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Rennrudi 30.08.2017 20:54

Hi Manfred,
du erklärst alles ganz schön spannend.
Macht echte Freude, hier mitzulesen :)
Danke für die Mühen, die du dir mit dem kommentieren machst.

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1828587)
Als nächstes kann ich mir jetzt Gedanken darüber machen, wie ich die neuen Wellendichtringe genau so erfolgreich eingebaut bekomme.

Ich treibe solche Dichtungen/Simmerringe immer mit einer vom Durchmesser passenden Langnuss ein, oder aber auch mit einem Stück Rohr mit dicker Wandung.
So kann man überall gleichmäßigen Druck auf die Dichtung beim eintreiben ausüben.
Bisher hatte ich noch nie probleme auf die Art.

Gruß
Rudi

Nachtrag:
Um die Dichtung besser zu schützen (falls überhaupt notwendig), kann man dann auch z.B. eine große Unterlegscheibe passend aufbohren (damit die jeweils auf den/die Zapfen/Welle passt, sofern vorhanden), und dann vor den Simmerring setzen, und dann erst das Rohr aufstecken. So wirkt die ausgeübte Kraft beim eintreiben auf der gesamten Dichtfläche.
Bei schwer einzutreibenden Dichtungen, wäre diese Methode besser.

Teletubby 30.08.2017 21:47

Hallo!

Zitat:

Zitat von Rennrudi (Beitrag 1828597)
du erklärst alles ganz schön spannend.

Ich war bestrebt, es so zu beschreiben, wie es war: Es war nämlich auch ganz schön spannend. Es freut mich, wenn das über meinem Text rüberkommt.


Zitat:

Zitat von Rennrudi (Beitrag 1828597)
Macht echte Freude, hier mitzulesen :)

Danke sehr! Vielleicht sollte ich in Zukunft Abo´s dafür verkaufen? :D


Zitat:

Zitat von Rennrudi (Beitrag 1828597)
Danke für die Mühen, die du dir mit dem kommentieren machst.

Das meiste von dem, was ich abends hier schreibe, fällt mir wörtlich schon während der Arbeit ein. Durch die Fotos ist dann auch die Reihenfolge später wieder präsent. Der Rest ist einfach. Es kommt aber noch hinzu, dass es über einige Jahre meiner früheren beruflichen Tätigkeit in der Europazentrale eines japanischen Elektronik-Großkonzerns zu meinem Aufgabenbereich gehörte, Anleitungen zu verfassen oder zu überarbeiten. Deshalb ist so etwas für mich kein Neuland.


Zitat:

Zitat von Rennrudi (Beitrag 1828597)
Ich treibe solche Dichtungen/Simmerringe immer mit einer vom Durchmesser passenden Langnuss ein, oder aber auch mit einem Stück Rohr mit dicker Wandung. So kann man überall gleichmäßigen Druck auf die Dichtung beim eintreiben ausüben. Bisher hatte ich noch nie probleme auf die Art.

Ja, das ist natürlich ein Traum, passende Rohrstücke zum Eintreiben der Wellendichtringe in ihre Sitze. In meinem Fall sind es sechs Dichtringe, von denen nur zwei gleich sind. Alle anderen sind unterschiedlich. Gerade mal für zwei von Ihnen (für Kupplungsdruckstange und Kupplungshebelwelle) habe ich bisher Lösungen im Kopf. Die Wellendichtringe für die Gelenkflansche sind sehr groß (Außendurchmesser 65 mm); passende Rohrstücke findet man nicht an jeder Straßenecke. Und Rohrstücke für die beiden Dichtringe der Schaltwelle und der Getriebe-Eingangswelle müssen wegen der eingebauten Wellen sowohl vom Außen- als auch von Innendurchmesser her passend sein.

Grüße Teletubby

Matze941 30.08.2017 22:10

Ich hab dir mal eine PN geschrieben, vielleicht kann ich dir mit den Rohrstücken helfen ;)

Teletubby 30.08.2017 22:18

Zitat:

Zitat von Matze941 (Beitrag 1828602)
Ich hab dir mal eine PN geschrieben, vielleicht kann ich dir mit den Rohrstücken helfen ;)


Herzlichen Dank, ist angekommen und beantwortet. Ich glaube, mein Traum passender Rohrstücke aus meinem vorigen Beitrag ist gerade dabei, erfüllt zu werden....

Naumstar 30.08.2017 22:30

Wie wäre es wenn ich dir meine Gedrehten Kunststoff Montage Hilfen aus POM zur Verfügung Stelle? Die siehst du in meinem Showtread.
Müsstest nur für Hin und Rückversand aufkommen. Das Aufziehwerkzeug für die Flansche könnte ich dann auch ins Packet legen.

Rennrudi 31.08.2017 09:04

Hi Manfred,

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1828603)
Zitat:
Zitat von Matze941 Beitrag anzeigen
Ich hab dir mal eine PN geschrieben, vielleicht kann ich dir mit den Rohrstücken helfen

Herzlichen Dank, ist angekommen und beantwortet. Ich glaube, mein Traum passender Rohrstücke aus meinem vorigen Beitrag ist gerade dabei, erfüllt zu werden....

Das wäre ja prima wenn der Matthias dich mit Rohren versorgen kann, oder aber auch der Naumstar mit seinem Werkzeug.



Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1828598)
passende Rohrstücke findet man nicht an jeder Straßenecke

Da hast du recht.
Aber mal als allgemeiner Tipp:
Wenn man in seinem Ort, oder in der näheren Umgebung, eine oder besser noch mehrere Schlosserbuden hat, kann man eine Menge brauchbarer Profile etc. aus deren Schrottcontainer´n für nen kleines Trinkgeld bekommen.
Wenn im Schrottcontainer keine passenden Sachen zu finden sind, schneiden die einem auch gerne für einen kleinen Obulus Profile etc. aus den Lagerregalen.
Haber insgesamt schon einiges gutes aus den Containern rausgefischt, woraus ich mir dann z.B. Abzieher etc. gebastelt hatte ;)

Gruß
Rudi

Naumstar 31.08.2017 14:30

http://www.golf3.de/images/imported/2017/08/186.jpg

Bild Ganz Links:

Werkzeug Eingangswelle Simmering Groß

Bild Mitte:

Eingangswelle Simmering klein:

Bild Rechts:

Simmering Gelenkwellenflansch

Bild Oben:

Werkzeug zum Einziehen des Gelenkwellenflansch

Die Knipex Zange für die Sprengringe kann ich auch noch hinzulegen.

BTW:
Der Simmering der Eingangswelle ist bei dir Falsch eingepresst, der darf nur bündig eingesetzt werden, da er sonst eine Ölbohrung verschließt.

Teletubby 31.08.2017 21:39

Hallo!

Zitat:

Zitat von Naumstar (Beitrag 1828605)
Wie wäre es wenn ich dir meine Gedrehten Kunststoff Montage Hilfen aus POM zur Verfügung Stelle? Die siehst du in meinem Showtread.
Müsstest nur für Hin und Rückversand aufkommen. Das Aufziehwerkzeug für die Flansche könnte ich dann auch ins Packet legen.

Danke erstmal für das Angebot! Du wirst von mir hören.

Von den insgesamt sechs Wellendichtringen habe ich für zwei eine Lösung: Für den des äußeren Kupplungshebels und für den der Kupplungsdruckstange. Es bleiben also noch vier übrig, von denen zwei (= die für die Gelenkflansche) gleich sind.

Ich habe Deine Arbeiten am Getriebe in Deinem Showroom verfolgt. Dabei wurde ja auch klar, dass Du das Getriebe ziemlich komplett zerlegt hattest. Ich vermute, dass Du die Wellendichtringe eingebaut hast, als das Getriebe noch nicht zusammengebaut war = als die Wellen noch ausgebaut waren.

Frage: Lassen sich Deine Werkzeuge sicher auch bei zusammengesetzten Getrieben = bei eingebauten Wellen verwenden?

Für das Aufziehen der Gelenkflansche hatte ich mir bisher die Lösung ausgemalt, sie mit einem Stück einer M10-Gewindestange, einer M10-Mutter mit Scheibe und dem waagerechten Teil meines Zweiarmabziehers (= das Teil, in dem das Innengewinde für die Spindel ist) einzuziehen.


Zitat:

Zitat von Naumstar (Beitrag 1828605)
BTW:
Der Simmering der Eingangswelle ist bei dir Falsch eingepresst, der darf nur bündig eingesetzt werden, da er sonst eine Ölbohrung verschließt.

Sorry, verstehe ich im Moment nicht. Ich gehe sicher davon aus, dass der Wellendichtring der Antriebswelle noch original vom Werk eingesetzt war. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass dort schonmal jemand nachträglich etwas gemacht hat. Wenn ich das richtig sehe, war der Dichtring bis zum Anschlag seines Sitzes eingedrückt. Ich werde mir das aber morgen am Getriebe nochmal ansehen.

Grüße Teletubby

Teletubby 17.09.2017 11:59

Hallo!

Gestern habe ich es endlich geschafft, mein Getriebe fertig zu bekommen. Es fehlten ja nur noch vier Wellendichtringe und die Teile, die erst danach angebaut werden konnten, z.B. die Gelenkflansche.

Dazu ist am Freitag ein niedliches Paket von Forumsmitglied Matze941 angekommen, das die passenden Werkzeuge enthielt, mit denen die restlichen vier Wellendichtringe eingebaut werden konnten:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505636163.JPG

Diese Werkzeuge hat er aus hartem Kunststoffmaterial auf einer Drehbank hergestellt. Die Maße hatte ich ihm vorher durchgegeben.

