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Alt 05.02.2008, 21:18 #1
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Grade bei Frontal21 gesehen:

Das große Abkassieren

Zwang zu teurem Sprit

von Andreas Halbach
und Christian Rohde

Millionen Halter alter Autos wissen nicht, ob sie in Zukunft den neuen Biosprit mit zehnprozentigem Bioethanol-Anteil tanken können oder ob sie auf das teure Super-Plus-Benzin umsteigen müssen. Die Hersteller machen widersprüchliche Angaben.

* Sendung vom 05.02.2008

Vergangene Woche berichtete Frontal21 über Pläne, ab 2009 den Bioethanol-Anteil bei Normal- und Super-Benzin von derzeit fünf auf zehn Prozent zu erhöhen. Bioethanol reduziert zwar den CO2-Ausstoß beim Verbrennen des Benzins, kann jedoch in den Fahrzeugen, die dafür technisch nicht ausgelegt sind, Schläuche und Dichtungen angreifen und Benzinpumpen zerstören. Viele ältere Autos verkraften deshalb den höheren Bioethanol-Anteil nicht. Ihre Halter müssen in Zukunft das teurere Super Plus-Benzin tanken. Bei dieser so genannten Schutzmarke bleibt der Ethanolanteil bei fünf Prozent. Ein Liter Super Plus kostet derzeit zwischen sechs und 15 Cent mehr als ein Liter Normal- oder Super-Benzin.

Unklar bleibt, welche und wie viele ältere Autos von dem Zwangs-Umstieg auf Super Plus betroffen sein werden. Die Bundesregierung hatte sich auf die Aussage des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) verlassen, wonach nur 375.000 Autos das so genannte E 10-Benzin nicht vertragen würden. Der ADAC geht dagegen von "mehreren Millionen" aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte gegenüber dem ZDF Magazin Frontal 21, falls die Zahlen des VDA nicht stimmten, "dann wär´s ein Problem".

Verwirrende Angaben der Hersteller


Frontal21 hatte für den Beitrag vergangene Woche mehrere Hersteller angefragt, welche Modelle den erhöhten Ethanol-Anteil nicht vertragen würden. Die Antwort: alle Mercedes-Fahrzeuge, vor Juni 1997, und alle BMW-Modelle, vor 1998 zugelassen. Das Gleiche gilt beim Ford Ka für alle Jahrgänge, selbst als Neuwagen. Darüber hinaus teilte Ford mit, alle anderen Modelle vor 2006 seien noch im Test. Bei Opel hieß es, man arbeite noch an umfangreichen Feldversuchen. VW hatte in einer internen Mitteilung geschrieben, dass alle vor März 2006 zugelassenen Autos nicht E 10-geeignet seien.

Bei älteren Fahrzeugen kann der hohe Bioethanol-Anteil im Benzin Schläuche, Dichtungen und die Benzinpumpe schädigen.

Kurz vor Sendung des Frontal21-Berichts eine neue Information der Hersteller: Mercedes, BMW und VW erklärten plötzlich, dass bis auf wenige Ausnahmen nun doch alle Fahrzeuge den neuen Biosprit vertragen. Ähnliches teilte auch VW mit.


Verunsicherte Autohalter


Erstaunlich nur, dass Einzelanfragen verunsicherter Autohalter von den Herstellern nach wie vor gegenteilig beantwortet werden. Einem Polo-Fahrer antwortete VW vor wenigen Tagen: "Alle Fahrzeuge, die eine Erstzulassung vor dem 01.03.2006 haben, müssen zukünftig auf Super Plus umsteigen, da dort die 5 Prozent Ethanol enthalten bleiben." Ford teilte einem Kunden mit: "Für Fahrzeuge, die vor 2006 auf den Markt kamen, empfehlen wir derzeit, eine Höchstgrenze von fünf Prozent Bio-Ethanol im Kraftstoff (E5) nicht zu überschreiten."

Nun sind viele Autofahrer verunsichert. Zwar könnte ein Halter, dessen Auto durch den neuen E 10-Sprit einen Motorschaden erleidet, den Hersteller verklagen, wenn dieser ihm vorher die E10 -Freigabe erteilte, so Klaus Reindl vom ADAC. Doch die Beweislast, dass der Schaden am Auto tatsächlich durch den neuen Biosprit zurück zu führen ist, liegt - man ahnt es - beim Autohalter.

Quelle


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Alt 06.02.2008, 12:59 #2
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Das heißt ja wohl dann für die Mehrheit von uns hier: Zur Sicherheit nimm Super-Plus und bezahl 2,90 DM !!! fürn Liter. Und kost´der Liter auch 3 Mark 10 - Schei***egal es wird schon gehn.
Na dann Mahlzeit.
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Alt 06.02.2008, 13:06 #3
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Zitat:
Zitat von obotrit
... Und kost´der Liter auch 3 Mark 10 - Schei***egal es wird schon gehn ...
Traurige Wahrheit. Was in den 80zigern ein Lied war, ist heute bittere Realität!

