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Alt 03.02.2016, 15:12 #1
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Standard Wird Kühlflüssigkeit chemisch sauer?

Hallo!

Hier im Forum gab es in letzter Zeit recht lebhafte Diskussionen darüber, ob die Kühlflüssigkeit regelmäßig gewechselt werden muss. Von Befürworterseite wurde ursprünglich argumentiert, dass der Korrosinsschutz mit der Zeit nachließe. Nachdem das einigermaßen wirkungsvoll widerlegt werden konnte, hieß es von den Befürwortern regelmäßiger Wechsel (bzw. dem Befürworter, denn eigentlich war es nur einer), sie würde mit der Zeit "chemisch sauer". Ich habe da zwar nie wirklich dran geglaubt, habe mir aber vorgenommen, dem mal auf den Grund zu gehen.

Wegen des Umfanges dieses speziellen Aspektes habe ich dafür ein neues Thema aufgemacht.

Der Vater einer Freundin ist Doktor der Chemie. Er ist mittlerweile im Ruhestand und hat sein ganzes Berufsleben als Chemiker beim Henkel-Konzern im Nachbarort Düsseldorf zugebracht. Am letzten Sonntag waren wir mit ihm verabredet. Und es gab die Gelegenheit, dieses Thema mal zu besprechen. Dies auch in der Theorie. Und die sieht, kurz gefasst, so aus:

Eine Chemiestunde: Der ph-Wert

Eine Flüssigkeit wie Wasser kann in Richtung sauer tendieren oder in die Gegenrichtung alkalisch. Für sauer wird oft auch der Begriff Säure verwendet oder englisch acid; für akalisch gibt es die etwa gleichbedeutenden Wörter basisch bzw. Lauge. Wenn die Flüssigkeit keins von beiden ist, wird sie chemisch neutral oder auch ph-neutral genannt. Um das zu verdeutlichen, werden oft Skalen wie diese verwendet:


Diese Skala ist eigentlich selbsterklärend: Die Mitte ist chemisch neutral, nach links geht es in Richtung Säure und nach rechts in Richtung Lauge. Je mehr man nach außen kommt, um so ausgeprägter wird der jeweilige Effekt.

Um das zu testen, gibt es sogenannte ph-Teststreifen. Der chemische Stoff Lackmus ändert seine Farbe, wenn er mt Säuren oder Basen (= Laugen) in Kontakt kommt. Zum schnellen Test gibt es ein entsprechendes Papier, das auch Lackmuspapier oder einfach ph-Teststreifen genannt wird. Sie werden z.B. zur Untersuchung der Wasserqualität in Schwimmbecken oder aber auch Aquarien verwendet. Der Vater der Freundin gab mir gleich ein Päckchen mit. Das sieht aufgeklappt so aus:


Links sind vier Reihen mit Streifen, die man einzeln abreißen kann. Insgesamt etwa 100 Stück. Rechts sind 14 Farbfelder. Die mittleren Farben Nr. 7 und 8 stellen den chemisch neutralen Bereich dar. Links in Richtung rot geht es in Richtung sauer, rechts nach dunkelviolett in Richtung alkalisch. Der Test geschieht, indem man einen Streifen abreißt, ihn in die zu prüfende Flüssigkeit hält, kurz wartet und schließlich mit den Farben der Farbskala vergleicht. Dann weiß man, was man in diesem Sinne für eine Flüssigkeit vor sich hat.

Weil ich mit derartigen ph-Teststreifen völlig unerfahren bin, habe ich erstmal damit experimentiert, um damit vertraut zu werden. Erster Versuch: Ganz normales Leitungswasser, ganz frisch aus dem Wasserhahn:


Nach dem Eintauchen sieht der ph-Teststreifen so aus:


Auf der Farbskala entspricht das etwa der Farbe 7. Das konnte man so auch erwarten. Glück gehabt: Keine Säure in unserem Leitungswasser :-).

Den nächsten Versuch habe ich mit Orangensaft Hohes C gemacht:


Der Teststriefen sieht nach dem Eintauchen in den O-Saft so aus:


Das entspricht etwa der Farbe 4. Bedeutet: Ganz klarer Trend in Richtung sauer. Das hatte ich wegen der in Fruchtsäften bekanntlich vorhanden Fruchtsäure auch so etwartet, nur nicht so stark.

