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Colaschn 04.05.2018 13:17

Man, hier ist ja ordentlich was passiert.
Beim letzten Mal, als ich rein geguckt hab, waren es noch 11%.
Klappt wohl doch noch diese Saison :D

Naumstar 05.05.2018 17:41

Ich muss leider noch einmal mit deinen Schrauben nerven.
Du musst Wissen das beim ersetzen der Schraube in eine höhere Festigkeitsklasse, sich auch automatisch das Anzugdrehmoment erhöht.
Normalerweise werden Schraubverbindungen mit 70% der Streckgrenze (der Moment wann der Werkstoff sich beginnt sich plastisch zu verformen, in deinem Fall 1080NM) Angezogen. Ein Wert von 50% unterhalb der Streckgrenze darf in keinem Fall unterschritten werden.
Du musst dir die Schraube einfach als Feder vorstellen, als welche sie auch wirklich dient.
VW verwendet an dieser Stelle Schrauben mit Flansch, um durch die Vergrößerte auflagefläche ein eingraben in den Werkstoff (Sattelträger) zu vermeiden. Sollte dieses im Normalen Fahrbetrieb geschehen würd sich die Schraube lockern. Jetzt könnte man natürlich hingehen und eine U Scheibe unter die Schraube Packen. Problem ist das normale U Scheiben eine Festigkeit von 8 haben und auf eine Vorspannkraft von 30KN ausgelegt sind. Würde man diese Paaren mit einer 12.9er Schraube würde das gleiche passieren wie ohne Scheibe, der Schraubenkopf würde sich in die Scheibe eingraben und die Schraube wäre los. Das ist schön zu sehen auf dem Angehängten Foto.
Lösung hier sind entweder Schrauben mit Flansch wie von VW oder HV Unterlegscheiben.
Übrigens werden die Schraubenfestigkeiten von VW nicht ausgeknobelt. Die Schraubenfestigkeit wurde in diesem Falle so gewählt:
Eine Schraube die innerhalb ihrer Streckgrenze ( ab 8.8 wird rp0,2% gleich mit angegeben) mit einem Anzugdrehmoment 50% innerhalb der Streckgrenze des Bauteils liegt in welchem das Gewinde gefertigt ist. Ich glaube Original ist nur eine 10.9 verbaut, kann aber auch eine 12.9 sein.

Lange Rede kurzer Sinn:
In deinem Fall entweder Schrauben mit Flansch besorgen, oder noch 4 10er HV Unterlegscheiben.

Ist jetzt doch ein langer Text geworden, wenn es nicht interessiert einfach überfliegen :-)

Grüße Jens


https://abload.de/img/c8d30b79-aa2e-43e5-a5yote.jpeg

franz-werner 05.05.2018 19:21

Hallo Jens,

die Schrauben am Sattelträger sind beim Syncro ab Werk ohne Bund :) Wird mal die n 0199123 bei google rein :D

Naumstar 05.05.2018 20:41

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1838831)
Hallo Jens,

die Schrauben am Sattelträger sind beim Syncro ab Werk ohne Bund :) Wird mal die n 0199123 bei google rein :D

Okay, dann nehmt meinen Beitrag einfach als allgemeinen Hinweis, dann habe ich ihn nicht umsonst getippt.:winke:

franz-werner 05.05.2018 20:42

Sind ja auch grundsätzlich wichtige Infos :D

Vielleicht können wir über das Anzugsdrehmoment von 60Nm und dem Wissen, dass die Schraube nicht ersetzt werden muss, auf die originale Festigkeitsklasse Rückschlüsse ziehen? :D

Naumstar 05.05.2018 20:55

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1838838)
Sind ja auch grundsätzlich wichtige Infos :D

Vielleicht können wir über das Anzugsdrehmoment von 60Nm und dem Wissen, dass die Schraube nicht ersetzt werden muss, auf die originale Festigkeitsklasse Rückschlüsse ziehen? :D

Ja, kann eigentlich nur 8.8 sein. Laut DIN bekommt die 55NM die 10.9 schon 78NM und die 12.9 93NM. (Wir erinnern uns an die 50%-70% der mindeststreckgrenze. Kann also sein das die Gewinde im Guß des Sattelträgers bei 93NM der 12.9er Schraube abreißen, oder sich der Kopf einarbeitet.
12.9er bei 60NM liegt eigentlich unterhalb der 50% Streckgrenze.


@Ben

Die kannst mir die Schwinge zuschicken, und ich Arbeite dir die Schraube aus.
Würde dich nur das Porto kosten.

Ben_RGBG 05.05.2018 21:11

Hallo Jens,

wow, interessanter Text und sehr guter Hinweis. Ich nehme diese Infos an, da ich in der Hinsicht gar kein Wissen habe. :)

Dein Angebot ist super! Ich schreibe gerade mit jemandem, der bietet Bremssattelträger an auf ebay kleinanzeigen. Eigentlich hatte ich überlegt, meinen Vorhandenen zu opfern und zu zerschneiden. Ich denke nochmal drüber nach und melde mich.

Edit: Zum Ausbau der Schwinge sehe ich halt ein weiteres Problem auf mich zu kommen - die Zentralmutter der Antriebswelle hinten.
Wenn der Bock nicht am Boden steht und ich keinen Bremsen hab, wirds schwierig den so zu halten, dass man die Mutter aufkriegt.