MFG
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Alt 06.02.2008, 13:09 #4
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... in dem Lied gabs noch ne schönere Passage: "...ich jag die Opels vor mir her..."
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Alt 06.02.2008, 13:36 #5
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Möglich. Habe das gute Stück nicht mehr so im Kopf. Aber es geht ja auch eher um den Sprit.

MFG
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Alt 06.02.2008, 13:43 #6
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Ey das is ja eine scheiße, endweder sollen die Hersteller oder die Regierung uns eine ganz klare Antwort geben! EINE!! Ich habe keinen Bock das mir 2009 der Motor Fraze geht!!!! Und darauf Super Plus zu tanken habe ich auch keinen Bock!!!!
mfg Rebster
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Alt 06.02.2008, 13:56 #7
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ist schon eine frechheit was da abläuft.
das die zahl 370.000 nicht stimmt, kann sich doch eigentlich jeder denken, man muss doch nur mal auf die straße schauen wieviele ältere autos noch rumfahren.
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Alt 06.02.2008, 16:15 #8
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Es geht bei den Freigaben eher nicht darum das der Motor beschädigt wird (was auch immer "Fraze" heißen soll ), sondern dass die Dichtungen, Schläuche und Kunststoffteile den Ethanolantel auf dauer nicht verkraften.
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Alt 07.02.2008, 12:14 #9
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Mir kommts so vor als wenn dies alles von der Autoindustrie angeschoben wurde, damit jeder sich irgendwann einen "neuen" kaufen muß. Dem Bürger bleibt am Ende nichts weiter übrig: Entweder teuer tanken oder neuer Wagen.
Und wer bleibt auf der Strecke? Der normalo Bürger der sich keinen Neuwagen leisten kann und dazu gehöre ich auch. Und in Deutschland sind das weit mehr als 370.000 Besitzer. Es bleibt uns nichts weiter übrig als teuer zu tanken. Da können wir uns auf den Kopf stellen.
Mahlzeit
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Alt 07.02.2008, 13:12 #10
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Ich denke, dass es eher ein Zufall ist der der Autoindustrie sehr entgegen kommt.
Wobei, wenn bei vielen Herstellern Autos vor 2006 keine Freigabe bekommen haben sie ein wirkliches Problem.

Der Ethanolanteil wird eher eingeführt um das Erdöl als alleinigen Kraftstoff irgendwann zu ersetzten oder zumindest zu reduzieren, so dass die auf der Erde verfügbaren Resourcen länger nutzbar sind..

Eigentlich ist das Erdöl nämlich fast schon zu schade um es einfach zu verbrennen, wenn man bedenkt was daraus noch alles hergestellt werden kann.




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Alt 07.02.2008, 22:01 #11
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Das wird aber auch der einzigste Grund sein. Mit Bio und Umwelt hat das nix zu tun. Wenn man mal bedenkt, das die Herstellung von E85 der Umwelt mehr schadet, als wenn ein PKW herkömmliches E10 verbrennt, finde ich schon eine riesen Augenwischerei.
Ressourcen länger nutzen, mehr Autos verkaufen. Das sind die wahen Gründe.

MFG
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Alt 09.02.2008, 20:06 #12
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Und es wird immer besser !


Studie: Biosprit schadet Klima

Washington (dpa) - Die Produktion von Biosprit kann den Klimawandel in vielen Fällen drastisch beschleunigen. Denn allein durch das Anpflanzen von Mais, Raps oder Palmöl entstehen oft mehr Treibhausgase als durch die daraus gewonnenen Biokraftstoffe eingespart werden.

Das geht aus drei Studien hervor, die in den Journalen "Science" (online vorab veröffentlicht) und "Atmospheric Chemistry and Physics" veröffentlich werden. Für Biosprit wird Tropenwald zerstört und in Agrarland umgewandelt.

Zudem setzt Dünger nach Auskunft des Chemie-Nobelpreisträgers Paul Crutzen wesentlich mehr des gefährlichen Treibhausgases Lachgas frei als bislang gedacht. Lediglich Kraftstoffe aus Abfällen in Land- und Forstwirtschaft oder aus Gräsern mit weniger Düngereinsatz weisen demnach eine gute Klimabilanz auf.

Durch die Brandrodung in Indonesien entstehe mehr als 400 Mal so viel Kohlendioxid wie mit Hilfe von Palmöl auf derselben Fläche pro Jahr gespart werden könne, berichtet Hauptautor Joe Fargione von der Umweltorganisation The Nature Conservancy in "Science". Brasilianischer Regenwald, der in Soja-Plantagen umgewandelt wird, setze 300 Mal mehr Kohlendioxid frei als der Biosprit pro Jahr spare.

Ein Team um Timothy Searchinger von der Princeton University berechnete in einer "Science"-Studie, dass die Produktion von Ethanol aus Mais den Ausstoß der Treibhausgase für 167 Jahre erhöht, wenn dafür eigens Land umgewandelt wurde.