Im nächsten Versuch habe ich eine milde Wachmittellösung (ein wenig Waschpulver in Wasser verrührt), das Ganze auch Seifenlauge genannt. Aus dem Wort Seifenlauge kann man schon erahnen, in welche Richtung der chemische Trend gehen wird: alkalisch




Die Farbe des Papiers war danch nach meinem Augenmaß zwischen 11 und 12: Ganz klar alkalisch. Vorherige Vermutung bestätigt

Einen letzten Versuch habe ich dann noch gemacht: Mit Essigessenz. Zu erwarten war ein stärker saures Verhalten:


Stimmt. In etwa Farbe 2. Also ausgeprägter saurer als der O-Saft.


Resultat dieser Versuche: Die Handhabung ist einfach, und dem Ergebnis kann man trauen.


Jetzt zum Test der Kühlflüssigkeit meines AEX-Golf 3. Die Historie des Kühlmittels dieses Autos sieht folgendermaßen aus:

Bekanntlich habe ich dieses Auto am 01.09.1995 als Neuwagen bekommen. Er ist also 20 Jahre, 5 Monate und 2 Tage alt. Ich bin der einzige, der jemals am Kühlsystem dieses Autos etwas gemacht hat. Die Kühlflüssigkeit (VW G11 = die blau/grüne) ist noch die erste; sie wurde noch nie gewechselt. Am Kühlsystem habe ich insgesamt folgendes gemacht: Einmal bei einem Zahnriemenwechsel die Pumpe getauscht. Zweimal habe ich das Thermostat wechslen müssen, und einmal beide Federbandschellen der Schläuche am Kühler, weil sie stärker verrostet waren. Bei diesen vier Reparaturen habe ich die austretende Kühlflüssigkeit immer aufgefangen und nach der Reparatur durch ein Teesieb wieder eingefüllt. Nur den sehr geringen Anteil, der daneben gelaufen ist, habe ich durch ein Gemisch Wasser 1:1 mit VW G11 und später, als es G11 nicht mehr gab, BASF G48 ersetzt. Insgesamt bei allen vier Reparaturen musste ich weniger als 1 Liter neue Kühlflüssigkeit einfüllen. Hinzu kommt ein Nachfüllen von jeweils ca. 0.1 Liter bei den jährlichen Wartungen.

Heute habe ich mit einer 60 ml Spritze etwas Kühlflüssigkeit abgesaugt. Dabei war es mir ganz wichtig, das unmittelbar nach einer ca. 8 km langen Fahrt zu machen. Denn irgendwelche Schwebstoffe, verursacht durch Abrieb oder was weiß ich, sollten keine Gelegenheit haben, sich auf dem Boden abzusetzen. Dazu hatte ich vor der Fahrt in der Garage schon alles vorgereitet: Spritze, DigiCam und Brille lagen griffbereit. Zwischen dem Abstellen des Motors und dem Absaugen der Kühlflüssigkeit lagen weniger als 60 Sekunden:


Im Haus habe ich die gerade abgesaugte Kühlflüssigkeit in ein Glas umgefüllt:






Und sie dann erstmal einem optischen Check unterzogen: Bis auf ein winziges Krümelchen, das in der Flüssigkeit schwamm, war nichts zu sehen. Wie man auf den Fotos bestens sehen kann, gibt es keinerlei Braunfärbung, die auf Rost im Kühlsystem schließen lassen würde. Und zwar überhaupt keine. Insgesamt sieht diese Kühlflüssigkeit genau so aus wie die neue, die ich in ganz geringen Mengen bei der jährlichen Wartung nachfülle.

Doch das eigentlich Spannende kommt ja erst noch: Der ph-Test. Der Teststreifen sah nach dem Eintauchen in meine Kühlflüssigkeit so aus:


Die Farbe entspricht etwa Farbe 8 bis 9 auf der Sakla. Demjenigen, der diesen Beitrag von Anfang an gelesen hat, muss ich vermutlich nicht mehr erklären, was das bedeutet: Die Kühlflüssigkeit ist chemisch neutral und das sogar mit einer ganz leichten Tendenz in Richtung alkalisch.

