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Alt 29.03.2020, 15:22 #1
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Standard Türdammung, Feuchtigkeit

Servus,
hier im Forum gibts ja eine Menge Anleitungen zum Umgang mit Alubutyl, worauf aber niemand so richtig eingeht ist das Thema Rost
Die originaldämmung hat ja schon einen Sinn, muss man wenn man die entfernt nicht extrem aufpassen und wirklich die KOMPLETTE Türe mit Alubutyl zukleistern?
Lg


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Alt 01.04.2020, 14:15 #2
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Servus,
hier im Forum gibts ja eine Menge Anleitungen zum Umgang mit Alubutyl, worauf aber niemand so richtig eingeht ist das Thema Rost
Die originaldämmung hat ja schon einen Sinn, muss man wenn man die entfernt nicht extrem aufpassen und wirklich die KOMPLETTE Türe mit Alubutyl zukleistern?
Lg
Hi, wenn du die originale Dämmung entfernt hast, solltest du wieder ein Schutz gegen Feuchtigkeit einbauen (ich habe Akustikschaumstoff verwendet). Das Alubutyl muss nicht alles bedecken nur Oberflächen, die eben schnell anfangen zu vibrieren.

LG Nico
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AnonymerGolfer (05.04.2020)
Alt 02.04.2020, 00:57 #3
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Ich denke hier wurde etwas verwechselt. Gedämmt wird nur die Außenhaut der Tür, und zwar von Innen, vorher wird die Originale Bitumenmatte entfernt. Weiter kann man noch dir Türverkleidungen dämmen, aber das Plastikplanenzeug, das das Türvolumen vom Innenraum trennt, ist eine Dampfsperre. Die dient hauptsächlich dazu dass verdunstendes Regenwasser, das zwangsläufig über die Fensterschachtleiste in die Tür läuft, nicht im kompletten Innenraum oder innen an den Türverkleidungen kondensiert. Grad an den Pressholzverkleidungen führt dieses Feuchtraumbiotop innerhalb sehr kurzer Zeit zu Schimmelbildung, die man auch so fix nicht erkennt.
Deswegen rate ich jedem der ins Türvolumen eingreift, auch zur Fensterheberwartung/austausch dazu die Plastikplane zu ersetzen oder anderweitig wieder anzubringen. Versteckter Schimmel ist nicht lustig und richtig beschissen für die Lunge, ausserdem müffelts gewaltig und man bekommt den Geruch nur noch mit ner Ozonbehandlung richtig raus.

Die originalen Bitumenmatten können sehr einfach durch sanftes erwärmen (Heissluftfön mit 3ß-50cm Abstand, niedrige Stufe, Zeit lassen!) weichgemacht werden, der Kleber löst sich dadurch schonmal und lässt ein leichtes entfernen mit einem Kunststoffspachtel zu. Das hilft zumindest schonmal gegen grobe Kratzer, die Türen sind innen nämlich gar nicht bis nahezu gar nicht lackiert, sondern nur durchs KTL-Bad gezogen worden. Danach gründlich reinigen, Fensterputzer reicht schon, keine Verdünnung/Aceton nehmen. Auch die Ablauflöcher (unteres Türblech) freimachen, sonst staut sich das Regenwasser nachher in der Tür. Dämmung muss nicht ganzflächig aufgetragen werden, kann aber auch mehrlagig erfolgen. Für heftige Ausbauten können die Kabelbäume in und auf dem Türblech verpackt werden (Tesa Kabelbindetape/Stoffband) um ein vibrieren zu verhindern. Die Dampfsperre kann durch Alubutyl ersetzt werden, hierzu bietet es sich an Verstrebungen einzubauen, es gibt ein paar vorgebohrte Löcher am Innenblech der Tür, die sonst nicht genutzt werden. Mit Lochband (vornehmlich VA, sonst zumindest lackieren) zB überbrücken, damit die lose hängende Alubutylbahn etwas Stütze erhält.

