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-   -   Gewinde an Achsteilen vor Korrosion schützen (http://www.golf3.de/showthread.php?t=131780)

Ben_RGBG 27.11.2021 11:33

Gewinde an Achsteilen vor Korrosion schützen
 
Hallo,

ich mache mal ein altes Thema wieder auf, über das ich mir momentan Gedanken mache.

Konkret gehts zwar um meinen Audi 80 aber das Thema ist im Prinzip auf jedes Auto anwendbar.

Ich verbaue ja eine komplette neue Vorderachse und würde gerne Gewinde die gern zusammenrosten (bspw. Spurstangen) konservieren.

Welche Mittel würdet ihr empfehlen die langlebig sind und nicht bei der ersten Regenfahrt abwaschen?

Viele Grüße
Ben

onkel-howdy 27.11.2021 12:29

Es gibt sog. "Überseefett". Das bekommst nur nicht im Einzelhandel. Damit werden Maschinenteile eingeschmiert damit diese bei Transporten im Container nicht rosten. Härtet Kerzenwachsähnlich aus und lässt sich am Stück abziehen. Hast oftmals auch an Gewindebohrern dran wen die aus der Schachtel kommen.

Ggf hast du ja im Bekanntenkreis jemanden....Ansonsten konserviert ich Gewinde gerne mit Spührwach. Hat auch beim Gewindefahrwerk bisher immer geholfen. Muss hinterher halt mit Verdünnung runter geputzt werden. Hier nehm ich den billigsten Plunder beim Amazon ;)

Worschtel 27.11.2021 13:16

Zitat:

Zitat von onkel-howdy (Beitrag 1873383)
Es gibt sog. "Überseefett". Das bekommst nur nicht im Einzelhandel. Damit werden Maschinenteile eingeschmiert damit diese bei Transporten im Container nicht rosten. Härtet Kerzenwachsähnlich aus und lässt sich am Stück abziehen. Hast oftmals auch an Gewindebohrern dran wen die aus der Schachtel kommen. ...

Meinst du mit "Überseefett" ggf sowas wie das "Tectyl 5502W" ?
https://shop.kutzendoerfer.at/tectyl...pl-20-l-detail

Von "ulbrich.at" zum Beispiel?

Gut, so ein 20l Kanister kostet schon einiges, aber es gibt ihn wohl nicht in kleineren Gebinden. :D

Mustang80 27.11.2021 13:31

Also bei sowas wie Spurstangen mach ich einfach Fett ans Gewinde. Ahnlich mache ichs bei Durchgangsbohrungen und Hülsen, die sonst mit der Schraube zusammenrosten. Man muss dann aber das Schraubenende wieder fettfrei bekommen, bevor die Mutter drauf kommt.
Das Ganze geht aber natürlich nur, wenn die Schraubverbindung nicht mit einem definierten Moment angezogen werden soll.
Am Ende schmier ich dann das VW Korrosionsschutzwachs auf die Mutter, damits dort nicht stark gammelt. Vor Allem im Fahrwerksbereich habe ich damit sehr gute Erfahrungen gesammelt.

onkel-howdy 27.11.2021 14:01

Zitat:

Zitat von Worschtel (Beitrag 1873386)
Meinst du mit "Überseefett" ggf sowas wie das "Tectyl 5502W" ?
https://shop.kutzendoerfer.at/tectyl...pl-20-l-detail

Von "ulbrich.at" zum Beispiel?

Gut, so ein 20l Kanister kostet schon einiges, aber es gibt ihn wohl nicht in kleineren Gebinden. :D

KAnn ich dir jetzt nichts drüber sagen, is bei uns "halt im Kübel". Hersteller müsst ich mal schauen.

96er GT 27.11.2021 17:36

Bei der Arbeit haben wir "antiseize paste" von weicon.

Ist son silbriges zeug und das ist echt sehr beständig.

GTFahrer 27.11.2021 19:46

Fett oder FluidFilm Gel. Das kann man schön aufpinseln und auch das "kriecht" (Klick).

Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1873388)
Das Ganze geht aber natürlich nur, wenn die Schraubverbindung nicht mit einem definierten Moment angezogen werden soll.

Um die 10 - 15 % Abweichung, die allermeisten Drehmomentschlüssel haben größere Toleranzen. Anhand einer Querlenkerschraube hatte ich das mal durchgerechnet.

Ben_RGBG 27.11.2021 19:51

Danke an euch alle!