Nur über einen Punkt war ich noch etwas verunsichert: Es hätte ja theoretisch sein können, dass die Einfärbung des Teststreifens nicht durch den ph-Wert, sondern durch die blaugrüne Färbung der Kühlflüssigkeit entstanden ist. Um das zu untersuchen, habe ich einen grauen und ansonsten farbneutralen Streifen aus normaler Pappe geschnitten und zum Vergleich ebenfalls in die Kühlflüssigkeit eingetaucht. Ergebnis siehe Foto:


Der Pappstreifen ist am rechten Ende zwar dunkeler, weil er dort nass ist. Von einer Einfärbung in Richtung grün oder blau ist aber nichts zu sehen. Damit ist für mich bewiesen, dass die Färbung des Teststreifens durch den ph-Wert der Kühlflüssigkeit erfolgt ist.

Ich wiederhole es hier noch einmal: Die Kühlflüssigkeit ist über 20 Jahre alt!

Ich hoffe sehr, hier mal endgültig mit den Buhmanngeschichten aufgeräumt zu haben, dass die Kühlflüssigkeit beim Golf 3 "chemisch sauer" wird und deshalb regelmäßig gewechselt werden muss. Vorausgesetzt dabei ist natürlich, dass ein richtiges Mischungsverhältnis von Wasser und von VW vorgeschriebenem Kühlmittelzusatz eingefüllt ist.

Dieselben Versuche habe ich auch mit der Kühlflüssigkeit meines Golf Variant gemacht, der wegen seines Baujahres 1998 ursprünglich VW G12 eingefüllt hatte. Im Jahr 2003 habe ich einen neuen Kühler eingebaut und deshalb laut VW-Vorschrift explizit für so einen Fall die gesamte Kühlflüssigkeit erneuert. Gegen ein 1:1-Gemisch von Wasser und G12 Plus, das damals aktuell war. Diese Kühlflüssigkeit ist jetzt also etwa 13 Jahre alt. Die Ergebnisse sind absolut dieselben wie in diesem Beitrag beschrieben. Ich hoffe sehr, dass es mir erspart bleibt, dass hier auch noch mit Fotos etc. zu dokumentieren, weil das nicht wenig Arbeit ist. Auf der anderen Seite hat es sich aber auch gelohnt, weil ich mal wieder viel gelernt habe. Und das hier gerne weitergebe.

Freundliche Grüße
Teletubby



Geändert von Teletubby (03.02.2016 um 22:05 Uhr)
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Alt 03.02.2016, 18:47 #2
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Vermutlich basiert die Aussage,das Kühlwasser sauer wird,wohl eher darauf das Abgase durch die Zylinderkopfdichtung ins Küklwasser gelangen.
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Alt 03.02.2016, 19:19 #3
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das G11 sieht auch optisch noch einwandfrei aus, wir haben im Trecker noch so neongrünes drin
das verwenden wir auch immer wieder aber in der Kiste sind auch circa 20 Liter drin
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Alt 03.02.2016, 19:32 #4
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Danke für deinen sehr ausführlichen Test über dein Kühlmittel. Und natürlich auch für die super Dokumentation hier - wie gewohnt von dir

In meinem GTI ist auch noch die grüne G11 Kühlflüssigkeit drin. Ob das noch die Werksfüllung ist, weiß ich nicht. Da aber ja ein Jahr später schon G12 verwendet wurde, kann ichs mir vorstellen. Da die Kühlung einwandfrei funktioniert und die Flüssigkeit aussieht wie bei dir, habe ich bisher keinerlei Gedanken an einen Wechsel verschwendet.
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Alt 03.02.2016, 20:49 #5
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Tubby was soll man sagen, eine Meisterleistung von dir, auch wenn das nach langer Weile aussieht . Sehr schön es endlich mal genau zu wissen. Ich glaub das wissen wenige. Interessant wäre zu wissen was der Teststreifen sagt wenn du ihn in ein Nagelneues frisches Gemisch tauchst. Ob es noch mehr in richtung Laige geht oder neutraler wird? Wer weiß :-)
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Alt 03.02.2016, 21:17 #6
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Zitat:
Zitat von Baxter89 Beitrag anzeigen
Tubby was soll man sagen, eine Meisterleistung von dir, auch wenn das nach langer Weile aussieht . Sehr schön es endlich mal genau zu wissen. Ich glaub das wissen wenige. Interessant wäre zu wissen was der Teststreifen sagt wenn du ihn in ein Nagelneues frisches Gemisch tauchst. Ob es noch mehr in richtung Laige geht oder neutraler wird? Wer weiß :-)
Das würde mich auch interessieren! Ist Kühlwasser immer etwas alkalisch?

