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-   -   Radlager wechseln bei der Trommelbremse (http://www.golf3.de/showthread.php?t=12456)

Noplex 26.10.2006 12:24

Radlager wechseln bei der Trommelbremse
 
Hey.
Nachdem der TÜv Prüfer angemerkt hat, dass meine Radlager hinten neu müssen, habe ich mich mal daran versucht sie selber zu wechseln.

-Also zuerst das Auto auf die Bühne stellen, oder aufbocken und Rad abnehmen.

-Vorne seht ihr dann so eine Messingfarbene Kappe (Fettkappe) diese entfernt ihr mit einer entsprechenden Zange - ODER ohr klopft sie Vorsichtig an der Seite mit nem Hammer und nem Schraubendreher ab. (Vorsichtig arbeiten um die Kappe nicht zu beschädigen.)

-Nun seht ihr da einen Spint, welchen ihr entfernen müsst.

- Die Kappe abnehmen und die Mutter lösen

-"Unterlegscheibe" herausnehmen und die Bremstrommel abiehen. Am besten einen Lappen vor Loch halten damit das Radlager nicht auf den Boden fällt.

-So nun habt ihr ja schon das erste Radlager. (Jede Trommel hat 2 Lager)

-Nun ihr die Bremstrommel auf eine Werkbank (Vorderseite nach Oben) und schlagt das 2te Radlager VORSICHTIG mit einem Meißel o.Ä. heraus. (man kann auch seeehr gut eine entsprechende Nuss ausm Knarrenkasten nehmen und mittels der Verlängerung herausschlagen). Das Radlager ist eingepresst und darum achtet darauf, dass Ihr den Metallring nicht beschädigt. Also vorsichtig arbeiten.

-Wenn das 2te Lager draussen ist, säubert die Trommel penibel von alten Fett, schmutz etc. also die muss innen möglichst aussehen wie neu. Ich hab Pro Trommel eine Dose Bremsenreiniger verbraucht, damit wirklich alles super sauber ist.

-Nun nehmt ihr da neue Radlager (das große) aus der Verpackung und Fettet es gut ein. Mit dem Fett nicht sparsam sein. Alles gut einfetten. Schmiert auch ordentlich fett in das "Nabenloch" welchses ihr vorher so schön gereinigt habt.

-Legt also das Lager in die Trommel, und nun geht es ans einpressen:

-Den Metallrahmen incl. Dichtungsring (Simmering) legt ihr auf das Lager und nun sucht ihr euch eine schön Große Nusswelche genau auf den Ring passt. Jetzt schlagt den Rahmen über die Nuss mit einem Hammer ein.

-Setzt die Trommel wieder auf die Bremse, setzt das 2te Radlager, gut gefettet ein, legt die Unterlegscheibe gegen und schraubt die Mutter an. Vorsicht: Die Mutter darf nur so fest sein, dass ihr die Scheibe mit einem Schraubendreher noch gerade so bewegen könnt ohne den Schraubendreher irgendwo zu verkanten. Auf keinen fall zu fest drehen, sonst zerstört ihr die neuen Radlager.

-Kappe aufsetzen, mit Spint sichern, Fettkappe aufsetzen und Rad anschrauben.

Fertig!


Ist eigentlich super einfach! Man muss sein Geld wirklich nicht bei ATU, VW etc verschwenden. Wenn man nicht total blöd ist, kann das jeder selber machen. An dem Prinzip des Lagers hat sich seit dem Käfer nix geändert... also keine Angst.

Wichtig ist nur, dass man sauber und vorsichtig arbeitet


schon läuft euer auto wieder ruhig auf der strasse :)


Meine Lager waren total Matsch und bei 130 auf der Bahn konnte man sich nichtmehr unterhalten im Auto. nun ist alles cool *g*

Digger4life 28.12.2014 18:35

Schönes TUT nur fehlen leider ein paar Fotos :)

cerebellum76 27.03.2015 19:04

Sorry, wenn ich da mal korrigieren muß. Das Tut ist leider fehlerhaft.
Zum einen ist der Simmerring nicht einzuschlagen, man kann den von Hand reindrücken bzw den alten auch von Hand rausnehmen indem man mit einem Finger in das Loch greift.
Schläge auf das Lager sind nie eine gute Idee.

