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| Golfbegeisterter |
Spannung-,Strom- und Widerstandsmessungen im KFZ Folgende Anleitung ist ohne Gewähr. Warnung: Die hier beschriebenen Strommessungen dürfen in keinem Fall an den Bauteilen der Airbag-Anlage durchgeführt werden. Ich erspare mir hier die grundlegenden elektrotechnischen Formeln und verweise auf folgende Link's für das Ohmsche Gesetz, weiterführende mathematische Grundlagen, beschreibende Unterlagen sowie Hilfen für die Messarbeiten: KHD Formeln oder Elektronik Grundlagen und Messtechnik - Elektronik-Kompendium.de sowie für die Klemmenbezeichnungen Klemmenbezeichnungen und der Stromlaufplan für den Golf3 in englisch/amerikanischer Ausführung Golf3 Schaltplan komplett, englische Ausführung Vorteilhaft ist es bei Arbeiten an der KFZ-Elektrik immer, wenn man über Schaltpläne und Leitungsführungspläne verfügt sowie über Steckerbelegungszeichnungen, wie sie hier im GonZy dankenswerter Weise abgelegt sind. 1. Spannungsmessung Spannungsmessungen werden immer parallel zum Meßobjekt (Verbraucher) durchgeführt. (Spannungsmesser haben immer einen großen bis sehr großen Innenwiderstand) Einstellungen am Messgerät zur Spannungsmessung Soll z.B. die Batteriespannung gemessen werden (s. Skizze 1, Bild 1), so stellt man das Meßgerät auf den nächst größeren Bereich ein und wählt die Art der Spannung (Gleichspannung = oder Wechselspannung ~), also bei 12 Volt Gleichspannung den Wahlschalter auf "20 Volt = " stellen. Dies ist die grundlegende Einstellung des Messgerätes zur Spannungsmessung. Siehe Anhang Bild 1 und Bild 2. Verdreht man die Anschlüsse am Messgerät oder bei der Messung, so erhält man eine negative Anzeige mit gleichem Betrag. Dies spielt bei digitalen Meßgeräten keine Rolle, bei analogen Meßgeräten (Zeigermessinstrumente) hingegen schon, da wandert der Zeiger an den linken Anschlag. Die schwarze Messleitung in den Anschluß "Com" stecken, die rote Meßleitung in den Anschluß "Volt/Ohm" stecken. In Fahrzeugen bis ca. Baujahr 2000 vereinfachen sich die Messungen, da hier noch größtenteils Plus 12 Volt oder Masse (in Ausnahmefällen z.B. beim Türkontakt oder bei einigen KFZ die Hupe)niederohmig geschaltet werden. Messungen gegen Masse: Verbraucher wie Abblendlicht, Fernlicht oder Relais können größtenteils gegen Masse gemessen werden. Siehe Anhang Skizze1 Bild 2 Hierzu Messgerät in die oben geschilderte Einstellung bringen. Dann sucht man sich eine gute Masseverbindung. Hier bieten sich Massesterne an der Karrosserie an. Die schwarze Messleitung nach Möglichkeit über eine stabile Krokodilklemme anschließen, Stromkreis einschalten. Mit der roten Meßleitung nun direkt an den Pluspol des Verbrauchers gehen und das Messergebnis ablesen. Wenn der Anschlußstecker unzugänglich ist, kann man die Prüfspitze des roten Kabels auch über Klebeband mit einer Messerklinge verbinden. Dann den plusführenden Draht mit der Messerklinge einritzen (vorsichtig quer zur Drahtrichtung) und Messergebnis ablesen. Spannungsmessungen an Schaltern und Sicherungen An einem offenen Kontakt ( -mit Ausnahme einer Kontaktreihenschaltung- ) oder einer im Fehlerfall defekten Sicherung liegt im eingeschalteten Stromkreis stets die volle Spannung an. An einer Sicherung kann man also direkt per Spannungsmessung feststellen, ob sie in Ordnung ist oder