Ansonsten sehr informativ. Auch wenn ich vermute, dass solche Ergebnisse und Fakten einige nicht wichtig sind.
Das ist son ein bisschen wie Leute, die an Chemtrails, die 9/11-Verschwörung und so weiter glauben, mit Rationalen Argumenten kommt man da nicht weiter.

Aber der Test ist für sicherlich ein kleines Google-Goldstück für alle, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen.

Grüße
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Baxter89 (04.02.2016)
Alt 03.02.2016, 22:39 #7
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Du musst wirklich Zeit haben

Aber wirklich interessanter Bericht, danke dafür
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Alt 03.02.2016, 23:39 #8
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Das die Kühlmittel Sache hier im Forum so ausarten musste
Aber wirklich was dazu gelernt. Danke dafür
Und klar. wenn der Motor Kühlmittel Schluckt und man immer mit Wasser nach füllt, dann geht der Korrosionsschutz flöten.
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Alt 04.02.2016, 15:02 #9
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VW schreibt für seine originale Zusätze keinen Wechsel vor, nur wenn neue (Leicht)-Metallbauteile eingebaut werden. Dann ist der Wechsel vorgeschrieben.

Wer etwas zum Kühlmittel erfahren möchte:
Was ist Kühlmittel

Dort wird Alterung erwähnt, allerdings reicht laut Meinung des Autors die optische Prüfung. Gealtertes KM sei an der Verfärbung zu erkennen.
Zitat:
Inhibitoren sind nur zeitlich begrenzt wirksam. Alte Kühlflüssigkeit muß deshalb gewechselt werden. Es ist ausreichend, die Kühlflüssigkeit optisch zu überprüfen. Alte Kühlflüssigkeit wird trübe und dunkelbraun.
Letzteres sieht man ja immer wieder an den Ausgleichsbehältern, welche so eine braue Schicht im Alter ansetzen (Siehe Anhang). Ich meinte immer das sei Rost, wunderte mich aber wie dieser entstehen konnte, es war ja stets Additiv im System drin.

BASF, einer der bekanntesten Hersteller für Kühleradditiv empfiehlt einen Wechsel, geht aber nicht näher darauf ein:
Zitat:
Regelmäßig das Kühlerschutzmittel zu wechseln ist je nach eingesetztem Produkt alle drei bis vier Jahre notwendig. Dies ist wichtig, weil sich die im Kühlerschutzmittel enthaltenen Schutz-Additive allmählich abbauen. Der Frostschutz bleibt zwar längere Zeit erhalten, aber zum Beispiel der umfassende Korrosionsschutz ist ohne die entsprechend auf das Kühlsystem abgestimmten Additive nicht mehr gewährleistet.
Quelle: FAQ | Glysantin®

Dann habe ich mal das G48 angeklickt, es entspricht durch VW-Norm TL-774-C dem G11, welches in den meisten Golf 3 eingefüllt ist. Dort findet man keine Angaben.

Also wieder zurück zur FAQ, dort wird man fündig:
Zitat:
Im Fahrzeug - also in Abmischung mit Wasser - sollten Sie die Angaben des Fahrzeugherstellers beachten. In der Regel empfehlen wir dort einen Wechsel alle 3-4 Jahre.
BASF empfiehlt, VW wiederum sagt Nein.
Opel sagt auch Nein, die verwenden auch G48. Scheint BASF da Geld verdienen zu wollen?