Zwei Wellendichtringen hatte ich vorher schon mit Eigenmitteln eingebaut: Den für den Kupplungshebel mit einer passenden Stecknuss und einer großen Schraubzwinge. Und den für die Kupplungsdruckstange. Diesen hatte ich mir einfacher vorgestellt, deshalb habe ich ihn im ersten Versuch versaut. Das war ärgerlich, weil dieser winzige Dichtring etwa 17 Euro kostet. Für den zweiten Versuch hatte ich mir eine passende Vorrichtung gebaut, mit der es problemlos funktioniert hat:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505636576.JPG

Nachdem die Werkzeuge angekommen waren, konnte es weitergehen. Als erstes war der Dichtring für die Schaltwelle dran. Bei ihm bin ich wie auch bei allen anderen der Empfehlung aus dem VW Reparaturleitfaden gefolgt, sie am Außendurchmesser leicht einzuölen. Und natürlich die Dichtlippen und die Wellen. Auf dem nächsten Bild der tadellos saubere Sitz des Dichtringes für die Schaltwelle. Ebenfalls zu sehen: Der neue Schalter für die Rückfahrleuchten, festgedreht mit 20 Nm. Und der alte Tachogeber mit seiner neu verzinkten Befestigungsschraube. Diese Schraube gibt es bei VW nicht in der originalen Ausführung. Sie hat übrigens ein ultraseltenes Gewinde M7:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505636928.JPG

Der neue Dichtring und das Werkzeug:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637040.JPG

Zuerst habe ich den eingeölten Dichtrung auf die Welle geschoben...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637114.JPG

...dann weiter bis zur Anlage an seinem Sitz:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637204.JPG

Jetzt kamen das Werkzeug und die Schraubzwinge zum Einsatz. Das Schöne beim Eindrücken mit der Schraubzwinge ist, dass das sanft, gut dosierbar und ohne Schläge passiert:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637313.JPG

Da staunt der Dichtring: Durch Drehen an der Schraubzwinge wird er sanft in seinen Sitz bis zum Anschlag eingedrückt. Das Werkzeug hat einen Außendurchmesser von 29,8 mm und passt damit genau in den Sitz des Dichtringes (30,0 mm):
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637444.JPG

Fertig!
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637506.JPG

Jetzt konnte ich die Schaltwelle fertigstellen. Die selbstsichernde Mutter für den Schalthebel ist mit 25 Nm festgedreht:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637616.JPG

Als nächstes war der Wellendichtring für die Getriebe-Eingangswelle dran. Er musste mit Schlägen eingebaut werden, weil eine hierfür geeignete Schraubzwinge so lang wie das Getriebe sein müsste. Die habe ich aber nicht. Auf dem Foto oben das Werkzeug für diesen Dichtring, unten links der alte und rechts daneben der neue. Um das Werkzeug nicht zu vermacken, hatte ich es an der Stirnfläche mit Tesa Gewebeband abgeklebt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637853.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505638312.JPG

Um den Dichtring auf dem allerersten Stück unter allen Umständen nicht verkantet einzudrücken, hatte ich ihn ganz an seinem Rand mit Klebeband am Werkzeug befestigt...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505637981.JPG

...und ihn dann erstmal nur so weit eingetrieben, dass sich das Klebeband noch restlos abziehen ließ:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505638083.JPG

Und dann den Rest bis zur Anlage im Grund seines Sitzes. Das funktioniert mit dem Kunststoffwerkzeug sehr gut: Man kann genau fühlen, ob der Dichtring bei den sanften Schlägen noch rutscht oder schon am Anschlag angekommen ist:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505638269.JPG


Zitat:

Zitat von Naumstar (Beitrag 1828615)
BTW:
Der Simmering der Eingangswelle ist bei dir Falsch eingepresst, der darf nur bündig eingesetzt werden, da er sonst eine Ölbohrung verschließt.

Das habe ich mir genau angesehen: Bei meinem Getriebe ist das nicht ganz so, weil der allergrößte Teil dieser Ölbohrung im Bereich hinter dem Anschlag des Dichtringes liegt. Das ist auf dem Foto bei genauem Hinsehen sichtbar:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505638701.jpg

Deshalb habe ich den Dichtring so weit eingedrückt wie auch der alte war: Bis zum Anschlag

Es fehlten jetzt nur noch die beiden Dichtringe für die Gelenkflansche. Ich habe sie auch mit leichten Schlägen eingedrückt und nicht mit der Schraubzwinge. Denn erstens hatte das bei dem der Eingangswelle sehr gut funktioniert. Und zweitens hätte die Schraubzwinge auf der gegenüberliegenden Seite auf der Getriebewelle des noch nicht montierten Gelenkflansches aufgelegen und ihn mit fraglichen Folgen in das Differential gedrückt. Um das zu verhindern, hätte ich erst ein Holzteil bauen müssen, über das die Schraubzwinge sich auf dem Getriebegehäuse abstützt. Hier auf dem Foto die beiden Reparatursätze, die jeweils einen Dichtring, einen neuen Sprengring und einen Verschlussstopfen für die Mitte des Gelenkflansches enthalten:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639143.JPG

Auch dieses Werkzeug hatte ich vorher zum Schutz vor Macken mit Gewebeband abgeklebt. Wichtig beim Eintrieben des Dichtringes ist es, das oft zu unterbrechen und zu überprüfen, ob er rundherum schon gleichmäßig tief in der Öffnung ist und das weitere Eintreiben danach auszurichten:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639379.JPG

Fertig! Der Raum zwischen den Dichtlippen ist schon, wie im Reparaturleitfaden beschrieben, zum Einbau des Gelenkflansches mit Fett gefüllt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639500.JPG

Dasselbe auf der anderen Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639710.JPG


Einziehen des Gelenkwellenflansches mit einem Teil meines Zweiarmabziehers und einer ausreichend langen M10-Schraube:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639618.JPG


Der linke Gelenkflansch:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639809.JPG

Einlegen der Scheibe. Die Einbaulage ist nicht egal:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505639916.JPG

Die Kunst beim Einsetzen des Sprengring besteht darin, ihn dabei nicht zu überdehnen, weil er den Gelenkflansch dann möglicherweise nicht mehr ausreichend sichert. Es gibt dafür spezielle Zangen; ich mache das immer vorsichtig mit einer Seegeringzange für Außensicherungsringe. Eine angenehme Arbeit finde ich das nicht. Hier ist der Sprengring eingesetzt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640105.JPG

Die Dichtkappe für die Mitte des Gelenkflansches lässt sich oft mit kräftigen Händen eindrücken, wenn man ihren Sitz vorher leicht einölt. Ansonsten geht es mit einer Stecknuss der Größe 30 in der im Bild gezeigten Weise mit sanften Hammerschlägen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640363.JPG

Die rechte Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640507.JPG

Bis auf das Getriebeöl ist das Getriebe jetzt einbaufertig. Ich hoffe, alles richtig gemacht zu haben:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640586.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640635.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640675.JPG

Damit der Kupplungshebel beim Getriebeeinbau nicht im Weg herumhängt, habe ich ihn so fixiert. Das muss beim Befestigen des Getriebes am Motor natürlich rückgängig gemacht werden, weil dadurch ja quasi die Kupplung betätigt ist:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505640766.JPG

Jetzt steht dem Getriebeeinbau eigentlich nichts mehr im Weg. Aber vorher wollte ich die Servolenkleitungen zum Lenkgetriebe noch einbauen, weil dieser Bereich gerade so gut zugänglich ist. Bei der Vorbereitung dieser Leitungen habe ich gesehen, dass die Beschichtung der Rücklaufleitung im Bereich des Lenkgetriebes in der Auflösung begriffen ist. Weil es dort sehr korrosionsanfällig ist, wollte ich das nicht so lassen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505641014.JPG

Die Beschichtung ließ sich größtenteils mit einem Messer widerstandslos entfernen, weil sie sich schon vom Untergrund abgehoben hatte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505641108.JPG

Hier ist der gesamte Rohrbereich blank. Später habe ich ihn noch angeschliffen und den Rost auf der Verkrimpung durch Sandstrahlen entfernt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505641303.JPG

Für die Beschichtung hatte ich mich für eine Grundierung und anschließenden Lack vorgesehen. Weil das in mehreren Durchgängen passieren muss und weil es nur gnaz kleine Flächen sind, wollte ich dafür nicht extra den Kompressor und die Lackierpistole auffahren, sondern habe mich für Sprühdosen entschieden. Einkomponentenmaterialien in Sprühdosen sind in den allermeisten Fällen in fragwürdiger Qualität. Aber es gibt ja inzwischen auch Zweikomponentenmaterialien in Sprüdosen. Sie sind zwar teuerer, aber auch wesentlich besser. Und ich möchte die Servolenkleitung auf keinen Fall in drei Jahren wieder ausbauen müssen. Hier die Grundierung:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505641672.JPG

Wichtig bei Zweikomponentenmaterialien ist, dass die zur Aushärtung führende chemische Reaktion in dem Moment beginnt, in dem die beiden Komponenten zusammenkommen. Bei Sprühdosen geschieht das durch Eindrücken eines Stiftes. Dann beginnt die sogenannte Topfzeit (engl. Potlife), innerhalb der das Material zu verarbeiten ist. Bei meiner Grundierung sind das 96 Stunden. Wenn danach noch etwas übrig ist, kann man das nur noch entsorgen. Die wesentlichen Vorteile von Zweikomponentenmaterial liegen darin, dass erstens die Trocknung und Aushärtung viel kontrollierter geschehen als bei Einkomponentenmaterial. Und dass die Beständigkeit gegen z.B. Chemikalien viel höher sind. Das ist gerade im Außenbereich von Fahrzeugen wichtig. Hier der fertig grundierte zweite Bereich der Leitung. Meine ersten Erfahrungen mit Zweikomponentenmaterial in Sprühdosen sind gut:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1505642208.JPG

Hier nochmal herzlichen Dank an Matze941 für die Herstellung und das Ausleihen der Werkzeuge für die Wellendichtringe. Am Dienstag werde ich sie ihm zurückschicken. Und an Naumstar, der mir das auch angeboten hatte.

