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mimi 31.12.2016 12:20

Erklären kann ich dir das nicht, ich habe aber die Vermutung das VW einen möglichen Spannungseinbruch kompensieren wollte. Die Leistung des Klimakompressors ist ja gewissermaßen Drehzahlabhängig. Und dieser braucht ja mehr Spannung bei höherer Drehzahl (ich hoffe, ich verdrehe das jetzt nicht). Schöne Grüße André

wolfi71 31.12.2016 12:58

Das Problem sind nicht die 70A, das Problem ist die Leistung im Leerlauf, die nur um die 50% (ca 35-40A) und bei ca 1100/min rund 67% (50A) beträgt. Da ist die 70A bei den Verbrauchern im Golf etwas zu schwach.
Rechnen wir doch mal zusammen:
Motor ca 10A (Motronic mit Zündung und Spritpumpe)
Licht ca 15A
Radio 2A
Lüfter innen 3-10A
Klima mit Kompressor und Lüfter 15A
Da sind wir bei lockeren 50A. Da bleibt nix mehr für Ladung übrig. Deswegen die größere Maschine.

Teletubby 31.12.2016 14:18

Hallo!

Obwohl es in der Garage recht kalt ist, habe ich es inzwischen auch geschafft, den Auspuffkrümmer abzubauen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483188629.JPG

Wenn ich jetzt aber sagen würde, dass das alles wunderbar geklappt hat, dann wäre das gelogen. Fällt wem beim Betrachten der nächsten beiden Fotos etwas auf?
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483188722.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483188818.JPG

Richtig, es ist ein Bolzen am Zylinderkopf abgerissen. Und zwar fahrerseitig der untere.

Nun ist es aber nicht so, als hätte ich wie ein Irrer an der Befestigunsmutter herumgewürgt. Ganz im Gegenteil: Es ging ganz leicht, so dass ich im ersten Moment gedacht habe, dass die Mutter lose ist. Kurz darauf hatte ich sie mit einem Stück des Bolzens in der Hand.

Meine erste Vermutung war die, dass der Krümmer sich verzogen haben und dadurch den Bolzen geschwächt haben könnte. Denn so etwas hatte ich schon einmal. Dann müsste aber in diesem Bereich etwas undicht geworden sein. Davon sind aber keinerlei Spuren zu sehen; weder am Zylinderkopf noch am Krümmer noch an der Dichtung.

Das abgerissene Ende des Bolzens sieht so aus:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189166.JPG

Nach meiner Überzeugung hat der Bolzen nur noch dort getragen, wo es silbrig schimmert, also speziell rechts und unten, jeweils ganz am Rand; auf dem gesamten Rest aber nicht. Das stimmt ungefähr mit der Drehkraft überein, bei der ich den Bolzen in der Hand hatte.

Wie mag so etwas kommen? Ein Bolzen mit Lufteinschlüssen? Beim Zusammenbau im Werk zu fest angezogen? Auf jeden Fall bin ich bei allem Unglück froh, dass ich es jetzt gemerkt habe. Denn irgendwann wäre diese Stelle undicht geworden. Bei komplett zusammengebautem Motorraum wäre der Reparaturaufwand aber ungleich höher gewesen.

Ich habe dann drei weitere Bolzen herausgedreht; das ging völlig normal mit dem üblichen Kraftaufwand. Diese Bolzen sind im Bereich des Zylinderkopf-Innengewindes kein bisschen verrostet:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189551.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189507.JPG

Das macht Hoffnung, dass sich der Rest des abgerissenen Bolzens irgendwie wird herausholen lassen.

Aus dem Auspuffkrümmer ließen sich alle Gewindebolzen ( 1 Stück M8, 4 Stück M10) herausdrehen; bei den M10-Bolzen ging das aber extrem schwer:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189730.JPG

Nach dem Reinigen der Dichtflächen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189798.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483189846.JPG

Was ich jetzt brauche: Einen guten und am besten todsicheren Tipp, wie ich den Rest des unteren Auspuffbolzens des vierten Zylinders aus dem Zylinderkopf heraus bekomme. Dass das ohne Abbau des Zylinderkopfes kaum gehen wird, ist mir klar. Zeit spielt keine Rolle. Den Kopf möchte ich wegen der geringen Laufleistung unter allen Umständen retten.

