Werkstatt Golf kaputt? Fragen und Antworten zum Thema Reparatur

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Alt 10.05.2012, 14:18 #1
JoJoh
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Frage Frage zum Wechsel Bremsbelag/Bremsscheibe.

Hallo zusammen,

vorneweg: ich habe die Suche benutzt, aber nichts wirklich passendes gefunden.

Also: Meine Bremsscheiben vorne sind abgenutzt, deswegen möchte ich sie ersetzen. Habe mir zuerst das VW Golf/Vento "So wird's gemacht" Buch geholt, um mich über das Vorgehen zu informieren. Folgende Fragen sind offen:

i) In dem Buch ist von drei verschiedenen Bremssatteltypen die Rede: VWII, Girling und Teves/ATE. Auf meinen Sätteln steht VW II. Auf der entsprechenden Explosionszeichnung im Buch sieht es so aus, als würde die Bremse keinen Bremsenträger haben und der Bremssattel direkt am Radlagergehäuse befestigt sein, ist das möglich?

ii)Macht es Sinn, ausser den Belägen und den Scheiben noch irgendwelche Schrauben o.ä. zu ersetzen, ich denke hier insbesondere an die Innesechskantschrauben, die den Sattel halten sowie die zugehörigen Buchsen und Hülsen? Oder reicht es, die Teile zu putzen, ggfs. mit Sandpapier (welche Körnung?) abzuschmirgeln und dann mit Plastilube zu bentzen?

iii) In dem Buch wird die Reinigung des Bremssattels mit einem Tuch und Spiritus empfohlen, hier im Forum habe ich aber gelesen, dass man zusätzlich auch unter der Staubkappe des Bremskolbens putzen kann, ist das nötig/sinnvoll?

iv)Meine Bremse ist die innenbelüftete 239-er mit ABS, demzufolge ist ein Rotor für den Drehzahlfühler verbaut. Im Buch sieht es so aus, als würde der für den Scheibenwechsel nicht abgenommen werden müssen, hier im Forum hatte ich mal etwas gegenteiliges gelesen, zusätzlich stand da noch, dass der Rotor beim Ausbau leicht beschädigt werden kann-sollte ich Ersatz bereit legen?

v)Muss ich für die den Bremssattel haltenden Innensechskantschrauben Schraubensicherung (geht Loctite 248= mittelfest?) verwenden?

vi)muss ich die Kanten der Beläge brechen, oder ist das unnötig? Ich will ATE Beläge und Scheiben verbauen, falls das eine Rolle spielen sollte.

Danke für eure Hilfe und einen schönen Tag-Johannes



Geändert von JoJoh (10.05.2012 um 14:23 Uhr)
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Alt 10.05.2012, 15:10 #2
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Zitat:
) In dem Buch ist von drei verschiedenen Bremssatteltypen die Rede: VWII, Girling und Teves/ATE. Auf meinen Sätteln steht VW II. Auf der entsprechenden Explosionszeichnung im Buch sieht es so aus, als würde die Bremse keinen Bremsenträger haben und der Bremssattel direkt am Radlagergehäuse befestigt sein, ist das möglich?
Die VW II werden vom Radlagergehäuse gehalten, das ist richtig. Ein extra Sattelhalter ist nicht verbaut. Das macht den Wechsel der Scheiben einfach, denn wenn der Sattel demontiert ist muss man nur noch die Fixierschraube der Bremsscheiben ausdrehen schon hat man die Scheibe in der Hand.

Zitat:
ii)Macht es Sinn, ausser den Belägen und den Scheiben noch irgendwelche Schrauben o.ä. zu ersetzen, ich denke hier insbesondere an die Innesechskantschrauben, die den Sattel halten sowie die zugehörigen Buchsen und Hülsen? Oder reicht es, die Teile zu putzen, ggfs. mit Sandpapier (welche Körnung?) abzuschmirgeln und dann mit Plastilube zu bentzen?
Die Scheiben zu ersetzten ist notwendig wenn sie das Verschleißmaß erreicht hat. Da die Scheiben aber nicht sonderlich kostenintensiv sind, kann man sie direkt erneuern.