Grüße Teletubby

Naumstar 17.09.2017 13:18

Die Gegenstütze zum Einpressen des Wedis hätte ich auch ins Packet gelegt.:angel:

http://www.golf3.de/images/imported/2017/09/93.jpg

Teletubby 30.09.2017 22:30

Hallo!

Die letzte Woche möchte ich mit allem, was Golf 3 angeht, am liebsten ganz schnell vergessen.

Anfang der Woche war ich noch dabei, die Metallbereiche der Servolenkleitungen wegen abblätternder Beschichtung aufzuarbeiten. Zuerst die Rücklaufleitung, bie der ich die rissige Beschichtung...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801196.JPG

... mit einem Messer entfernt habe...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801263.JPG

...bis sie komplett blank war einschließlich dem Bereich unter der Verschraubung:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801341.JPG

Die angerostete Vercrimpung zum Schlauch habe ich danach noch gesandstrahlt. Und sie dann mit Zweikomponentenprimer grundiert:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801455.JPG

Und sie nach zweitägiger Trockenzeit in zwei Durchgängen mit hochwertigem, schwarz seidenglänzendem Zweikomponentenlack in ebenfalls zwei Durchgängen lackiert. Hier zunächst das Leitungsende, das später von der Verschraubung überdeckt wird:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801620.JPG

Dann den Rest:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506804037.JPG

Die Druckleitung (VW Fachbegriff: "Dehnschlauch") hatte ich bis dahin nur flüchtig angesehen und für gut befunden. Bei genauem Hisehen zeigten sich auch hier viele Fehlstellen der Beschichtung im zum Lenkgetriebe hin gelegenen Bereich, der sehr korrosionsanfällig ist. Also habe ich auch hier die schwarze Beschichtung komplett entfernt und den Untergrund angeschliffen...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801888.JPG

...und grundiert...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506801954.JPG

...und zum Lackieren vorbereitet. Hier die "weiche" Abgrenzung = Abklebung zum Bereich, der noch gut war...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506802070.JPG

...und schwarz lackiert. Die Grenze des neu lackierten Bereiches liegt kaum sichtbar kurz vor dem angeschweißten Befestigungswinkel im rechten Bildbereich:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506802245.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1506802318.JPG

Nach einer Trocknungs- und Härtungszeit des Lacks habe ich letzten Dienstag die Rücklaufleitung erst noch mit VW-Wachs eingesprüht und sie dann eingebaut. Zuerst diese, weil sie im Halter der Leitungen an der Stelle liegt, die nach Einbau der Druckleitung nicht mehr zugänglich ist. Das hat auch wunderbar funktioniert, weil die Verschraubungsstelle am Lenkgetriebe bei noch ausgebautem Getriebe ganz gut zugänglich ist. Anders bei der Druckleitung am nächsten Tag: Hier ist die Einschraubstelle am Lenkgetriebe nur schlecht erreichbar. Deshalb habe ich schon früh mit einem Maulschlüssel der Größe 18 gedreht. Und dabei zu spät gemerkt, dass ich die Verschraubung der Leitung schief in das Leichtmetallmaterial des Lenkgetriebes gedreht habe.

Dadurch ist nicht nur das Innengewinde in Mitleidenschaft gezogen worden, sondern unvorteilhafterweise auch der Dichtsitz der Leitungsabdichtung im Lenkgetriebe. Kurz gesagt: Ich habe in wenigen Minuten ein wunderbares Lenkgetriebe geschrottet. :-(

Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich dieses Elend verdaut hatte. Zum Glück gibt es gute gebrauchte Golf 3 Lenkgetriebe wie Sand am Meer. Aber zum Tausch muss der Aggregateträger raus, was ich eigentlich nicht vorhatte. Dafür hatte ich eigentlich für heute vor, das Getriebe einzubauen.

Glück im Unglück ist, dass das Getriebe noch nicht eingebaut ist, was den Ausbau des Aggregateträgers vereinfacht. Nur den Motor muss ich an der einen Stelle abstützen, an der er noch am Aggregateträger fest ist. Weil die Vorderachse eh neue Gummilager für die Querlenker bekommen soll, kann ich das aufgrund der neuen Lage jetzt besser bei ausgebautem Aggregateträger machen.

Trotzdem saublöd, das Ganze. Ist mir schon lange nicht mehr passiert. Zum Glück hat die Leitung nichts abbekommen.

Also: Wenn Euch etwas Ähnliches passiert, mag es noch so dämlich und peinlich sein, scheut Euch nicht, es hier im Forum zu schreiben. Ihr seht: Ihr seid hier in bester Gesellschaft. Es passiert auch Leuten, die so etwas schon über 40 Jahre lang machen und die es eigentlich wissen sollten. Dabei war mir die Gefahr des Schief-Eindrehens an dieser Stelle vorher sehr klar, und ich hatte mir vorgenommen, entsprechend vorsichtig vorzugehen. Aber anscheinend nicht vorsichtig genug.

Hat hier jemand ein schönes Golf 3 Lenkgetriebe für Fahrzeuge mit Basisachse über?

Grüße Teletubby

Frank22 01.10.2017 07:22

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1829747)
Also: Wenn Euch etwas Ähnliches passiert, mag es noch so dämlich und peinlich sein, scheut Euch nicht, es hier im Forum zu schreiben. Ihr seht: Ihr seid hier in bester Gesellschaft. Es passiert auch Leuten, die so etwas schon über 40 Jahre lang machen und die es eigentlich wissen sollten. Dabei war mir die Gefahr des Schief-Eindrehens an dieser Stelle vorher sehr klar, und ich hatte mir vorgenommen, entsprechend vorsichtig vorzugehen. Aber anscheinend nicht vorsichtig genug

wer nix kaputt macht, macht nix

Spaß beiseite, es ist ärgerlich, auf jeden Fall, aber es gibt halt die Tage wo die anderen gewinnen.

ich schau mal in meinem Teilefundus, was da noch so rumflattert. Ich bilde mir ein, dass ich ein TRW Lenkgetriebe gesehen habe in Deinem Cabrio ?

TRW müsste ich noch haben, ZF könnte ich haben, muss ich aber nachsehen

edit : hätte ein TRW da

http://www.golf3.de/direktupload/i/8...1506869001.jpg

Ben_RGBG 01.10.2017 08:37

Hallo Manfred,

die Servoleitungen hatte ich immer sträflich vernachlässigt, bis ich letztes Jahr plötzlich einen Hydraulikölverlust hatte. Bei mir war es zum Glück das relaiv gut erreichbare Kühlrohr, das am vorderen Querträger verläuft. Hier war der Aufwand zum Tausch noch überschaubar.

Das mit dem schiefen Eindrehen der Leitung ist natürlich wirklich ärgerlich. Aber selbst wenn man noch so präzise arbeitet, Fehler passieren einfach, da macht man nix. Man kann viele Fehler natürlich vermeiden wenn man ruhig arbeitet, aber so isses halt.

Dazu gleich meine Geschichte:
Ich arbeite derzeit fast nur an der Restauration eines Mazda 323 F BG meines besten Freundes mit. Hierbei stand kürzlich an, die Vorderachse mit neuen Teilen einzubauen.

Wir hatten den Träger der Vorderachse entrostet, lackiert und die Gewinde nachgeschnitten. Alle Gewinde waren gesäubert worden, fettfrei und frei von Spänen. Als ich dann unter dem Fahrzeug liege und den Querlenker anschraube, merke ich auch hier zu spät, dass ich die Schraube schief angesetzt habe und somit das Gewinde beschädigt habe.

Da das Gewinde aber sehr gut erreichbar war unter dem Auto, konnten wir es uns sparen den Vorderachsträger nochmal auszubauen. Wir haben lediglich den Querlenker wieder abgenommen, das Gewinde nachgeschnitten, gesäubert und jetzt ist der Querlenker drin. :)

96er GT 01.10.2017 18:45

Bei meinem GTI-Umbau hätte ich um ein Haar auch das gute Plusachsen-Lenkgetriebe zerschrotet.
Mir ist das im letzten Moment noch aufgefallen, auch wenn ich erst dachte:"Das wars jetzt"

Teletubby 08.10.2017 11:44

Viel Ärger mit einem Gamma-Radio

Hallo!

Anfang der Woche hatte ich an einem Gamma IV-Radio, das mir "zugelaufen" ist, den Entsperrcode ermittelt; hierüber habe ich an anderer Stelle dieses Forums schon kurz geschrieben. Dazu muss ein Memory-IC ausgebaut und mit einem Programmiergerät ausgelesen werden. Anschließend aus den Speicheradressen, die den Code enthalten, den tatsächlichen vierstelligen Zahlencode mit Hilfe einer Tabelle ermitteln. Das hat alles wunderbar funktioniert.