Bisher habe ich immer regelmäßig den Frostschutz geprüft und bei Bedarf ergänzt, wurde etwas repariert, füllte ich einfach mit neuem Gemisch auf. Das genaue Auffangen, Sieben usw. war mir dann zu blöde.

Woanders findet man diese Aussage:
Zitat:
Also ich kenn das so: Das Kühlmittel wird mit der Zeit sauerstoffhaltig. Wenn der Motorblock aus Grauguss besteht (wie z.B. Subaru Justy bis 94) dann sollte das Kühlmittel ca. alle 2 Jahre gewechselt werden da das Material sonst korrodiert.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 2015-09-20 10.29.27.jpg (134,0 KB, 33x aufgerufen)

Geändert von GTFahrer (04.02.2016 um 15:07 Uhr)
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Alt 04.02.2016, 16:25 #10
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Es wundert mich nur sehr bedingt, dass BASF den Wechsel empfiehlt.




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Alt 04.02.2016, 18:22 #11
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Dazu kann ich sagen, das G48 erfüllt ebenso die MB Freigabe 325.0. Mercedes sah z.B. für den W124 noch einen Wechselintervall von 3Jahren vor. Für aktuelle PKW Motoren sind es 15 Jahre oder 250.000km, was eben zuerst zutrifft. Für unseren Smart wiederum sind es 4 Jahre/ 60.000km.

Bei Nutzfahrzeugen wieder andere, teils sehr kurze Intervalle.

Was den Ph-Wert angeht, ich denke der hängt auch einfach von dem verwendeten Wasser ab. Und der Kühlmittelzusatz hat darauf keinen Einfluss.

Gruß
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Hallo!

Zitat:
Zitat von Mustang80 Beitrag anzeigen
Danke für deinen sehr ausführlichen Test über dein Kühlmittel. Und natürlich auch für die super Dokumentation hier - wie gewohnt von dir
Zitat:
Zitat von Baxter89 Beitrag anzeigen
Tubby was soll man sagen, eine Meisterleistung von dir, ... Sehr schön es endlich mal genau zu wissen.
Zitat:
Zitat von Schreibtisch Beitrag anzeigen
Ansonsten sehr informativ. (...) Aber der Test ist für sicherlich ein kleines Google-Goldstück für alle, die sich mit dieser Frage
Zitat:
Zitat von Baui Beitrag anzeigen
Aber wirklich interessanter Bericht, danke dafür
Zitat:
Zitat von 90.MusicForLife Beitrag anzeigen
Aber wirklich was dazu gelernt. Danke dafür.
Vielen Dank für die netten Komplimente! Hat mich sehr gefreut.


Zitat:
Zitat von Baxter89;1785440...
auch wenn das nach langer Weile aussieht .
Zitat:
Zitat von Baui Beitrag anzeigen
Du musst wirklich Zeit haben
Für das Schießen der Fotos, das Schreiben des Textes, die Einbindung der Fotos und abschließende Korrekturen habe ich etwa drei Stunden gebraucht.

Ich wollte das zuerst schon am Montag machen, weil da mein Informationsstand für diesen Beitrag schon komplett war. Habe es dann aber erst auf Dienstag und dann auf Mittwoch verschoben, weil ich weiß Gott auch noch genügend andere Sachen zu tun habe. Aber mit jedem Tag, den ich es verschoben habe, ging es mir schlechter damit, weil die Sache endlich, endlich erledigt werden wollte. Außerdem hatte ich tausend Ideen und Formulierungen im Kopf, von denen ich Sorge hatte, sie wieder zu vergessen. So habe ich es dann am Mittwoch endlich hinter mich gebracht. Und noch etwas Anderes sprach für Mittwoch: An diesem Tag war hier schönes Wetter mit Sonnenschein. Dann ist es auch im Wohnzimmer so hell, dass man gute Fotos ohne Blitz machen kann. Gerade für diesese Thema war mir das wegen der guten Wiedergabe von den Farben des Teststreifens und der Farbskala sehr wichtig, die bei Fotos mit Blitz oft verfälscht werden.

