen:


Mit sanfter Gewalt lässt sich dann der Innenlaufring herausnehmen, und schon hat man das Lager in Einzelteilen vor sich liegen:


Das Teil, auf das es mir ankam: Der gereinigte Außenlaufring:


Denn so ein Außenlaufring ist phantastisch gut dazu als Hilfswerkzeug um Einziehen des neuen Lagers in seinen Sitz:


Mit dieser Werkzeugkombination, bestehend aus einer M12X1,5 Gewindestange, zwei passenden Sechskantmuttern und Scheiben, zwei Lima-Riemenscheiben, dem Außenlaufring und einem Teil eines Zweiarmabziehers ließ sich das neue Lager wunderbar in seinen Sitz ziehen. Man muss nur darauf achten, dass diese Teile alle gut zueinander ausgerichtet sind. Vorteile gegenüber Eintreiben mit einem Hammer und Durchschlag: 1. Keine Schläge, die Lager nicht mögen; 2. Keine Gefahr des Abrutschens und Beschädigens einer Lager-Dichtscheibe; 3. Kein Verkanten; 4. Der Anschlag des Lagers am Ende seines Sitzes ist ganz deutlich fühlbar:


Das Lager hat gestaunt und getan, was es sollte: Es ist gerutscht:


Jetzt ist es auch festgeschraubt:


Die obere Fläche der anderen Gehäusehälfte habe ich mit einer schon fast stumpfen, feinen Feile mit nur ganz geringem Druck unter exakter Führung der Feile auf der Fläche ganz geringfügig nachgearbeitet, um die ganz leicht Rauheit vom Strahlen zu glätten. Grund: Hier wird später die Diodenplatte der Lima angebaut. Die Dioden würden nicht lange leben, wenn sie nicht auch über das Gehäuse gekühlt würden. Dazu ist ein guter Wärmeübergang nötig, für den ein möglichst planer, vollflächiger Kontakt wichtig ist:


Sieht fast aus wie geschliffen:


Einzelteile für die schleifringseitige Gehäusehälfte: Drei kürzere M5 Gewindebolzen und drei längere M5 Gewindebolzen, alle neu verzinkt, und eine neue Lagerkappe:


Mit Hilfe von Fotos hatte ich beim Zerlegen der Lima festgehalten, welcher Gewindebolzen wohin gehört. Was auf diesem Foto auch noch teilweise erkennbar ist: Weiße Wärmeleitpaste, die den Wärmefluss von der Diodenplatte zum Gehäuse verbessern soll. Die Verwendung von Wärmeleitpaste ist in der Elektronik bei Halbleiter-Bauelementenweit verbreitet (z.B. Transistoren, Dioden, Integrierte Schaltungen), die im Betrieb heiß werden und gekühlt werden müssen. In Netzteilen, Endstufen von Stereoanlagen und Verstärkern usw.:


Natürlich kann man die M5 Gewindebolzen von der Rüchseite her mit einem Hammer und einem Durchschlag eintrieben. Ich habe aber auch hier die sanftere Methode gewählt und sie mit einer M5 Mutter und einer passenden Scheibe eingezogen. Bei den längeren Gewindebolzen diente eine 1/4 Zoll Stecknuss als Distanzteil...


...und bei den kürzeren eine M8 Bundmutter:


Alle sechs Gewindebolzen sind eingebaut:


So sieht das von der Inneseite der Gehäusehälfte her aus:


Und das letzte Teil für heute: Die neue weiße Lagerkappe aus Kunststoff. In ihr sitzt das hintere Lager stramm, aber nicht wie eingepresst, und hat dadurch etwas Luft in axialer Richtung, z.B. zum Ausgleich von Toleranzen. Die genaue axiale Position des Rotors der Lima wird allein vom riemenscheibensetigen Lager bestimmt:



Natürlich hatte ich Jens (Naumstar) auch gefragt, wie ich mich bei ihm für die Arbeit des Strahlens revanchieren kann. Er hat mir darauf wörtlich geschrieben: "Siehe meine Arbeit als kleine Aufwandsentschädigung für deine Arbeit an der Allgemeinheit im Forum an." Vielen Dank für dieses total nette Kompliment! Und natürlich auch hier nochmal für seine Arbeit mit meinen Gehäusehälften.

Grüße Teletubby

Wird fortgesetzt!

Geändert von Teletubby (12.05.2018 um 22:25 Uhr)
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