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Alt 26.12.2016, 14:46 #1
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Standard Geber für Kühlmittelmangel

Hallo!

Gibt es hier zufällig jemanden, der schonmal den Aufbau des Gebers für Kühlmittelmangel im Ausgleichbehälter erforscht hat? Im Schaltplan ist er als veränderlicher Widerstand dargestellt.

Grund für meine Frage: Ich habe den Ausgleichbehälter des Cabrio wieder schön gemacht; er hatte vorher an Teilen der Innenwandung einen dunkelen, undurchsichtigen Belag, der auch mit Wasser und kräftigem Schütteln nicht wegging.

Im ersten Schritt habe ich beide Schlauchanschlüsse verschlossen und dann eine Mischung (etwa 1:1) Wasser mit Essigessenz eingefüllt und den mit dem Deckel verschlossenen Behälter etwa zweimal am Tag geschüttelt. Nach einer Woche konnte man deutlich sehen, dass die eingefüllte Flüssigkeit etwas dunkeler geworden war; eindeutig ein Zeichen dafür, dass sich etwas tat. Es ging aber nur sehr langsam.

Im zweiten Schritt habe ich den entleerten Behälter erst einige Male mit Wasser gespült und dann eine Mischung aus Wasser und - pardon - Kloreiniger eingefüllt, und zwar Bref von Henkel:


Und zwar in etwa im Mischungsverhältnis 3 : 1 (3 Teile Wasser, ein Teil Bref).

Auch hier ließ sich beobachten, dass die Flüssigkeit dunkeler wurde; es ging aber schneller. Nach zwei Wochen habe ich den Behälter mehrmals mit Wasser geschüttelt und gespült und danach von außen gereinigt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen:




Der Behälter sieht aus wie neu; alle Beläge auf der Innenseite sind weg. Restlos.

Mir geht aber die Frage durch den Kopf, ob der Sensor im Behälter dadurch Schaden genommen haben könnte. Denn Bref enthält Salzsäure, und zwar laut Flaschenaufdruck 11,6 Gramm pro 100 Gramm:


Zusammen mit meiner Vermischung mit Wasser dürfte der Salzsäureanteil danach nur noch etwa 4 Prozent betragen haben.

Ich habe den Sensor getestet, indem ich ein Multimeter im Ohmbereich angeschlossen und dann den Behälter mit Leitungswasser gefüllt habe. Dabei ändert sich die Anzeige. Ob sie sich im richtigen Bereich ändert, weiß ich nicht.

Vielleicht gibt es hier ja jemanden, der schonmal einen Kühlflüssigkeitsbehälter aufgemacht hat. Und deshalb weiß, wie der Sensor aufgebaut ist. Durch die Deckelöffnung kann man übrigens nichts erkennen.

Freundliche Grüße
Teletubby



Geändert von Teletubby (26.12.2016 um 14:49 Uhr)
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Alt 26.12.2016, 18:18 #2
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Mein Stand ist, das es Zwei Metallstäbe sind. Je höher das Wasser desto geringer der Widerstand der Stäbe.
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Teletubby (26.12.2016)
Alt 26.12.2016, 19:05 #3
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Jop, sind einfach zwei Kontakte die ins Wasser ragen.
So ein Ausgleichsbehälter kostet ca. 15€ im Zubehör, ich würd den entsorgen.
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Alt 26.12.2016, 19:08 #4
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Der Geber G32 überwacht den Kühlmittelstand im Ausgleichbehälter. Er ist direkt mit dem Kombiinstrument verbunden, das bei Unterschreiten des Min.-Wertes für den Füllstand über eine Kontrollleuchte eine entsprechende Warnung ausgibt.

Es handelt sich nur um 2 nebeneinander liegende leitende Kontakte, zwischen denen durch das leitende Kühlmittel eine elektrische Verbindung hergestellt wird, wenn der Füllstand in Ordnung ist.
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Teletubby (26.12.2016)
Alt 26.12.2016, 20:51 #5
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Hallo!