Weil die meisten der Werkzeuge einschließlich des stabilisierten Netzteils zur Stromversorgeung eh ausgepackt waren, wollte ich diese Gelegenheit nutzen, gleich auch das Gamma-Radio, das mal in das Cabrio kommen soll, einbaufertig zu machen. Als ich das Cabrio besichtigt habe, war ein anderes Radio eingebaut. Der Verkäufer hat mir gesagt, dass er das ausbauen und behalten und mir dafür das originale Gamma-Radio, das das Cabrio ab Werk hatte, geben will. Das habe ich bei der Übergabe des Autos in Form eines äußerlich ungewöhnlich gut aussehenden Gamma-Radios auch bekommen. Sogar mit originaler Anleitung und zugehöriger Radio-Karte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507450062.jpg

Ganz grob elektrisch getestet hatte ich dieses Radio schon vor längerem, weil ich es mal zum Test eines CD-Wechslers verwendet hatte. Zu machen waren jetzt eigentlich nur vier Sachen: 1. Am Front- und Bedienteil gab es einige Macken. Weil ich noch ein anderes, elektrisch defektes Radio gleichen Typs mit größtenteils sehr schöner Front habe, wollte ich entsprechende Teile davon verwenden. 2. Schliff der Drehknopf des Lautstärkereglers an der Frontblende. Das wollte ich auch gleich in Ordnung bringen. 3. wollte ich das Cassettenlaufwerk reinigen und testen. Es wird zwar wahrscheinlich nie benutzt werden, soll aber betriebsbereit sein. Und 4. ein kompletter elektrischer Test. Für alles zusammen hatte ich etwa einen Nachmittag eingeplant.

Als erstes habe ich die Front abgebaut, die sich nur ungewöhnlich schwer demontieren ließ. Und schon ging das Elend los: Die Metallteile des Radiorahmens links und rechts unten in den Ecken waren total verbogen. Das war auch der Grund für die schwer abgehende Frontblende und für den schleifenden Lautstärkereglerknopf. Solche Verbiegungen passieren, wenn man das Radio unsachgemäß mit Schraubendrehern, Messern etc. statt der dafür vorgesehenen Entrigelungswerkzeuge ausbaut. Weil das Richten der Verbogenen Metallteile nicht ganz einfach ist, für das spätere Ein- und Ausrasten aber sehr wichtig, sind hierfür nervigerweise schon die ersten Stunden draufgegangen. Das Foto zeigt die rot eingekreisten Bereiche nach dem Richten. Der ebenfalls sichtbare rote Stecker hat 16 Pole. Er ist für die elektrische Verbinung zum Frontteil:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507450960.jpg

Zum Test habe ich das Frontteil kurz angebaut: Es ließ sich jetzt wie üblich leicht an- und abbauen, und er Drehknopf schliff nicht mehr.

Als nächstes war das Frontteil selbst dran. Nach Ausbau der Elektronik sieht es vor der Rückseite her so aus:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507451183.JPG

Dieses Teil lässt sich jetzt in 29 einzelne Teile zerlegen, weil sich bei der Philips-Version des Gamma IV-Radios (es gibt auch noch eine von Panasonic) sämtliche Tasten einzeln abbauen lassen. Dasselbe habe ich mit dem insgesamt besseren Frontteil des zweiten Radios gemacht, so dass insgesamt 58 Teile vor mir lagen. Diese Teile habe ich jetzt so kombiniert, dass daraus eine fast makellose Front entstand. Alle Teile habe ich vor dem Einbau mit Wattestäbchen und Spiritus gereinigt. Dann sah das Frontteil so aus:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507451502.JPG

Da musste jetzt noch die Elektronik eingebaut werden, die mit sieben kleinen Schräubchen fest ist. Und dann das Ganze wieder an den Rest des Radios, welches dadurch jetzt wider funktionsfähig ist. Die noch verbliebene Arbeit war der Test und die Reinigung des Cassettenlaufwerks, was aber sehr schnell ging. Denn das Cassettenteil sah so aus, als wäre noch nie eine Cassette darin gewesen.

Zum vermeintlichen Schluss gab es einen Komplettest des Radios, bei dem sich zu meinem Entsetzen herausstellte, dass der rechte Bereich der Displaybeleuchtung sehr ungleichmäßig war. Zum Entsetzen deshalb, weil zur Kontrolle und Reparatur dasa LCD-Display einzeln ausgebaut werden muss. Damit hatte ich ja nun gar nicht gerechnet, weil die gesamte Beleuchtung aus langlebigen, verlässlichen LED´s besteht. Es sah so aus, als wäre eine der LED´s ausgefallen, was ich so nicht lassen wollte. Für ein Foto des Problems fehlte mir in diesem Augenblick jeglicher Nerv.

Also Frontteil wieder ab und die Elektronik ausgebaut, deren Vorderseite so aussieht:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507452037.JPG

Jetzt habe ich erstmal erforscht, wie sich die Beleuchtung des ausgebauten Frontteils testweise in Betrieb setzen lässt. Weil ich für das Gamms IV-Radio eine Serviceanleitung habe,...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507452285.JPG

... war das relativ einfach. Denn vor dem mehr als unangenehmen Abbau des LCD-Displays, hinter dem die Beleuchtung sitzt, wollte ich absolut sicher sein, dass der Fehler auch jetzt da ist. War er aber leider.

Zum Ausbau des LCD-Displays müssen 63 (in Worten: dreiundsechzig) feinste durchkontaktierte (!) Lötstellen vom Lötzinn befreit werden, damit die Pins des Displays darin lose sind. Das muss höchst vorsichtig passieren, weil weder das Display noch die Platine dabei beschädigt werden dürfen. Das bedeutet: Über zwei Stunden hochkonzentrierte Tätigkeit. Eigentlich eine Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat. Auf dem nächsten Foto sind jetzt erstmal das Display und der darunterliegende Lichtleiter abgenommen. Schön kann man die Mühe sehen, die sich die Firma Philips mit der Display-Beleuchtung in Form von 12 LED´s gegeben hat. Bei der Panasonic-Version tun hier nur zwei ganz normale, müde Glühlampen ihren Dienst, die das Display nur ungleichmäßig ausleuchten und noch dazu nicht übermäßig lange halten:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507453093.JPG

Auf dem nächsten Foto ist die Frontelektronik in weitere Bestandteile zerlegt. Auf der größeren der beiden Platinen kann man die lange Reihe von 63 Lötpunkten für das Display sehen. Oben inks die rote Blink-LED, die auch ausgebaut werden muss:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507453305.JPG

Hier mal nur die freigelegte Hauptplatine der Frontelektronik:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507453379.JPG

Auf die schon früher herausgefundene Weise habe ich die Beleuchtung jetzt in Betrieb gesetzt. Der auf dem Foto sichtbare dünne, blaue Draht ist dazu da, einen Transistor kurzzuschließen, der die LCD-Displaybeleuchtung einzeln ein- bzw. ausschaltet. Denn im Gegensatz zur Tasten- und Drehknopfbeleuchtung ist sie nur bei eingeschaltetem Radio in Betrieb. Wie man deutlich sehen kann, sind im rechten Bereich der Displaybeleuchtung gleich drei LED´s ausgefallen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507453629.JPG

Das Schaltbild sagt, dass die zwölf LCD-LED´s elektrisch in vier Gruppen zu je drei Stück aufgeteilt sind. Und genau eine dieser Gruppen ist ausgefallen. Und zwar deshalb, weil hier keine Betriebsspannung ankam. Beim Verfolgen der hierfür zuständigen Leiterbahnen mit einem Multimeter im Ohmbereich...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507453798.JPG

...fanden sich schließlich eine beschädigte und eine unterbrochene Leiterbahn. Und zwar genau in dem Bereich, der in unmittelbarer Nähe der beim unsachbemäßen Ausbau des Radios verbogenen Metallteile unten rechts liegt. Es ist also anzunehmen, dass hierbei auch die Platine beschädigt wurde:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454082.jpg

Dasselbe nochmal etwas größer:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454286.jpg

Was für ein Ärger! Stundenlanger unangenehmer Reparaturaufwand nur deshalb, weil jemand zu bequem oder zu geizig war, ein paar Euro für die originalen Ausbauwerkzeuge auszugeben, mit der der Radioausbau ohne jegliche Beschädigung in Sekundenschnelle vor sich gehen kann:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454444.JPG

Diese zwei Leiterbahnen habe ich repariert. Weil sie sehr lang sind und in ihrem Verauf mehrmals an durchkontaktierten Stellen die Seite der Platine wechseln, konnte ich mir für die Reparatur eine geeignetere Stelle als die der Beschädigung aussuchen. Mit ganz feinem Draht, der speziell dafür vorgesehen ist, habe ich das gemacht. Der Draht selbst ist nur 0,35 mm dick, mit Isolierung sind es 0,7 mm:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454800.JPG

Hier ist die erste Leiterbahnbeschädigung repariert. Auf der gezeigten Seite der Platine sind die Voraussetzungen dafür besser, weil mehr Platz zur Verfügung steht:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454901.JPG

Und hier auch die zweite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507454974.JPG

Test nach Anschluss der Stromversorgung: Alle LED´s leuchten wieder. Das ist der schöne Moment, der einen für den ganzen Aufwand entschädigt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507455028.JPG

Unvorteilhafterweise hatte ich durch kurzen, falschen Anschluss der Stromversorgung der ausgebauten Platine einen kleinen SMD-Transistor abgeschossen. Den konnte ich aus meinem Schlachtgerät nehmen. Es ist ein Typ BC847B mit den Abmessungen 2,8 mm X 1,25 mm. Hier ist er ausgebaut, und seine Lötstellen der Platine sind zum Einbau des anderen vorbereitet:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507455310.JPG

Der anschließende Zusammenbau ist nun kein Problem mehr und schnell erledigt. Hier ist das Frontteil schon wieder komplett zusammengesetzt. Nur das Löten des LCD-Displays und der Blink-LED fehlt noch:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507455489.JPG

Der Lohn der insgesamt mehrtägigen Arbeit: Jetzt funktioniert alles wieder richtig:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507455730.jpg

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507455780.JPG

Statt weniger Stunden hat die Fertigstellung des Radios nun mehrere Tage gedauert. :-(

Die gesamte Frontelektonik meines Schlacht-Radios habe ich übrigens nur deshalb nicht verwendet, weil das Display verkratzt ist.

