golf3.de

golf3.de (http://www.golf3.de/forum.php)
-   Werkstatt (http://www.golf3.de/forumdisplay.php?f=20)
-   -   [Motor] Golf springt nach Tausch der Ansaugbrücke nicht mehr an (1.6 101ps, AKS) (http://www.golf3.de/showthread.php?t=132798)

Marvmk3 09.08.2026 20:35

Golf springt nach Tausch der Ansaugbrücke nicht mehr an (1.6 101ps, AKS)
 
Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 1)
Guten Abend euch allen!

Ich bin schon seit Längerem in diesem Forum aktiv, bisher allerdings nur als Leser. Nun bin ich aber ratlos und bin auf die Hilfe und das Wissen von euch angewiesen.

Mein Golf 3 (BJ. 1997, 1.6 101PS AKS, 207k km) springt seit dem ich die untere sowie obere Hälfte der Ansaugbrücke/des Saugrohrs getauscht habe nicht mehr an.

Folgende Situation nach dem Umbau:

Der Golf sprang nach dem Umbau erstmal etwas holprig an, etwa wie ein Sacknüse. was sich nach gut 2min aber wieder gelegt hat. Anschließend lief er ganz normal. Nach gut 10km Fahrt ging er allerdings nachdem ich vor einer roten Ampel vom Gas gegangen bin einfach aus. Die Drehzahl ging normal runter, hat sich allerdings dann nicht gefangen sondern ging auf Null. Macht seitdem nix mehr, dies ist fast eine Woche her.

Folgende Informationen und Tests die ich aktuell schon durchgeführt habe:

- Benzindruck vor Einspritzleiste getestet, genug Druck vorhanden und Benzinpumpe arbeitet bei Zündung an
- Alle Zündkerzen visuell geprüft und getestet (vor 20000 km gewechselt), Zündfunke vorhanden (Orange)
- Zündspule getestet und auf Masseproblem überprüft, Zündfunke vorhanden (Orange)
- Relais 30 gewechselt, kein Unterschied
- Anlasser dreht
- Steuerzeiten (OT Stellung an Zahnriemen und Verteilerfinger überprüft), in Ordnung
- Verteilerkappe sowie Verteilerfinger visuell und auf Rotation geprüft, in Ordnung
- Mit Bremsenreiniger in Drosselklappe gestartet, kein Unterschied
- Batteriespannung gemessen, ~12,1V beim Startversuch ~9V
- Kurbelwellensensor überprüft, gibt laut Tacho sowie VCDS Lite eine Drehzahl ab (200 bis 300 Umdrehungen beim Starten)
- jegliche Stecker am Motor und sonstigen Bauteilen auf Festigkeit geprüft, in Ordnung
- Auf die ursprüngliche Ansaugbrücke gewechselt, kein Unterschied
- Jegliche Massepunkte überprüft, sauber und in Ordnung
- Steuergerät ausgelesen, keine Fehler vorhanden
- Alle Einspritzdüsen ausgebaut und visuell geprüft, alle komplett frei von Schmutz und korrekt eingesteckt
- Sicherungen überprüft, alle in Ordnung
- Hallgeber (G40) überprüft, laut VCDS Lite in den Sollwerten der Messblöcke
- Drosselklappe auf grobe Funktion getestet, öffnet und schließt korrekt
- 42 Pin Stecker für Motor Elektronik ausgedreht und visuell überprüft, in Ordnung

Dinge die mich etwas stutzig machen:

- An den Einspritzdüsen kommen bei Zündung an und beim Startversuch 4,44V an. Passt das so?
- Die Zündkerzen sind nach mehreren Startversuchen nur leicht feucht von Sprit, allerdings nicht Nass.
- Die Ansaugbrücke ist Sandgestrahlt, könnte es an Sandresten von der Sandstrahlung liegen?
- Habe leider keinen Tester da, um die Kompressionen zu testen.

Ich bin wirklich mittlerweile am verzweifeln, weil es für mich keinen Sinn ergibt, warum er nicht anspringen will.

Bin halt auch auf das Auto angewiesen, daher muss langsam eine Lösung her. Bin bereits schon eine Woche mit Muttis Auto zur Arbeit gefahren, was mir persönlich auch ein schlechtes Gewissen gemacht hat. :(

Ich hoffe jemand hat noch ein paar Ideen oder Ratschläge um dieses merkwürdige Problem zu beheben.

Vielen Dank im Voraus und einen guten Start in die Woche! ;)

Rot-Runner 10.08.2026 13:47

"Sandreste vom Sandstrahlen" - das wäre ja eine absolute Katastrophe - ich hoffe du warst so schlau, das mit Sicherheit auszuschließen. Auf was für dummes Zeug man allerdings kommt, wenn man nicht mehr weiter weiß...

