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Alt 04.04.2012, 01:05 #1
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Beitrag [TUT] Getriebeölwechsel

In dem folgenden Tutorial erkläre ich Schritt für Schritt mit Bildern, wie man das Getriebeöl an einigen Modellen der VAG wechselt.

Ein Wechselintervall des Getriebeöls ist nicht vorgegeben, dennoch schadet es nichts, dieses zu wechseln, da man nie sicher weiß, ob es schon jemals gewechselt wurde und es immer noch das erste Öl sein könnte. Manche Leute wechseln es nach 50 tkm, manche nach 100 tkm, aber jeder wie er es möchte.

Benötigtes Werkzeug:

1/2 Zoll Knarre/Ratsche
17 mm Inbus-Aufsatz (Innensechskant)
17 mm Nuss
Kurze/Lange Verlängerung
Drehmomentschlüssel

Benötigte Hilfsmittel:

Rostlöser/Kriechöl, z.B. WD-40
Stahlbürste
Tücher
Wagenheber (entfällt, wenn Hebebühne vorhanden)
Auffangbehälter für das alte Öl

Benötigtes Material:

2 Liter Getriebeöl mit der Viskosität SAE 75 W 90
Gewindedichtmittel, z.B. Loctite 542
je nach Belieben zwei neue Einfüll-/Ablassschrauben (beide gleich)


Erste Schritte:

Die Arbeit sollte auf einer Grube oder Hebebühne ausgeführt werden. In der folgenden Anleitung gehe ich von einer Grube aus, da diese weiter verbreitet ist als eine Hebebühne.

Zu Beginn werden die Radschrauben (Fahrerseite vorne) des auf der Grube stehenden Fahrzeugs leicht gelöst, da man vom Radhaus aus arbeiten muss. Anschließend wird das Auto vorne an der Fahrerseite angehoben und danach das Rad komplett gelöst. Dabei sollte man auf die Sicherung achten, d.h. 1. Gang rein, Handbremse ziehen und z.B. die gelöste Felge oder auch einen Unterstellbock unter den Schweller legen, dass das Auto nicht plötzlich absacken kann.

Dann werden die Einfüllschraube (Bild 1, je nach Getriebe entweder seitlich aus dem Radhaus sichtbar (roter Pfeil) oder vorne (grüner Pfeil) ) und die Ablassschraube (Bild 2, roter Kreis) mit der Stahlbürste gut von Verunreinigungen wie Dreck, Öl, etc. gereinigt. Anschließend werden beide gründlich mit Rostlöser bzw. Kriechöl, z.B. WD-40 eingesprüht, welches man ca. 10 min einwirken lassen sollte. Bei Bedarf kann man auch grobe Verunreinigungen oder Öl zuerst mit Bremsenreiniger lösen und die gesamte Anwendung mehrmals wiederholen. Abschließend noch die beiden Schrauben rundum gründlich mit Tüchern reinigen, dass später kein Dreck durch die Öffnungen in das Getriebe gelangen kann.

Bild 1:

Einfüllschraube, je nach Getriebe entweder seitlich aus dem Radhaus sichtbar (roter Pfeil) oder vorne (grüner Pfeil)



Bild 2:

Ablassschraube unter dem Getriebe (roter Kreis)



Der Getriebeölwechsel:

Zu Beginn sollte man zuerst prüfen, ob sich die Einfüllschraube (17 mm Inbus) lösen lässt, denn wenn man zuerst die Ablassschraube löst und das alte Öl ablässt und dann merkt, dass sich die Einfüllschraube nicht lösen lässt, hat man ein Problem. Dazu diese vorsichtig mit der Ratsche/Knarre aufdrehen.

Dann wird die Ablassschraube (17 mm Inbus) mit der Ratsche/Knarre vorsichtig gelöst. Der Rest sollte mit der Hand herausgedreht werden, bis das Öl ausläuft. Vorher noch den Auffangbehälter unterstellen. Dann läuft das Getriebeöl einige Minuten ab. In dieser Zeit sollte man die Schrauben gründlich mit der Stahlbürste reinigen und auf Beschädigungen prüfen, besser noch austauschen gegen Neue.

Wenn das Öl vollständig abgelaufen ist, werden die Einfüll- und Ablassöffnung gründlich mit Tüchern gereinigt, auch das Gewinde. Die Ablassöffnung wird nun wieder verschlossen. Dazu die Schraube leicht mit Gewindedichtmittel benetzt und einschrauben. Die Schraube entweder gut handfest mit der Knarre/Ratsche oder mit einem Drehmomentschlüssel und 20 NM zudrehen.

Nun wird das Getriebeöl (knapp 2 Liter, SAE 75 W 90) durch die Einfüllöffnung wieder eingefüllt, bis es beginnt, aus dieser wieder leicht hinauszulaufen. Dann die ebenfalls leicht mit Gewindedichtmittel benetzte Schraube gut handfest mit der Knarre/Ratsche oder mit einem Drehmomentschlüssel und 20 NM eindrehen.

