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Patman257 13.10.2023 07:13

Golf 3 ADZ Unrunder Leerlauf / Absterben bei Kaltstart
 
Moin zusammen,

habe bei meinem Golf (Cabriolet, 1.8l MKB ADZ, ca. 145.000 km) ein komisches Problem.

Schon seit längerer Zeit hat er im Leerlauf (egal ob warm oder kalt) ein leichtes Ruckeln. Er läuft dabei nie Gefahr auszugehen, sondern die Drehzahl schwankt lediglich leicht zwischen 1000 - 1020 (kalt) und 900 bis 920 (warm). Es ist kein echtes Leerlaufsägen, sondern eher hin und wieder ein kleiner "Schlag" der im Auto merklich ist. Fühlt sich an wie sporadische unregelmäßige kleine Zündaussetzer im Sekundentakt.

Vor kurzem gesellte sich allerdings ein größeres Problem nach dem Zahnriemenwechsel hinzu. Die ersten ca. 30 Sekunden nach dem Kaltstart (mindestens 6 Stunden Standzeit) läuft er extrem unruhig und geht teilweise auch aus. Hin und wieder kommt es dazu, dass er quasi kurz ausgeht und sofort wieder angeht (kein Laufgeräusch für ca. 0,3s, fängt sich anschliessend allerdings wieder und läuft weiter). Hierbei lässt sich hin und wieder ein leises "Puff" vernehmen, allerdings deutlich leiser als ein Auspuffknallen. Solange ich ihn mit leichtem Gasgeben bei Laune halte, geht er auch nicht aus. Darüber hinaus dauert der Kaltstart auch etwas länger (Der Anlasser muss seit er das Problem hat ca. 0,5s länger orgeln). Leerlaufdrehzahl ist in diesem Zeitraum ebenfalls extrem niedrig (fällt auf 900 und darunter).

Sobald der Motor die ersten 30 Sekunden hinter sich gebracht hat, geht er von selbst nicht mehr aus, hat allerdings daraufhin die ersten paar Minuten wenig Leistung.

Wenn er seine Temperatur erreicht hat, hat er diese Probleme (bis auf das seit längerem bestehende leichte Ruckeln im Leerlauf) nicht mehr und kann auch regulär wieder gestartet werden.

Neu sind:
Zahnriemen (durch Werkstatt gemacht, Steuerzeiten i.O. ZZP lt. Werkstatt auch i.O.)
diverse Dichtungen (aufgrund von anderem Problem (leichter Ölverlust an KW Simmerring)
Kraftstofffilter (FeBi)

vor ca. 3 Jahren / 20.000 km getauscht:
Zündspule (Hella)
Zündkerzen (NGK)
Verteilerfinger und -kappe (Beru)
Zwischenflansch MonoMotronic (FeBi)

Ich hoffe, hier weiss einer von euch eventuell weiter. Ich weiss ehrlich gesagt nicht so recht, wo ich mit der Fehlersuche anfangen soll... :(

Viele Grüße und entschuldigt bitte diese Textwand....

Patrick

Golferrari 13.10.2023 20:51

Eigentlich recht einfach: Suche Dir eine richtige Werkstatt, wo Leute einen Zahnriemen wechseln können, die Zündung grundeinstellen und die Monojetronic justieren können. Braucht man einen entsprechenden "Tester" für und die Anleitung...
Da Du vermutlich die billigsten Standard Zündkerzen genommen hast, sind die nach 20.000km auch schon abgenudelt, genau wie das Öl verbraucht.
Also, Werkstatt und Service Intervalle überdenken, Du fährst einen Oldtimer, kein wartungsfreies Leasingfahrzeug das nach 50.000km das erste mal eine Werkstatt sieht.

Patman257 13.10.2023 21:28

Hi Golferrari,

sorry, falls es zu Verwirrungen gekommen ist.
Serviceintervalle werden selbstverständlich eingehalten. Ich habe lediglich ein paar getauschte Teile genannt, die eventuell direkten Einfluss auf mein Problem nehmen können. In letzter Zeit ist/sind sehr viel mehr Arbeit /Teile in das Auto geflossen, als ich es hier hineinschreiben würde.

