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Ghosty 29.05.2010 19:36

Was für eine anzahl an Bremsbeläge Nötig?
 
Hey leute,

also zu meiner Frage:

War Heute mit ein Paar leuten bei nem Kumpel auf der Hebebühne mit meinem Golf 3 (BJ 97, 75PS/55KW (1.6 1H1)) und haben auf der Vorderseite beide (Links und Rechts)Querträger und Trägergelenke gewechselt (teilweise mit extremer Gewalt ^^). Dann wollten wir noch den neuen Endtopf vom Auspuff anbringen, Passt nicht , egal Drehe ein teil dafür dann passts. So! Thema Bremsen. Wir bzw. ich wollte die Bremsscheiben auch neu Wechseln doch jetzt wurde mir gesagt das wenn man die Bremsscheiben wechselt man besser auch die Bremsbeläge Wechselt da die Bremsscheiben sonnst nach ein paar Tausend KM wieder abgenutzt wären.
jetzt habe ich aber verpeilt zu Fragen (kann iwie keinen von meinen Freunden erreichen -_- und wirklich auf die bremsen geguggt hab ich dann auch nicht mehr ^^) wieviele Bremsbeläge man Brauch für Vorne Rechts und Links da diese ja nach meinem Wissen von Beiden seiten auf die Bremsscheibe Drücken Sprich man Bräuchte für zwei seiten insgesammt 4 Bremsbeläge.
Es hatte mich etwas verwirrt als ich im internet Bremsbeläge gesehen haben im 2er "pack" und im 4er "pack" deshalb frage ich damit ich hinterher nicht nur eine seite erneuern kann. Also wieviele Beläge bräuchte ich denn nun wirklich?
Schonmal danke für die Antwort ^^

Gruß Ghosty

osnabruecker 29.05.2010 19:47

Vier Stück weil, wie du schon bemerkt hast, auf jeder Seite zwei sitzen. Einer außen, einer innen.

Teletubby 29.05.2010 20:58

Hallo Ghosty,

im Normalfall werden die Bremsbeläge gar nicht einzeln verkauft. Nicht mal bei VW. Sondern immer nur satzweise. Ein Satz enthält dabei so viele wie für eine Achse des betreffenden Autos gebraucht werden. Gewöhnlich sind das wie bei Dir vier Stück.

Es wird überall davon abgeraten, nur einzelne Bremsbeläge einer Achse zu erneuern. Sondern immer nur alle gemeinsam.

Wenn die Bremsscheiben noch gut sind (d.h. hoch nicht an der Verschleißgrenze angekommen sind und auch sonst keine Beschädigung haben), reicht es, nur die Beläge zu erneuern. Wenn jedoch die Scheiben ersetzt werden müssen, sollten gleichzeitig auch die Beläge ersetzt werden. Auch dann, wenn sie noch nicht komplett abgenutzt sind.

Freundliche Grüße
Teletubby

Ghosty 29.05.2010 22:16

:danke: für die Antworten , da weiß ich was ich dann am Mo alles Kaufen Brauch.

Wundert mich das Bremsbeläge dann doch im 2er "Pack" verkauft werden , naja was solls kauf ich mir lieber gleich einen Richtigen Satz.


Zitat:

Es wird überall davon abgeraten, nur einzelne Bremsbeläge einer Achse zu erneuern. Sondern immer nur alle gemeinsam.
Ich hatte ohnehin nicht vor nur einen einzelnen satz zu erneuern, hat ja dann unterschiedliche Bremswirkung auf einer Achse , aber deshalb hab ich mich ja hier nochmal besser Erkundet ^^

wolfi71 30.05.2010 08:57

Also ich persönlich messe die Scheiben beim Belagwechsel. Wenn die Scheiben noch oberhalb der Verschleissgrenze sind (bei dir vermutlich 10mm), dann werden die nicht gewechselt. Wenn die nur knapp drüber sind, werden neue Scheiben für den Wechsel besorgt und beim nächsten Belagwechsel (in ca 40-50.000km) mitgemacht.

Nur weil die Scheibe einen halben Millimeter unter die Grenze gerutscht ist, wechsle ich die nicht ohne Not. Da ist erstens ein bisschen Reserve drin und zweitens gleichen die Beläge das teilweise aus.

Normal hält eine Scheibe 2-3 Belagsätze durch.