Mein Anliegen war es, zu diesem Thema etwas zu schreiben, was Hand und Fuß hat. Was überprüfbar und jederzeit wiederholbar ist. Statt etwas aus fragwürdigen Quellen unüberprüft abzukupfern und einfach unbelegte Behauptungen wiederzugeben. Es sollte glaubwürdig und nachvollziehbar sein. Weil es auch für mich teilweise Neuland war, bei dem ich etwas lernen musste und wollte, wollte ich meine Leser Schritt für Schritt „mitnehmem“, wie man das so sagt. Von der Theorie bis zum Ergebnis. Sie sollten genau wissen, was ich gemacht habe, wie ich es gemacht habe und warum ich es gemacht habe. Um es bei Interesse auch selbst nachmachen und überprüfen zu können. Das alles geht leider nicht in drei Sätzen. Und noch etwas ganz anderes Wichtiges wollte ich: Für mich selbst Klarheit zu diesem Thema herstellen

Wenn ich dann sehe, wie viele Klicks und Danke dieser Beitrag in kurzer Zeit bekommen hat, wird mir klar, dass ich Euren Wissensdurst und Euer Interesse nicht schlecht getroffen habe. Spätestens dann wird mir auch klar, dass der Aufwand nicht für die Katz´war. Enttäuschend wäre es nur gewesen, wenn es hier niemanden interessiert hätte.

Dazu kommt noch, dass ich eigentlich ganz gerne Texte schreibe und Ideen zu Papier bringe. Trotzdem würde ich so etwas nicht jeden Tag machen wollen.


Zitat:
Zitat von 90.MusicForLife Beitrag anzeigen
Das die Kühlmittel Sache hier im Forum so ausarten musste
Ich finde das überhaupt kein Ausarten. Denn es gibt Sachverhalte, da dauert es eben etwas länger, bis alles gesagt ist. „Ausarten“ würde ich es finden, wenn wir uns darüber hier beleidigen, beschimpfen, niedermachen oder die Pest an den Hals wünschen würden. Das hat aber niemand gemacht. Es blieb allergrößtenteils sachlich.


Zitat:
Zitat von Baxter89 Beitrag anzeigen
Interessant wäre zu wissen was der Teststreifen sagt wenn du ihn in ein Nagelneues frisches Gemisch tauchst. Ob es noch mehr in richtung Laige geht oder neutraler wird? Wer weiß :-)
Zitat:
Zitat von Schreibtisch Beitrag anzeigen
Das würde mich auch interessieren! Ist Kühlwasser immer etwas alkalisch?
Das lässt sich leicht testen, denn ich habe neues BASF G48, den offiziellen Ersatz für VW G11, im Keller. Das werde ich im Verhältnis 1:1 mit Wasser mischen. Und dann mit einem Teststreifen überprüfen. Denn etwas nachfüllen muss ich dieses Jahr wie alle anderen Jahre sowieso. Normalerweise mache ich das immer erst im Frühjahr, wenn es draußen etwas wärmer ist. In diesem Jahr ziehe ich es einfach etwas vor. Das wird aber nächste Woche werden.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (04.02.2016 um 18:41 Uhr)
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Alt 04.02.2016, 21:37 #13
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Es wurde ja gesagt, dass manche Hersteller den Wechsel vorschreiben. Mercedes ist also einer davon und vermutlich BMW?

Hat MB seit Wechsel der Intervalle auch das Additiv gewechselt?

Letztendlich wurde hier aber nur der ph-Wert des Kuehlmittels geprueft. Wie sieht es mit der Zusammensetzung aus? Ist die.noch genau gleich? Man behauptete ja auch, dass sich bestimmte Bestandteile zersetzen.oder verfluechtigen wuerden. Woanders wiederum hiess es, das Kuehlmittel wuerde zusaetzlich Sauerstoff binden.
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Alt 04.02.2016, 22:18 #14
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Für mich ist dieser Test nicht wirklich aussagekräftig.


Es wurde lediglich der Ph-Wert getestet und ob die Kühlflüssigkeit in Richtung sauer oder alkalisch tendiert, oder ob sie eben neutral ist. Vielleicht wurde das kleine Glas noch hinsichtlich des optischen Zustandes hin "untersucht".


