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swe1991 06.01.2017 20:59

Motorumbau aus Automatik in Schalter
 
Hallo

Habe mir mitte letzen Jahres einen 1.8 ADZ Automatik nach meiner OP geholt.

Jetzt scheidet uns der Tüv bzw der Rost. Der Motor hat aber erst 160T Km gelaufen und zieht gegen den in meinem Cabrio (1.8 ADZ 248T Km) um Welten besser.

Ja, ich weiß das Cabrio ist auch schwerer...

Ist es denn ohne weiteres Möglich den Motor umzubauen oder haben die unterschiedliche Anschlüsse für das Getriebe. Dürfte ja eigentlich nicht sein oder?

EDIT: Das verschiedene Drosselklappenpotis und der seitliche Wasserflansch anders ist habe ich schon gesehen .
Würde es funktionieren wenn ich nur die Motoren tausche und die Steuergeräte in den Fahrzeugen lasse oder muss dann da etwas angelernt werden?

Sorry falls das für euch total offensichtlich ist. Aber bevor ich da was überstürzte würde ich das gerne abklären.


Gruß Stefan

Teletubby 06.01.2017 21:18

Hallo!

Prinzipiell ist es ohne größere Probleme möglich, einen Motor aus einem Golf 3 mit Automatikgetriebe in einen mit Schaltgetriebe zu bauen. Folgendes ist dabei zu beachten:

+ Motoren mit Automatikgetriebe haben anstelle einer Kupplung eine Mitnehmerscheibe für den Drehmomentwandler. Das muss umgebaut werden.

+ Automatikmotoren haben ein anderes Abdeckblech zwischen Getriebe und Motor. Das muss umgebaut werden.

+ Ein Teil der Einspritzeinheit ist wegen eines Doppel-Potentiometers anders bei Automatikautos.

+ Bei Fahrzeugen mit Automatik sitzt die gesamte Motor-Getriebe-Einheit um 5 Millimeter weiter vorn. Deshalb sind die vordere und hintere rechte Konsole (in Fahrtrichtung gesehen) der Aggregatelagerung unterschiedlich. Das muss beim Motorumbau beachtet werden.

+ Bei einigen Motoren (ich meine, auch bei ADZ) sind die Motorsteuergeräte unterschiedlich codiert in Abhängigkeit von der Getriebeart. Das kann und muss man mit einem Diagnosgerät umcodieren.

+ Den Kabelstrang am Motor würde ich auch umbauen, weil der vom Automatikgetriebe auch die Leitungen für den Geschwindigkeitsgeber (= Tachogeber) enthält. Außerdem deshalb, weil auch die Anschlüsse zur Einspritzeinheit anders sind.

+ Den seitlichen Kühlwasserflansch hast Du ja selbst schon gesehen.

Das ist erstmal alles, was mir ganz spontan einfällt. Die Auflistung ist eventuell nicht vollständig.

Freundliche Grüße
Teletubby

swe1991 06.01.2017 21:34

Schonmal vielen Dank für die Auflistung und deine Hilfe.

Was ich noch nicht verstehe ist das mit dem Steuergerät.

Ich lasse die Steuergeräte ja in den eigentlichen Fahrzeugen, dann ändert sich für dieses ja nichts.
Genauso auch mit der Einspritzeinheit. Ich würde alle Anbauteile in den jeweiligen Fahrzeugen lassen und nur den Motor an sich tauschen.

Wieso muss ich dann den Kabelbaum mit wechseln? Am Motor kann doch wenn ich alle Anbauteile abschraube nichts mehr sein wo ein Stecker drauf muss ?

Falls ich da ein Denkfehler habe berichtige mich gerne.

Gruß Stefan

Mustang80 06.01.2017 23:43

Zitat:

Zitat von swe1991 (Beitrag 1813733)
Ich würde alle Anbauteile in den jeweiligen Fahrzeugen lassen und nur den Motor an sich tauschen.

Wieso muss ich dann den Kabelbaum mit wechseln? Am Motor kann doch wenn ich alle Anbauteile abschraube nichts mehr sein wo ein Stecker drauf muss ?

Falls ich da ein Denkfehler habe berichtige mich gerne.

Hast keinen Denkfehler. Das kannst du genauso machen wie du dir das vorstellst. Du übernimmst dann quasi nur den Motorblock und Kopf von deinem Automatik Golf in dein Cabrio und den Rest baust du von deinem jetzigen Cabrio Motor an den anderen.

Steuergerät, Kabelbaum usw. bleibt alles wie es jetzt ist. Da muss auch nichts umcodiert werden.
Die Halter am Block für die Motorlager musst du eben noch umschrauben und dann rein mit dem Triebwerk.
Das sollte bei vorhandenem Werkzeug gemütlich an einem Tag zu machen sein.

swe1991 07.01.2017 09:23

Super, vielen Dank für eure Hilfe

Teletubby 07.01.2017 09:38

Hallo!

