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-   -   [Motor] Leistungsmangel bei warmem Motor (http://www.golf3.de/showthread.php?t=127704)

ra_ofn98 25.04.2017 13:59

Leistungsmangel bei warmem Motor
 
Hallo!

Mir ist seit einiger Zeit aufgefallen, dass mein 3er Golf (1.6 AEA Maschine) kurz vor erreichen der Betriebstemperatur merkbar weniger Leistung in jedem Drehzahlbereich liefert.
Der Motor dreht zwar relativ gleichmäßig hoch, allerdings deutlich träger als vor erreichen der Betriebstemperatur.
Ich hab ja gehört, dass das Motorsteuergerät so zwischen 60°C und 70°C die Warmlaufregelung stoppt und damit beginnt, die Einspritzmenge mithilfe der vorhandenen Sensoren zu regeln, allerdings hat der Motor noch bis ca 80°C eine (für 75PS) sehr zufriedenstellende Leistung bevor diese zwischen ca. 80°C und 90°C kontinuierlich abfällt. ::frage::
Der Motorlauf und Leerlauf is egal ob kalt oder warm gut, nur passiert es bei warmem Motor oftmals dass dieser bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal kurz ein zweimal leicht ruckelt.

Mir ist klar dass ein warmer Motor aufgrund der wärmeren Ansaugluft messbar weniger leistet, allerdings sollte der Unterschied doch nicht so gravieren sein oder?
Meint ihr könnte es dennoch an einem Sensor liegen, der falsche Werte liefert?


Vielen Dank im Voraus! :)
Lg Raphi

Mars 25.04.2017 14:49

evt ist es nur der temp-sensor
der liefert getrennt für anzeige und steuergerät seine werte

evt mal umshtecken (wenn das geht)
temp auslesen (wenn das geht)

dann kommt man hier weiter, wenn es so offensichtlich mit der Temp was zu tun hat
auf die anzeige allein kannst du dich nicht verlassen
grüssle

ra_ofn98 25.04.2017 15:11

Hallo Mars!
Danke für die schnelle Rückmeldung :)

Ok dann werd ich den mal über VAG-COM auslesen. (weißt du zufällig auf welchem Kanal sich der Messwertblock für den Temp-Sensor befindet?)
Der Temperatursensor sollte bei erreichen der Betriebstemperatur werte um die 90°C liefern richtig?

Lg Raphi

ra_ofn98 25.04.2017 15:52

So ich hab jetzt eine Testfahrt mit angeschlossenem Laptop gemacht.
VAG-COM zeigt zwei Temperaturwerte in zwei unterschiedlichen Messwertblöcken an:
1) ein Temperaturwert der sich (nach warmgefahrenem Auto (laut Kühlmitteltemperaturanzeige)) zwischen 90°C und 95°C bewegt
2) ein Temperaturwert der sich um die 45-46°C bewegt.

Auch nach längerem Fahren ist der Wert des zweiten Sensors in diesem Wertebereich geblieben, spricht das für einen defekten Sensor?
Mir fällt nämlich spontan kein Teil des Autos ein der konstant 45-46°C haben sollte (und ich bin auch nicht in der Wüste unterwegs also kann es keine Aussentemperatur sein :D)

Außerdem ist mir noch aufgefallen, dass der Messwertblock für "Last" selbst im Leerlauf einen sehr hohen Wert von ca. 32% hat!
Zum Vergleich: Unser VW Sharan hat im Leerlauf einen Last-Wert von ca. 5% (bei Vollgas sind dann aber sowohl Sharan als auch Golf auf logischerweise 100%).
LG

Mars 25.04.2017 16:08

ja, spricht für den defekt des sensors
ich weiss nicht ganz exakt, ob der AEA auch nur einen sensor hat
aber vermutlich schon
in diesem sensor - 4 anschlüsse - sind eben 2 sensoren verbaut
jetzt könnte man da natürlich noch mit multimeter die werte rauslesen ...
aber wenn es so deutlich angezeigt wird, würde ich den tauschen

der rest zeigt sich dann, wenns noch weitere probleme gibt

grüssle

Mustang80 25.04.2017 17:59

Die Werte um 45°C werden vom Ansauglufttemp.sensor sein und passen soweit :)

ra_ofn98 25.04.2017 18:22

Ok ja das würde Sinn machen, als ich zuerst den 4-poligen Temperaturfühler abgesteckt habe, ist die erste Temperaturanzeige in VAG-COM (welche vorher um die 90°C bei betriebswarmem Motor angezeigt hat) auf -48,6°C gesprungen, die Temperatur aus dem zweiten Messwertblock blieb allerdings gleich wie vorher (kommt also von einem anderen Sensor -> Ansauglufttemp.sensor) also gehe ich davon aus dass die Sensoren die richtigen Werte liefert.