nicht. Hierzu muß natürlich der Stromkreis eingeschaltet werden, also z.B. der Zündschalter. Dann mit beiden Prüfsteckern direkt auf beide Seiten der Sicherung gehen. Zeigt die Anzeige 0 Volt an, so ist die Sicherung in Ordnung, zeigt die Anzeige etwa 12 Volt an, so hat die Sicherung ausgelöst. Siehe Anhang Skizze1 Bild 3 Messungen z.B. am Türkontaktschalter: Tür geöffnet -> Schalter geschlossen; Meßspitzen an beide Seiten des Kontaktes: In diesem Fall ist der Schalter geschlossen und besitzt einen ganz kleinen Widerstand. Die Spannung liegt also direkt am Verbraucher, weil die Masse über den Kontakt durchgeschaltet wird. Zeigt die Messung 0 Volt, so ist der Kontakt in Ordnung, zeigt sie 12 Volt, so ist der Kontakt defekt. Siehe Anhang Skizze 1 Bild 4 2. Strommessung Stromsmessungen werden immer in Reihe zum Meßobjekt (Verbraucher) durchgeführt. Siehe Skizze 2 Bild 1-3 (Strommesser haben immer einen kleinen bis sehr kleinen Innenwiderstand) Dies bedeutet, dass der Stromkreis aufgetrennt werden muß, um das Amperemeter einzuschleifen, oder man an einem offenen Kontakt oder einer defekten Sicherung mißt. Strommessungen können Aufschluß über stille Verbraucher geben, die immer unter Spannung stehen wie Zentralverriegelung, Uhr etc. Einstellungen am Messgerät zur Strommessung Soll z.B. der Strom eines Stromkreises gemessen werden, so stellt man das Meßgerät auf den nächst größeren Bereich ein und wählt die Art des Stromes (Gleichstrom = oder Wechselstrom ~) Hier müssen wir vor der Messung kurz berechnen, welcher Strom im Kreis fließen darf. Dies ergibt sich aus dem Ohmschen Gesetz (R=U/I entspricht [Widerstand = Spannung / Stromstärke]) oder der Leistungsangabe des Verbrauchers in Watt und der Leistungsformel P=U*I entspricht [Leistung = Spannung * Strom]. Bei einer Glühlampe von 5 W (Deckenleuchte) und einer Spannung von 12 Volt folgt durch entsprechende Umformung (I=P/U) -> 5W/12V=0,416A Das Meßgerät muß in diesem Fall auf den größten Strommessbereich, 10- oder 20 Ampere Gleichstrom =, geschaltet werden. Die rote Meßschnur muß in diesem Fall in die Multimeterbuchse "A" gesteckt werden. Bei einer Glühlampe von 1 W (Ascherbeleuchtungleuchte) und einer Spannung von 12 Volt folgt durch entsprechende Umformung (I=P/U) -> 1W/12V=0,083A -> 83 mA Das Meßgerät muß in diesem Fall auf den Strommessbereich "200mA" Gleichstrom =, geschaltet werden. Die rote Meßschnur muß in diesem Fall in die Multimeterbuchse "mA" gesteckt werden Messung des Batteriestromes: Pluspol der Batterie abklemmen, den roten Draht des Meßgerätes an den Batteriepluspol anklemmen und den schwarzen Draht des Meßgerätes mit der Polklemme des Plupols verbinden, Ergebnis ablesen. Achtung, Batteriestromkreis niemals bei laufendem Motor auftrennen (Die Batterie dient als Puffer und glättet die von der Drehstromlichtmaschine erzeuten und gleichgerichteten Halbwellen, ohne Batterie können die elektronischen Steuergeräte durch Überspannungsimpulse zerstört werden.) Messung an einer vormals defekten Sicherung: Sicherung darf noch nicht eingesetzt sein!!! Prüfung nach Reparatur eines Stromkreises!!! Da hier im schlimmsten Fall ein sehr großer Stromfluß zu erwarten ist, Messgerät auf 20 A schalten und rote Meßschnur in die Buchse "A" stecken. Stromkreis einschalten. Dann mit den beiden Prüfspitzen auf beide Seiten der Sicherung