Bitte jetzt nicht einfach nur mit "Ausbohren" antworten, denn das kenne ich selbst aus vielfacher Praxis. Es ist aber erfahrungsgemäß heikel, einen Stahlbolzenrest aus einem Leichtmetallteil auszubohren, ohne das Innengewinde des Zylinderkopfes stärker zu beschädigen.

Vielleicht kennt hier ja noch jemand eine gute und sichere Methode.

Grüße Teletubby

DERChristian 31.12.2016 14:29

Im eingebauten Zustand würde ich versuchen, den Bolzen vorsichtig mit einem links(!)drehenden Bohrer anzubohren und dann vorsichtig mit einem Linksdreher auszudrehen.

Dass dabei sehr viel Hitze und das vorherige einwirken lassen von Kriechöl hilft muss ich ja nicht sagen.

Wenn du den Zylinderkopf ausgebaut hast würde ich den Bolzen einfach herauserodieren lassen. Dass ist die sicherste und schonendste Methode. Fräsereien und Drehereien retten so Werkstücke oder Werkzeuge in denen ein (Gewinde)Bohrer o.ä. abgerissen ist.

Ich geb dir recht, es scheint wirklich als wäre der Bolzen vorrher schon fast durchgerissen. Da sie aber noch gut ausshen und nicht korrodiert sind könntest du Glück haben und den Bolzen im ausgebauten Zustand herausbekommen.

P.S.: Für alle die mit dem Begriff "Erodieren" nichts anfangen können:
https://de.wikipedia.org/wiki/Funkenerodieren

wolfi71 31.12.2016 15:09

Ich würde klein anfangen mit dem ausbohren, damit du die Mitte besser triffst. Kopf würde ich versuchen drauf zu lassen, wobei da hinter dem Motor ist bescheiden zu arbeiten. Links drehende Bohrer sind von Vorteil, weil dann löst der evtl vorher schon. Den Kopf gut erwärmen hilft auch, weil das Alu dehnt sich stärker wie der Stahl. Ein loch drin, Linksgewinde rein den Kopf warm machen und dann eine kalte Schraube in das Linksgewinde rein, evtl kontern und versuchen zu lösen

ruebe 31.12.2016 15:52

Ich benutze sowas zum ausdrehen schon seit ende der 90er hat damals schlappe 160 DM
gekostet, Hat sich im laufe der Jahre aber bezahlt gemacht
https://www.zoro.de/stehbolzenausdre...FW0R0wod64gIOA

Mustang80 31.12.2016 16:45

Ich kann es auf dem Bild leider schlecht erkennen aber wenn vom Bolzen noch ein wenig raus schaut, würde ich versuchen eine Mutter aufzuschweissen und ihn danach evtl mit Kältespray abzukühlen und raus zu drehen. Das könnte auch ohne kopfdemontage klappen.

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1813284)
Das Problem sind nicht die 70A, das Problem ist die Leistung im Leerlauf, die nur um die 50% (ca 35-40A) und bei ca 1100/min rund 67% (50A) beträgt. Da ist die 70A bei den Verbrauchern im Golf etwas zu schwach.
Rechnen wir doch mal zusammen:
Motor ca 10A (Motronic mit Zündung und Spritpumpe)
Licht ca 15A
Radio 2A
Lüfter innen 3-10A
Klima mit Kompressor und Lüfter 15A
Da sind wir bei lockeren 50A. Da bleibt nix mehr für Ladung übrig. Deswegen die größere Maschine.

Der Kühlerlüftermotor hat 80W auf der 1. Stufe wenn ich mich recht erinnere. Das sind knapp 6A. Alle anderen Verbraucher hat man ohne Klima mit der 70A auch zu versorgen. Einzig die Magnetkupplung zieht noch ein halbes A. Ansonsten exakt gleiche Verbraucher. Licht hat man normalerweise tagsüber nicht an - ich zumindest nicht und mit 1100 Upm bin ich auch quasi nie unterwegs. Rechnet man das also korrekt zusammen hat man über 20A für die Ladung zur Verfügung. .

DERChristian 31.12.2016 17:50

Wie man auf dem Foto eigentlich gut sehen kann (??) ist der Bolzen in der Bohrung abgerissen. Der Rest steckt noch im Loch, es steht nichts über.

