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-   -   Ärger mit dem Stellmotor Warmluftklappe (http://www.golf3.de/showthread.php?t=126851)

GTFahrer 17.09.2016 15:25

Ärger mit dem Stellmotor Warmluftklappe
 
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Hallo,

ich habe derzeit mit den lästigen Zicken der Thermotronic zu kämpfen. Was die Regelung der Warmluftklappe angeht, arbeitet die zum Teil ähnlich wie die Climatronic.

Ein Innenraumtemperatursensor -G56-, neben dem Radio, überwacht die vorhandene Temperatur; ein weiterer Sensor -G89- sitzt im Gebläsekasten und misst die Temperatur der einströmenden Luft.

Nun gleicht das Steuergerät die gewünschte Temperatur mit der vorhandenen ab und steuert dementsprechend die Warmluftklappe mit dem Stellmotor V68 an. In den Endpositionen, also Warm und Kalt, erfolgt keine Regelung: Der Stellmotor fährt die Klappe auf den jeweiligen Anschlag.

________

Das ganze funktionierte soweit recht gut bei mir, allerdings streikt das Teil jetzt immer wieder.
Man merkt es daran, dass sich der Stellmotor nicht mehr bewegt und ich kalte Luft ins Auto bekomme, obwohl 22°C eingestellt sind. Auch bei Stellung auf "Warm" fährt der Motor nicht in die Endposition.

Vorneweg: Die beiden Sensoren sind i.O., die liefern ihre Sollwerte und haben Widerstandsverläufe ohne Sprünge.

Ich hatte dann gemessen, welche Spannung das Steuergerät ausgibt (Unter Last), wenn mal wieder kein Mucks des Stellmotors zu hören ist. Das sind nur knappe 6V, der Motor macht dann keinen Muckser.

Nehme ich den Stecker vom Steuergerät ab und gebe selber 12V drauf, so fährt der Motor einwandfrei in die jeweilige Position. Die Stromaufnahme dabei beträgt ca. 300mA.

Klemme ich dann den Stecker des Motors an, so funktioniert das Stg. mal wieder. Es gibt dann unter Last knappe 11V aus, der Motor fährt dann hörbar die Positionen an.
Im "Streikfall" wird auch der IC (Siemens TLE 4205) auf der Platine sehr heiß. Das ist wohl ein Motortreiber.

Die Platine selbst hatte ich einem Elektroniker zur Überprüfung gegeben, neue Elektrolyt-Kondensatoren sind eingelötet, das Poti ist i.O (Hat keine Sprünge) und der Transistor macht auch was er soll.

Dann kann eigentlich nur noch der Schrittmotor der Kandidat sein?
Zieht der vielleicht zuviel Strom und dadurch schaltet mir der Motor-IC ab? Laut Datenblatt müsste der TLE4205 1 Ampere schalten können.
Die Klappe im Gebläsekasten ist jedenfalls leichtgängig.

Teletubby 17.09.2016 22:31

Hallo!

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1806636)
Nehme ich den Stecker vom Steuergerät ab und gebe selber 12V drauf, so fährt der Motor einwandfrei in die jeweilige Position. Die Stromaufnahme dabei beträgt ca. 300mA.

Das hört sich für mich zunächst mal völlig normal an. Auch die Stromaufnahme.

Ich würde, wenn irgendwie möglich, mal ein anderes Steuergerät ausprobieren.

Wenn ich die Beschriftung auf der Platine richtig deute, gehen vermutlich die beiden Anschlüsse auf dem Foto ganz rechts, die mit M- und M+ gekennzeichnet sind, zum Motor der Temperaturklappe. Wo gehen die denn auf der Platine hin?

Das Blöde ist, dass man für derartige Steuergeräte keine Schaltpläne bekommt.

Grüße Teletubby

GTFahrer 18.09.2016 12:55

Zitat:

Ich würde, wenn irgendwie möglich, mal ein anderes Steuergerät ausprobieren.
Muss ich mal Ausschau halten, ob mal wieder eines angeboten wird. Häufig gab es diese Ausstattung nicht.

Zitat:

Wenn ich die Beschriftung auf der Platine richtig deute, gehen vermutlich die beiden Anschlüsse auf dem Foto ganz rechts, die mit M- und M+ gekennzeichnet sind, zum Motor der Temperaturklappe. Wo gehen die denn auf der Platine hin?
Genau M+ und M- dienen zur Stromversorgung des Stellmotors. Über welche Bauteile die Pfade laufen, das habe ich mir nicht angesehen. Sie münden aber in den IC "TLE 4205".

Zitat:

Das Blöde ist, dass man für derartige Steuergeräte keine Schaltpläne bekommt.
Hella hatte ich bereits kontaktiert - und ja: Die rücken nichts raus.

GTFahrer 22.09.2016 21:39

Liste der Anhänge anzeigen (Anzahl: 9)
Ich habe nun Regulierung samt Steuergerät und Stellmotor ausgebaut.

Auf dem heimischen Schreibtisch habe ich dann den Stellmotor direkt vom Netzteil gespeist. Stromaufnahme dabei immer 50mA. Ich habe den Motor einige Male von Anschlag zu Anschlag laufen lassen, was er jedesmal ohne Probleme und bei konstanter Stromaufnahme tat.

Dann habe ich das Steuergerät mit Strom versorgt und an dieses den Stellmotor geklemmt. Drehte ich den Temperaturregler auf Anschlag, so fuhr der Stellmotor ebenso auf Anschlag. Dann in die andere Richtung gedreht, Stellmotor fuhr in die andere Richtung.