Auf die chemische Zusammensetzung oder den Anteil an Fremdkörpern oder -stoffen wurde nicht eingegangen, dies könnte man mit simplen Teststreifen wohl auch nicht.


Anderes Beispiel (wenn auch etwas bizarr):


Ich öffne eine Flasche Cola und lasse sie 4 Wochen stehen. Dann "probiere" ich sie.
Nur weil die Cola noch "gut" bzw. "normal" schmeckt oder sie noch optisch "in Ordnung" aussieht, heißt es noch lange nicht, dass sie es auch wirklich ist.

Ob beispielsweise Schimmelsporen drin sind oder ich es in den Magen bekomme, kann ich so nicht sehen oder bestimmen.


Wirklich brauchbar wäre das ganze nur, wenn man eine kleine Menge 20 Jahre alter Kühlflüssigkeit und etwas neue in einem Labor auf die chemischen Bestandteile hin untersuchen und vergleichen lässt.


Ich bin nach wie vor der festen Meinung, dass die Flüssigkeit altert und ihr Zustand bzw. die Eigenschaften sich verschlechtern.

Ob und wann man sie nun wechselt oder nicht, muss jeder selbst entscheiden und hier werden wohl nach wie vor die Meinungen weit auseinander gehen.


So wie es @GTFahrer auch schon schrieb, werde ich mir jedenfalls nicht die Mühe machen und bei Arbeiten am Kühlsystem die alte Flüssigkeit auffangen und sie filtern, um sie weiterzuverwenden, da kommt eh immer Dreck rein, bis sie unten im Auffangbehälter angekommen ist.

Man muss nur mal im Ausgleichsbehälter schauen. In all meinen Golf und Passat waren diese immer mehr oder weniger schlimm veerfärbt, auch wenn die Flüssigkeit noch "gut" aussah.

Als ich dann zB den Kühler oder auch mal das Thermostat wechseln musste, habe ich das System immer mit dem Gartenschlauch durchgespühlt und es kam immer Dreck, verfärbte Brühe raus, und dies vor allem aus dem Ausgleichsbehälter, da scheint sich das ganze zu sammeln/abzulagern.

Natürlich weiß ich nicht, was die vorherigen Besitzer da reingekippt haben. Hätte ich das Auto selbst neu gekauft, wäre es wohl etwas anderes.
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Alt 04.02.2016, 23:08 #15
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Zitat:
Zitat von MirKesBre Beitrag anzeigen
Für mich ist dieser Test nicht wirklich aussagekräftig.


Es wurde lediglich der Ph-Wert getestet und ob die Kühlflüssigkeit in Richtung sauer oder alkalisch tendiert, oder ob sie eben neutral ist. Vielleicht wurde das kleine Glas noch hinsichtlich des optischen Zustandes hin "untersucht".


Auf die chemische Zusammensetzung oder den Anteil an Fremdkörpern oder -stoffen wurde nicht eingegangen, dies könnte man mit simplen Teststreifen wohl auch nicht.
Da stimm ich dir zu. Ist ein ziemlicher Kindergarten hier. Nur ein Labortest waere wirklich aussagekraeftig
In der eigentlichen Diskusion ging es auch nie um den pH-Wert, sondern eben um die chemische Zusammensetzung. Scheinen wohl einige vergessen zu haben weil das Thema so dermassen tot gequatsch wurde.

Mein Standpunkt bleibt, wechseln nur wenn es wirklich noetig ist. Meinetwegen kanns auch 100 Jahre drin bleiben. So lange es noch gut aussieht.
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Alt 04.02.2016, 23:20 #16
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Mirkesbre deinem Text stimme ich auf jeden Fall auch zu.
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MirKesBre (04.02.2016)
Alt 04.02.2016, 23:28 #17
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Letztendlich muss jeder, der meint dass Kühlflüssigkeit altern würde, mit den Fakten leben, dass:
- VW und viele andere Hersteller keinen Wechsel vorsehen
- Hunderte Millionen Fahrzeuge auf der Erde bewegt werden, die nie einen Wechsel erfahren haben und noch funktionieren

Dass der Kühler mit der Zeit sich zusetzt, wird sicherlich auch beim jährlichen, wöchentlichen oder täglichem Flüssigkeitswechsel passieren.