Die Idee mit der Bohrhülse aus dem Hazet set ist aber genial. Muss ich mir merken.

golf bastler 31.12.2016 20:03

Meine Erfahrung zu dem Thema:
1.Bolzen gut ankörnern
2. Cobaltbohrer ist das Zauberwort. Damit hab ich eine Edelstahlschraube im alukopf meines motorradmotors angebohrt, der geht da wie butter durch.

Anschließend torx einschlagen und rausdamit.

Vorher gut rostlöser Einwirken lassen.


Wenn der bolzen sich beim bohren schon mitdreht:
Aufhören und versuchen mit nem schlitzschraubendreher den rest rauszuholen.

Hat bislang immer funktioniert,außer bei meiner Schraube vom abs sensor hinten. Da habe ich dann in die alte Schraube neues Gewinde geschnitten ^^

Einer standbohrmaschine erleichtert die Arbeit ungemein

Wichtig dazu:
Keine hohltorx verwenden

Teletubby 01.01.2017 10:50

Hallo und ein gutes Neues!

Und vielen Dank für die Tipps! Da ist ja echt was bei, was ich noch nicht kannte.

Zitat:

Zitat von DERChristian (Beitrag 1813292)
Im eingebauten Zustand würde ich versuchen, den Bolzen vorsichtig mit einem links(!)drehenden Bohrer anzubohren und dann vorsichtig mit einem Linksdreher auszudrehen.

Linksausdreher kenne ich. Sie haben folgenden Nachteil: Bohrt man das Loch im abgebrochenen Bolzen zu dünn, bricht der Ausdreher ab. Bohrt man es zu groß, spreizt der Ausdreher den Bolzen, wodurch er sich im Innengewinde festklemmt und dann noch schwerer drehen lässt.


Zitat:

Zitat von DERChristian (Beitrag 1813292)
Wenn du den Zylinderkopf ausgebaut hast würde ich den Bolzen einfach herauserodieren lassen. Dass ist die sicherste und schonendste Methode. Fräsereien und Drehereien retten so Werkstücke oder Werkzeuge in denen ein (Gewinde)Bohrer o.ä. abgerissen ist.

Hast Du damit praktische Erfahrung?


Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1813295)
Kopf würde ich versuchen drauf zu lassen, wobei da hinter dem Motor ist bescheiden zu arbeiten.

Den Zylinderkopf dazu angebaut zu lassen, das kann man vergessen. Denn das Ganze findet hier statt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1483262802.jpg

Ziemlich tief hinter dem Motor, der dazu auch noch in die ungünstige Richtung geneigt ist. Zum Ankörnen müsste man dort mit einem Spiegel arbeiten, und zum Bohren eine biegsame Welle nehmen, weil für eine Bohrmaschine kein Platz ist. Das kann eigentlich nur schiefgehen.

Es ist aber überhaupt kein Drama, den Zylinderkopf abzubauen. Denn der größte Teil der Vorarbeiten ist durch die eh nötige Demontage eh schon erledigt, und die Kühlflüssigkeit ist schon seit Wochen abgelassen. Als Vorarbeit müssten nur noch der Ventildeckel abgenommen werden und der Zahnriemen. Weil ich den Riemen eh erneuern wollte, ist das auch keine Mehrarbeit.

Der Abbau des Zylinderkopfes hätte darüber hinaus noch folgenen Vorteil: Im eingebauten Zustand sind die sechs Schrauben des Saugrohres nur extrem ungünstig zu erreichen; sie mit einem Drehmomentschlüssel festziehen, das ist so gut wie unmöglich. Wenn der Zylinderkopf abgebaut ist, könnte ich ihn mit Auspuffkrümmer und Saugrohr komplettieren und dann erst als Einheit anbauen.

Also: Dass ich den Zylinderkopf abbauen werde, ist für mich im Moment so gut wie sicher. Das werde ich sehr wahrscheinlich aber erst später in Angriff nehmen. Und zwar erst dann, wenn er danach zügig wieder angebaut werden kann. Dazu müssen aber erst die Öffnungen für die Klimaanlage in die Querwand eingearbeitet sein. Und die Umlenkwelle mit der Gummikugel der Schaltung möchte ich auch erneuern sowie evtl. weitere Lagerbuchsen. Das geht alles so am besten, wie es jetzt ist.