Zitat:
Zitat von 96er GT Beitrag anzeigen
So ein Ausgleichsbehälter kostet ca. 15€ im Zubehör, ich würd den entsorgen.
So schnell werden bei mir keine originalen Teile entsorgt.

Erstens möche ich keinen nachproduzierten Billigkram verbauen, und zweitens gibt es diese Behälter mit mehreren unterschiedlichen Aufdrucken. Aus diesen beiden Gründen liegt mir sehr viel daran, den originalen Behälter weiterzuverwenden.


Zitat:
Zitat von aam 90 Beitrag anzeigen
Mein Stand ist, das es Zwei Metallstäbe sind.
Zitat:
Zitat von MelowDB Beitrag anzeigen
Es handelt sich nur um 2 nebeneinander liegende leitende Kontakte, zwischen denen durch das leitende Kühlmittel eine elektrische Verbindung hergestellt wird, wenn der Füllstand in Ordnung ist.
Die Messung mit dem Ohmmeter spricht zwar nicht diese Sprache, aber ich nehme das trotzdem erstmal so. Jetzt müsste ich nur noch wissen, aus welchem Metall diese zwei Metallstäbe bzw. leitenden Kontakte bestehen bzw. wie sie auf meine Wasser-Bref-Mischung reagieren.

Ich hoffe darauf, dass sich hier jemand findet, der noch einen alten Ausgleichbehälter herumliegen hat und der bereit ist, das Ding mal vorsichtig aufzusägen und von innen zu betrachten.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (26.12.2016 um 21:06 Uhr)
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Alt 26.12.2016, 21:11 #6
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Möglicherweise gibt es beim Golf 3 Unterschiede, aber ich vermute, dass die beiden Geber technisch gleich funktionieren. VWN ist ja damals noch ein Teil von VWPKW gewesen, also:
T4 WIKI zum G32 (Neuer Link)

Diese Seite ist übrigens hervorragend, toll und fantastisch.

Grüße

Geändert von Schreibtisch (26.12.2016 um 21:18 Uhr)
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Alt 26.12.2016, 21:22 #7
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Zitat:
Zitat von Schreibtisch Beitrag anzeigen
Möglicherweise gibt es beim Golf 3 Unterschiede, aber ich vermute, dass die beiden Geber technisch gleich funktionieren. VWN ist ja damals noch ein Teil von VWPKW gewesen, also:
T4 WIKI zum G32 (Neuer Link)
Das hilft mir doch schonmal viel weiter. Herzlichen Dank!

In diesem Bericht gibt es auch den Satz:

"Der Verdacht, dass der Geber den Widerstand der Kühlflüssigkeit misst, konnte ausgeräumt werden. Getestet wurde mit roter und blauer Kühlflüssigkeit sowie mit Osmosewasser (Leitwert wie destilliertes) und gesalzenem Wasser, macht alles keinen Unterschied."

Das deckt sich vollkommen mit meinen Messungen mit dem Ohmmeter. Demnach sah es nämlich wirklich nicht so aus, als wenn da einfach mit zwei Elektroden der Widerstand der Flüssigkeit gemessen würde.

Nochmal Danke und Grüße
Teletubby
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Alt 26.12.2016, 21:40 #8
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Kleiner Tip Organische Rückstände bzw Verunreinigungen lassen sich wunderbar entfernen
wenn man sie 1-2 tage in waschmittellauge Einweicht, am besten mit kochenden Wasser
aufgießen.
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Alt 27.12.2016, 08:36 #9
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Ich hatte bereits auch mehrere Fahrzeuge wo die Behälter dreckig wie Sau waren und dadurch die Kühlmittellampe leuchtete. Warn die Stäbe zu. Wollte allerdings die Behälter nicht 2 Wochen liegen lassen, habe daher ebenfalls die Öffnungen verschlossen, den Behälter halbvoll mit Nitroverdünnung gemacht, ca. 10 min wie ein Irrer geschüttelt und dann sahen Sie ebenfalls so neu aus. Dann anständig mit Wasser gespühlt mehrfach.