Wenn in einem Laden Bremsbeläge im 2er Pack verkauft werden, dann ist das ein Laden um den würde ich einen großen Bogen machen. Beläge werden immer Achsweise verkauft und eingebaut (naja fast immer).

Übrigens gibt es äußere und innere Beläge. man kann die nicht gegeneinander tauschen. Dafür ist es vor dem Einbau egal ob rechts oder links. Nur wenn man die Beläge mal rausmachen muss, dann sollten die wieder an der gleichen Stelle eingebaut werden.

Und dass man beim Tausch der Scheiben auch gleich die Beläge tauschen sollte: Da spricht technisch überhaupt nichts dafür. Der einzige Grund: man spart dabei Arbeit, weil es die gleiche Arbeit ist neue Beläge einzubauen wie die alten. Und die Werkstätten machen mehr Umsatz.

Wolfgang

golf3variant1488 30.05.2010 09:49

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 895793)
Der einzige Grund: man spart dabei Arbeit, weil es die gleiche Arbeit ist neue Beläge einzubauen wie die alten. Und die Werkstätten machen mehr Umsatz.

Wolfgang

Es lohnt sich einfach nicht nen mechanicker dahin zustellen das der nach nem halben jahr verschlissene belege tauscht wenn man das hätte gleich machen können..... und ne werkstatt verdient wohl mehr an der std. die da einer dransteht und macht wie an den sch.. belegen

VR6SyncroVariant 30.05.2010 11:37

Zitat:

Zitat von wolfi71 (Beitrag 895793)
Also ich persönlich messe die Scheiben beim Belagwechsel. Wenn die Scheiben noch oberhalb der Verschleissgrenze sind (bei dir vermutlich 10mm), dann werden die nicht gewechselt. Wenn die nur knapp drüber sind, werden neue Scheiben für den Wechsel besorgt und beim nächsten Belagwechsel (in ca 40-50.000km) mitgemacht.

Nur weil die Scheibe einen halben Millimeter unter die Grenze gerutscht ist, wechsle ich die nicht ohne Not. Da ist erstens ein bisschen Reserve drin und zweitens gleichen die Beläge das teilweise aus.

Normal hält eine Scheibe 2-3 Belagsätze durch.

Wenn in einem Laden Bremsbeläge im 2er Pack verkauft werden, dann ist das ein Laden um den würde ich einen großen Bogen machen. Beläge werden immer Achsweise verkauft und eingebaut (naja fast immer).

Übrigens gibt es äußere und innere Beläge. man kann die nicht gegeneinander tauschen. Dafür ist es vor dem Einbau egal ob rechts oder links. Nur wenn man die Beläge mal rausmachen muss, dann sollten die wieder an der gleichen Stelle eingebaut werden.

Und dass man beim Tausch der Scheiben auch gleich die Beläge tauschen sollte: Da spricht technisch überhaupt nichts dafür. Der einzige Grund: man spart dabei Arbeit, weil es die gleiche Arbeit ist neue Beläge einzubauen wie die alten. Und die Werkstätten machen mehr Umsatz.

Wolfgang

Ein Beitrag mit so viel technischer Inkompetenz ist wirklich selten...

Unbelüftete Scheiben kosten weniger als der Satz Beläge! Wenn da die Beläge runter sind, macht man die Scheiben gleich mit rein. Nachmessen kann man sich sparen, weil die unbelüfteten Scheiben nach einem Belagsatz mit Sicherheit unter der Mindestdicke sind. (1 Belagsatz pro Scheibe bei unbelüfteten Bremsen entsprechen von der Stärke her ca. 2 Sätzen Beläge von belüfteten Scheiben!!!)

Außerdem ist die Oberfläche der Scheibe nicht mehr plan und die neuen Beläge brauchen mindestens 500 km bis sie wieder richtig anliegen!

Die Mindest-Dicke der Scheiben hat den Sinn, dass die Scheiben genügend Wärme aufnehmen können. Da gleichen die neuen Beläge rein GARNICHTS aus...

Läden die Beläge im 2er-Pack verkaufen können nur entweder Beläge für vorne und hinten oder eben 2 "Sätze" für vorne meinen. Erst wenn dir wirklich nur 2 einzelne Beläge angeboten werden musst du stutzig werden.

Wie die Beläge reinpassen kommt auf die Bremsanlage an: 256mm hat 4 gleiche Beläge, 239mm hat 2x 2 gleiche Beläge, wovon die inneren auch außen reinpassen, aber nicht umgekehrt. Von daher kann man beim Einbau nicht wirklich viele Fehler machen.