Lt. diversen Erfahrungen scheinen NGK Kerzen mitunter die beliebtesten zu sein, deswegen habe ich diese verbaut.

Der Grund, warum ich mich hier an die Community wende, ist eben weil der Fehler nur in einem wahnsinnig kurzem Zeitraum auftritt. Er erstreckt sich eben nicht über die komplette Kaltlaufphase, sondern nur auf die ersten 30 Sekunden nach absolutem Kaltstart. Deshalb gehe ich auch nicht davon aus, dass das Problem an Steuerzeiten / ZZP liegt. Korrigiere mich bitte, falls ich mit diesem Schluss falschliege. Ich denke eher in Richtung Feuchtigkeit / Haarriss in der Zündspule / dem Verteiler.. Hatte nur gehofft, dass dieses Problem eventuell bekannt ist und ich nur zu doof für die SuFu bin..

Trotzdem schonmal Danke für die Antwort!

Golferrari 13.10.2023 22:54

Das Du die "Serviceintevalle einhältst" ist schön, nur sind diese für alte Autos zu weit gesteckt. Ein Beispiel, ein neuer Motor überlebt die ersten 100.000km mit schlechtem Öl, das dazu noch zu lange gefahren wird. Dann ist er innen versottet, die Kolbenringe fangen an in der Ölkohle zu klemmen und der Motor geht seinem Ende entgegen, bei gleichbleibenden VW Intervallen und dem billigen, "vorgeschriebenen " Öl. Deshhalb sollte ein alter Motor reduzierte Wechselintevalle haben, zwischen 10 und maximal 15.tausend km. Dazu ein Öl das Ablagerungen reduziert und keine neuen dazu produziert. So kannst Du den Motor langsam wieder sauber bekommen, ev. den Ölverbrauch senken und auch die Hydostößel halten praktisch ewig. Dafür eignet sich aber nicht das billige Mineralöl das Du auf der VW Liste findest. Billig im Sinne von minderwertig. Gutes Öl muss nicht teuer sein. Schlechtes wir aber oft teuer verkauft... Als Beispiel für ein gut reinigendes, presiwertes Öl schau mal nach ADDINOL Motoröl 5W40 Super Light 0540. Wechsel es alle 10.000km und Du brauchst nicht mehr drüber nach zu denken.
Das weder VW noch Deine Werkstatt ein Interesse an einem ewigen Leben Deines Fahrzeuges und wenig Defekten haben, sollte bei allem gutmenschendelm Optimismus, klar sein.

Ja, NGK sind gute Kerzen. Nur gibt es ca. 5 verschiedene Ausführungen, nur für Deinen Motor!
Die einfachen sind nach 20.000km verbraucht, die extremsten Ausführungen halten über 100.000km. Komisch, gell? Optimal sollten Denso IW20TT sein, Eine sogenannte SIP der letzten Generation, die zündet um Längen besser und hält 100.000km so der Motor gut in Schuß ist. Lohnt sich. Aber Vorsicht, solche Kerzen können beginnende Gemischprobleme, durch zugesetzte Benzinfilter oder sterbende Benzinpumpen, noch eine Weile überspielen. Darum sollte man immer erst einmal eine grundlegende Wartung machen und sich die Eingebauten Teile und KM Stand notieren.

Langfristig solltest Du die simplen Wartungsarbeiten selber machen können, dann sparst Du, trotz vielfach besserem Material, immer noch Zeit und Geld. Dein Auto dankt es Dir.
Setze Dir mal Ölwechsel mit Filter, Kerzentausch und Luftfiltererneuerung als erstes Ziel. So fängt es meistens an. Nur, "denke" nicht, sondern "lies nach" bevor Du los schraubst. Mit "ich habe gedacht" fangen immer die Problembeschreibungen nach Reparaturen an. So sind Zündkerzen z.B. keine Radbolzen, auch wenn der Kopf so ähnlich aussieht... man könnte ja "denken" das die genauso fest müssen.