gehen. Das Meßgerät wirkt jetzt wie ein Schalter, der Stromkreis sollte arbeiten und man kann den Normstrom im Stromkreis ablesen. Wenn alles im Normalbereich ist, kann die Sicherung eingesetzt werden. Liegt der Strom weit über dem errechneten Wert, Messung sofort abbrechen und Fehler weiter eingrenzen!!! Messung an einem offenen Kontakt: Den größten zu erwartenden Strom ausrechnen, Meßgerät nach Beispiel oben einstellen und mit den Prüfspitzen an die Kontaktanschlüsse gehen, Meßwert ablesen, der Stromkreis sollte arbeiten, z.B. beim Türkontakt die Deckenlampe leuchten. Achtung, noch ein Hinweis: nicht selten wird nach Beendigung der Strommessung vergessen, die rote Prüfschnur aus der Buchse "A" oder "mA" zu entfernen. Wenn dann im Anschluß an die Strommessung eine Spannungsmessung mit falscher Geräteeinstellung durchgeführt wird, fliegt entweder die Überstromsicherung des Messgerätes raus oder das Meßgerät wird schwer beschädigt. 3. Widerstandsmessung, Durchgangsprüfung Widerstandssmessungen werden immer bei abgeschalteter Versorgungsspannung (Verbraucher) durchgeführt. Die zur Messung des Verbraucher nötige Energie liefert die Batterie des Meßgerätes Einstellungen am Messgerät zur Widerstandsmessung Der Widerstand eines Prüfobjektes richtet sich nach dem oben erwähnten ohmschen Gesetz, liegt aber in der KFZ-Technik bei den meisten Verbrauchern eher im niederohmigen (kleinen Meßbereich, so dass man weitgehend mit der Einstellung 200 Ohm auskommt, also Wahlbereichsschalter des Meßgerätes auf 200 Ohm einstellen. Die schwarze Messleitung in den Anschluß "Com" stecken, die rote Meßleitung in den Anschluß "Volt/Ohm" stecken. Dies ist die grundlegende Einstellung des Messgerätes zur Widerstandsmessung Zur Prüfung des Meßgerätes die beiden Prüfspitzen kurz miteinander verbinden, das Meßgerät sollte "0" Ohm anzeigen, danach wieder eine "1", "Überlauf" oder "Unendlich". Mit dieser Einstellung kann man z.B. bei ausgelöster Sicherung in einem defekten Stromkreis Kurzschlüsse feststellen und entfernen oder auch Unterbrechungen von Drahtverbindungen feststellen. Prüfung von Kurzschluß im Netz, Sicherung hat ausgelöst.-> Com-Anschluß des Meßgerätes mit Masse verbinden. Sicherung entfernen, mit der roten Meßschur des Ohmmeters die Netzseite der Sicherung abtasten, bei bestehendem Schluß zeigt das Meßgerät 0 Ohm an. Jetzt nacheinander die ins Netz gehenden Drähte trennen und diese einzeln auf Schluß (0 Ohm) prüfen. Alle Drähte, die keinen Schluß aufweisen, wieder mit dem Netz verbinden. Defektes Bauteil auswechseln, reparieren. Siehe Skizze 3, Bild 1 und Kurzschlussprü.jpg Prüfung von Kabel/Drahtdefekten Beide Enden des Drahtes mit dem Ohmmeter verbinden, bei intaktem Draht muß das Meßgerät 0 Ohm anzeigen, ansonsten Draht reparieren Prüfung von Relais Relais abziehen und Spulenanschlüße mit Meßgerät verbinden, Wicklung sollte so um 100 Ohm anzeigen +/- 40 Ohm Ruhekontakte müßen um die 0 Ohm anzeigen, Arbeitskontakte "Unendlich" Dann Kappe abziehen, Relais von Hand betätigen, Ruhekontakt muß dann "Unendlich "anzeigen, Arbeitskontakt "0 Ohm" Geändert von WolfVo (22.06.2012 um 00:22 Uhr) | ||
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| Folgende 2 Benutzer sagen Danke zu WolfVo für den nützlichen Beitrag: | Martin87 (20.06.2012) |
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