"Wenn man die globale Erwärmung bremsen möchte, macht es schlicht keinen Sinn, Land für Biosprit umzuwandeln", erklärt Fargione in eine Mitteilung seiner Universität. Und er verweist noch auf die mögliche Knappheit von Nahrungsmitteln. "Die weltweite Landwirtschaft produziert derzeit Nahrung für sechs Milliarden Menschen." Für die Produktion von Biosprit wäre es nötig, noch mehr Land in Agrarflächen umzuwandeln. Südafrika verschob kürzlich die geplante Biosprit- Produktion aus Mais, weil die Pflanze Grundnahrungsmittel besonders für arme Familien in dem Land ist.

Nach Angaben des Nobelpreisträgers Crutzen vom Max-Planck- Institut für Chemie in Mainz setzt der benötigte Pflanzendünger drei bis fünfmal mehr Lachgas frei als der Weltklimarat IPCC bislang angenommen hat ("Atmospheric Chemistry and Physics", Bd. 8, S. 389). Das stickstoffhaltige Lachgas erwärmt die Atmosphäre 300 Mal so stark wie Kohlendioxid. Biodiesel aus Raps sei schon aus diesem Grund 1 bis 1,7 Mal klimaschädlicher als normaler Treibstoff, Bioethanol aus Mais bis zu 1,5 Mal. 80 Prozent des weltweiten Biodiesels werde aus Raps produziert. Nur Zuckerrohr kommt günstiger weg, da es nicht oder wenig gedüngt werde. Nach Ansicht von Searchinger darf dafür jedoch kein Regenwald gerodet werden.

"Ich bin nicht generell gegen Biosprit, sondern nur dagegen, wie er momentan angewendet wird", sagt Crutzen. Er forderte eine umfassende, kritische Treibhausgas-Bilanz für jeden Biokraftstoff. Der Nobelpreisträger hatte seine Studie bereits im September im Internet zur Diskussion gestellt. Ende Januar wurde sie nun ohne bedeutende Veränderung gedruckt.

Die Bundesregierung arbeite derzeit "mit Hochdruck" an einer Verordnung, die Klimabilanz und Naturverbrauch der Biokraftstoffe berücksichtigen soll, betonen Umwelt- und Landwirtschaftministerium in der "Roadmap Biokraftstoffe".

Große Hoffnungen setzen Politiker und Forscher auf Biokraftstoffe der zweiten Generation, die eine besonders gute Klimabilanz haben. Für diesen Sprit können alle Pflanzenteile und damit auch Holzabfall genutzt werden. Holz wird in dem sogenannten BtL-Verfahren (Biomass to Liquid/Biomasse zu Flüssigkeit) etwa erst in Gas umgewandelt und dann zu Ethanol verarbeitet.
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Die weltweit erste kommerzielle Anlage für die Produktion von BtL- Kraftstoffen werde bis Sommer im sächsischen Freiberg fertiggestellt sein, sagt die Sprecherin der Choren Industries GmbH, Ines Bilas. Sie soll pro Jahr 15 000 Tonnen Biokraftstoff der 2. Generation herstellen. Eine weitere Anlage mit einem Biomasseverwertung von einer Million Tonnen pro Jahr hat das Unternehmen schon geplant.

"Am Rande ich komme aus dem sächsischen Städtchen.."

Quelle: Web.de
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Alt 09.02.2008, 20:58 #13
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Lesen Politiker eigentlich auch die Tageszeitungen oder lieber "Schöner Wohnen" oder sonstwas?
Gibt der Staat eigentlich auch Geld für sinnvolle Studien aus oder nur für die, welche die deutsche Bevölkerung sehen soll? In diesem Fall scheint das so zu sein.
Ebenso die Meldungen, das lediglich 375.000 zugelassene Autos in Deutschland mit dem neuen Sprit ab 2009 nicht klarkommen würden, ist totales Seemannsgarn und man versucht die Bevölkerung zu beruhigen.
Habe heute gelesen, das alleine die komplette Modellreihe der Ford KA´s aller Baujahre nicht dafür geeignet sind. Das wären wohl alleine schon ca. 300.000 Stück.
Aber angeblich sollen alle VW´s damit klar kommen, ausser die erste FSI-Generation. Wer´s glaubt ...

MFG
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Alt 11.02.2008, 13:05 #14
obotrit
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Hi, ich hab noch was im Netz zum "Ackersprit" gefunden. So legen die das aus und so wollen die es haben (die das Zeug eingeführt haben). Der ADAC und viele Studien sprichen aber von anderen Ergebnissen.
http://www.e85.biz/index.php?page=69
Am Ende kommt sogar ein Mehrverbrauch heraus. Das heißt auch wenn der Sprit günstiger ist bezahlen wir drauf.
Jetzt kann ich mir auch mein ruckeln beim fahren erklären und die schlechten Startverhältnisse. Alkohol ist doch zum saufen da, oder?
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