Ich würde sogar behaupten, dass ein unnötig häufiges öffnen dieses, eigentlich, geschlossenen Systems solche Effekte eher verstärkt.
Einzelerfahrungen sind sowieso in einer "wissenschaftlichen" Feststellung nichts wert.

Und ohnehin machst Du mit dieser Bemerkung:
Zitat:
Zitat von MirKesBre Beitrag anzeigen
Natürlich weiß ich nicht, was die vorherigen Besitzer da reingekippt haben. Hätte ich das Auto selbst neu gekauft, wäre es wohl etwas anderes.
Deine darüber als Fakt dargestellte Sichtweise so stichfest wie Wackelpudding


Da bringt es auch nichts, diesen Test, der auf den englischen Artikel eingeht Kühlflüssigkeit würde "Sauer" werden, zu lammentieren.

Ich fasse zusammen:
Aus einer rationalen, auf messbaren und überprüfbaren Faktenlage basierenden Grundlage gibt es keinen überzeugenden Hinweise, einen Wechselintervall einzuhalten.



Letztendlich mag das jeder für sich so handhaben wie er möchte.

Ich bin aber dagegen, dass ein überzeugter "Wechler" dann dieses Gerücht als Fakt verklickern möchten. Dass ist es, was mich wirklich stört.

Grüße

Geändert von Schreibtisch (04.02.2016 um 23:35 Uhr)
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Alt 04.02.2016, 23:53 #18
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Na toll, der nächste "tolle Mythos", laut @Schreibtisch geht das Kühlsystem eher kaputt, wenn man die Flüssigkeit öfter wechselt oder das System öfters öffnet

Mit der Bemerkung, "dass ich nicht weiß, was der Vorbesitzer da reingekippt hat", mache ich "meine darüber als Fakt dargestellte Sichtweise EBEN NICHT so stichfest wie Wackelpudding".

Damit wollte ich nur sagen, dass der Dreck, der da drin war, auch genau deshalb überhaupt erst bzw. dadurch sogar noch mehr entstanden sein könnte.

Aber ich klinke mich hier aus, die einen beharren darauf, die Flüssigkeit werde schlecht, die anderen beharren darauf, dass sie nicht schlecht wird. Wird mir zu monoton und langweilig...

Bisher wurde nichts wirklich bewiesen, wobei es aus reinem, logischem Verständnis heraus zumindest für mich plausibler wäre, dass die Flüsdigkeit eher ältert und in ihren Eigenschaften schlechter wird, als dass sie ewig hält.

EDIT: @ Schreibtisch:

Deine beiden Fakten ganz oben sind nichts wert.

-Es gibt genau so viele Hersteller, die einen Wechsel vorschreiben, wie Hersteller, die keinen Wechsel vorsehen
-Es gibt auch "hundert millionen" Fahrzeuge, die null gwartet werden, nie einen Ölwechsel bekommen und null gepflegt werden und auch noch fahren. Wenn man etwas nicht pflegt heißt es nicht gleich, dass es dadurch direkt kaputt geht.

Geändert von MirKesBre (05.02.2016 um 00:00 Uhr)
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Alt 05.02.2016, 10:41 #19
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Ich denke nach 20 jahren kann man auch einfach mal fürs gewissen 17,- € ausgeben und Kühlflüssigkeit beim Service wechseln, einfach um sich wohler zu fühlen, obs schlecht wird oder nich.
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Alt 05.02.2016, 10:50 #20
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Wenn man öfter wechselt kommt auch mehr Kalk ins System. Der kalk fällt einmal beim Erhitzen auf über 60° aus und schlägt sich an den warmen Metallteilen nieder. Das passiert bei jedem Wasser nur einmal, dann ist der Kalk raus. Und wenn man ionengetauschtes Wasser mit Natriumionen statt Calciumionen nimmt ist das nicht immer besser. Medizinisches destilliertes Wasser kann man nehmen, das ist chemisch völlig tot.

Das ist eine Glaubenssache und jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Es beten ja auch manche ihre Autos an.






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