Auch wenn ich über das Problem des Auspuffbolzens am liebsten heute noch Klarheit hätte: Ich möchte den Motor möglichst nicht über längere Zeit offen ohne Zylinderkopf stehen lassen.


Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1813301)
Ich kann es auf dem Bild leider schlecht erkennen aber wenn vom Bolzen noch ein wenig raus schaut,...

Zitat:

Zitat von DERChristian (Beitrag 1813304)
Wie man auf dem Foto eigentlich gut sehen kann (??) ist der Bolzen in der Bohrung abgerissen.

Ja genau. Etwa zwei bis drei Millimeter unterhalb der Dichtfläche. Durch Vergleich mit einem intakten Bolzen weiß ich, dass der im Zylinderkopf steckende Bolzenrest eine Länge von ca. 12 mm hat.


Zitat:

Zitat von golf bastler (Beitrag 1813307)
Meine Erfahrung zu dem Thema:
1.Bolzen gut ankörnern
2. Cobaltbohrer ist das Zauberwort. Damit hab ich eine Edelstahlschraube im alukopf meines motorradmotors angebohrt, der geht da wie butter durch.

Anschließend torx einschlagen und rausdamit.

Das gefällt mir im Moment (evtl. nach dem Erodieren) am besten.

Was ich auch schon überlegt habe; Den Bolzen schön mittig und gerade durchzubohren, z.B. mit 5,5 mm. Dann einen M8 Gewindebolzen an einem Ende auf einer Länge von ca. 15 mm auf 5,5 mm abdrehen lassen, so dass er genau in den aufgebohten Bolzen hineinpasst. Und ihn dann so mit Loctite 270 zu befestigen. Loctite 270 ist mit "hochfest" beschrieben und nur für Verbindungen, die danach nie wieder gelöst werden müssen.

Vorteile dieser Methode: Keine Hitze, keine Schläge. Denn ich habe Sorgen, dass sich der ausgebaute Zylinderkopf durch örtliche Hitze und Schläge verziehen könnte.

Was haltet Ihr davon?

Und wo ich auch schon dran gedacht habe: Einfach mal einen Motorenbaubetrieb damit zu konfrontieren. Die werden derartige Probleme öfter haben und deshalb im Besitz geeigneter Werkzeuge und Erfahrungen sein.

Kommentare sind ausdrücklich erwünscht!

Grüße Teletubby

wolfi71 01.01.2017 11:41

Bevor du deinen Kopf ruinierst, wäre vermutlich das verbringen des Kopfes zu einem Motreninstandsetzer die einfachste Methode. Mit einem Hunni wirst rechnen müssen, aber wenn du das Werkzeug rechnest, das du selbst brauchst, ist der Unterschied nicht mehr so groß.

rein theoretisch würde mir noch eine andere Lösung vorschweben, aber die wirst du ablehnen. Sie hat was mit ABS/ADZ zu tun und würde bedeuten, dass du dir einen ABS oder ADZ besorgst in gutem Zustand und den komplett mit Auspuff einbaust. Das lange AAM-Getriebe lässt du drin und schon hast du einen überaus laufruhigen und sparsamen Golf vor dir. An den Fahrleistungen ändert sich praktisch nichts, weil der ABS seine besseren Fahrleistungen aus seinem kurzen Säufergetriebe bezieht. DIe Kosten dürften nciht wesentlich von der Instandsetzung des AAM abweichen. Und wie du weißt, sind gute Motoren von Golf wie Sand am Meer zu finden.

Wenn dein Golf3 eine WFS hat, kann das Steuergerät sowohl AAM wie auch ADZ.

DERChristian 01.01.2017 14:40

@ Teletubby:
Ja, ich habe in der Firma in der ich vorher gearbeitet habe ein paar mal erlebt wie Werkzeuge und Werkstücke durch auserodieren abgebrochener Teile gerettet wurden. Sonst hätte ich das nicht vorgeschlagen.

Frage doch mal mit den Fotos per E-Mail in bei solchen Firmen an. Das kostet erstmal nichts.

Deine Bedenken zum Linksausdreher teile ich, aber ein Versuch mit Gefühl kann nicht schaden. Und wenn er abbricht: Auserodieren...