Um die äußeren Teile Deiner Zündanlage zu prüfen, gibt es einen einfachen Trick. Nimm Dir eine Sprühflasche mit Leitungswasser (keine Destiliertes!) und sprühe bei laufendem, warmen Motor alle Kabel, Stecker, Kerzen und Zündspule grundlich ein. Der Witz: Im Dunkeln nur mit einer Taschenlampe. Wenn der Motor dann unregelmäßig läuft oder aus geht, kannst Du die Funken in der Dunkelheit überspringen sehen.

Auch Deine Zündeinstellung und Motronic zu überprüfen ist kein Hexenwerk. So ein Tester kostet, bei vorhandenem Laptop, weniger als einmal bei VW den Fehlerspeicher auslesen. Problem, der kann auch noch hunderttausend andere Autos auslesen, nicht nur VAG.

Patman257 13.10.2023 23:22

Vielen Dank Dir für die ausführliche Antwort.

Allerdings stellt sich mir die eine oder andere Frage. Was genau suggeriert denn, dass ich Wartungen u.ä. nicht eben auf diese Art und Weise selber durchführe?
Diverse Problemchen die das Auto bisher hatte, habe ich eigenständig behoben, habe also bereits ein gewisses Maß an Schrauberfahrung. Witzigerweise fahre ich genau das Öl, auf welches du verweist, wechsle es allerdings jährlich, da ich die 10.000km/Jahr nicht vollkriege. Zahnriemenwechsel ist eine der wenigen Sachen, vor denen ich mich ehrlich gesagt immer etwas gegruselt habe.. du weisst ja was passiert, wenn da was schiefgeht...

Zündkerzen sind NGK BUR6ET, V-LINE.. Ob das jetzt eher gute oder eher schlechte sind, kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen..

Das Zündungssystem habe ich bereits mit Wasser abgesprüht, allerdings keine Veränderung feststellen können. Ebenso habe ich bei kaltem Motor das Unterdrucksystem mit Bremsenreiniger abgesprüht und ebenfalls keine Veränderung feststellen können.

Wie bereits gesagt, wundert es mich, dass die Probleme lediglich in den ersten Sekunden nach dem Kaltstart auftreten und danach nicht mehr. Meines Empfindens nach, müsste der Motor auch in anderen Drehzahlbereichen / Lastzuständen/Temperaturverhältnissen Probleme haben, wenn die Zündwinkelverstellung durch fehlende Einstellungen falsch läuft.

Die Frage die ich mir stelle ist letztendlich diese: Welches Bauteil ändert sein Verhalten innerhalb von wenigen Sekunden nach Kaltstart?

Dennoch vielen Dank Dir für deinen Beitrag. Werde demnächst mal Zündeinstellung und Einspritzung prüfen.

Ps: Kurze Frage: Ist VCDS-Lite als Software hierfür ausreichend, oder gibt es bessere Alternativen? Kabel ist vorhanden.

aam 90 14.10.2023 07:25

Mit VCDS kann ma sich Messwerte von Sensoren anzeigen lassen und Aufzeichnen. Darüber habe ich zuletzt einen defekten Kühlmitteltemperatursensor ermittelt der mir den kalt und heiß Start versaut hat.

Um deine Zündung ordentlich einzustellen benötigst du VCDS und eine Zündlichtpistole die man Einstellen kann.

nrgracer17 16.10.2023 10:39

Den Flansch würde ich da vllt nochmal checken. Kleinste Undichtigkeiten nimmt er dir da echt übel (hatte ich auch grad hinter mir :D ).

Edi95 17.10.2023 15:48

Zitat:

Schon seit längerer Zeit hat er im Leerlauf (egal ob warm oder kalt) ein leichtes Ruckeln. Er läuft dabei nie Gefahr auszugehen, sondern die Drehzahl schwankt lediglich leicht zwischen 1000 - 1020 (kalt) und 900 bis 920 (warm). Es ist kein echtes Leerlaufsägen, sondern eher hin und wieder ein kleiner "Schlag" der im Auto merklich ist. Fühlt sich an wie sporadische unregelmäßige kleine Zündaussetzer im Sekundentakt.
Gibt es zu diesem Problem Lösungsvorschläge? Mein AWG macht das nämlich auch. Alle 3-5 Sekunden gibt es einen spürbaren Schlag im Leerlauf. Auch wenn der Motor warm ist. Drehzahlmesser sackt in diesem Moment auch leicht ab.


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