Gebrauchte Beläge auf neuen Scheiben: Kompletter Schwachsinn! Wenn, dann müsste man die Beläge schon plan abfräsen, dass sie perfekt auf der neuen Scheibe aufliegen. Der Aufwand ist aber so groß, dass man einfacher neue Beläge nimmt.

@ Ghosty: Du brauchst einen Satz (4 Stück) Bremsbeläge für die Vorderachse. Deiner Motorisierung zufolge hast du eine unbelüftete 239mm-Bremse. In diesem Fall hast du 2 verschiedene Beläge (außen/innen)

http://www.golf3.de/clear.gif

Oben die Inneren, unten die Äußeren!

MfG

roadrunner1405 30.05.2010 20:45

Ich hab schonmal nur die Scheiben gewechselt. Ich hatte ca. 1000km vorher alles neu gemacht und die Scheiben 3 Tage später bei einer Vollbremsung gekillt.

Die Beläge waren noch ok. Also Beläge raus und auf einer ebenen Tischplatte mit feinem Sandpapier geglättet. Sandpapier hinlegen und den Belag paar mal drüber reiben. Fräsen ist da wohl etwas sehr übertrieben, was manche so schreiben. Der halbe Millimeter bei fast neuen Belägen fällt gar nicht auf.

wolfi71 30.05.2010 23:03

In dem Belagsatz sollten auch die Zusatzteile (Belaghaltefedern) dabei sein. Das wird oftmals "vergessen". Notfalls zusätzlich kaufen.

Wolfgang

AgentBRD 31.05.2010 00:20

Angenommen, man habe einen plangefrästen, gebrauchten Bremsbelag auf der einen und einen nagelneuen Belag auf der anderen Seite seiner herrlich

neuen Bremsscheibe, dann müsste das technisch aber egal sein, oder? Denn der Bremsdruck ist ja beidseitig der gleiche.

Das das aus Gründen des Aufwandes nicht ratsam ist, sei mal dahingestellt - ich möchte die Frage nur einmal technisch betrachten

VR6SyncroVariant 31.05.2010 00:25

Technisch gesehen ist das nicht ganz richtig! Das Lehrbuch sagt, es darf nur ein zusammengehörender Satz (alle aus einer Charge) verbaut sein um gleichmäßige Reibwerte zu erhalten. Wenn ich mich recht erinnere, müssen alle Beläge mit der gleichen Nummer versehen sein.

MfG

AgentBRD 31.05.2010 00:34

Ja gut, das Lehrbuch sagt auch, man soll auch immer Spezialwerkzeuge benutzen.
Bei den modernen Fertigungsverfahren will ich auch nicht wirklich glauben, dass verschiedene Chargen signifikante Unterschiede in den Reibwerten haben.
Wenn dem so wäre, müsste ich um mein Leben fürchten, wenn mein linker Vorderreifen in der 12 KW und der rechte Reifen in der Folgewoche produziert worden wäre.

Nee, jetzt mal wirklich aus der Theorie in die Praxis:
  • Der Druck auf die beiden Beläge von Seiten des Bremskolben ist identisch.
  • Der Hub der beiden Kolben ist identich (Dank Selbstnachstellung)
  • Der Volumenstrom in den beiden Kolben ist identisch
  • Der Volumenstrom in den Zuleitungen ist identisch.
Lediglich die Belagdicke unterscheidet sich.

Vom Schreibtisch aus, würde ich sagen:
"Ok, der Aufwand des Wechselns ist zwar erhöht und man muss schon in absehbarer Zeit nochmal ran, aber wem das egal ist, der kann auch so rumfahren. Die Bremswirkung ist nicht verschlechtert."

Was sagt der Praktiker dazu?

VR6SyncroVariant 31.05.2010 00:37

Praktisch möglich, JA! Ausgehend davon, dass es keine Ersatzteile mehr gäbe, würde ich mich nicht scheuen, das so einzubauen...

AgentBRD 31.05.2010 00:41

Ok, dann beruhigt mich das schonmal. Ich dachte schon, ich hätte damals in Fluiddynamik nicht aufgepasst.