Habt ihr sonst noch Ideen was den Leistungsmangel verursachen könnte?

ra_ofn98 06.07.2017 19:51

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Hallo!

Das Thema mit dem Leistungsmangel hat mich nicht in Ruhe gelassen, weshalb ich wie im Beitrag dieses Forums (http://www.golf3.de/werkstatt/123645...ml#post1757158) beschrieben, eine Messung von kaltem zu warmem Motor im Standgas gemacht habe.
Ich habe die gesammelten Werte (Lambda-Faktor & Kühlmitteltemperatur) in einem Diagramm dargestellt (siehe Anhang).
Die übrigen Werte (Einspritzzeit,Drosselklappenwinkel,Zündwinkel etc.) befinden sich in der .csv Datei, welche in Excel geöffnet werden kann (Anhang im Zip-Format, da man die .csv nicht direkt hochladen kann).
Wie man im Diagramm sieht, sind die Lambda-Werte meiner Meinung nach sehr hoch und erreichen Spitzenwerte bis 1,41!
Würde ein Tausch der Lambdasonde eine Besserung hervorbringen oder könnten auch andere Ursachen vorliegen?

Vielen Dank im Voraus!
LG Raphael

Mustang80 06.07.2017 20:09

Was soll ein Lambdafaktor bitte sein?

Die "Werte" der Lambda rechts im Diagramm sind technisch unmöglich. So eine Sprungsonde gibt Spannungen im Bereich von 0 ... 1V aus. Mehr geht nicht.
Die Sprünge sind auch lächerlich wenig. Normal pendelt die mehrfach pro Sekunde.

Motortemp. nach 6 Min. auf 80°C hingegen ist top.

ra_ofn98 06.07.2017 20:17

Hallo Mustang 80!

Danke dir für die schnelle Antwort! :)
Der Wert pendelt schon jede Sekunde hin und her (z.B. nach 190s -> 1,28 nach 191s -> 1,30 nach 192s -> 1,31 etc), das ist auch in der Tabelle aus der angehängten .csv Datei ersichtlich.
Im Diagramm ist aufgrund der Masse an Datenpunkten nur der grobe Verlauf (Regelmäßiges steigen und fallen der Werte (Zickzackverlauf) und insgesamt eine Steigung des Lambdafaktors ersichtlich).
Bedeuten die groben Sprünge eine defekte Lambdasonde?
Wenn du Lambdafaktor googelst gibt es seeehr viele Erklärungen, es ist grundsätzlich das Verhältnis von Sauerstoff zu Brennstoff, kann eben auch in Vagcom etc. ausgelesen werden und wird vom Motorsteuergerät (neben anderen Faktoren) zur Ermittlung der Einspritzmenge verwendet (bitte um Korrektur falls ich falsch liege).
Lg Raphael

Mustang80 06.07.2017 20:36

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Grüß dich,
ich habe dir mal ein Bild angehängt, was eine pendelnde Lambdasonde zeigt. In dem Fall aus dem Interface meiner Gas Anlage. Die Spannung wird hier in Bits umgerechnet. 0 entspricht 0V und 255 entsprächen 1V. D.h. der Peak der Sonde liegt hier unterhallb von 1V, was aber für das Regeln nicht schlimm ist. Wichtig ist der "Sprung".
Es wird angestrebt, das Gemisch im Motor immer im stöchiometrischen Bereich zu betreiben. D.h. dass die Luft mit dem Benzin im Brennraum vollständig verbrennen (es also nichts von beidem übrig bleibt).
Die Lambdasonde ist als sogenannte Sprungsonde ausgeführt, das heißt sie kann nur anzeigen ob der Motor gerade im Moment zu viel oder wenig Luft im Brennraum hat. Zu viel Luft bedeutet mageres Gemisch (=0V) und zu fettes Gemisch (= Luftmange) gibt sie mit 1V aus. In der Realität sind das meist nicht ganz 1V aufgrund von Kabelverlusten, unterschiedlichem Massebezug etc. pp.

