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Grade bei Frontal21 gesehen: Das große Abkassieren Zwang zu teurem Sprit von Andreas Halbach und Christian Rohde Millionen Halter alter Autos wissen nicht, ob sie in Zukunft den neuen Biosprit mit zehnprozentigem Bioethanol-Anteil tanken können oder ob sie auf das teure Super-Plus-Benzin umsteigen müssen. Die Hersteller machen widersprüchliche Angaben. * Sendung vom 05.02.2008 Vergangene Woche berichtete Frontal21 über Pläne, ab 2009 den Bioethanol-Anteil bei Normal- und Super-Benzin von derzeit fünf auf zehn Prozent zu erhöhen. Bioethanol reduziert zwar den CO2-Ausstoß beim Verbrennen des Benzins, kann jedoch in den Fahrzeugen, die dafür technisch nicht ausgelegt sind, Schläuche und Dichtungen angreifen und Benzinpumpen zerstören. Viele ältere Autos verkraften deshalb den höheren Bioethanol-Anteil nicht. Ihre Halter müssen in Zukunft das teurere Super Plus-Benzin tanken. Bei dieser so genannten Schutzmarke bleibt der Ethanolanteil bei fünf Prozent. Ein Liter Super Plus kostet derzeit zwischen sechs und 15 Cent mehr als ein Liter Normal- oder Super-Benzin. Unklar bleibt, welche und wie viele ältere Autos von dem Zwangs-Umstieg auf Super Plus betroffen sein werden. Die Bundesregierung hatte sich auf die Aussage des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) verlassen, wonach nur 375.000 Autos das so genannte E 10-Benzin nicht vertragen würden. Der ADAC geht dagegen von "mehreren Millionen" aus. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte gegenüber dem ZDF Magazin Frontal 21, falls die Zahlen des VDA nicht stimmten, "dann wär´s ein Problem". Verwirrende Angaben der Hersteller Frontal21 hatte für den Beitrag vergangene Woche mehrere Hersteller angefragt, welche Modelle den erhöhten Ethanol-Anteil nicht vertragen würden. Die Antwort: alle Mercedes-Fahrzeuge, vor Juni 1997, und alle BMW-Modelle, vor 1998 zugelassen. Das Gleiche gilt beim Ford Ka für alle Jahrgänge, selbst als Neuwagen. Darüber hinaus teilte Ford mit, alle anderen Modelle vor 2006 seien noch im Test. Bei Opel hieß es, man arbeite noch an umfangreichen Feldversuchen. VW hatte in einer internen Mitteilung geschrieben, dass alle vor März 2006 zugelassenen Autos nicht E 10-geeignet seien. Bei älteren Fahrzeugen kann der hohe Bioethanol-Anteil im Benzin Schläuche, Dichtungen und die Benzinpumpe schädigen. Kurz vor Sendung des Frontal21-Berichts eine neue Information der Hersteller: Mercedes, BMW und VW erklärten plötzlich, dass bis auf wenige Ausnahmen nun doch alle Fahrzeuge den neuen Biosprit vertragen. Ähnliches teilte auch VW mit. Verunsicherte Autohalter Erstaunlich nur, dass Einzelanfragen verunsicherter Autohalter von den Herstellern nach wie vor gegenteilig beantwortet werden. Einem Polo-Fahrer antwortete VW vor wenigen Tagen: "Alle Fahrzeuge, die eine Erstzulassung vor dem 01.03.2006 haben, müssen zukünftig auf Super Plus umsteigen, da dort die 5 Prozent Ethanol enthalten bleiben." Ford teilte einem Kunden mit: "Für Fahrzeuge, die vor 2006 auf den Markt kamen, empfehlen wir derzeit, eine Höchstgrenze von fünf Prozent Bio-Ethanol im Kraftstoff (E5) nicht zu überschreiten." Nun sind viele Autofahrer verunsichert. Zwar könnte ein Halter, dessen Auto durch den neuen E 10-Sprit einen Motorschaden erleidet, den Hersteller verklagen, wenn dieser ihm vorher die E10 -Freigabe erteilte, so Klaus Reindl vom ADAC. Doch die Beweislast, dass der Schaden am Auto tatsächlich durch den neuen Biosprit zurück zu führen ist, liegt - man ahnt es - beim Autohalter. Quelle | |||
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