Was ich als gute Begründung für den paarweisen Wechsel anführen würde, ist, dass so auch dem Laien auffallen muss, dass die Bremsen ggf. einseitig wirken.

wolfi71 31.05.2010 09:04

@agent: Ich hatte bei meinem 2er mal folgenden Fall: Auf einer Seite war der Belag abgefahren, weil der Sattel fest war. Daraufhin habe ich den Sattel gangbar gemacht (Reparatursatz eingebaut) und einen Restbelag eingebaut. Der war aber aus der gleichen Charge. Es gab keine Probleme mit dem Reibwert etc. Empfehlenswert ist das eigentlich nicht, aber es war an dem Abend vor dem Feiertag kein Laden mehr offen gewesen.

Normalerweise mache ich das nicht, schon allein aus purer Faulheit. Ich muss dnan zweimal das Werkzeug rausziehen und mache mich zweimal dreckig. Ist also teilweise unnütze Arbeit. Und allein aus purer Faulheit unterlasse ich unnütze Arbeit.

Dass die Unterschiede zwischen den Cahrgen praktisch bei Null liegen ist auch klar, allerdings gibt es durchaus Streuungen im Bereich von vielleicht 2-5%. Da allerdings die Bremsen oftmals um 10% streuen, ist das eigentlich vernachlässigbar (bei der HU werden auch Unterschiede von mindestens 10% toleriert).

Und jetzt der Hinweis an alle: Wer weiss was er tut und sich über die Folgen seiner Handlungen im klaren ist, der kann Dinge tun, die einer der das alles nicht weiss, besser nicht tut.

Wolfgang

P.S. bei den alten Trommelbremsen mit den Seilzügen war der Tausch eines einzelnen Bremsbelages durchaus üblich (auch in den Werkstätten). Allerdings war dort die Bremswirkung eh derart unterschiedlich, dass man bei einer Vollbremsung nur mit Glück einem Dreher entkam. Damals hat der Tüv auch nicht mit einem Prüfstand, sondern mit Gefühl geprüft. Viele Prüfstellen hatten ja bis in die 80er Jahre hinein keine Prüfstände (da gibt es die Sage von Schwenningen, wo der Andrang, zumal bei Regenwetter, derart groß war, dass der Tüv dort irgendwann eine Halle mit Grube und Prüfstand baute und sich dann wunderte, dass danach die Kunden ausblieben).

Rolw 31.05.2010 21:28

@ wolfi:
in diesem zitat widersprichst du dir selbst:
"... Nur wenn man die Beläge mal rausmachen muss, dann sollten die wieder an der gleichen Stelle eingebaut werden.

Und dass man beim Tausch der Scheiben auch gleich die Beläge tauschen sollte: Da spricht technisch überhaupt nichts dafür. ..."

warum meinst du einerseits die beläge nach einbau nicht mehr tauschen zu dürfen, aber bei neuen scheiben haust du alte rein?
in beiden fällen tragen die beläge zunächst nicht ganz, also verminderte bremswirkung?

finde ich fragwürdig!
und das bei den eh nicht grad üppig dimensionierten golf bremsen.
und untermaßscheiben könnten bei belastung auch mal reißen, sollte man sich nicht antun. klar halten die 2-3 satz beläge, aber kurz vor verschleiß pakt kein vernünftiger mensch noch nen satz beläge drauf.

AgentBRD 31.05.2010 21:39

@ Rolw:
Er meint das schon richtig und widerspruchsfrei, hat nur vielleicht etwas unpraktische Worte gebraucht.
Zitat:

[...]wenn man die Beläge mal rausmachen muss, dann sollten die wieder an der gleichen Stelle eingebaut werden.
Er meint damit, dass man die Einbaulage nicht vertauschen solle, also die rechten Bremsbeläge in den linken Sattel und umgekehrt.

Zitat:

Und dass man beim Tausch der Scheiben auch gleich die Beläge tauschen sollte: Da spricht technisch überhaupt nichts dafür. ..."
Er meint, dass es keinen technisch zwingenden Grund gibt, bei einem Wechsel der Scheiben auch die Bremsbeläge auszutauschen.

Das Mißverständnis beruht auf Verwendung des Wortes "tauschen" für die Begriffe "austauschen" und "vertauschen".

Ökonomisch macht es in der Regel Sinn, Scheiben und Beläge gemeinsam zu tauschen: Man muss dann sobald nicht mehr wegen demselben Problem in die Werkstatt und diese freut sich auch über den Umsatz.


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