Hier kannst du dir die Funktion auch noch weiter anlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Lambdasonde

Eine Änderung von 1,28 auf 1,31 was auch immer die Einheit sein soll, ist also falsch bzw sofern es Volt sein sollen technisch nicht möglich.

Deine csv Datei kann ich nicht öffnen...
Die Diagnose ist aber auch für die Lambda zu langsam um das in der nötigen Frequenz auszulesen und mitzuloggen, sofern noch andere Werte parallel ausgelesen werden.

Christian Lammers 06.07.2017 20:47

Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1825730)
Die "Werte" der Lambda rechts im Diagramm sind technisch unmöglich.

Da es sich in diesem Fall nicht um die Lambdaspannung [V] sondern um die Luftzahl (Verhältnis Luft zu Kraftstoff) handelt, sind die ausgegebenen Werte schon plausibel, jedoch auch außerhalb der Toleranz. Lambda sollte zwischen ca. 0,97 und 1,03 liegen; der Motor hat hier also einen deutlichen Luftüberschuss.

Ich würde zunächst mal nach Falschluft suchen, insbesondere beim Schlauch der zum Bremskraftverstärker führt und auch bei dem Zwischenflansch unterhalb der Einspritzeinheit. Dazu würde auch das sporadische Ruckeln unter Last passen.

franz-werner 06.07.2017 20:48

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Hab die CSV mal in eine Excel-Tabelle umgewandelt :)

Mustang80 06.07.2017 20:53

@ Christian: So machts schon eher Sinn ;) Deinen restlichen Aussagen kann ich nur zustimmen.

@DK: Danke ;)

ra_ofn98 06.07.2017 20:55

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Hallo Mustang80!

Ich verstehe was du meinst und auch die Funktionsweise der Lambdasonde ist mir klar, allerdings kann ich mit meinem Diagnosetools (Vag-com und Carport) über OBD nur den Lambdafaktor (wie auch immer sich der "berechnet") auslesen.
Oder gibt es einen dedizierten Messwertblock der genau die ausgegebene Spannung der Lambdasonde in Volt angibt?

Der Wert des Lambdafaktor macht durchaus Sinn und ist nicht falsch (nachzulesen unter Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Lambdaregelung) da er über und unter 1,0 betragen kann.
Ein Lambdafaktor über 1,0 bedeutet ein zu mageres Gemisch und ein Faktor unter 1,0 demnach ein zu fettes Gemisch - optimalerweise sollte er sich knapp um 1,0 befinden, denn dann ist ein (zumindest annäherndes) stöchiometrischen Kraftstoffverhältnis vorhanden.
Der Lambdafaktor gibt nicht direkt den Wert (in Volt) der Lambdasonde, sondern den Verhältnisfaktor der Lambdaregelung (welche die Werte der Lambdasonde bezieht und daraus den Faktor wie auch immer "berechnet") an
Es ist also indirekt ein Zusammenhang mit der Lambdasonde gegeben und laut dem Faktor läuft der Motor zu mager!

Ich habe die Tabelle mit den Messwerten als PDF angehängt.
Manche Werte wie die Drehzahl sind aufgrund der Auswahl mehrerer Messwertblöcke doppelt vorhanden :)

Lg Raphael

ra_ofn98 06.07.2017 20:57

@Christian Lammers

Hallo Christian,

du warst beim Tippen offensichtlich schneller als ich danke für die Erklärung! :D
Soll ich zur Überprüfung auf Falschluft Bremsenreiniger auf die entsprechenden Stellen sprühen und auf Veränderungen achten, oder greift der Bremsenreiniger eher die Schläuche an?

LG

Mustang80 06.07.2017 21:13

Kannst du zum Testen schonmal machen. Falls du Starthilfespray hast, wäre besser.
Bei nem Spritzer geht der Schlauch aber auch nicht gleich kaputt.

