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Raven761 07.05.2012 09:11

Made in Germany
 
Hallo,

ich wollte bzgl. dem Thema eigentlich etwas fragen, bin aber zufällig auf einen Beitrag dazu gestoßen der schon meine Fragen beantwortet:

Markennamen: Oft nur noch Mogelpackungen? - SWR Fernsehen :: MARKTCHECK :: Geld & Wirtschaft | SWR.de

Wieviel Prozent eines Produktes müssen aus Deutschland kommen, damit es das Label "Made in Germany" erhält? --> 10%.

Ich habe nämlich Samstag eine neue Wasserpumpe bei VW gekauft. Auf der Packung steht "Made in Germany", weshalb ich die Pumpe ja auch bei VW gekauft habe und mehr als doppelt soviel als im Netz bezahlt habe. So, Pumpe ausgepackt und über die Stanzung gewundert: "Hecho en Mexico". (Made in Mexiko)

Damit ist die Qualität meiner Meinung nach trotzdem gesichert. Auf meinem Zylinderkopf steht das selbe.

Golf 3 GTi 07.05.2012 09:38

das Herkunftsland sagt noch lange nichts über die Qualität aus.
habe mir letztlich Scheinwerfer von depo gekauft ( Made in Taiwan) und die sehen schon von der Verarbeitung vernünftig aus. inwiefern sich mein erster Eindruck verändert wird wohl der Einbau und die Einstellung des Lichtes zeigen

In Flames 07.05.2012 10:12

Naja speziell Depo ist aber sehr unterschiedlich - da gibt's echt gute Sachen wie auch furchtbar Schlechtes.

Was wo gemacht wird ist eigentlich egal (ausser China) - es gibt weltweite Standarts an die sich Firmen halten können, Verantwortliche, Importeure und das Gewährleistungsrecht.

Raven761 07.05.2012 10:44

Zitat:

Zitat von Golf 3 GTi (Beitrag 1422697)
das Herkunftsland sagt noch lange nichts über die Qualität aus

Ja richtig. Es ist nur etwas verwirrend wenn man auf Ebay Teile wie Zuendspuelen Neu fuer 15Euro bekommt und dann auch noch mit Made in Germany geworben wird, um den Eindruck von guter Qualitaet unterzumogeln. Manchmal ist es besser 2 mal hinzusehen. Speziell bei Elektronik lasse ich mich nicht hinhalten.
Ich habe nur Angst, dass VW irgendwann auch mal den selben Weg geht und zur Kostenreduktion seine Teile niederwertig herstellen laesst.

GOC 07.05.2012 18:12

Hallo,

Also ich arbeite im teilevertieb bei vw. Da steht so gut wie nirgendwo mehr made in Germany drauf!

wolfi71 07.05.2012 18:41

Zitat:

Zitat von Raven761 (Beitrag 1422685)
Hallo,

ich wollte bzgl. dem Thema eigentlich etwas fragen, bin aber zufällig auf einen Beitrag dazu gestoßen der schon meine Fragen beantwortet:

Markennamen: Oft nur noch Mogelpackungen? - SWR Fernsehen :: MARKTCHECK :: Geld & Wirtschaft | SWR.de

Wieviel Prozent eines Produktes müssen aus Deutschland kommen, damit es das Label "Made in Germany" erhält? --> 10%.

Ich habe nämlich Samstag eine neue Wasserpumpe bei VW gekauft. Auf der Packung steht "Made in Germany", weshalb ich die Pumpe ja auch bei VW gekauft habe und mehr als doppelt soviel als im Netz bezahlt habe. So, Pumpe ausgepackt und über die Stanzung gewundert: "Hecho en Mexico". (Made in Mexiko)

Damit ist die Qualität meiner Meinung nach trotzdem gesichert. Auf meinem Zylinderkopf steht das selbe.

Das mit den 10% ist falsch. Es reichen auch schon 8%. Das ist das verpacken.

Autoteile kommen aus der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Portugal, Türkei, Spanien und manches kommt tatsächlich auch aus Deutschland.

Es werden z.B. nach wie vor Einspritzpumpen für Dieselmotoren bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach gefertigt und Einspritzsteuerungen in Reutlingen und Hildesheim.

Thermostate von Wahler oder Behr werden nach wie vor hierzulande gefertigt.

TRW fertigt Gurtsysteme in Alfdorf im Schwäbischen Wald und Ventile in Blumberg an der Grenze zur Schweiz im absoluten Hochlohnbereich, Elring Klinger Zylinderkopfdichtungen in Dettingen/Erms, bei Metzingen. ULO fertigt Rückleuchten z.B. für VW in Geislingen/Steige, Hella fertigt auch in Lippstadt und auch die Schalter kommen meist aus Deutschland.

Mahle fertigt seine Kolben nur ein paar hundert Meter von meinem Arbeitsplatz entfernt, direkt neben der Wilhelma und KS fertigt in Neckarsulm direkt neben Audi.

Der Mercedesstern allerdings kommt nicht mehr von hier. Die Firma Thome hat das eingestellt, die vermarkten lieber ihre Immobilien.