Zitat:

Zitat von swe1991 (Beitrag 1813733)
Was ich noch nicht verstehe ist das mit dem Steuergerät. Ich lasse die Steuergeräte ja in den eigentlichen Fahrzeugen, dann ändert sich für dieses ja nichts.

Stimmt! Wenn Du es so machst, muss dort nichts umcodiert werden.


Zitat:

Zitat von swe1991 (Beitrag 1813733)
Genauso auch mit der Einspritzeinheit. Ich würde alle Anbauteile in den jeweiligen Fahrzeugen lassen und nur den Motor an sich tauschen.

Dann muss hier auch nichts geändert werden.


Zitat:

Zitat von swe1991 (Beitrag 1813733)
Wieso muss ich dann den Kabelbaum mit wechseln? Am Motor kann doch wenn ich alle Anbauteile abschraube nichts mehr sein wo ein Stecker drauf muss ?

Der Motor-Kabelstrang, der jetzt aus dem Motor mit dem Automatikgetriebe montiert ist, ist anders als der bei dem anderen Motor. Wenn Du wieterhin den vom Schaltgetriebe-Motor verwendest, ist dieser Punkt auch o.k.

Aus Deinem ersten Beitrag ist für mich nicht ganz klar hervorgegangen, welche Motoranbauteile Du von welchem Motor zu verwenden vorhast. Deshalb habe ich sicherheitshalber ein paar Punkte mehr genannt als zu wenige.

Freundliche Grüße
Teletubby

JK3 07.01.2017 12:51

Drehmomentwandler in Automatikgetrieben haben die Eigenschaft, das Drehmoment beim Anfahren zu erhöhen.

Womöglich das "bessere gehen" am Getriebe und nicht am Motor.

Würde bei beiden Motoren mal einen Kompressionstest (bei warmen Motor) oder noch besser eine Druckverlustprüfung machen, evtl kannst du dir den Umbau sparen.

swe1991 07.01.2017 14:29

Auch ein nicht zu vernachlässigender Punkt.

Werde ich machen. Vielen Dank

GTFahrer 08.01.2017 10:38

Und dann prüfst du auch mal die Kalt-/Warmluftversorgung beim "trägeren". Wird da ständig Warmluft zugeführt, so braucht man sich auch nicht zu wundern, warum der Motor weniger Leistung entwickelt.

Desweiteren auch die Übersetzung berücksichtigen, die kann einem auch gerne "mehr Leistung" vorgaukeln ;)

wolfi71 08.01.2017 20:49

ständig Warmluft ist normal. Die optimale Ansauglufttemperaur beträgt 42°. DIe kann man auslesen. Es gibt auch das Problem, dass die Luft zu kalt ist und so Probleme bestehen.

GTFahrer 08.01.2017 21:20

Ich muss präzisieren, ich dachte es ist ersichtlich, was ich sagen will. Auf Anschlag fährt die Klappe nur im Hochsommer oder in den ersten Minuten nach Kaltstart. Sie nimmt Zwischenpositionen ein, wenn die Regelung i.O. ist. Man müsste es als "lauwarme" Luft bezeichnen.

a) Bei starker Beschleunigung, entsteht ein hoher Unterdruck im Ansaugrohr, wo auch das Steuerelement drin sitzt. Dieses hat eine Öffnung zum Ansaugrohr. Durch den Unterdruck wird die Membrane im Regler betätigt, wodurch der Warmluftkanal im Luftfilterkasten geschlossen wird. Es wird Kaltluft angesaugt. Deswegen bei der Prüfung auch mal richtig Gas geben, die Klappe muss darauf reagieren.

b) Die angesaugte Luft hat bereits mehr als 45°C: Das Bi-Metall im Regler bewegt sich, dadurch verschließt sich der Regler. --> Kaltluftkanal wird freigegeben.

Bei warmen Motor wird die Klappe nicht einfach nur auf "digitale Positionen" anfahren. Vielmehr wird sie in der Mitte stehen, je nach Temperatur auch mehr in Richtig Warm- oder Kaltluftkanal.

Ist sie dagegen an einem Anschlag (Bei warmen Motor), so deutet dies auf einen Defekt hin. Bei mir war es der Regler. Der war ständig "geöffnet", dadurch war die Warmluftröhre immer offen, die Kaltluftklappe dagegen Dauer-Zu.

Der Motor sog also nur warme Luft an, nicht "warme und kalte (=lauwarme)". Das merkte man deutlich bei der Leistungsentfaltung, vor allem wenn man überholen wollte.

PS: Was der TE auch noch prüfen könnte: Den ZZP, die 1,8er reagieren da empfindlich darauf. Vor allem wenn mal wieder die falsche Marke angeblitzt wurde...


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