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GunGum 04.01.2009 23:47

Belegung Zündspule Golf III und Zündsignal
 
Servus zusammen,

kann mir jemand sagen wie das Signal aussieht, das vom Steuergerät an die Zündspule geht?

Ich habe hier eine Digifanteinspritzung vom Golf 2 liegen und möchte statt der originalen Zündspule einen Zündtrafo vom Golf III (3 Anschlusspins) einbauen.

Nun beschäftigen mich zwei Fragen:

1. Kann ich die konventionelle Zündspule einfach durch den Trafo ersetzen (also arbeitet der Zündtrafo vom Golf III auch mit einem 12 Volt-Signal oder mit einem 5 Volt Signal und wie sieht das Singal aus?)

2. Wie sieht die Anschlussbelegung des Zündtrafos aus?

Ich weiß, eine etwas seltsame Frage, wenns jemanden interessiert kann ich ja mit den Details raus rücken :)

Gruß
Chris

Teletubby 06.01.2009 18:01

Hallo GunGum,

Pin 1 des dreipoligen Steckers ist Masse (Kl. 31), Pin 2 ist das Ansteuersignal vom Motor-Steuergerät, Pin 3 ist Plus 12 V (KL. 15)

Entnommen aus dem Schaltplan für Golf 3 ab Mod. 1996.

Da die Endstufe im Zündtrafo integriert ist, vermute ich ein Rechtecksignal als Ansteuerung. Die Signalamplitude habe ich noch nicht gemessen.

Hoffe, dass das trotzdem schonmal weiterhilft.

Frdl. Grüße
Teletubby

GunGum 07.01.2009 00:14

Hallo Teletubby,

vielen Dank, das hilft mir auf alle Fälle schonmal sehr weiter!

Jetzt bleibt nur noch die Frage: Wird die Zündung durch den Wechsel von Minus nach Plus oder von Plus nach Minus ausgelöst und ist das ein 12 Volt-Signal?

Oder andersrum gefragt, kann ich den Trafo einfach an die Digifant anschließen? Im schlimmsten Fall könnte doch nur der Trafo verrecken oder sehe ich das falsch?

Teletubby 07.01.2009 10:03

Hallo GunGum,

Muss schon sagen, sehr spezielle und detaillierte Fragen. Ich muss für beide sagen: Weiß ich nicht.

Zur sicheren Beantwortung sehe ich momentan nur die Möglichkeit, mit einem Oszilloskop die Ansteuersignale beider Zündungsvarianten zu messen. Dann wüsste man die Signalamplitude und weiterhin, ob der Zündfunke von der steigenden oder fallenden Flanke ausgelöst wird.

Laut meinem Buch "So wird`s gemacht" (H. R. Etzold, Delius-Klasing-Verlag) gab es im Golf 3 auch Digifant-Einspritzanlagen. Und zwar im 2,0 l Achtventiler (Motorkennbuchstabe 2E, 9/91 - 9/94 und im 2,0l 16Ventiler (Motorkennbuchstabe ABF, 8/92 - 12/98). Meine Ersatzteileliste sagt aus, dass der Motor ABF zumidest in den späteren Baujahren (Mod.`97, `98) exakt denselben Zündtrafo hat wie Golf 3 mit anderen Motoren.
Geht man mal davon aus, dass die Digifant-Einspritzanlagen der Golf-Modelle 2 und 3 ähnlich aufgebaut sind, könnte es funktionieren, was Du vorhast.
Im allerallerschlimmsten Fall ist es aber durchaus auch vorstellbar, dass z.B. durch Überschläge im Zündtrafo das Steuergerät Schaden nimmt.
Fauch mich also bitte nicht an, wenn es nicht funktioniert.

Freundliche Grüße
Teletubby

wolfi71 07.01.2009 10:55

Am Zündtrafo ist ja die Endstufe zusätzlich angebaut. Die Einspritzung liefert nur die Signale, die von der Endstufe dann verarbeitet werden. Ich könnte mir vorstellen, dass die "alte" Zündspule da auch eine extra Endstufe hatte. Wenn nicht, kann es auch sein, dass die Endstufe in der Digifant integriert war. Das kann auch abhängig von den Baujahren sein. Es dürfte sich um ein Signal handeln, das von + nach Masse umgeschaltet wird. Der Strom der Endstufe durch den Trafo wird aber einfach unterbrochen, weil nur so eine entsprechende Spannung (bis zu 700V) induziert wird. Diese wird dann auf die eigentlich Zündspannung transformiert. Und das machen sowohl Zündspule als auch Zündtrafo (der nur eine andere Bauform der Zündspule darstellt).