Besorg dir einen neuen OT-Geber (G28) - der steht nicht im Fehlerspeicher und ist höchstwahrscheinlich kaputt. Messen hat keinen Zweck, das macht die Sache nur schlimmer. Bei Classic-Parts gibt es ihn für über 80,- € (021906433A) das ist natürlich ein Mondpreis und nur für VR6 (was übrigens Quatsch ist, der passt überall), aber besser sind die mit einem "C" am Ende. Kaufe nicht den billigsten, aber vom Markenhersteller.

Noch was: auch wenn du die Kompression nicht messen kannst - wozu auch - der Motor lief doch vorher einwandfrei. Wo sollte denn die Kompression geblieben sein? Bei der Fehlersuche immer etwas logisch vorgehen und nicht alles Mögliche vermuten.

Ein guter gebrauchter ist manchmal die bessere Wahl - das Metallgehäuse ist wichtig, gibt es so nicht mehr (außer bei CP).

ebay: 256863584119

Marvmk3 10.08.2026 17:41

Erstmal Danke für Nachricht!

Habe die Ansaugbrücke von Kleinanzeigen erworben, da meine bei den Klappen spiel hatte. Habe diese vorher gründlich mit Bremsenreiniger sowie mit Tüchern von Innen mehrmals gereinigt

Ich möchte nur sichergehen, dass es auch wirklich der G28/Kurbelwellensensor ist, da der Tausch ja auch nicht gerade in 5 Minuten gemacht ist. Laut Tacho sowie Steuergerät gibt dieser ja auch ein Signal ab, also sollte dieser grundsätzlich funktionieren. Außer er gibt falsche Werte ans Steuergerät weiter.

So gut wie jeder gibt immer den Ratschlag, erst auslesen und Steuergerät überprüfen sowie die Standard Dinge die der Motor braucht (Sprit, Funke und Kompression) um überhaupt zu funktionieren, und jetzt soll ich erstmal darauf keinen Fokus setzen? Jetzt bin ich verwirrt. :stupid:

Golferrari 10.08.2026 19:45

Kannst Du klare Worte ab?
Der Verteiler hat nicht das geringste mit den Steuerzeiten zu tun. Die prüft man an der Nockenwelle. Ich weis nicht wie Du darauf kommst. Der Verteilerfinger steht irgendwo bei einer elektronisch gesteuerten Zündung, die ein Teil der Motronic ist.
Einen Kompressionsdrucktester bekommt man billig bei Amazon, eBay, offline bei Kaufland oder einem Autozubehörladen. So ein rundes Manometer mit einem flexiblen Schlauch und einem Gewindestück am Ende. Unten ist noch ein Reifenventil eingeschraubt, damit der Druck in den Messraum geht, aber nicht wieder zurück. Ich sehe ganze Set's ab 12,99€ inkl. Versand.Vergiss die teuren Geräte, die können nix besser.
Du machst alle Kerzen raus, lädst die Batterie vorher voll auf (kein Ladegerät? Gibt es auch aus besagten Quellen) und schraubst das Ende des Testers in ein Kerzenloch. Dann läst Du den Anlasser 4 Sekunden jubeln und kannst den erreichten Wert ablesen. Dann drückst Du das Ende kurz auf eine feste Unterlage, der Druck entweicht und Du kannst den nächsten Zylinder messen. Bei Vergaser und alten Einspritzern mit mechanischer Drosselklappe sollte die offen sein, also Vollgas geben. Sonst kommt zu wenig Luft in den Zylinder und der Wert fällt zu niedrig aus.
Da Du aber mit Bremsenreiniger keine Zündung hast, wird der Funke fehlen oder der Zahnriemen ist heftig übergesprungen.
Wenn man Autos repariert und nicht so ganz firm in der Materie ist, sollte man erst fragen und dann schrauben, nicht sinnfrei Sachen zurückwechseln und erneuern. Bei Dir merkt man, wie der Laie dann von einer logischen Fehleranalyse auf blindes, zufälliges Ausprobieren nach dem Losprinzip übergeht. Das führ zu nix außer Frust und Autos die fast heil auf den Schrott wandern, weil "keinen Bock mehr".
Also, Sensor, Zündung oder Zahnriemen. Viel mehr ist da nicht. Orange Zündfunken sind Zeichen für viel zu niedrige Batteriespannung oder eine defekt Zündspule.

Marvmk3 10.08.2026 21:50

Kann man auch etwas netter ausdrücken aber danke dir. Keine Ahnung warum so eine Spannung in dem Kommentar sein muss oder hab ich was falsches gesagt? Bitte kläre mich auf.