Grüße Teletubby

winner 08.10.2017 20:52

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1830010)
Was für ein Ärger! Stundenlanger unangenehmer Reparaturaufwand nur deshalb, weil jemand zu bequem oder zu geizig war, ein paar Euro für die originalen Ausbauwerkzeuge auszugeben, mit der der Radioausbau ohne jegliche Beschädigung in Sekundenschnelle vor sich gehen kann

Leider denken die meisten Leute nicht so. Die wollen das Radio schnell wie möglich ausbauen. Und dabei nimmt das Radio Schaden und die Mitteldüse auch,weil an Ihr ruckartig was herausgezogen wird.
Viele nehmen ein gerades Stück Blech oder schneiden eine Karte und dann wackeln Sie rum bis das Radio draußen ist.
Ich habe mir vor 2 Jahren ein Entriegelungswerkezug das man für drei Radiotypen nutzen kann besorgt. In 10 Sekunden ist das Radio entriegelt.

Schreibtisch 10.10.2017 20:38

Tolle Arbeit! An den 63 Kontaktstellen wäre ich vermutlich gescheitert. Wieder ein toller Bericht, ich freue mich immer, wenn es hier was neues gibt.
Das ist immer ein bisschen wie ein Stück in einem guten Buch zu lesen, und wie in einer spannenden Story geht auch hier nicht alles nach Plan. Dennoch bist Du dir nicht zu schade, diese Probleme ausführlich zu dokumentieren.
Diesen Mix aus authentischer Berichtserstattung und penibler, herausragend ausgeführter Arbeit/Problemlösung macht einen unfassbaren Reiz aus, hier weiterzulesen.

Die Bilder sind auch immer gut zu lesen und zu verstehen, die Texte gut geschrieben. Ich kann mir nur wage vorstellen, was das Erstellen dieser Beiträge für eine Arbeit macht. Danke dafür, und noch viel Erfolg bei Deinem Projekt!
Grüße
Arne

Markus_89 11.10.2017 08:44

Wirklich super Arbeiten!

Bei meinen geplanten Umbauten (Motor und CT) werde ich mir vor allem bei letzterer Sache in deinem Showroom einige Sachen abgucken :)


Gruß Markus

wolfi71 11.10.2017 13:28

An die Unterbrechung der Leiterbahn wärst du ohne Ausbau des Displays nicht gelangt?

Teletubby 13.10.2017 08:58

Hallo!

Zitat:

Zitat von Schreibtisch (Beitrag 1830092)
Tolle Arbeit! An den 63 Kontaktstellen wäre ich vermutlich gescheitert.

Ja, das war wirklich das Schlimmste daran. Der Rest war eigentlich ganz einfach. Das liegt auch daran, dass ich schon viele Gamma IV-Radios von Philips in Arbeit hatte und alle Handgriffe wie im Schlaf kenne.


Zitat:

Zitat von Schreibtisch (Beitrag 1830092)
Wieder ein toller Bericht, ich freue mich immer, wenn es hier was neues gibt. Das ist immer ein bisschen wie ein Stück in einem guten Buch zu lesen, und wie in einer spannenden Story geht auch hier nicht alles nach Plan. Dennoch bist Du dir nicht zu schade, diese Probleme ausführlich zu dokumentieren. Diesen Mix aus authentischer Berichtserstattung und penibler, herausragend ausgeführter Arbeit/Problemlösung macht einen unfassbaren Reiz aus, hier weiterzulesen. Die Bilder sind auch immer gut zu lesen und zu verstehen, die Texte gut geschrieben.

Herzlichen Dank, Arne, für die tollen Komplimente, wie ich hier noch keine bekommen habe. Ich wundere mich und freue mich eh, wenn ich sehe, wie viele Klicks mein Showroom bekommt. Denn hier geht es ja nicht um die sonst üblichen Showroom-Themen wie blitzsaubere Autos, Tieferlegungen, tolle Räder und Reifen, Sportauspuffanlagen usw., sondern mehr um die Technik und das Handwerkliche. Das hatte ich auch in meinem allerersten Showroom-Beitrag schon so angekündigt. Es freut mich sehr, dass das für viele von Interesse ist.



Zitat:

Zitat von Schreibtisch (Beitrag 1830092)
...und wie in einer spannenden Story geht auch hier nicht alles nach Plan.

Ja, so ist das leider. Das Schief-Eindrehen der Servolenkleitung in das Lenkgetriebe war das schlimmste, was mir in dieser Richtung seit langem passiert ist. Mehrere Tage war ich nicht sicher, ob ich es mich überhaupt traue, das hier zu schreiben, weil ich Sorge hatte, meinen Ruf hier im Forum bis in alle Ewigkeit zu ruinieren. Andererseits ist es nunmal so, dass da, wo Menschen arbeiten, immer auch Fehler gemacht werden. Da bin ich keine Ausnahme, und deshalb habe ich es schließlich geschrieben. Außerdem wollte ich damit dazu einladen, dass Andere so etwas auch schreiben, wenn ihnen so etwas Blödes passiert. Die "Danke", die ich dafür bekommen habe, sagen mir, dass es so richtig war.


Zitat:

Zitat von Schreibtisch (Beitrag 1830092)
Ich kann mir nur wage vorstellen, was das Erstellen dieser Beiträge für eine Arbeit macht. Danke dafür...

Ja, das erfordet schon einiges an Konzentration. Weil ich aber auch ganz gerne Texte schreibe, fällt das nicht so auf. Bei derartigen Berichten, die ja oft nicht gerade kurz sind, ist es mir schon mehrmals passiert, dass ich in einem weniger aufmerksamen Moment an einer falschen Stelle geklickt habe. Mit der Folge, dass der bis dahin geschriebene Teil futsch war. :-( Und ich wieder ganz von vorn anfangen musste. Um das zu verhindern, kopiere ich in letzter Zeit den schon fertigen Teil eines Beitrages mehrfach in eine Open Office-Seite und speichere ihn. Dort ist er dann erstmal in Sicherheit.


Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1830114)
An die Unterbrechung der Leiterbahn wärst du ohne Ausbau des Displays nicht gelangt?

Doch, Wolfgang, da hast Du natürlich recht. Aus heutiger Sicht wäre es zur Reparatur nicht nötig gewesen, das Display abzubauen. Aber diese heutige Sicht hatte ich vorher nicht. Es war nicht zu erkennen, dass eine ganze elektrisch zusammenhängende Gruppe von LED´s ausgefallen ist. Ich bin von einer einzigen ausgegangen, und dass zur Reparatur das Display auf jeden Fall ausgebaut werden muss. Schwierig war es auch deshalb, weil mein Service Manual für das Gamma-Radio kein mehrfarbiges Original von Philips ist, sondern eine (professionelle) Schwarz-Weiß-Kopie vom Schaltungsdienst Lange. Deshalb sind die Verläufe der Leiterbahnen auf beiden Seiten der Platine im Plan so gut wie nicht zu erkennen. Vorsorglich habe ich für eventuelle zukünftige Fälle Fotos der Platine mit abgebautem Display gemacht, um Klarheit über den Verlauf der Leiterbahnen speziell im Bereich unter dem Display zu haben. Man weiß ja nie, was noch kommt...


Spazialwerkzeug gebastelt

Eigentlich hatte ich das Getriebe ja komplett fertig. Aber es gab eine Sache, mit der ich nicht wirklich zufrieden war. Ich habe es aber erstmal so gelassen, um eventuelle zukünftige Gedanken dazu abzuwarten. Und vorsichtshalber noch kein Getriebeöl eingefüllt.

Es geht um die Sprengringe, die die Gelenkwellenflansche sichern. Sie dürfen beim Anbau nicht zu stark gespreizt werden, weil sie ihre Aufgabe sonst nicht mehr sicher erfüllen. Ich hatte sie mit Hilfe einer normalen Seegeringzange für Außensicherungsringe,...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507875284.JPG

die dafür natürlich überhaupt nicht nicht vorgesehen ist, montiert. Das war eine fürchterliche Würgerei, weil man immer wieder abrutscht, die Ringe an Stellen spreizt, die dafür nicht gedacht sind und bei denen es kein sicheres Gefühl gibt, ob die Ringe schon genug gespreizt sind. Die Gefahr des Überdehnes ist deshalb sehr hoch. Außerdem gibt es dabei fast sicher blutige Finger. Das alles wollte ich schließlich so nicht lassen und habe überlegt, wie sich das verbessern lässt.

Ich habe noch eine zweite Seegeringzange mit abgewinkelten Enden. Weil ich davon im Ursprungszustand kein Foto gemacht habe, hier eins aus dem Internet:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507878853.jpg

Sie ist ebenfalls für Außensicherungsringe. Mit dem Winkelschleifer habe ich erst die abgewinkelten Enden abgetrennt und dann die verbliebenen Enden mit demselben Werkzeug wie auf den Fotos erkennbar angeschliffen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507875839.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507875890.JPG

Die von der Bearbeitung mit dem Winkelschleifer her rauen Flächen der Zangenenden habe ich mit Absicht nicht durch Feilen geglättet, damit sie schön rau bleiben und die Sprengringe später nicht abrutschen. Dann habe ich bei VW vorsichtshalber vier statt zwei neue Sprengringe 020 409 297 (zwei zum Üben) und zwei neue Abdeckkappen 020 409 289 B...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876210.JPG

...beschafft. Und zur ersten Anprobe gebeten:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876275.JPG

Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Es funktioniert phantastisch gut. Die Ringe lassen sich mit der modifizierten Zange einwandfei greifen, und zwar genau an den Stellen der Ringe, die dafür vorgesehen sind...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876454.JPG

...und festhalten, wobei nicht die geringste Tendenz besteht, dass sie abrutschen...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876535.JPG

...und mühelos und sehr gefühlvoll genau so weit spreizen, dass sie sich gerade über das Wellenende schieben lassen. So gut eingesetzte Sprengringe hatte ich bisher noch nicht. Linke Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876815.JPG

Und die rechte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507876900.JPG

Diese Sprengringe dürfen laut VW aus Sicherheitsgründen, wenn sie einmal eingebaut waren, nicht wiederverwendet werden, sondern müssen ersetzt werden.