Wolfgang

GunGum 08.01.2009 00:59

Das ist so schon richtig, die ältere Version der Digifant hat einen Zündspulentreiber auf der Steuerplatine verbaut, der die hohen Ströme für die Zündspule schalten kann. Diese Zündung ist auch gerne kaputt gegangen weil eben genau dieser Treiber aufgegeben hat - vielleicht wegen mangelhafter Kühlung? Die originale Zündspule hat also definitiv keinen Treiber.

Wolfi: Das Funktionsprinzip der Zündung kenne ich so wie du beschrieben hast.

In meinem Fall hätte ich also zwei Leistungsteile hintereinander geschaltet. Spricht was dagegen das einfach auszuprobieren? Ich hab leider grad kein Oszi und einen 3er Golf da...

Teletubby 08.01.2009 17:10

Hallo GunGum

letztendlich kann man das nur ausprobieren, wenn man keinen Schaltplan hat. Ich glaube aber eher nicht, dass es funktioniert, zwei Endstufen hintereinander zu schalten, da es sich hierbei meist um sogenannte "Open-Collector"- Transistorendstufen in Emitterschaltung handelt. Wenn man davon zwei hintereiander schaltet, fehlt der ersten Stufe die Kollektorspannung mit der Folge, dass das Signal hier versackt und nicht weiterkommt. In diesem Fall würde aber auch nichts kaputt gehen (Unverbindlich!!!). Weiterhin gäbe es Probleme mit der Phasenlage.
Eine Möglichkeit sehe ich nur darin, das Ansteuersignal des Digifant-Steuergerätes vor der Endstufe abzunehmen und dieses dem Golf 3-Zündtrafo zuzuführen. Das könnte klappen. Aber letztendlich kann man das auch nur ausprobieren.
Wenn ich vor der Aufgabe stehen würde, würde ich keine Versuche machen, ohne vorher das Zündungs-Ausgangssignal des Digifant-Steuergerätes durch Oszillografieren zu messen. Denn nur dadurch lässt sich im weiteren Verlauf der Versuche beurteilen, ob das Steuergerät noch einwandfreie Signale liefert oder ob vielleicht doch etwas kaputtgegangen ist.

Freundliche Grüße
Teletubby

GunGum 09.01.2009 01:21

Man müsste also die Innenschaltung oder die Signale von Zündspule und/oder Trafo kennen. Die Signale der Digifant könnte ich zur Not noch mit einem analogen Oszi auslesen... ihr habt nicht zufällig eine Messung des Zündungssignals irgendwo am Rechner liegen? ;)

Teletubby 09.01.2009 09:02

Hallo Gungum,

nein, habe ich nicht. Ich muss zugeben, dass ich noch nie mit meinem Oszilloskop in der Garage war.
Wenn es anders wäre und ich praktische Erfahrung mit Ansteuersignalen für Zündtrafos hätte, dann hätte ich das schon längst geschrieben.
Ich überlege gerade, wie man es praktisch am besten anstellen kann, das Ansteuersignal zu messen. Man müsste den entsprechenden Kontakt aus dem dreipoligen Trafo-Anschluss-Stecker herausmachen, dafür einen anderen Kontakt mit einem Stück Kabel dran hineinstecken und dieses Kabel mit dem herausgemachten Pin verbinden. Dann hätte man einen Punkt, an dem man sich mit dem Oszilloskop anschließen könnte. Auf diese Weise ließe sich die Signalform, die Amplitude und die Flanke ermitteln, auf die der Trafo reagiert. Ich vermute so wie wolfi71, dass es die fallende Flanke ist.
Wenn es draußen nicht so kalt wäre, könnte ich mir sogar vorstellen, das mal in die Tat umzusetzen.

Freundliche Grüße
Teletubby


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