Ich dachte auch an das durchsichtige Konservierungswachs das ich habe. Das wird ziemlich zäh bleibt aber elastisch.. Mal sehen, jetzt hab ich auf jeden Fall einiges an Anregung.

Mustang80 27.11.2021 20:39

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1873404)
Um die 10 - 15 % Abweichung, die allermeisten Drehmomentschlüssel haben größere Toleranzen. Anhand einer Querlenkerschraube hatte ich das mal durchgerechnet.

Ich habe mir den Beitrag tatsächlich mal durchgelesen. Hatte ich irgendwann zwar auch selbst mal in der Uni, aber nach der Klausur auch wieder vergessen (und mir nachm Studium dann nen Job mit mehr Praxisanwendung gesucht).
Wie die Toleranzen von den Drehmos so sind, weiß ich tatsächlich nicht wirklich. Habe nur meinen Billig Drehmo (knapp 15 Jahre alt für 15€ vom Aldi oder Lidl) mal an son Messgerät gesteckt, welches im Schraubstock eingespannt war und mal gegengeprüft. Da war es erstaunlich wenig Abweichung (meine unter 5 %). Seis drum, ist auch schon wieder 7 Jahre her.

Sennator 28.11.2021 04:56

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1873404)
Fett oder FluidFilm Gel. Das kann man schön aufpinseln und auch das "kriecht" (Klick)..

Bei "Überseefett" hab ich auch direkt an FluidFilm gedacht. Das kommt ja aus der Seefahrt.

Ist vllt eher aus dem Bereich Hohlraumkonservierung bekannt, aber hab es auch schon auf Karosserie- und Fahrwerksteilen angewendet. Stoppt selbst vorhandenen Rost dauerhaft. Und gegenüber Wachsen hat es den Vorteil, elastisch zu sein.

Produkte | FLUID FILM

onkel-howdy 28.11.2021 11:10

Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1873407)
Wie die Toleranzen von den Drehmos so sind, weiß ich tatsächlich nicht wirklich. Habe nur meinen Billig Drehmo (knapp 15 Jahre alt für 15€ vom Aldi oder Lidl) mal an son Messgerät gesteckt, welches im Schraubstock eingespannt war und mal gegengeprüft. Da war es erstaunlich wenig Abweichung (meine unter 5 %). Seis drum, ist auch schon wieder 7 Jahre her.

Naja, in jedem "seriösen" und DIN/ISO betrieb werden die Schlüssel einmal im Jahr kalibriert. Und DAS hat durchaus seinen Grund!

Sicherlich wird da niemand einen grottig Aldi Schlüssel nutzen, ABER spann den mal vor auf 200nm und lass ihn mal 6 Monate in der Schublade liegen ;) Die Oldtimer Markt hatte vor Jahren mal n echt sehr guten Drehmomentschlüssel Test. Da gehen wirklich viele billigen bis zu 25% einfach FALSCH. Von daher sind irgendwelche Drehmomente bei Hobbyschraubern halt absolut daneben. Weil der Schlüssel in der Regel schon grottig ist, und der niemals kalibriert wird. Mal abgesehen das die VAG Drehmomente oftmals mit dem Würfel definiert wurden und nunmal KEINERLEI Norm entsprechen....

Ich hab vor vielen Jahren mal bei einem bekannten vom 4er Golf Forum geholfen beim Fahrwerk tauschen. Der mit Baumarkt Drehmomentschlüssel weil er UNBEDINGT die Drehmomente einhalten wollte, ich von Hand...Ich war genauer. Aber icht weil ich der Killer bin, sondern weil sein Schlüssel eben so scheisse war.

Von daher ist eine Drehmoment Diskussion immer und immer wieder interesant. Und wem es besser geht wens irgendo bei irgendewelchen Phantasiezahlen eben "Klack" macht dann ist das doch ne tolle Sache ;)

Ach ja, auch die immer kommende Sache mit dem Fett....wir als Maschinenbauer fetten viele Schrauben auch ein. Und da ist auch mal jemand mit der "verfälscht das Drehmoment" ums Eck gekommen. Das ist korrekt. ABER die "verfälschung" geht in der Tat im Grundrauschen der ungenauigkeit unter. Haben wir mit den Stiften wirklich mal gemessen, da brauchst aber schon Messmittel die hinter der Kommastelle noch funktionieren. Will sagen: Ja an der Aussage is was dran, kann aber vernachlässigt werden.

onkel-howdy 28.11.2021 11:19

Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1873407)
Wie die Toleranzen von den Drehmos so sind, weiß ich tatsächlich nicht wirklich. Habe nur meinen Billig Drehmo (knapp 15 Jahre alt für 15€ vom Aldi oder Lidl) mal an son Messgerät gesteckt, welches im Schraubstock eingespannt war und mal gegengeprüft. Da war es erstaunlich wenig Abweichung (meine unter 5 %). Seis drum, ist auch schon wieder 7 Jahre her.