Nach dem Einbau der Abdeckkappen konnte ich diesem Punkt nun auch endlich als zufriedenstellend erledigt abhaken.

Als vorletztes am Getriebe habe ich nun auch vollsynthetisches Getriebeöl SAE75W-90 eingefüllt, das der VW-Norm 501 50 entspricht:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507877168.JPG

Laut technischen Unterlagen beträgt die Füllmenge 1,9 Liter. Bei Getriebeölwechseln in der Vergangenheit bei solchen Getrieben war es aber immer so, dass bis zum vorgeschriebenen Füllstand nur ca. 1,7 Liter hineinpassten. Ich habe mich also jetzt für 1,8 Liter entschieden, indem ich von den gekauften 2 Litern 0,2 Liter in ein leeres, gereinigtes Marmeladenglas umgefüllt und den Rest in das Getriebe gefüllt habe. Wegen einer eventuell möglichen Fehlbefüllung um 0,1 Liter zu viel oder zu wenig wird mir das Getriebe nicht verrecken.

Zum Schluss bekam die Verzahnung der Getriebe-Eingangswelle noch dünn VW Spezialfett G 000 100, damit die Kupplungsscheibe darauf leichtgängig ist:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507877822.JPG

Danach habe ich das jetzt endgültig einbaufertige Getriebe weggelegt. Wenn das Elend mit dem Lenkgetriebe nicht passiert wäre, könnte ich es heute einbauen. Stattdessen werde ich heute damit anfangen, die Vorderachse zum Ausbau des Aggregateträgers mit Lenkgetriebe auseinanderzureißen.

Grüße Teletubby

wolfi71 13.10.2017 20:11

Das zuviel an Öl bleibt nicht im Getriebe. Darauf kannst du vertrauen.

Teletubby 14.10.2017 09:20

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1830200)
Das zuviel an Öl bleibt nicht im Getriebe. Darauf kannst du vertrauen.

Sondern? Auf welchem Weg, glaubst Du, wird es das Getriebe verlassen?

Das Getriebe ist eins vom Typ 020 und kein 084 oder 085, die für Ölverlust bekannt sind.

wolfi71 14.10.2017 10:54

Es hat aber eine Entlüftung und da drückt es die Übermenge raus. Sonst würde es das durch die Simmerringe rausdrücken. Das wäre schlechter. Es muss ja eine Möglichkeit zum Druckausgleich geben. Das Getriebe hat ja zwischen Start- und Betriebstemperatur auch einige Spanne.

Matze941 14.10.2017 12:30

Aber ganz sicher nicht bei 0,2L mehr im Getriebe, das macht doch am Füllstand kaum etwas aus.

franz-werner 14.10.2017 12:47

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1830204)
Es hat aber eine Entlüftung und da drückt es die Übermenge raus. Sonst w´ürde es das durch die Simmerringe rausdrücken. Das wäre schlechter. Es muss ja eine M;öglichkeit zum Druckausgleich geben. Das Getriebe hat ja zwischen Start- und Betriebstemperatur auch einige Spanne.

Du weißt aber schon, wo die Entlüftung des Getriebes sitzt, oder? Bis du da das Öl rausrücken wirst, musst du schon einige Liter mehr fahren.

wolfi71 14.10.2017 13:05

Was ungesund zu viel ist, das fliegt raus und alles andere stört da drin nicht. Können wir uns darauf einigen?

Teletubby 14.10.2017 13:26

Hallo!

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1830204)
Es hat aber eine Entlüftung und da drückt es die Übermenge raus.

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1830206)
Du weißt aber schon, wo die Entlüftung des Getriebes sitzt, oder?

Die Entlüftung sitzt an der höchsten Stelle des Getriebes, siehe Foto:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1507980078.jpg


Zitat:

Zitat von Matze941 (Beitrag 1830205)
Aber ganz sicher nicht bei 0,2L mehr im Getriebe, das macht doch am Füllstand kaum etwas aus.

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1830206)
Bis du da das Öl rausrücken wirst, musst du schon einige Liter mehr fahren.

Ich glaube auch, dass man mindestens einen kompletten Liter Öl zu viel einfüllen muss, bis sich das über die Entlüftung bemerkbar macht.

Grüße Teletubby

calypso_cologne 15.10.2017 23:35

...mir hat mein Getriebespezi geraten 0,1-0,2l mehr einzufüllen bei meinem 02A Getriebe, Begründung war die geringere Temperatur des Öls durch die erhöhte Menge. Das Getriebe wird auf dem Nürburgring allerdings auch gut gefordert...

Teletubby 21.10.2017 21:37

Hallo!

In dieser Woche habe ich endlich mit den Vorbereitungen zum Ausbau des Aggregateträgers begonnen, der wegen der Beschädigung eines Anschlussgewindes am Lenkgetriebe nötig wurde. Dazu habe ich erstmal die meisten Teile der Vorderachse abgebaut. Gefreut habe ich mich darauf nicht, obwohl diese Teile zur Überholung der Vorderachse eh ausgebaut werden sollten. Aber nicht jetzt.

Aber da half alles nichts. Zuerst habe ich auf beiden Seiten alles abgebaut, was mit den Vorderbremsen zu tun hat: Bremssättel, Beläge, Sattelträger, Bremsscheiben und die Spritzbleche. Abgesehen davon, dass sich die Schrauben der Sattelträger nur schwer drehen ließen, ging das alles problemlos. Hier die rechte Seite danach:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508613758.JPG

Das Auto soll auch vorn neue Stoßdämpfer bekommen. Die neuen habe ich schon; es gab sie (1H0 413 031 Q) mal in einem Sonderangebot von VW Classic Parts sehr preisgünstig für EUR 24,95 pro Stück. Für die ersten Fahrten danach brauche ich einen wenigstens grob eingestellten Sturz der Vorderräder. Vor der weiteren Demontage habe ich den jetzt erstmal mit einer Wasserwaage in etwa erfasst. Hier die linke Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508613978.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508614047.JPG

Und dasselbe auf der linken:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508619441.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508614221.JPG

Wie man auf den Fotos sehen kann, sind die Ergebnisse beider Seiten spiegelbildlich ähnlich, was mein Vertrauen in die Aussagekraft gestärkt hat. Genau so werde ich sie beim Zusammenbau für die ersten Fahrten wieder einstellen. Eine genaue Einstellung später durch eine Vermessung mit Einstellung kann das natürlich nicht ersetzen. Um die Verhältnisse bei der Messung mit der Wasserwaage des vorn aufgebockten Fahrzeugs in Bezug auf die Domlager so zu bekommen, als wenn sie mit dem Fahrzeuggewicht belastet wären, habe ich die Achsteile mit dem Scherenwagenheber so weit angehoben, bis das Spiel oben eliminiert war:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508614620.JPG

Während der bisherigen Arbeiten fiel mein Blick immer mal wieder auf die Spurstangenköpfe, die erneuert werden sollen. Beide Muttern auf beiden Seiten hatte ich schon gelöst...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508614868.JPG

...aber Spurstangenausdrücker habe ich keinen. Bin deshalb auf die Idee gekommen, es einfach mal mit dem Zweiarmabzieher zu versuchen. Dies möglichst, ohne abzurutschen. Dazu bin ich erstmal dem Gummi-Dichtbalg mit höchstem Zerstörungspotential auf die Pelle gerückt, um eine größere Auflage für die beiden Arme des Abziehers zu bekommen...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508615044.JPG

...und dann der Abzieher angesetzt...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508615146.JPG

...und kräftig gedreht mit großer Spannung, was passieren würde. Es gibt drei Möglichkeiten: Entweder rutscht der Abzieher ab oder er geht kaputt oder es funktioniert. Das nächste Foto bringt die Auflösung:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508615276.JPG

Irgendwann gab es ein lautes Knack-Geräusch, und der Gewindebolzen des Spurstangenkopfes war gelöst. Zu meiner großen Freude hat es funktioniert, obwohl ich die Erfolgsaussichten unter 50 Prozent eingeschätzt hatte. Und dasselbe auch nochmal auf der linken Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508615404.JPG

Als nächstes stand das an, was ich die ganze Zeit vor mir hergeschoben habe, weil ich mich nicht richtig rangetraut habe; Die Bolzen der Gelenke aus den Radlagergehäusen herausholen. Das habe ich von vor ein paar Jahren, als ich die Vorderachse meines roten Variant überarbeitet habe, in sehr schlechter Erinnerung. Vor allem auf der rechten Seite war nach Beendigung der Arbeit auf nicht gerade professionelle Weise mit Hämmern, Meißenln usw. nicht nur ich fix und alle, sondern auch der Querlenker, der dabei unrettbar krumm geworden war. Aber zwischenzeitlich war ich nicht untätig, sondern habe mir Ratschläge eingeholt, überwiegend hier im Forum. Dabei fiel immer wieder das Wort "Trenngabel", ein Werkzeug, mit dem ich selbst ganz unerfahren bin. Also habe ich erstmal eine bestellt. Aus dem Paket kam in der letzten Woche folgendes Teil zum Vorschein:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508615890.JPG

Ausgesucht hatte ich sie nach der Größe der Gabelöffnung 20 mm. Von meinem Variant hatte ich ein altes Gelenk extra für solche Zwecke aufbewahrt, dessen Bolzendurchmesser ich jetzt mit 19 mm gemessen habe. Die erste Anprobe war dementsprechend gut:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616048.JPG

Trotzdem war ich sehr skeptisch, weil ich weiß, dass diese Bolzen oft grausam fest sitzen. Aber da führte jetzt kein Weg mehr dran vorbei. Damit sich die noch nagelneue Trenngabel leichter eintreiben lässt, habe ich die entscheidenden Gleitfächen geölt...
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616269.JPG

...und nach Überprüfung der örtlichen Verhältnisse festgestellt, dass die Erfolgsaussichten beim Eintreiben von der Seite statt von vorn oder hinten sehr wahrscheinlich am höchsten sein werden. Also das Teil einfach mal angesetzt. Der Abstand zum ABS Impulsgeberring ist zwar klein, aber mit etwas Vorsicht in diesem Punkt könnte es so gehen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616444.JPG

Bereit zur Anwendung von schwerster Gewalt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616520.JPG

Keine fünf Minuten später, ohne dass der Impulsgeberring auch nur ein Krätzerchen abbekommen hätte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616700.JPG

Phantastisch!

