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Alt 26.07.2022, 21:13 #1
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Standard Golf 3 als Alltagswagen, bin gespannt...

Guten Tag in die Runde,



ich möchte meinen Golf 3 und mich hier vorstellen und im weiteren Verlauf gern die Ereignisse notieren, die mit der Nutzung des Wagens so auftreten…

Da er – anders als von meinem Umfeld vermutet – nicht binnen Jahresfrist auseinandergefallen ist, wird er nun weiterfahren. Das würde er zwar in jedem Falle, nur tut er dies nun hier und nicht im Libanon oder dem Senegal.

Ich heiße Thomas und komme aus Sachsen. Ich hatte und habe immer alte bzw. ältere Autos und habe mal den Versuch gestartet, ob es möglich ist, ein altes Auto auch im Alltag zu fahren, also Sommer/Winter/alles – und das als weitestgehender Nichtschrauber.

So startete das Projekt mit einem 82er Citroen mit Zentralhydraulik vor 8 Jahren, mit Höhen und Tiefen hielt er 7 Jahre durch, dann hat ein Motorbrand unsere gemeinsame Reise beendet, jemand Anderes hat sich der Sache angenommen, er (der Citroen) lebt noch, aber für mich war es da vorbei.

Auf meiner Suchliste bei mobile hatte ich begonnen, geeignete 3er Gölfe zu sondieren. Einen AAM konnte ich vor 27 Jahren mal familienübergreifend mitnutzen, ein gutes Auto aber rostig schon in jungen Jahren. Als Winterauto hatte ich dann später viele Jahre einen AEE, war auch o.k., aber schon schwieriger, Drosselklappe, Kurbelgehäuseentlüftung u.a. habe ich in Erinnerung. Aller guten Dinge… also neuer Anlauf. Warum Golf 3? Nicht nur, weil ich schon welche hatte, nein, eher weil jede Werkstatt den reparieren kann, Teile verfügbar und billig sind und die alten VW noch als langlebig gelten. Zumindest die ersten beiden Punkte trafen auf den Citroen überhaupt nicht zu.



Das Budget lag bei 1500 Euro und meine Wunschliste waren : 5-Türer, 90 PS-Benzin, Klima und TÜV.

Und: nicht weiter als 70/80km von mir weg, ich habe keine Lust mehr, für Autos Hunderte von Kilometern durch die Lande zu fahren.

So tauchte nun im Sommer 2021 ein grüner GT in Dresden auf, bei einem Händler, der sich auf das untere Preisniveau oberhalb des Export´ spezialisiert hat, nach einigen Wochen sank der Preis auf 1000 Euro, am nächsten Tag bin ich hingefahren und habe den Wagen gekauft. Ohne Probefahrt, er war zugeparkt und vorgewärmt, außerdem ohne Gewährleistung, nur für Bastler. Um es vorwegzunehmen, es hat funktioniert. Eine Woche später bin ich mit Bahn und Taxi und meinen Kennzeichen wieder da hingefahren und habe das Auto mitgenommen. Im Kofferraum 4 ältere Winterreifen auf grauseligen Felgen und ein 5-Liter-Kanister 10W40. Das mangelnde Interesse am Auto führe ich auf den Kilometerstand zurück, vielleicht hat ein aufmerksamerer Interessent auch die durchgedrückten Wagenheberaufnahmen entdeckt, wie man damit HU bekommen konnte, bleibt mir ein Rätsel.



Eckdaten:

GT, 5-Türer

EZ 10/93

1,8l ABS-Motor, D3 eingetragen

2. Hand

381.500 KM gelaufen

HU 14 Monate

ABS, Doppelairbag, Klima, BBS, elSp, 4 elFH, AHK



So ging sie los, die erste Fahrt, ein paar hundert Meter hat er gespuckt und gezuckt, nach einigen Kilometern hat sich das weitestgehend gelegt, dürfte die Standzeit und Wartungsstau in der Peripherie des Motor gewesen sein. Klima an, alles prima, Elektrik probiert, nun, Spiegel o.k., Fensterheber so lala, Fahrerseite geht, Beifahrer nur auf der Beifahrerseite, hinten rechts tot, hinten links geht nur vorn zu bedienen, Radio Beta ohne Code, ABS-Lampe auch an. Bremse gut, Kupplung gut, dem Motor wurde es allerdings bald warm. Das Zeigerchen wanderte über 100 Richtung 110 abgelesene Grad, also Klima aus, Heizung an, Fenster auf. Geholfen hat es kaum.