Ist auch nichts Blind geworden oder so.

Geändert von Baxter89 (27.12.2016 um 08:50 Uhr)
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Alt 27.12.2016, 19:41 #10
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Hallo!

Zitat:
Zitat von ruebe Beitrag anzeigen
Kleiner Tip Organische Rückstände bzw Verunreinigungen lassen sich wunderbar entfernen wenn man sie 1-2 tage in waschmittellauge Einweicht, am besten mit kochenden Wasser aufgießen.
Hatte ich versucht; hat bei mir so gut wie nichts gebracht.


Zitat:
Zitat von Baxter89 Beitrag anzeigen
Ich hatte bereits auch mehrere Fahrzeuge wo die Behälter dreckig wie Sau waren und dadurch die Kühlmittellampe leuchtete. Warn die Stäbe zu. Wollte allerdings die Behälter nicht 2 Wochen liegen lassen, habe daher ebenfalls die Öffnungen verschlossen, den Behälter halbvoll mit Nitroverdünnung gemacht, ca. 10 min wie ein Irrer geschüttelt und dann sahen Sie ebenfalls so neu aus. Dann anständig mit Wasser gespühlt mehrfach.
Ich hatte es mit Spiritus versucht, hat auch nichts gebracht. Ich vermute, dass der Belag bei mir metallischen Ursprungs war. Denn auch in der Kühlflüssigkeit fanden sich Bröselchen.


Dafür habe ich jetzt den ultimativen Durchblick, was den Geber für den Kühlmittelstand angeht.

Weil ich das genau wissen wollte, bin ich dazu heute Morgen zu einem kleinen Schrottplatz hier in der Nähe gefahren und habe dort für 4 Euro einen Behälter bekommen; Baujahr in etwa gleich wie der meines Cabrios:


Dem bin ich im Keller mit schwerem Gerät auf die Pelle gerückt. Ziel: Den Geber ausbauen. Dazu habe ich um ihn herum Löcher gebort, was ganz leicht ging:






Mit diesem Blatt einer Bügelsäge...


...habe ich die zwischen den Löchern verbliebenen Stege durchgesägt, was ebenfalls recht fix ging. Ende vom Lied:


Da ist er, der Geber. Wirklich nicht mehr als zwei Metallstäbe:


Auf dem nächsten Foto in den Behälter kann man die kleine Kammer sehen, die für den Sensor ist. Sie hat ganz unten ein kleines Loch. Das alles wird vermutlich dazu da sein, die Sache etwas träger zu machen, damit nicht gleich jede Schwankung, die im Fahrbetrieb auftritt, eine Anzeige im Kombiinstrument auslöst:


Noch ein paar Fotos vom gereinigten Sensor:




Die beiden Metallstäbe haben einen Durchmesser von 3 mm und eine freie Länge von ungefähr 35 mm:


Meine entscheidende Frage war aber die, aus welchem Material sie bestehen. Denn ich wollte wissen, ob die Innenreinigung mit säurehaltigem Kloreiniger ihnen etwas ausgemacht haben könnte: Der Magnettest verlief negativ, die Metallteile sind relativ schwer und stabil, wie sich beim Biegeversuch zeigte. Also tippe ich auf Edelstahl.

Um zu testen, wie sie auf die Wasser-Bref-Mischung reagieren, habe ich etwas davon in ein Glas gefüllt und den Sensor hineingestellt:


Ergebnis nach mehreren Stunden: Dort verändert sich überhaupt nichts, was auch für Edelstahl als Material der Metallstäbe spricht.

Erfreuliches Ergebnis: Den bis gestern innengereinigten Kühlflüssigkeitsbehälter kann ich damit als unbeschädigt und einbaufertig erklären.