Und noch ein Vorschlag: Man könnte auch zuerst einen Inbus- oder Torx Öffnung in den abgebrochnen Stummel einerodieren und dann versuchen zu drehen.

DERChristian 01.01.2017 16:24

@ Teletubby: Nachtrag:

Zu deiner Loctite Lösung: Wenn, dann würde ich Loctite 620 oder 638 verwenden, der ist für solche Fälle massgeschneidert und ideal. Er hat aber wie alle Loctite Produkte den Nachteil das er die Hitze am Auslass nicht überstehen wird.

LOCTITE 620 - Fügeklebstoff - Loctite

LOCTITE 638 - Fügeklebstoff - Loctite

Das halte ich also für nicht Praktikabel.


Deine Bedenken dass sich der Zylinderkopf im ausgebauten Zustand durch Schläge etc. beim ausbau des Bolzens verzieht sind unnötig. Das hält der Kopf aus.

Du kannst den Motor ohne Zylinderkopf bedenkenlos stehen lassen, du musst ihn nur mit einer Plastikfolie abdecken. Und wenn du es gut machen willst, die Zylinder vorher etwas einölen um Flugrost zu verhindern.

wolfi71 01.01.2017 18:25

Die Hitze ist nicht das Problem, weil Loctite nur dazu dient die Verbindung zum ausdrehen des Stehbolzenrestes herzustellen.

danone 01.01.2017 19:04

Wenn der kopf ausgebaut ist kannst du den krümmer als bohrschablone verwenden. Mit einem bohrer der genau ins loch deskrümmers passt, dann hast du exakt die mitte im stehbolzen. Danach ist weiteres ausbohren ein kinderspiel.

DERChristian 01.01.2017 20:48

@ Wolfi71: Dann hab ich etwas falschverstanden?

@ Danone: Bei den meisten Krümmern ist doch die Befestigungsbohrung ca. 1 mm grösser als der Stehbolzen.

Angenommen der Bolzen hatt die Grösse M8, die Bohrung im Krümmer dann 9 mm. Wenn ich dann, nach dem ich den Krümmer per Augenmass halbwegs ausgerichtet habe da er überall +/- 1 mm Spiel hat, mit einem 9mm Bohrer in den Kopf bohre, habe ich zwar den Bolzenrest entfernt aber auch das Gewinde im Zylinderkopf mit ausgebohrt.

Kernlochbohrung für M8 ist übrigens (D Minus Steigung): 6,75 mm

Grösser darf der Bohrer nicht sein mit dem man den abgerissenem Bolzen zu leibe rückt, wenn man das Gewinde nicht beschädigen will.

Teletubby 01.01.2017 20:54

Hallo!

Zitat:

Zitat von DERChristian (Beitrag 1813332)
@ Teletubby: Nachtrag:

Zu deiner Loctite Lösung: Wenn, dann würde ich Loctite 620 oder 638 verwenden, der ist für solche Fälle massgeschneidert und ideal. Er hat aber wie alle Loctite Produkte den Nachteil das er die Hitze am Auslass nicht überstehen wird.

Sorry, Missverständnis: Diese Konstruktion ist nur für das Ausdrehen des Bolzens gedacht und nicht als Dauerlösung.

Ich habe das geistig inzwischen noch etwas weiterentwickelt: Im ersten Schritt den Bolzen im Gewindeloch in mehreren Durchgängen, beginnend mit 2,5 mm, bis schließlich auf 5 mm aufbohren. Dann ein Gewinde M6 einschneiden und danach eine M6 Sechskantschraube mit der Länge ca. 20 bis 30 mm mit Loctite 270 eindrehen. Nach einer Wartezeit zur Aushärtung des Loctite von mehreren Tagen den Bolzen am Sechskant der Schraube herausdrehen.

Das wäre ein Weg ohne Gewalt- und Hitzeeinwirkung.

M6-Schrauben gibt es in der Festigkeitsklasse 12.9, für die ein Anzugsdrehmoment von 18 Nm gilt. Daraus kann man vermuten, dass auch ca. 25 Nm die Schraube noch nicht zum Abreißen bringen werden. So fest saßen die anderen Bolzen aber bei weitem nicht. Als einziger fraglicher Punkt dabei bleibt die Loctite-Verbindung. Ansonsten halte ich das schon fast für einen ziemlich sicheren Weg.