Machen wir uns nicht schlechter als wir sind. Es wird in Deutschland enorm Ware richtig industriell gefertigt. Im Gegensatz zu GB z.B. haben wir eine richtige industrielle Basis. Deswegen kamen wir auch so schnell aus der Krise,m weil man die Fertigung einfach hochfahren konnte.

Raven761 07.05.2012 21:15

Vielen Dank für die sehr lohnenden Informationen! Es ist nur nicht einfach zu unterscheiden ob ein Produkt "Made in Germany" wirklich die Qualität aufweist der es entsprechen soll. Hoffentlich behalten wir den Überblick.

wolfi71 09.05.2012 12:35

"Made in Germany! war ja mal als Warnung für die Kunden gedacht, die damit vor minderwertigen deutschen Kopien englischer Qualitätsware geschützt werden sollten. Das allerdings ist lange her (ca 1850).

Fanboy 09.05.2012 12:45

Das ist genau so Betrug wie in Österreich z.B: das AMA Gütesiegel das Österreichisches Qualitätsfleisch auszeichnet, Wobei das Fleisch aber schon das Siegel tragen darf wenn es aus Polen etc. kommt und nur in Österreich zerlegt wurde.

Oder das Allbekannte BIO Siegel das einen Bauernhof auszeichnet, darf vom Bauern verwendet werden, wenn er ein Produkt Biologisch herstellt, sprich er baut Karotten Biologisch an und verkauft Kartoffeln, salat etc. auch mit dem Bio siegel.

Aber das muss nicht immer schlecht sein, ich meine Apple produziert auch in China und sind die Produkte desswegen von schlechter Qualität? Ich glaube nicht,

Raven761 09.05.2012 14:26

Habe ich aus Wiki herausgezogen:

Am 10. November 1995 entschied das Oberlandesgericht Stuttgart in einem Urteil (AZ: 2 U 124/95), dass …
„die Angabe von Germany im Sinne von Made in Germany irreführend ist, wenn zahlreiche wesentliche Teile eines Geräts aus dem Ausland stammen. Auch wenn einzelne Teile oder ganze Baugruppen eines industriellen Erzeugnisses im Ausland zugekauft wurden, darf das Erzeugnis die Bezeichnung Made in Germany tragen, sofern die Leistungen in Deutschland erbracht worden sind, die für jene Eigenschaft der Ware ausschlaggebend sind, die für die Wertschätzung des Verkehrs im Vordergrund stehen.“ Anhaltspunkte sind:
1.maßgebliche Herstellung der Ware in Deutschland
2.entscheidender Wertschöpfungsanteil durch Zusammenbau in Deutschland
3.maßgebliche Veredelung des Produkts in Deutschland



Ebenso ein interessasntes Urteil:
Das Urteil des Landgerichts Stuttgart aus dem Jahre 2002 (AZ: 35 O 170/02) zeigt eine Konkretisierung im Unlauterern Wettbewerb, das eine Irreführung im Sinne des § 3 UWG in der Fassung 2004 vorliegt, wenn ein Multimedia-PC, wesentliche Bestandteile, wie zum Beispiel eine Grafikkarte, die Festplatte, das DVD-Rom Laufwerk, der Brenner und das Mainboard im Ausland gefertigt wurden und mit dem Hinweis geworben wird, es handele sich bei der Qualität um „Made in Germany“.


Das heisst, wenn ein Produkt nicht mit der ueblichen hochwertigen Qualitaet glaenzen kann und mit dem Siegel Made in Germany ausgestattet ist, kann es als Irrefuehrung angekreidet werden. Ich frag mich ob manch ein Ebay-Produkt davon betroffen ist ::frage::

DerZigeuner 09.05.2012 16:27

Zitat:

Zitat von Golf 3 GTi (Beitrag 1422697)
das Herkunftsland sagt noch lange nichts über die Qualität aus.

Würde ich so nicht sagen, denn VW zum Beispiel guckt schon genau auf die Qualität der Zulieferer. Wenn die Vorgaben nicht eingehalten werden, gibts paar auf den Deckel.
Wenn Made In Taiwan draufsteht, also in Thailand entwickelt, produziert usw, dann Prost Mahlzeit.
Naja, Schuhe können die....

coolfire 09.05.2012 16:41

Naja, wenn ich mir ansehe wieviele Standorte allein eine Firma wie ZF Friedrichshafen oder auch Getrag in Deutschland betreibt, dann bin ich mir "relativ" sicher dass noch viele Autoteile aus Deutschland kommen.

Mal ehrlilch. Wo ein Relais, ein ABS-Sensor oder ein Blinker herkommt ist mir sogar ziemlich wurscht. Aber ein Motorblock, ein Getriebe oder eine Rohkarosse, das sind doch die wichtigen Dinge. Im automobilen Sektor sind solche Unmengen an Zulieferfirmen zuhause, man kann gar nicht alle kennen, die so "unwichtigen Zeugs", wie Sitze, Armaturenbretter (Stichwort Lear Corp.) o.Ä. herstellen.


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