Zum anderen hast du nur halbe Arbeit gemacht. In der Trommel sind von jeder Seite eine Laufschale eingepresst auf der die Rollen des Nadellagers laufen. Diese sollte man zumindest bei groben defekten am Lager auch wechseln denn wenn da Unebenheiten durch die Laufspuren des alten Lagers sind werden die neuen Lager ungleichmäßig stark belastet was zu vorzeitigem Verschleiß führt.
Sie sind auch immer beim Radlagersatz mitgeliefert.
Die Ringe kann man jeweils mit nem Dorn oder Meisel von der anderen Seite aus rausklopfen, immer über Kreuz damit sie nicht verkanten.
Um die neuen nicht zu beschädigen habe ich die alten Laufschalen mit ner Flex und Fächerscheibe außen etwas dünner geschliffen und sie auf die neuen Schalen gelegt. Darauf hab ich dann eine im Durchmesser passende Nuss aus dem Ratschenkasten gelegt und das ganze eingeklopft. Durch das dünner schleifen lässt sich der alte Ring dann ja wieder rausnehmen.

Teletubby 28.03.2015 09:14

Hallo!

Sehe ich alles genau so wie cerebellum 76. Danke für seinen guten Beitrag.

Es ist kolossal wichtig, mit den eigentlichen Radlagern auch die Außenlaufringe in Bremstrommeln bzw - scheiben auszuwechseln. Erstens, wie schon gesagt, wegen Verschleiß in den alten Laufringen. Zweitens gibt es die Lager, die immer nur zusammen mit den Außenlaufringen geliefert werden, von unterschiedlichen Herstellern. Da kann es geringe Maßunterschiede geben. Die Lager, die ja genau genommen nur aus dem Innenlaufring, dem Rollenkäfig und den Rollen bestehen, dürfen deshalb nur mit dem zugehörigen Außenlaufring kombiniert werden.

Ich möchte nicht wissen, wieviel Murks in diesem Punkt schon gemacht worden ist. Es gibt viele Leute, die wissen gar nicht, dass zu den Lagern auch die Außenlaufringe zwingend dazu gehören. Die sollten lieber ihre Finger davon lassen.

Auch der Weg des Einpressens mit einem dünner geschliffenen alten Außenlaufring ist gut. Ich habe es bisher immer mit einer passenden Stecknuss gemacht, die aber nur ganz außen am Laufring aufliegen darf. Vom Eintreiben mit einem Dorn, einem Durchschlag etc. kann man nur abraten. Denn die Wahrscheinlichkeit, dabei abzurutschen, ist groß. Dabei entsteht eine feine Querrille im neuen Außenlaufring, die zu Laufgeräuschen und einer herabgesetzten Lagerlebenserwartung führen kann.

Freundliche Grüße
Teletubby

DERChristian 28.03.2015 17:32

Na ja... nicht jeder ist ein Terminator oder Chuck Norris und bekommt einen Simmering mit dem Finger rausgezogen.... :eek:

Simmerringe kann man, aussen gut gefettet, immer gefühlvoll mit einer Nuss o.ä. einchlagen. Wie sonst werden Simmerringe an einer Motorradtelegabel gewechselt? ;)



Es stimmt, Lager sind immer KOMPLETT zu wechseln, sprich immer das Lager mit dem Aussenring.

Man sollten sich vor Augen halten, dass Kegelrollenlager mit Tolerranzen von 0,001 Millimeter gefertig werden und gerad der Winkel extrem kritisch ist.

Den alten Lagerring von Hersteller A mit einem Winkel von 44° 59 Minuten in der Trommel drinzulassen und das neue Lager von Hersteller B mit 45° 0 Minuten 30 Sekunden einzubeuen hält nicht wirklich lange. Es trägt nur ein Bruchteil der Fläche und verschleisst im Zeitraffer!


Was auch noch zur Erhöhung der Lebnsdauer beiträgt ist eine KOMPLETTE Schmierung der neuen Lager, dass Fett muss wirklich zu 100% in das neue Lager eingepresst werden. Der Bereich unter dem Käfid, die Zwischenräume der Nadeln müssen komplett mit Fett gefüllt werden. Dafür gibt es das Werkzeug hier:

Schmiervorrichtung - Limora Oldtimer GmbH & Co. KG

Mit Fett füllen, Lager einspannen, runterdrücken, Fertig. Das Lager ist aufgefüllt. Leider ist das Foto nicht sehr aussagekräftig und bei dem Link keine Anleitung dabei, ich möcht das Werkzeug aber nicht mehr missen.


:winke:


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