Jetzt das ganze wieder zurück - und siehe da nix passiert. Stromaufnahme dafür jetzt knapp 2A, während sich am Stellelement nix rührt. Nur Summen.

Auch direkt gespeist (Ohne Steuergerät) regt sich nichts. Normalerweise habe ich so das Teil zum laufen bekommen. Nun habe ich den Stellmotor zerlegt, er besteht im wesentlichen aus einem Schnecken- und Stirnradgetriebe, einem Potentiometer, einem Elektromotor und zwei Dioden, sowie einem Kondensator.

Das alte Fett werde ich mal entfernen und neues reinmachen.

Den Motor (Also den ausgebauten, ohne Getriebe) habe ich bestromt, dreht in beide Richtungen ohne Murren und nimmt dabei 40mA bei ca. 12V auf.

Ich habe mal Bilder beigefügt. Interessant ist die Verfärbung des Kunststoffrades aufrund hitze, sowie die "verbrannten" Schleiferkontakte. Worauf deutet das hin?

Teletubby 22.09.2016 22:18

Hallo!

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1807055)
Interessant ist die Verfärbung des Kunststoffrades aufrund hitze, sowie die "verbrannten" Schleiferkontakte. Worauf deutet das hin?

Das ist ganz eindeutig ein Zeichen für Überhitzung, vermutlich durch zu hohen Stromfluss. Ich fürchte, dass Du dieses Rad mit den Kontakten nicht mehr retten kannst, weil die Kontakte ausgeglüht aussehen.

Auf Deinem dritten Foto ist die Teilenummer des Motors 357 907 511 erkennbar. Ich habe mal in der Teileliste nachgesehen. Dort findet sich, dass dieser Motor bei Passat / Variant / Santana der Modelljahre 1988 bis 1991 sowie bei Passat Syncro der Modelljahre 1990 bis 1993 verbaut wurde, bezeichnet als "Stellmotor für Fahrzeuge mit elektronischer Heizung". Dieses Teil ist zum 31.12.1997 aus dem Teileprogramm entfallen, der offizielle VW-Ersatz ist 3A1 907 511, der zum 01.08.2014 ohne Ersatz entfallen ist. Das ist der Stellmotor, der auch bei der Climatronic des Golf 3 für die Temperaturklappe Verwendung findet.

Grüße Teletubby

GTFahrer 23.09.2016 07:17

Dann ist das Steuergerät wohl erstmal als Übeltäter auszuschließen. "Schade" - denn die kann man eindeutig leichter beschaffen.

Dann heißt es also wieder die Schrottplätze abklappern.

wolfi71 23.09.2016 14:32

Ich befürchte, dass das Steuergerät nicht aus zu schließen ist. Wenn die Kontakte direkt auf den Motor arbeiten ja, wenn die aber über das Steuergerät auf den Motor einwirken dann ist es in Richtung Steuergerät zu suchen.

Angesichts dessen, dass der Motor auch in Climatronic Fahrzeugen drin ist und evtl noch in Audi und sonstigem VW dürfte der zu finden sein

franz-werner 23.09.2016 15:22

Golf, Passat, Vento konnte ich über die TVN finden. Im T4 wurde der Stellmotor laut T4 Wiki aber auch verbaut...

GTFahrer 11.09.2017 16:45

Ich habe mittlerweile so einen Stellmotor auftreiben können, hatte es nach dem Umbau auf normales Gebläse vergessen... :o

Nun, bevor ich wieder die Technik der Thermotronic verbaue, wollte ich in Erfahrung bringen, weshalb mein Stellmotor "verbrannt" ist. Ist das normaler Verschleiss gewesen? Oder hat das Steuergerät (Beitrag 1) eine Macke? Weil dann kaufe ich eben ein neues Stg. bevor es wieder die Poti-Bahnen zerballert.

aam 90 11.09.2017 18:19

Das Schleiferkontakte so aussehen kommt meist durch fehlenden Anpressdruck und somit zu Abreislichtbögen. Wenn dazu noch ein Isolator (Fett z.B.) dazukommt und zwei von drei Schleiferfahnen Isoliert, läuft alles nur noch über einen dünnen Kontakt welcher heiß wird ect.

Teletubby 11.09.2017 20:41

Hallo!

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1829009)
Nun, bevor ich wieder die Technik der Thermotronic verbaue, wollte ich in Erfahrung bringen, weshalb mein Stellmotor "verbrannt" ist. Ist das normaler Verschleiss gewesen? Oder hat das Steuergerät (Beitrag 1) eine Macke? Weil dann kaufe ich eben ein neues Stg. bevor es wieder die Poti-Bahnen zerballert.

Zitat:

Zitat von aam 90 (Beitrag 1829012)
Das Schleiferkontakte so aussehen kommt meist durch fehlenden Anpressdruck und somit zu Abreislichtbögen. Wenn dazu noch ein Isolator (Fett z.B.) dazukommt und zwei von drei Schleiferfahnen Isoliert, läuft alles nur noch über einen dünnen Kontakt welcher heiß wird ect.

Das glaube ich weniger, weil mehrere Kontakte zu heiß geworden sind. An das Steuergerät als Ursache auch nicht wirklich.

Eher halte ich es für möglich, dass der Motor oder das, was von ihm bewegt wird, schwergängig oder gar mechanisch blockiert war. Denn in solchen Fällen steigt die Stromaufnahme von Elektromotoren drastisch an. Eine andere Möglichkeit mit gleichen Folgen wäre der Ausfall der automatischen Abschaltung am Endanschlag, falls vorhanden.

Grüße Teletubby


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