Naja, in jedem "seriösen" und DIN/ISO betrieb werden die Schlüssel einmal im Jahr kalibriert. Und DAS hat durchaus seinen Grund!

Sicherlich wird da niemand einen grottig Aldi Schlüssel nutzen, ABER spann den mal vor auf 200nm und lass ihn mal 6 Monate in der Schublade liegen ;) Die Oldtimer Markt hatte vor Jahren mal n echt sehr guten Drehmomentschlüssel Test. Da gehen wirklich viele billigen bis zu 25% einfach FALSCH. Von daher sind irgendwelche Drehmomente bei Hobbyschraubern halt absolut daneben. Weil der Schlüssel in der Regel schon grottig ist, und der niemals kalibriert wird. Mal abgesehen das die VAG Drehmomente oftmals mit dem Würfel definiert wurden und nunmal KEINERLEI Norm entsprechen....

Ich hab vor vielen Jahren mal bei einem bekannten vom 4er Golf Forum geholfen beim Fahrwerk tauschen. Der mit Baumarkt Drehmomentschlüssel weil er UNBEDINGT die Drehmomente einhalten wollte, ich von Hand...Ich war genauer. Aber icht weil ich der Killer bin, sondern weil sein Schlüssel eben so scheisse war.

Von daher ist eine Drehmoment Diskussion immer und immer wieder interesant. Und wem es besser geht wens irgendo bei irgendewelchen Phantasiezahlen eben "Klack" macht dann ist das doch ne tolle Sache ;)

Ach ja, auch die immer kommende Sache mit dem Fett....wir als Maschinenbauer fetten viele Schrauben auch ein. Und da ist auch mal jemand mit der "verfälscht das Drehmoment" ums Eck gekommen. Das ist korrekt. ABER die "verfälschung" geht in der Tat im Grundrauschen der ungenauigkeit unter. Haben wir mit den Stiften wirklich mal gemessen, da brauchst aber schon Messmittel die hinter der Kommastelle noch funktionieren. Will sagen: Ja an der Aussage is was dran, kann aber vernachlässigt werden.

GTFahrer 28.11.2021 16:19

Zitat:

Zitat von Sennator (Beitrag 1873417)
Bei "Überseefett" hab ich auch direkt an FluidFilm gedacht. Das kommt ja aus der Seefahrt.

Ist vllt eher aus dem Bereich Hohlraumkonservierung bekannt, aber hab es auch schon auf Karosserie- und Fahrwerksteilen angewendet. Stoppt selbst vorhandenen Rost dauerhaft. Und gegenüber Wachsen hat es den Vorteil, elastisch zu sein.

Produkte | FLUID FILM

Richtig primär hat es sich da seinen Namen gemacht. Das Gel war aber eher als "Ausbesserung" am Unterboden(schutz) gedacht oder für Stellen wo mit starkem "Abtrag" durch Spritzwasser usw. zu rechnen ist. Es hat im Gegensatz zum flüssigen/viskoserem Spray bzw. Öl eine geringere Kriechwirkung,ist also nichts für Stellen mit bereits vorhandenem starkem Rost.

Neue Querlenker, Koppelstangen usw. würde ich aber mit MultiFilm oder einem klarem Chassislack konservieren, damit das nicht klebt und den Dreck anzieht.
Alle Gewinde dagegen schmier ich immer mit dem Gel ein und verschraube erst dann. Mache das schon seit Jahren so (Wo nicht mit Hitze zu rechnen ist), es lässt sich alles einwandfrei und ohne Gewaltexzesse öffnen. Egal ob Hinterachsbefestigung, Stoßstangenschrauben, Querlenker, Motorlagerung, Spurstangengewinde (Vor dem Einstellen reinigen, danach wieder einschmieren) auch Schrauben mit Schaft, damit diese nicht in den Buchsen festfressen, die Blechschrauben für die Nebelscheinwerfer...

Ich trage das auch z.B. auf die Stehbleche auf, wo sich der Kotflügel abstützt, zwischen die Scharniere (Heckklappe, Motorhaube etc.), setze Clips, Spreizmuttern usw. damit in die Karosserie ein, auch Unterbodenstopfen. Ist schon ein vielseitiges Produkt.


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