Ein kleiner Tipp (nicht unbedingt erforderlich):

Wenn man schon gerade so schön bei der Arbeit ist, sollte man das Schaltgestänge (sofern kein Seilzuggetriebe) noch mit etwas WD-40 oder noch besser Fett gründlich schmieren, da dies ebenfalls erheblich dazu beiträgt, dass sich die Gänge später wieder butterweich wie am ersten Tag schalten lassen. Dabei noch alle Gänge mehrmals durchschalten.

Zum Schluss:

Abschließend wird das Rad wieder aufgesteckt und die Schrauben angezogen. Dann das Auto mit dem Wagenheber ablassen und wenn es wieder auf sicherem Boden steht, die Radschrauben zweimal über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel und 110 NM anziehen. Nach 50 km Fahrt nochmals zur Sicherheit die Radschrauben mit gleichem Drehmoment nachziehen.

Der Umwelt zuliebe sollte man das Öl umweltgerecht entsorgen. Normalerweise kann man es dort abgeben, wo man zuvor das neue Getriebeöl gekauft hat oder gibt es an einer Sammelstelle oder bei einem Entsorgungsbetrieb ab.

Ich hoffe, dass ich Euch mit dieser Anleitung verständlich erklären konnte, wie man das Getriebeöl wechselt und wünsche Euch viel Spaß und Erfolg bei der Arbeit.



Geändert von MirKesBre (05.04.2012 um 14:53 Uhr)
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Alt 04.04.2012, 11:57 #2
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Beim 084/085er Getriebe aus den ABD/ABU-Motoren braucht man mehr Öl (Füllmenge 3,5l, Ablaufmenge ist aber deutlich geringer).

Auch sitzen die Schrauben dort etwas anders,nämlich an der Antriebswelle links untereinander.

Geändert von wolfi71 (04.04.2012 um 11:59 Uhr)
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Alt 04.04.2012, 12:22 #3
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Danke für die Ergänzungen. Ich habe gestern das Getriebeöl an meinem Golf 3 GTI gewechselt. Da war das alles so wie oben beschrieben, die Einfüllschraube saß seitlich, die Ablassschraube unten. Ich meine auch in Erinnerung zu haben, dass die Einfüllschraube bei einigen Seilzugschaltungs-Getrieben (z.B. G60) vorne sitzt. Die Bilder sind von Google, da ich beim Wechsel mein Handy nicht dabei hatte.

Wenn es noch weitere Ergänzungen für andere Getriebe etc. gibt oder eine Anleitung für den Getriebeölwechsel bei einem Automatikgetriebe, einfach ergänzen.

Gruß

Geändert von MirKesBre (04.04.2012 um 12:29 Uhr)
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Alt 05.04.2012, 08:43 #4
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Hallo!

Besonder wichtig in der Beschreibung von MirKesBre finde ich den Hinweis, dass man das Getreibeöl erst dann ablassen soll, wenn man vorher geprüft hat, ob die Einfüllschraube sich drehen lässt. Denn sonst kann es nach Ablassen des Öles passieren, dass man weder weitermachen noch wegfahren kann, weil das alte Öl schon raus ist und man kein neues einfüllen kann. Danke für den Hinweis!

Ich habe bei meinem Golf 3 (02X - Getriebe) das Getriebeöl schon zweimal ohne Demontage des linken Vorderrades gewechselt. Das ging ganz problemlos auf einer Grube. Es reichte völlig aus, das linke Vorderrad ganz nach links einzuschlagen.


Zitat:
Zitat von Salvadore Beitrag anzeigen
Und sollte man keine Alufelgen haben, werden sie mit 80NM angezogen
Auch bei originalen VW-Leichtmetallfelgen (4-Loch) beträgt das Anzugsdrehmoment der Radschrauben 110 Nm. Genau so viel wie bei Stahlfelgen.

Freundliche Grüße
Teletubby

Geändert von Teletubby (05.04.2012 um 14:16 Uhr)
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Alt 05.04.2012, 09:51 #5
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Alles gut beschrieben!
Kleine Hinweise:
Den Getriebeölstand nach dem Wechsel nochmals zu kontrollieren. Der Füllstand ist beim befüllen schneller erreicht, wie sich das Öl komplett verteilen kann. Daher sollte nach ein paar km der Ölstand nochmals kontrolliert werden!
Die Ölschrauben sind konische Schrauben und damit selbstdichtend. Auf das Gewindedichtmittel kann (und würde ich) verzichten. Auf Drehmoment 25 bis 35Nm anziehen!


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Stichworte
getriebe, getriebeöl, schaltung, wechsel, wechseln


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