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Hello Golf 3 Forum, mein Kombi hatte eine ziemlich schwache Sitzheizung, auf beiden Seiten gleichermaßen. Dem bin ich jetzt während meines Berufsschulblocks mal auf dem Grund gegangen. Ich dachte, ich teile hier mal meine Analyse, vielleicht können ja andere mit demselben Problem etwas damit anfangen. Um "schwach" etwas nach meinem persönlichen Empfinden zu definieren: Auf der höchsten Stufe (5) wird die Lehne lauwarm, die Sitzfläche spürt man kaum, da die Lehne grundsätzlich stärker beheizt wird. Wenn man mal so 15 Minuten drinnen gesessen hat, hat man eigentlich gar nicht mehr gespürt, dass die SHZ an war. Die Stufen sind eigentlich nur Orientierungen am Rändelrad. Es sind stufenlose Potis, die bei 5 stoppen und bei 0 einrasten und ebenfalls stoppen. Da das Phänomen auf beiden Seiten auftritt, habe ich ein Problem bei getrennten Bauteilen (Relais, Heizmatten etc.) ausgeschlossen. Da blieben nur noch der Kabelbaum, bzw. dessen Hauptstecker oder der Schalter übrig. Verschleiß habe ich auch ausgeschlossen, da das Fahrzeug vorher einer Pendlerin gehörte und sie berichtet hat, dass sie die Sitzheizung oft benutzt hat. Da wäre wenn nur die Fahrerseite verschlissen. Da der Schalter günstiger ist und der für mich schlüssiger war (da die Kabel vom Kabelbaum auseinander gehen), habe ich zuerst danach gesucht und bin fündig geworden. In Oberursel, unweit von FFM, wo ich zur Schule gehe und z.T. Ausbildung mache, habe ich das gute Stück für 15€ abgeholt. Der neue Schalter, der eine blaue SMD-LED in sich trägt, was nach nachträglichem Einbau aussieht (sieht man in den Bildern), hat nicht wirklich viel zur Heizleistung beigetragen. Jedoch habe ich im Vergleich zum alten Schalter das Relais klicken gehört, während die SHZ an war. Der Strom wird also geregelt, immer wieder an und aus. Beim alten Schalter hat das Relais nicht gearbeitet, nur wenn man ihn aus der 0-Stellung dreht, klickt er an. Dann hab ich mal die Kontakte vom Schalter geschliffen. hat auch nur wenig gebracht, bei beiden Schaltern. Ich hätte natürlich geschickterweise vorher den alten Schalter ausmessen können. Da hatte ich aber schon die Vereinbarung über Elektrobucht Kleinanzeigen und wollte sie ungern platzen lassen. Also hab ich gleich bei beiden Schaltern den Widerstand mit meinem Voltcraft Multimeter gemessen. Der Nennwiderstand beträgt 525 Ohm, das ist auf der weißen Kappe der Potis eingeprägt. ![]() Gemessen habe ich sowohl an den Pins, die im Hauptstecker stecken, jeweils auf Anschlag des Potis. Die LED sitzt oben vom Schalter. Ist im unteren Rand des Bildes. ![]() Sowie die Leitung, die aus den Potis herauskommt. Da kam aber das Gleiche raus ![]() Die Messung hat folgendes ergeben: Alter Schalter: Fahrerseite (F) 513 Ohm, Beifahrerseite (BF) 489 Ohm Neuer Schalter: Fahrerseite 580 Ohm, Beifahrerseite 583 Ohm Interessant... Das erklärt auch, weshalb das Relais am neuen Schalter hin und her klickt - der regelt für 525 Ohm ab. Der alte Schalter erreicht den entsprechenden Widerstand nicht. Dementsprechend hab ich etwas Leistungsgewinn beim neuen Schalter. Wenn man herunter dreht, sinkt der Widerstand natürlich. In 0-Stellung waren es glaube ich 0,3 Ohm (das habe ich nicht notiert). Mit der neuen Erkenntnis habe ich also den neuen Schalter eingesteckt. Ich war dann überrascht von deutlich mehr Wärme! Also, Thema Schalter ist damit erledigt. Die Überraschung und die vorherigen geringen Leistungssteigerungen ließen mich zum Schluss kommen, dass die Kontakte des Hauptsteckers oxidiert waren und sich das Ganze durch das raus- und reinstecken angeschliffen hat und inzwischen das gute Metall herauskam, welches den Strom richtig geleitet hat. Also