Wenn der Motor derart mager läuft, ist eher die Frage warum a) nicht gegen geregelt wird und b) warum kein Fehler im Fehlerspeicher ist.

Typisch für Falschluft wäre zudem eine erhöhte Leerlaufdrehzahl.

ra_ofn98 06.07.2017 23:32

Ok ich habe jetzt so ziemlich alles mit Starthilfespray eingesprüht, jedoch keine merkliche Veränderung in der Drehzahl etc. festellen können.

Die Leerlaufdrehzahl befindet sich absolut im Normalbereich und pegelt sich immer zwischen ca. 850 und 900 U/min ein.

Mich wundert auch, dass sich der Leerlauf trotz den massiven Schwankungen des Lambdafaktors (der Lambdafaktor bewegt sich ca. im 15 Sekundenrhythmus schrittweise zwischen ca. 0,9 und 1,4 hin und her) nicht merklich verändert!
Mir ist mit der Zeit noch aufgefallen, dass es auch bei warmem Motor immer wieder kurze Momente gibt, in denen der Wagen deutlich besser zieht!
(Mittlerweile ist jede "normale" Fahrt mit dem Auto schon zur Testfahrt geworden und ich versuche jedes Mal das Verhalten des Autos zu verstehen und dem Problem näher zu kommen :D)
Bei zügigem fahren auf der Autobahn kommt es manchmal vor, dass die Kühlmitteltemperatur (laut Anzeige) unter 85-90°C fällt, was sich sofort in deutlich besserem Durchzug bemerkbar macht, bis die Betriebstemperatur wieder erreicht ist.
z.B. dauert die Beschleunigung von 100km/h -> 130 km/h bei erreichter Betriebstemperatur ca. doppelt so lange wie unter der den 85°C.
Ich bin mir also ziemlich sicher, das das Problem etwas mit der Sensorik und dem Einspritzverhalten des Motorsteuergeräts darauf zu tun hat!
Habt ihr noch Ideen was es sein könnte?

Ich möchte mich zwischendurch ganz herzlich bei euch bedanken, dass ihr euch die Zeit nehmt, euch mit meinem Problem zu beschäftigen und Lösungsvorschläge anzubieten und das ganze noch mit rasanter Geschwindigkeit!

LG Raphael

Christian Lammers 06.07.2017 23:48

Zitat:

Zitat von ra_ofn98 (Beitrag 1825737)
Soll ich zur Überprüfung auf Falschluft Bremsenreiniger auf die entsprechenden Stellen sprühen und auf Veränderungen achten, oder greift der Bremsenreiniger eher die Schläuche an?

Ich denke es ist besser die entsprechenden Teile auszubauen, der Aufwand dazu hält sich ja in Grenzen. Ein Riss im gebogenen Schlauchstück zum Bremskraftverstärker findet sich z.B. oft an der Unterseite des Schlauches, wo man es im eingebauten Zustand schlecht sieht. Den Zwischenflansch kann man gut prüfen, indem man mal kräftig am oberen Teil der Einspritzeinheit zerrt und drückt. Oft ist dabei schon ein Zischen oder ein Stottern des Motors zu vernehmen, dann ist das Teil hin.

Zitat:

Zitat von Mustang80 (Beitrag 1825738)
Typisch für Falschluft wäre zudem eine erhöhte Leerlaufdrehzahl.

Zitat:

ist eher die Frage warum a) nicht gegen geregelt wird
Ja, da stimme ich dir zu. Allerdings denke ich, dass er sehr wohl bereits gegenregelt:
  • Der DK-Winkel liegt im Leerlauf nur bei 3° (statt 6-7°) evtl. um die Luftmenge zu reduzieren
  • ZZP passt im LL auch nicht immer, der angezeigte Werte sollte eigentlich konstant bei 6° v. OT liegen

Wurde der Fehlerspeicher denn kürzlich schon mal ausgelesen? Die erste "1" bei den acht Prüfbits sollte eigentlich bedeuten, dass ein Fehler abgelegt ist. Und die "1" an vorletzter Stelle ist vermutlich ein Fehler in der Lambda-Regelung (=Adaptionsgrenze erreicht?).


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