Runter von der Autobahn, ein kurzer Stopp hat nichts ergeben, Kühlwasser schien mir o.k, also weiter. Zuhause angekommen Bestandsaufnahme, Sommerreifen o.k., BBS wohl noch die ersten, Lack gut, kein Rost an Hauben, minimal an Türen, Kotflügel vorn neu, Frontscheibe kaum Kratzer, Motor weitestgehend trocken, Getriebe auch, Lenkmanschette hinüber, Vorderachse gemischte Gefühle, manches alt, manches neu, Auspuff o.k., Schweller hin, aber sowas von an den Wagenheberaufnahmen vorn, Loch im Radhaus links, Innen gut, Himmel straff, Fahrersitz ein Flicken und ein Loch, kleine Risse an mancher Verblendung, 2 verschiedene Schlüssel (Zündschloß wohl mal getauscht), Ölwechsel laut Papierkärtchen weit weit überzogen.



Ich habe den Wagen letztlich auch gekauft, weil er aus zweiter Hand und in dieser 28 Jahre war, also kann es kein schlechtes Auto sein. Der Erstbesitzer in Berlin hatte es nur 7 Monate, dann lief es wohl in DD und fuhr einfach. 2004 wurde ein KLR eingetragen, auch danach wurde augenscheinlich investiert, nur die letzten zwei, drei Jahre hat man es wohl etwas vernachlässigt. Egal, er musste also fahren und das tut er bis heute, wenn auch nicht ohne Investitionen.



Ich fahre überwiegend Kettenautos, beim Zahnriemen ohne brauchbare Unterlagen gilt für mich: wechseln. In meinem Falle wechseln lassen.

Ich habe für das Auto PitStop (PS) als Werkstatt auserkoren, die Befindlichkeiten gegen Werkstattketten, die manche hegen, kann ich bisher nicht nachvollziehen. In Klammern immer gerundet die Kosten, die anfielen.



Aufgrund der thermischen Probleme gleich die WaPu mit, obwohl die außerhalb liegt, und beide Riemen, dazu in Eigenarbeit noch das, was ich eben selber kann, Öl, Getriebeöl, Kerzen, Zündzeug, Filter alle (460 Euro PS, 150 Euro eigen)

Damit war mein Budget von 1500 erreicht, nun galt es. Er fuhr, und das gut, zieht gut, Lenkung leichtgängig.



Das thermische Problem traten dann gelegentlich wieder auf, der Wechsel des Kühlmittelsensors (20 Euro eigen) war es auch nicht, am Ende war es das Thermostat, eine Kleinigkeit die eigentlich auf der Hand hätte liegen sollen. Nun, jetzt erreicht er kaum 90 Grad, alles gut, nur auf der BAB bei 130/140 geht die Öltemperatur immer so bis 112/114, am Wasser merkt man nichts. (120 Euro PS)



Auf der ersten großen Fahrt - noch mit altem Thermostat - dann die Öldruckleuchte samt Summer, wiederholt dann, wenn man im Schiebebetrieb runter kommt in Richtung 2200 U/min und in kurvigen Autobahnabfahrten, zwei weitere Ölwechsel später und nach dem Thermostattausch scheint das weitestgehend eliminiert, aber über das Innere des Motors mache ich mir keine Illusionen. Mindestens die Nockenwelle ist eingelaufen, vielleicht auch die Pleuellager. Und sicher die Ventilschaftabdichtungen, der Ölverbrauch ist meßbar aber nicht dramatisch.



Nun galt es, eine Entscheidung zu treffen, Fahren und Investieren oder Fahren bis HU abläuft und weg. 14000 km sind nun gefahren und…



…da er immer fährt und in den 12 Monaten nie liegenblieb oder nicht ansprang, fühle ich mich in der Entscheidung bestätigt, die wichtigsten Mängel sukzessive abstellen zu lassen, auch wenn das in keiner Relation zum Fahrzeugwert steht.



So wurden in einem Aufwasch Spurstangenkopf, Faltenbälge der Achse, Lenkgetriebemanschette, ABS-Sensor samt dortigem Radlager und Nabe und Querlenkerbuchsen erneuert und neue Winterreifen auf gute gebrauchte Felgen gezogen. (1500 Euro PS)



Hinten habe ich neue Dämpfer eingebaut (80 Euro eigen), vorn Federbeine und Domlager komplett erneuern und dabei gleich das Loch im Radhaus zuschweißen lassen. (900 Euro PS)



Nun müssen für den TÜV noch die Schweller repariert und der MSD ersetzt werden, dann sollte es aber nicht mehr viel sein.

Ich werde in Zukunft ein paar Bilder machen und das hier fortsetzen, vielleicht werden es noch einige Jahre, ich bin generell noch leidensfähig, was Reparaturkosten um Autos anbelangt. Libanon oder Senegal müssen noch warten….

Viele Grüße
Thomas


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