hab ich noch ein paar Mal raus- und reingesteckt (bitte hier 18+ Witze einfügen), denn mit Schleifpapier und so kommt man ja schwer dran. Hat noch etwas gebracht, wenn auch nicht sonderlich viel. Vielleicht wäre noch interessant zu wissen, wie es sich mit dem alten Schalter und Relais verhält, wenn der Kontakt besser ist... Aber das Ergebnis war bisher zufriedenstellend. Der Sitz, insb. Lehne werden schön warm und ich nehme die SHZ so ziemlich die ganze Fahrt über wahr. Es geht bestimmt noch mehr, von einer SHZ erwarte ich bei höchster Stufe eine gerade noch zu ertragende Temperatur, aber so ist der Stand aktuell. Falls noch jemand Tipps hat, wie man den Kontakt vom Hauptstecker verbessern kann, gerne schreiben. Auch der Beifahrersitz wird entsprechend warm, hab mich mal kurz draufgesetzt. Mich würde noch interessieren, warum der alte Schalter an Widerstand (fast 100 für Beifahrerseite!!) verloren hat. Ansonsten muss ich nur noch eine grüne LED am neuen Schalter anlöten. _____________________________ Nachträge - Ab hier wird ergänzt, die Antworten auf diesem Thread sind ab hier nicht mehr komplementär. Da ich bisher nach dem Motto "probieren geht über studieren" gearbeitet habe, habe ich mir ein paar Informationen zukommen lassen. Mein Kumpel, der eine Ausbildung zum Elektroniker macht, hat mir da ein Screenshot vom GTFahrer geschickt: ![]() Hier der Hauptstecker: ![]() Das blau/graue Kabel ist "oben", wo die LED sitzt. Somit habe ich festgestellt, dass ich die Beifahrerseite mit einem Pin für die Fahrerseite gemessen habe. Lieber nochmal nachmessen - der alte Schalter lag bei mir bereit. Aber der Wert war der Gleiche - 489 Ohm. Dann habe ich mal unter dem Sitz gegriffen, und das Kabel aus dem Teppich abgesteckt zum messen. Die Farben erkennt man wieder: ![]() Fahrerseite ![]() Beifahrerseite Mal ganz kurzfristig die Pins auf Widerstand gemessen, weil der Schulbeginn ein paar Minuten noch andauerte. Bei Messung von (rot/weiß + rot/blau) für Fahrerseite mit neuem Schalter beträgt Rmax 579 Ohm und (gelb/rot + gelb) für Beifahrerseite hat 582 Ohm. Das ist jeweils eine Differenz von -1 Ohm zum Schalter. Sollte also kein Handlungsbedarf bestehen. Ich hatte die Tester aber auch mal bei (braun + weiß/schwarz) gehabt, sprich Masse und Zündplus (Zündung ausgeschaltet). Was da passiert ist fand ich schon mehr interessant. Der Widerstand war abhängig von der Einstellung des Rändels für die andere Seite. In 0-Stellung war der Wert hoch (R0), aus 0 ausgerastet hat man minimalen Widerstand (Rmin) und auf Stufe 5 den maximalen (Rmax). Beim Drehen am Rändel der passenden Fahrerseite hat sich nichts getan. Fahrer (in Abhängigkeit von Rändelposition für Beifahrer): R0 = 778 Ohm Rmin = 541 Ohm Rmax = 573 Ohm Beifahrer (in Abhängigkeit von Rändelposition für Fahrer): R0 = 776 Ohm Rmin = 530 Ohm Rmax = 560 Ohm Während R0 annährend Gleich ist, gibts fahrerseitig mehr Widerstand in der Stromversorgung. Für mich bedeutet das, dass eine gewisse Verschleißwirkung aufgetreten ist. Die Beifahrer-SHZ wird schließlich wesentlich seltener benutzt. Was mich da jetzt interessiert ist der Soll-Widerstand für Rmin und Rmax. Ich denke da an die 525 Ohm, die im Schalter eingeprägt sind. Rmin(Beifahrer) ist dem ja ziemlich nah dran. Mein Gedächtnisprotokoll und meine Temperatursensorik sagten mir, dass die SHZ auf dem Rückweg noch etwas stärker geworden wäre, also habe ich nochmal auf das rein-raus vertraut. Merke ich am nächsten Tag nochmal. Spannungsmessung wird noch folgen, der Widerstand war nur spontan gewesen. Geändert von Golf3Vari.TDI (11.11.2020 um 18:56 Uhr) Grund: Nachträge werden in die Analyse mit eingebunden. | |||
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