Bei den vorderen Querlenkerschrauben war ich schon vor Monaten neugierig, ob sie sich drehen lassen würden. Erfreulicherweise war das bei beiden so. Hier die rechte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508616850.JPG

So war der Ausbau des rechten Querlenkers jetzt kein Problem mehr. Als er draußen war, habe ich mir als erstes das hintere Gummilager angesehen, was nicht mehr in TÜV-gerechtem Zustand ist. Die noch lesbare Jahreseinprägung 1997 sagt ganz klar, dass es noch das erste ist. Ansonsten rissig gleich an mehreren Stellen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508617008.jpg

Jetzt wurde es nochmal spannend, weil es darum ging, wie sich der Bolzen des linken Gelenks aus dem Radlagergehäuse herausziehen lassen würde. Vorbereitung wie vorher auf der rechten Seite:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508617214.JPG

Schon nach wenigen Hammerschlägen begann der Gelenkbolzen zu rutschen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508617293.JPG

Auf dem nächsten Foto von vorn kann man sehr gut sehen, wie unglaublich gut diese Trenngabel auf die Verhältnisse beim Golf 3 passt, jedenfalls bei der Basisachse. Ob das bei der Plusachse auch so ist, kann ich nicht beurteilen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508618444.JPG

Wenige Minuten später, das sieht man gern:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508617560.JPG

Das Einölen der Gleitfächen war kein Fehler, sondern ist sehr ratsam. Mit so einem Werkzeug ist der Ausbau des Gelenkbolzens sogar Leuten mit einem schweren gesundheitlichen Problem, wie ich es mit meiner Lunge habe, noch gut möglich. Das Gelenk ist danach natürlich dringend erneuerungsbedürftig. Falls sich jemand diese Trenngabel anschaffen möchte: Ich kann sie bestens empfehlen. Es gibt sie bei der Firma Alkan Werkzeuge in Remscheid unter der Artikelnummer 11402. Ich habe sie bei Ebay unter der Nummer 140605030982 für unglaubliche EUR 15,12 einschließlich Versand gekauft.

Nachdem der linke Querlenker ganz ausgebaut war, sah es dort so aus wie rechts:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508618075.JPG

Im Normalfall könnte ich den Aggregateträger mit dem Lenkgetriebe jetzt absenken, die restlichen Schrauben sind schon gelockert und lassen sich von Hand drehen. Aber dummerweise ist der Motor mit seiner Lagerung hinten rechts noch mit ihm verbunden:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1508618295.JPG

Wenn ich diese Verbindung jetzt lösen würde, würde mir der Motor abschmieren. Wie ich das hinbekommen soll, weiß ich noch nicht, da werde ich mir noch etwas einfallen lassen müssen. Aber das ist erst nächste Woche dran; für diese reicht es.

Grüße Teletubby

proskillz 23.10.2017 08:16

Hallo,

ich muss sagen dieser Showroom ist immer wieder genial. Ich finde es gut dass es hier vorzugsweise um die Technik des Golf 3`s geht. Immer wieder schön hier mit zu lesen.

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1830444)
Wenn ich diese Verbindung jetzt lösen würde, würde mir der Motor abschmieren. Wie ich das hinbekommen soll, weiß ich noch nicht, da werde ich mir noch etwas einfallen lassen müssen. Aber das ist erst nächste Woche dran; für diese reicht es.

Naja ich würde einfach den Motor mit einer Quertraverse über die Kotflügel abstützen und diesen mit 2 Spanngurten sichern. Da musst du nur aufpassen, dass er nicht irgendwie abrutschen kann und vor allem dass du dir deine Kotflügel nicht beschädigst. Am allerbesten wäre noch ein Motorkran :)

wolfi71 23.10.2017 13:25

Bei dem Einsatz der Trenngabel zeigt sich wieder mal, dass der, der gut schmiert auch gut fährt.

Apropos Motor, wenn du nun nicht schon das Schwungrad wieder angebaut hättest, könnte man sagen, der Restmotor wiegt ja nichts mehr.

Ben_RGBG 23.10.2017 20:01

Sehr interessant, wie üblich.

Zwei Anmerkungen:
- Bei all deinem akkuraten, sauberen Arbeiten mit den richtigen Werkzeugen und der richtigen Vorbereitung - warum steht das Auto dann auf Holzklötzen? ;) Vier ordentlich Böcke kosten doch nicht die Welt, sind stabil und lassen sich höhenverstellen.

- Für das abstützen des Motors würde ich mir eine Kotflügeltraverse besorgen. Die Kotflügel kann man ja eben abbauen und die Traverse auf den Längsträgern abstützen.

ruebe 23.10.2017 21:04

Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1830520)
Zwei Anmerkungen: - Bei all deinem akkuraten, sauberen Arbeiten mit den richtigen Werkzeugen und der richtigen Vorbereitung - warum steht das Auto dann auf Holzklötzen? Vier ordentlich Böcke kosten doch nicht die Welt, sind stabil und lassen sich höhenverstellen.

Versteh mich jetzt nicht Falsch aber das muss am alter liegen ich benutze auch gerne Holz
zum unterlegen und zum aufbocken, früher war das so gang und gebe

Teletubby 23.10.2017 21:37

Hallo!

Zitat:

Zitat von proskillz (Beitrag 1830478)
ich muss sagen dieser Showroom ist immer wieder genial. Ich finde es gut dass es hier vorzugsweise um die Technik des Golf 3`s geht. Immer wieder schön hier mit zu lesen.

Danke sehr!


Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 1830486)
Apropos Motor, wenn du nun nicht schon das Schwungrad wieder angebaut hättest, könnte man sagen, der Restmotor wiegt ja nichts mehr.

Ohne Schwungrad würde der Motor schätzungsweise nur acht bis zehn Kilogramm weniger wiegen. Das würde ich ja gerne mal sehen, wie Du den hoch hebst, weil er ja "nichts mehr wiegt". Du hast wahrscheinlich seit VW Käfer-Zeiten, bei denen das Motorgehäuse aus Leichtmetallguss bestand und kurz und klein war, keinen Motor mehr hochgehoben, kann das sein?


Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1830520)
Sehr interessant, wie üblich.

Nochmal Danke sehr!


Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1830520)
- Bei all deinem akkuraten, sauberen Arbeiten mit den richtigen Werkzeugen und der richtigen Vorbereitung - warum steht das Auto dann auf Holzklötzen? ;) Vier ordentlich Böcke kosten doch nicht die Welt, sind stabil und lassen sich höhenverstellen.

Ich besitze zwei äußerst stabile Metall-Unterstellböcke. Und zwar genau die beiden, mit denen Thomas` VW 1600 TL in meinem Thread "Motortausch sonntags auf Kirchenparkplatz in der Schweiz" deutlich sichtbar aufgebockt ist. Das waren meine, die wir damals mitgenommen hatten, und ich habe sie heute noch im Keller stehen. Sie sind mehrfach in der Höhe verstellbar und sehr stabil, weil sie aus Militärbeständen stammen und zum Aufbocken von leichteren LKW´s vorgesehen sind. Sie sind aber auch nicht ganz leicht. Weil mein Lungenproblem durch Sauerstoffmangel leider einen teilweisen Muskelabbau zur Folge hat, schleppe ich sie nur sehr ungern und verwende sie nur dann, wenn es wegen Aufbockens in eine größere Höhe nicht anders geht.


Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1830520)
- Für das abstützen des Motors würde ich mir eine Kotflügeltraverse besorgen.

Das ist nicht ganz so einfach, weil der Zylinderkopf noch abgebaut ist und deshalb die normalen Aufhängeösen am Motor fehlen. Aber etwas Ähnliches habe ich in der Planung mit einem ausreichend stabilen Holzbalken, den ich quer über den Motorraum legen will. Aufhängen will ich den Motor an zwei entsprechend umgestrickten alten Zylinderkopfschrauben, die ich in die Gewinde im Zylinderblock drehen will. Weil das Gewinde M11 ist, sind normale Schrauben, Ösen oder Ähnliches dafür nur schwer zu bekommen.


Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1830520)
Die Kotflügel kann man ja eben abbauen und die Traverse auf den Längsträgern abstützen.

Die Kotflügel habe ich schon vor über einem halben Jahr abgebaut. Eine Brille kann hier Abhilfe schaffen! ;) Bei mir ging das auch irgendwann mit den Augen los...


Zitat:

Zitat von ruebe (Beitrag 1830527)
Versteh mich jetzt nicht Falsch aber das muss am alter liegen ich benutze auch gerne Holz zum unterlegen und zum aufbocken, früher war das so gang und gebe

Das ist bei mir genau so. Allein schon deshalb, weil man damit am Auto nicht so schnell etwas beschädigt. Außerdem finde ich Holz hautfreundlicher als Metall.