Freundliche Grüße
Teletubby




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Rolw (28.12.2016), yawns (27.12.2016)
Alt 28.12.2016, 12:58 #11
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Etwas für die Rubrik: Interessantes aus dem Versuchslabor.

Wenn das Auto wirklich original bleiben soll ist so´n auffälliger Behälter ja schon wichtig.
Ich kann mich nur an eine Reinigungsaktion während der Lehre erinnern, der Vetreiber vom Motorreinigungszusatz meinte das ginge auch gut für Kühlsysteme.
War nen Motor mit defekter Kopfdichtung und etwas Ölsiff im Kühlsystem.
Ging wirklich prima und wesentlich schneller als die Bref Methode.

Was jetzt mehr Schadenspotenzial hat sei mal dahingestellt.
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Alt 28.12.2016, 16:29 #12
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Hallo!

Zitat:
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Wenn das Auto wirklich original bleiben soll ist so´n auffälliger Behälter ja schon wichtig.
Ja, das ist auch voll und ganz meine Meinung.


Zitat:
Zitat von Rolw Beitrag anzeigen
Etwas für die Rubrik: Interessantes aus dem Versuchslabor.
Dazu habe ich hier noch etwas "aus dem Versuchslabor", was ich mehr zufällig herausgefunden habe: Die Mischung aus Wasser und Bref ist auch sehr gut dazu geeignet, verzinkte Stahlteile zu entzinken d.h. die Zinkschicht und in Grenzen auch Rost zu entfernen.

Beispiel: Eine gelb verzinkte Stahlschelle der Größe 11, von der ich den Gummiüberzug entfernt und die ich in ihre Bestandteile zerlegt habe, indem ich die kleinen Verstärkungsbleche an den Enden entfernt habe. Sie soll neu gelb verzinkt werden. Wie man auf dem Foto sehen kann, ist die alte Zinkschicht schon teilweise angegriffen und verwittert:


Vorkommen dieser Schelle beim Golf 3: Sie hält den Kabelstrang am Drehstromgenerator. Sie ist bei VW nicht erhältlich. Weil ich eh im Moment im Keller eine große Tüte mit Teilen habe, die alle neu verzinkt werden sollen, soll diese Schelle mit ihren drei Einzelteilen auch dazu.

Ich habe sie in das Glas mit dem Wasser-Bref-Gemisch gelegt:


Nach einigen Minuten fangen Bläschen an aufzusteigen von den Teilen in der Flüssigkeit:


Immer mehr, bis es auf der Flüssigkeit aussieht wie eine Schaumschicht:


Nach etwa zwei bis drei Stunden hört es auf zu schäumen. Das bedeutet, dass der Vorgang abgeschlossen ist:


Die drei Teile der Schelle, nachdem ich sie herausgefischt, mit Wasser abgewaschen und getrocknet habe:


Die Teile sind sauber und metallisch blank, alle Beläge sind weg, vor allem auch die Zinkschicht. Eine gute Basis, um die Teile jetzt neu verzinken zu lassen.

Was man daraus lernen kann:

1. Wie man Zinkschichten von Stahlteilen abbekommen kann;

2. Wie zerstörerisch säurehaltige Reiniger (z.B. Felgenreiniger) für verzinkte Teile und andere Metalloberflächen sein können.


Zur Beachtung:

Ich habe (leider) so gut wie keine Ahnung von Chemie. Und werde mich deshalb hier davor hüten zu empfehlen, so etwas nachzumachen. Falls es doch jemand tun sollte, kann ich nur dazu raten, die allgemein gültigen Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Chemikalien zu beachten:

Augenschutz tragen!

Dämpfe nicht einatmen!

Hautkontakt vermeiden!

Nicht mehrere unterschiedliche Chemikalien zueinander geben, ohne über die Wirkung sicher zu sein!

Verschütten vermeiden!

Nur kleine Mengen verwenden!

Auflistung möglicherweise unvollständig!

Freundliche Grüße
Teletubby



Geändert von Teletubby (28.12.2016 um 16:33 Uhr)
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