Die Innensechkantschrauben muss man nicht erneuern, es sei den sie reißen beim lösen ab (was vorkommt).
Wichtig ist, dass der Sattel gängig ist, d.H. dass er sich bei zurückgedrücktem Bremskolben einwandfrei hin und her bewegen lässt.
Es reicht wenn du die Metallhülsen aus dem Sattel siehst, richtig sauber machst und mit Fett wieder einsetzt. Sauber machen kannst du das mit Schleifpapier - 100er oder so.
Ebenso muss die Radnabe (bei demontierter Scheibe) frei von Rost sein wenn du die Scheibe denn erneuerst.
Last but not least müssen die Flächen auf denen der Bremsbelag sitzt richtig sauber sein, damit der Belag schön freigängig ist. Dazu die Flächen mit ner Feile, oder ner Drahtbürste sauber machen.
Plastilube oder Keramikpaste (keine Kupferpaste - die hat man 1950 benutzt) kommt nur an die Stellen, an denen der Belag Kontakt mit dem Träger hat.
Den Sattel selber brauchst du nicht zwingend sauber machen.

Zitat:
iii) In dem Buch wird die Reinigung des Bremssattels mit einem Tuch und Spiritus empfohlen, hier im Forum habe ich aber gelesen, dass man zusätzlich auch unter der Staubkappe des Bremskolbens putzen kann, ist das nötig/sinnvoll?
Unter der Manschette brauch man nichts sauber machen - beim Sattel hab ich dir oben schon was geschrieben.

Zitat:
v)Muss ich für die den Bremssattel haltenden Innensechskantschrauben Schraubensicherung (geht Loctite 248= mittelfest?) verwenden?
Nein, bloß nicht. Wenn die Schrauben angezogen sind reicht das. Sonst gehen sie nicht mehr los und reißen beim nächsten Mal ab.

Zitat:
vi)muss ich die Kanten der Beläge brechen, oder ist das unnötig? Ich will ATE Beläge und Scheiben verbauen, falls das eine Rolle spielen sollte.
Kann man machen, muss man aber nicht. Wenn du einmal mit der Feile um die Kanten der Beläge gehst ist das ausreichend. Einfahren tut sie sich schon von selber wenn man weiß was zu beachten ist.
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Alt 10.05.2012, 15:16 #3
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Dankeschön, hast mir sehr geholfen!
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Alt 10.05.2012, 17:30 #4
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Idee

Tolle erklärung in Flames aber bei zwei Punkten möchte ich mich mal einklinken.

Zitat:
Zitat von In Flames Beitrag anzeigen
Es reicht wenn du die Metallhülsen aus dem Sattel siehst, richtig sauber machst und mit Fett wieder einsetzt. Sauber machen kannst du das mit Schleifpapier - 100er oder so.
Bitte nicht mit 100er nimm feineres 100er ist zu grob und hinterlässt riefen in der hülse! In der Regel reicht die reinigung mit bremsenreiniger und neues Einfetten!

Es sei den Sie haben Rost auf der Führungsfläche.

Zitat:
Zitat von In Flames Beitrag anzeigen
Last but not least müssen die Flächen auf denen der Bremsbelag sitzt richtig sauber sein, damit der Belag schön freigängig ist. Dazu die Flächen mit ner Feile, oder ner Drahtbürste sauber machen.
Plastilube oder Keramikpaste (keine Kupferpaste - die hat man 1950 benutzt) kommt nur an die Stellen, an denen der Belag Kontakt mit dem Träger hat.
Den Sattel selber brauchst du nicht zwingend sauber machen.
Bitte den Belagträger (die Platte auf welchem der Belag sitzt) an den Kontaktkanten zum Bremssattel schmieren nicht den Belag selber! Nur zur Sicherheit mal angemerkt habe da leider schon so einiges gesehen...

@ In Flames ich benutze übrigens bis heute Kupferpaste und habe da keine Probleme mit was vor 50 Jahren gut war muss heute nicht schlecht sein

Und bitte Bremsen vorsichtig einfahren! Vermeide wenn nicht zwingend notwendig Vollbremsungen in der Einfahrphase da sich sonnst die Scheiben verziehen können.
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Alt 10.05.2012, 20:19 #5
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Zitat:
@ In Flames ich benutze übrigens bis heute Kupferpaste und habe da keine Probleme mit was vor 50 Jahren gut war muss heute nicht schlecht sein
Ist es aber - dazu müsste man aber Ahnung von Physik haben.

Zitat:
Bitte nicht mit 100er nimm feineres 100er ist zu grob und hinterlässt riefen in der hülse!
Das ist keine Zylinderlaufbahn - es geht darum, dass die Fläche sauber ist und der Sattel gängig mehr nicht.


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