Das mit dem Zahnriemen hatte ich noch vor, den korrekt zu überprüfen. Wofür ist aber dann die Markierung am Zündverteiler? Ich hab nur gelesen das man das darüber auch überprüfen kann, die Quelle hab ich gerade nicht direkt zur Hand.

Ich belese mich und frage auch wenn ich kann auch nach, dafür hab ich ja diesen Beitrag erstellt. Hab auch einen KFZ Meister an der Hand, den ich auch bei vielen Dingen gefragt hab (wenn er auch Zeit hatte) wo auch momentan das Auto steht. Allerdings ist dieser jetzt erstmal im Urlaub und bin kann ihn daher erstmal nicht fragen.

Werde jetzt erstmal die Zündspule mit einer anderen funktionierenden Testweise wechseln, da der Funke an sich auch ziemlich suspekt aussieht und dieser schon nur bei Zündung an einmal Funkt.

g3FreAK 10.08.2026 22:41

Du hast gar nichts falsch gemacht, hier gibt es nur ein paar alte Griesgrame die von oben herab schauen.

Golferrari 11.08.2026 00:03

Schau, Du hast auch auf FB schon diverse Hinweise bekommen, machst aber nichts was Dir Profis sagen, sondern folgst Deinen spontanen Einfällen. Dann sind klare Worte angesagt, damit Du Deine Karre wieder zum Laufen bekommst und nicht noch weiter zerlegst und anfängst den Kabelbaum zu zerschneiden, weil ein Stecker, theoretisch, kaputt sein könnte.
An die Ampel fahren, Auskuppeln, Motor aus, ist ein Klassiker für Zahnriemen übergesprungen. Kann natürlich auch was ganz anderes zufällig und schlagartig verenden. Benzinpumpe fest, irgend ein Transistor im Steuergerät defekt, Spule der Wegfahrsperre tot oder das Steuergerät der WFS hat eine kalte Lötstelle.
Zündspulen melden sich meistens an, erst mit kurzen Ausfällen oder stottern, dann irgendwann Totalausfall.
Die aller simpelsten Dinge, damit ein Benziner läuft, sind Benzin, Zündfunken und Verdichtung. Ohne das geht nix. Darum prüft man das immer erst 100%ig ab. Benzin, also spritzen die Düsen beim Startversuch, haben wir einen seriösen Zündfunken und verdichtet der Motor. Man zerlegt nicht den Motor und "meint" das er wohl Benzin hätte und der Zündfunken wohl OK ist. Ein Motor kümmert sich absolut nicht um Vermutungen und Annahmen aus Hörensagen. Autos werden nicht durch grübeln bis man den genialen Einfall hat repariert, wie Wiki der oberschlaue Wikinger das immer macht. Man geht systematisch vor und nutzt der Reihe nach alle logischen Diagnosegeräte.
Heute stöpselt man natürlich immer zuerst den Tester an. Ist ja auch logisch, man macht sich nicht schmutzig, schwitzt nicht und es sieht cool aus. Wenn der Tester aber ratlos ist, was leider häufiger vorkommt als man denkt, ist der Old School Automechaniker gefragt. Ob der nun von oben, unten oder der Seite schaut.
Die Kompression könnte ein Tester theoretisch auch über die Anlasserspannung messen, nur mal nebenbei, die alten, großen Motortester konnten das. Die sind aber aus der Mode gekommen. Was dem Tester sonst noch extrem schwer fällt sind Massefehler, da wird der Mekatroniker irre. Weil da hatte ja in der Berufsschule so ein griesgrämiger alter Sack, so von oben herab, etwas erklärt, was echt niemanden interessierte.

Rot-Runner 11.08.2026 10:10

Zitat:

Zitat von Marvmk3 (Beitrag 1888616)

Laut Tacho sowie Steuergerät gibt dieser ja auch ein Signal ab, also sollte dieser grundsätzlich funktionieren. Außer er gibt falsche Werte ans Steuergerät weiter.

:stupid:

Das ist richtig, soweit das Auto einen Drehzahlmesser hat. Wenn G28 defekt ist, fällt der schlagartig auf Null. Er kann aber nach 30 Jahren trotzdem eine Macke haben, weil die Innereien altern. Dann kaufe lieber einen neuen, wenn du den Arbeitsaufwand nicht 2x haben möchtest. Es schadet zumindest nicht, das Teil nach so langer Zeit mal zu wechseln. Der Zusammenhang mit dem Ansaugrohr wird wohl rein zufällig sein.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 10:57 Uhr.

Powered by vBulletin®