Zitat:

Zitat von danone (Beitrag 1813354)
Wenn der kopf ausgebaut ist kannst du den krümmer als bohrschablone verwenden. Mit einem bohrer der genau ins loch deskrümmers passt, dann hast du exakt die mitte im stehbolzen. Danach ist weiteres ausbohren ein kinderspiel.

Ja, stimmt. Mittiges Ankörnen und gerades Bohren sind das A und O dieser Prozedur. Auf die Idee, den Krümmer dazu zur Hilfe zu nehmen, bin ich auch schon gekommen.

Der Abgaskrümmer hat aber für die beiden äußeren Zylinder größere Befestigungslöcher (ca. 10 mm Durchmesser) als für die inneren. Vermutlich wegen Herstellungstoleranzen und/oder wegen Wärmeausdehnung. Es wäre also eine Hülse nötig, um den Bohrer mittig zu bekommen. Aber das lässt sich ja machen. Auch an eine Holzkonstruktion als Hilfe zum mittigen und geraden Bohren hatte ich schon gedacht.

Eins ist auf jeden Fall klar: Freihändiges Bohren ist bei diesem Fall zu gefährlich.

Sehr vorteilhaft dabei ist für mich, dass die Sache überhaupt nicht eilig ist. Praktisch anfangen werde ich erst dann, wenn alle Vorbereitungen sowohl geistiger als auch praktischer Art abgeschlossen sind. Dabei ist mir dieses Forum eine große Hilfe.

Die restlichen vier Bolzen für die Krümmerbefestigung am Zylinderkopf habe ich heute nachmittag herausgedreht; das ging ohne Probleme. Bis auf einen, der etwas schwerer ging, schätze ich das nötige Ausdrehmoment auf ca. 10 bis 15 Nm. Das Verhalten war bei allen sieben ganzen Bolzen gleich: Nach einem etwas schwereren "Anfangs-Knack" ließen sie sich zuerst leichter, zwischendurch aber auch schonmal schwerer drehen. Deshalb soll die Ausdrehmethode des abgerissenen auf jeden Fall so sein, dass man unter Zuführung von Öl in beide Richtungen drehen kann. Linksausdreher scheiden auch deshalb aus.

Grüße Teletubby

American-Psycho 01.01.2017 22:33

Ich hab selbst schon mal nen Kopf zum Zerspaner gebracht, der hat den abgerissenen Bolzen ausgefräst, das originale Gewinde wurde nicht beschädigt, gekostet hatte es um die 60€ + MwSt, ist aber schon ein paar Jahre her.

MirKesBre 01.01.2017 23:05

Man könnte auch den Motor komplett ausbauen um so den Kopf nicht einzeln abnehmen zu müssen.

danone 02.01.2017 11:20

Zitat:

Zitat von DERChristian (Beitrag 1813366)
@ Wolfi71: Dann hab ich etwas falschverstanden?

@ Danone: Bei den meisten Krümmern ist doch die Befestigungsbohrung ca. 1 mm grösser als der Stehbolzen.

Angenommen der Bolzen hatt die Grösse M8, die Bohrung im Krümmer dann 9 mm. Wenn ich dann, nach dem ich den Krümmer per Augenmass halbwegs ausgerichtet habe da er überall +/- 1 mm Spiel hat, mit einem 9mm Bohrer in den Kopf bohre, habe ich zwar den Bolzenrest entfernt aber auch das Gewinde im Zylinderkopf mit ausgebohrt.

Kernlochbohrung für M8 ist übrigens (D Minus Steigung): 6,75 mm

Grösser darf der Bohrer nicht sein mit dem man den abgerissenem Bolzen zu leibe rückt, wenn man das Gewinde nicht beschädigen will.

Deshalb soll er ja nicht durchbohren, nur den stehbolzen anbohren. Dieser "krater" ist dann mittig im stehbolzen. Mit dem körner bekommst das nie im leben 100 prozentig mittig. Ich habe schon viele schrauben und stehbolzen, sowohl aus alu als aus stahl ausgebohrt. Hat immer geklappt. Klein anfangen und bis knapp unter kernloch durchmesser bohren, dann nachschneiden und fertig.


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