Grüße Teletubby

Ben_RGBG 24.10.2017 19:28

Ach, da hab ich ja einiges übersehen bzw. gelesen und gestern beim tippen meines Beitrags nicht dran gedacht.

Stimmt, der ZK ist demontiert. Sicherlich kann man da eine Zylinderkopfschraube umstricken.

Alternativ könnte man ja auch eine Kette um den Rumpfmotor legen und ihn damit anheben.

Das Argument mit den GEwichten der Böcke verstehe ich - solche hatte mein Vater auch. Ich benutze immer diese Baumarktteile, die sind schön leicht. Da ist das kein Thema.

Norner 25.10.2017 11:18

Vielen Dank für den konkreten Tipp mit der Trenngabel!! Dann steht dem Wechsel von insgesamt 6 Traggelenken bei mir nun nichts mehr im Wege. :D

MfG

Teletubby 29.10.2017 11:00

Hallo!

Der Freitag vergangener Woche war der einzige Tag, an dem ich mich aufraffen konnte, wenigstens ein bisschen weiterzumachen. Eigentlich wollte ich eine komplette Woche Pause machen, weil das einfach mal nötig war. Aber am Freitag hat es dann doch wieder in den Fingern gekribbelt. Also war nach dem Ausbau der Querlenker "leichte Kost" dran in Form von Vorarbeiten an den wenigen noch verbauten Vorderachsteilen, um sie für den Wiederzusammenbau vorzubereiten. Das alles hier am Beispiel der linken Seite, die im Ursprungszustand so aussah:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267169.JPG

Als erstes habe ich mit einer Drahtbürste den Rost von den Anlageflächen für die Bremsscheiben an den Radnaben so weit wie möglich entfernt. Eine plane Anlagefläche ist wichtig für einen guten, schlagfreien späteren Rundlauf der Räder:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267331.JPG

Die Bremsscheiben ließen sich übrigens völlig gewaltfrei abnehmen. Das hat mich sehr gefreut, weil die Benutzung eines Hammers zu diesem Zweck immer eine große Belastung der Radlager darstellt, die so etwas überhaupt nicht mögen. VW empfiehlt sogar in mehreren Schriften die Erneuerung der Radlager, wenn zur Bremsscheibendemontage stärkere Hammerschläge nötig waren.

Die Gewinde für die Radschrauben habe ich mit einem passenden Gewindebohrer von Schmutz und Rost berfreit, von dem erfreulicherweise nur wenig vorhanden war:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267581.JPG

Und hinterher alles mit Benzin abgewaschen. Die Gewinde sind wie neu; eine zur Probe eingedrehte passende Schraube läst sich leicht und ohen zu knirschen drehen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267723.JPG

Dasselbe passierte an den Gewinden für die Bremssattelträger, deren Schrauben sich beim Ausbau nur schwer drehen ließen, so dass ich schon um die Innengewinde gefürchtet hatte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267837.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509267931.JPG

Aber die Sorge um die Gewinde war unbegründet; es hing nur eine Menge Dreck in ihnen. Nach der Bearbeitung waren sie auch wie neu; auch hier lässt sich die Probeschraube schön eindrehen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268051.JPG

Vorsicht, böse Falle: Wenn man einen normalen Gewindebohrer M12 bestellt, bekommt man einen für eine Gewindesteigung 1,75 mm, weil das die übliche Steigung von M12 Gewinden ist, die deshalb auch "Regelgewinde" genannt werden. Das bedeutet, dass der Abstand von Gewindegang zu Gewindegang genau 1,75 mm beträgt. Oder anders gesagt: Wenn man so eine Schraube um genau eine Umdrehung dreht, bewegt sie sich dabei um genau 1,75 mm in das Innengewinde hinein oder heraus. Die Gewinde an Fahrwerksteilen des Golf 3 sind aber fast alle Feingewinde, von denen es zu allem Überfluss sogar mehrere verschiedene gibt. Die Gewindesteigung beträgt hier 1,5 mm. Durch Verwendung eines M12 Gewindebohrers mit Steigung 1,75 mm an einem Gewinde mit 1,5 mm habe ich vor vielen Jahren mal einen wunderbar erhaltenen und sorgfältig restaurierten hinteren Achslenker geschrottet, obwohl ich den Fehler zwischendurch bemerkt und aufgehört habe. Aber das Gewinde war schon so stark geschädigt, dass es beim späteren Festziehen der entsprechenden Schraube für den Bremssattel schon weit vor Erreichen des vorgeschriebenen Anzugsmomentes ausriss. Der wunderschöne Achslenker war damit ein Fall für den Müll.

Jetzt waren nur noch die Bohrungen für die Achsgelenke und ihre Klemmschrauben dran, die wie üblich aussahen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268159.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268220.JPG

Den Bohrungen für die Schrauben bin ich mit einer Rundfeile mit Außendurchmesser ca. 10 mm auf die Pelle gerückt; damit geht das wunderbar. So lange, bis kein Schmutz und kein Rost mehr herauskamen und sich eine M10 Probeschraube leicht durchstecken ließ:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268336.JPG

Und der Bohrung für die Gelenkbolzen mit dem auf folgendem Foto abgebildeten Werkzeug. Es ist eigentlich ein selbstgebautes Werkzeug, mit dem sich die Betätigungsstange des Bremskraftverstärkers vom Bremspedal lösen lässt. Es besteht aus Kupferrohr mit Außendurchmesser 15 mm aus dem Baumarkt. An einem Ende habe ich es mit Schleifpapier der Körnung 400 umwickelt und dieses mit Klebeband befestigt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268648.JPG

Damit habe ich von unten in der Bohrung für den Gelenkbolzen herumgeschliffen und das Schleifpapier mehrfach gewechselt. Und zwischendurch immer wieder versucht, ob sich ein Gelenk schon einstecken lässt. Zu diesem Zweck habe ich von der Vorderachsüberholung meines roten Variants vor vier Jahren ein gebrauchtes Gelenk aufbewahrt, es am Bolzen vom Rost befreit und es insgesamt etwas sauber gemacht, damit es sich appetitlicher verwenden lässt:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509268949.JPG

Nach etwa zehn Minuten Schleifen ließ sich das Gelenk gewaltfrei immerhin schon ein Stück einschieben:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509269061.JPG

Solange das Schleifpapier nach dem Schleifen noch so aussieht, ist das Ziel noch nicht erreicht:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509269147.JPG

Bei diesem Schleifen darf es natürlich nicht darum gehen, die Bohrung für den Gelenkbolzen insgesamt aufzuweiten, sondern nur den Rost und Schmutz herauszuholen, der das Einstecken des Gelenks behindert. Auf dem nächsten Foto ist das erreicht. Es ist zwar noch etwas Rost zu sehen, aber nur in Form von leichten Vertiefungen. Bei dieser Arbeit habe ich gemerkt, dass der meiste Rost dort war, wo beim früher eingebauten Gelenk die umlaufende Rille war:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509269432.JPG

http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509269479.JPG

Das Testgelenk lässt sich jetzt mit minimalem Spiel widerstandslos einstecken, bis es am oberen Ende der Bohrrung anstößt. Wenn man auf dem nächsten Foto die Hand wegnehmen würde, würde es durch sein Eigengewicht herausfallen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509269633.JPG

Damit die Bohrungen nicht erneut rosten, habe ich sie mit einem Pinsel leicht eingefettet.

VW verbietet es übrigens ausdrücklich, die Bohrung für den Gelenkbolzen irgendwie aufzuweiten. Zum Beispiel dadurch, dass man einen Schraubendreher oder einen Meißel oder Ähnliches in den Schlitz eintreibt oder sonstwie daran herumbiegt. Das nicht ohne Grund: Das Material des Radlagergehäuses ist Stahlguss, der nicht gerade für große Elasitzität bekannt ist. Durch Biegen kommt es hier leicht zu einem Festigkeitsverlust, der wegen der Lebenswichtigkeit dieser Verbindung nicht zu verantworten ist.

Bis darauf, dass die Federbeine noch zur Erneuerung der Stoßdämpfer auszubauen sind, war die linke Seite jetzt fertig. Die Federbeine werde ich aber erst ausbauen, wenn die Querlenker und sehr wahrscheinlich auch das Getriebe wieder eingebaut sind, weil mir sonst die Radlagergehäuse mit den Antriebswellen in der Luft hängen:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509270116.JPG

Und zweieinhalb Stunden später auch die rechte:
http://www.golf3.de/direktupload/i/t...1509270180.JPG

Grüße Teletubby

Ben_RGBG 29.10.2017 11:32

Schön dokumentiert Manfred. Ich lese das aufmerksam, bei mir gehts ja auch in Kürze an das erneuern der Vorderachse. (wenn am 1.11. der Reparaturplatz in der Halle frei wird, der momentan durch das Winterauto meines Kumpels belegt ist.)

Ich habe mir direkt die Frage gestellt, ob man die Öffnung für das Radlagergehäuse wohl einfetten kann. Und siehe da, ein paar Zeilen weiter hast du mir die Antwort geliefert. Das werde ich auch so machen.

Die Anlageflächen von Bremsscheiben reinige ich am liebsten immer mit einem kleinen Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine. Die große Drahtbürste ist mir da oft etwas zu unhandlich, zumal dauerts länger. :D

wolfi71 29.10.2017 11:59

12x1,5 ist auch das Maß für die Radschrauben an meiner Frau ihrem Fahrzeug. Deswegen habe ich einen Gewindebohrer dieses Maßes bei mir im Werkzeugkasten liegen und einen M18x1,5 für die Lambdasonde. Einen M14x1,5 für meine Alltagshure habe ich noch nicht.

aam 90 29.10.2017 12:12

Ben bei der Plusachse, welche ich bei dir vermute, hast du einen konischen Zapfen beim Traggelenk welches von oben mit einer Mutter gesichert wird.


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