Da die Türpappen eh aus Pressspahn bestehen und damit Saugfähig sind, kann man diese auch gleich gleichmäßig in Epoxy oder Polysterharz (stinkt aber eine Weile) ersäufen, ist übrigens auch notwendig wenn man will, dass die Alubutylbahnen gut halten. Auf rauhem Holz ist nämlich leicht scheisse mit der Haftung.
hier eine Mischung aus Bitumenmatten und Alubutyl. Die Bitumenmatten stammen aus einer Zeit, als Alubutyl noch verdammt teuer war, sind mittlerweile rausgeflogen. Das Aussenblech der Tür ist ganzflächig und doppellagig beklebt. Man merkt schon am Klang mit leichtem Fingerklopfen von außen ob es ausreicht oder ob man mehr möchte.
Immer darauf achten dass möglichst nirgends in der Tür Wasser stehen kann und Ablauflöcher nicht verstopft werden, dann klappts auch langfristig. Dazu gehört bei mehrlagiger Applikation von Lage zu Lage immer kleiner zu werden, Alubutyl ist recht dick und bei 3 lagen, als Beispiel, hat man schnell eine 1cm dicke Kante, an der das Wasser steht.
Habe leider aktuell nur dieses eine Bild. Mit etwas Glück zeigt der Link auch zwei Beispielvideos eines komplett gedämmten 3ers auf.

Geändert von herr jaegermeister (02.04.2020 um 01:08 Uhr)
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AnonymerGolfer (05.04.2020)
Alt 05.04.2020, 11:58 #4
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Vielen lieben Dank euch beiden für die Antwort!

Ich muss gestehen dass ich von der Praxis echt keine Ahnung habe, aber wenn ich mir was mache soll das schon ordentlich sein. Dafür habe ich mein Auto einfach zu gerne.
Dein Foto, bzw. die Videos sind echt super beeindruckend @herrjaegermeister, wie viel Arbeit ist da reingeflogen? DA ich selber allerdings weiß dass ich das niemals annähernd so clean hinbekomme werde ich auf den Sound verzichten.

Eigentlich müsste man den Beitrag pinnen oder so, gefühlt jeder knallt sich ja einfach nur eine akustische Dämmung rein, aber die Feuchtigkeit spricht ja keine Sau
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Alt 05.04.2020, 13:27 #5
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Vielen Dank Ach, das ist nach und nach über die Jahre entstanden. Zuerst hatte ich alles mit Bitumenmatten ausgekleidet, die sind irgendwann alle rausgeflogen und durch Alubutyl ersetzt worden. Keine Ahnung wieviele tausend Stunden im gesamten Fahrzeug stecken, da ich täglich dran bin, aber was die Dämmung angeht, hier hast Du ja keine Eile. Kannst ja heut eine Tür machen, nächste Woche ne Heckklappe, irgendwann das Dach usw... Würde mal sagen, Fahrertür dämmen inkl. Ausbau der TVK, des Fensterhebers und Reinigung, zurechtschneiden der Matten und einkleben derer und wieder zusammenbauen dauert mit nem Kaffee dabei und ein paar Päuschen keine 2 Stunden. Geht wirklich schneller als man denkt, Du hast ja für die TVK zum Beispiel nur 2 Kreuzschrauben unter dem inneren Türgriff und den Türpin. Der Rest sind nur Plastikclips, schon haste das Ding in der Hand.

Das Alubutyl lässt sich mit einer langen Schere wunderbar schneiden, durch das Quadratische Muster hat man auch ne recht gute Orientierung wieviel man braucht. Ich hab immer Kästchen-weise gezählt
Was sowieso bei allem was Dämmmatten angeht echt geil kommt ist eine kurze Tapezierstange mit einer harten Schaumstoffrolle anstelle dieser Baumwollrollen, mit denen man sonst Tapeten um Ecken legt.

Hier so ein Teil:

Link. Mit Abstand am schlimmsten ist das Dach, hier musste ich, da die Dachhaut so dünn ist und die Flächen so groß sind, 2 Lagen und in der Mitte sogar 3 Lagen auslegen, weil ich zwei 15" Subwoofer im Kofferraum habe, die mir sonst das Dach durchwalken. Damit diese nicht im Sommer von selbst runterfallen, hab ich mir ne Kühlung aus 2 120mm Lüftern gebaut, die ab 40°C angehen und für Umluft sorgen zwischen dem Dachblech und dem Dachhimmel, der blöderweise auch noch mit schwarzem Kunstleder im Karomuster benäht ist. Die Temperaturen dazwischen lagen vorher bei über 80°C und kommen jetzt noch auf etwa 50°C, was immer noch viel ist. Die Lüfter gehen zusammen mit der Standheizung im Sommerbetrieb an, die ich über einen ATMega8 auf einem kleinen Board laufen lasse, der seine Temperaturwerte von einem Fühler im Innenraum bekommt.
Ist natürlich alles nur Spinnerei wenn man echt zu viel Zeit hat.



Geändert von herr jaegermeister (05.04.2020 um 13:35 Uhr)
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