Naumstar 05.05.2018 21:27

Hoffentlich führt das zerschneiden des Sattelträgers dann zum Erfolg, nicht das du ihn zerschneidest und die Schraube sich dennoch nicht lösen lässt.
Lass dich nicht übern Tisch ziehen mein Angebot steht.

Ben_RGBG 05.05.2018 22:19

Danke Jens, ich weiß dein Angebot sehr zu schätzen.

Dennoch, ich muss auch damit rechnen, dass da weitere Probleme auf mich zukommen.
So langsam gehen dann auch mal geld, nerven und lust aus - vor allem letztere beide. Jedes teil das ich anfasse geht kaputt - ich hab fast schon angst davor, noch mehr auszubauen.

Den Preis werde ich für die Sattelträger wohl zahlen müssen, billig ist es nicht, aber was hilfts.

Teletubby 05.05.2018 22:21

Hallo!

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1838838)
Vielleicht können wir über das Anzugsdrehmoment von 60Nm und dem Wissen, dass die Schraube nicht ersetzt werden muss, auf die originale Festigkeitsklasse Rückschlüsse ziehen? :D

Zitat:

Zitat von Naumstar (Beitrag 1838840)
Ja, kann eigentlich nur 8.8 sein. Laut DIN bekommt die 55NM die 10.9 schon 78NM und die 12.9 93NM. (Wir erinnern uns an die 50%-70% der mindeststreckgrenze. Kann also sein das die Gewinde im Guß des Sattelträgers bei 93NM der 12.9er Schraube abreißen, oder sich der Kopf einarbeitet.
12.9er bei 60NM liegt eigentlich unterhalb der 50% Streckgrenze.

Vergesst dabei nicht, dass diese Schrauben kein Regelgewinde, sondern Feingewinde (M10X1,25) haben!

Grüße Teletubby

Naumstar 05.05.2018 22:39

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1838860)
Hallo!





Vergesst dabei nicht, dass diese Schrauben kein Regelgewinde, sondern Feingewinde (M10X1,25) haben!

Grüße Teletubby

Meine angegebenen Werte beziehen sich auf das M10x1 25 Feingewinde.

Gruß Jens

90.MusicForLife 07.05.2018 00:20

Bevor du was zerschneidest lass dir wirklich was auf die Schraube auf Schweißen. Ist in der regel Arbeit von nur 10 Min und die Schraube lässt sich drehen weil sie gut Warm wird.

GTFahrer 07.05.2018 11:45

Zitat:

Zitat von Naumstar (Beitrag 1838826)
Ich muss leider noch einmal mit deinen Schrauben nerven.
Du musst Wissen das beim ersetzen der Schraube in eine höhere Festigkeitsklasse [...]

Ich fands toll, versetzte mich wieder in die Zeiten von KL2 und überfüllten Hörsälen :'D

Zitat:

Bevor du was zerschneidest lass dir wirklich was auf die Schraube auf Schweißen. Ist in der regel Arbeit von nur 10 Min und die Schraube lässt sich drehen weil sie gut Warm wird.
Dem kann ich nur beipflichten!

JK3 07.05.2018 17:44

Kann beim Anzugsmoment von Schrauben unterschiedlicher Festigkeiten und Feinheiten immer den Schrauben Brevier von Kamax (KX... auf dem Schraubenkopf) empfehlen.

http://www.kamax.com/fileadmin/user_...evier-2015.pdf

Aus Gründen der Wasserstoffversprödung sollte man keine 12.9er Schrauben im Fahrwerksbereich nutzen. Wenn sind das Schrauben deren Oberflächenbeschichtung für den Einsatz in diesem Bereich optimiert wurde. Die Schrauben aus dem Bild/Internet sind nur phosphatiert (was für die Festigkeit normal ist). Werden dann auch schnell gammeln.

Sind die Scheiben fest auf der Schraube (gehalten vom Gewinde) sind sie auch mit Sicherheit mitvergütet oder zumindest auf die Schraubenfestigkeit abgestimmt (so fern sie aus einer gescheiten Schraubenfabrik stammen)

Ben_RGBG 07.05.2018 20:41

Das aufschweißen einer mutter wurde gemacht - zweimal. Zweimal ist sie abgerissen.
Mein Hallennachbar der KFZ Mechaniker ist hat mir das gemacht.

Gut, erstmal die gute Nachricht: Er läuft! Siehe hier:
https://youtu.be/HIIwytS8Jb8

Die komischen Nebengeräusche halte ich für die Hydros, sowie auch die Servopumpe der natürlich gerade das Öl abgehauen ist.. Daher lief der Wagen auch nicht lang.

Die schlechte (ihr sehts im Video) das Hydrauliköl läuft aus dem Lenkgetriebe wie Wasser aus einem undichten Hahn. Was ist das Problem? Ein Helfer hat mir den Anschluss verkantet angesetzt. Nein, das ist keine Ausrede. Wäre es mein Fehler, hätte ich kein Problem das zuzugeben. Im Grunde spielt es auch gar keine Rolle wers war, schlimm ist das Resultat.

Jetzt darf also die Achse (mal wieder) raus um das Lenkgetriebe zu tauschen.
Sonst.. Bremse gibts heute nix neues. Einzig, die Bremsschläuche die ankamen, waren für vorn die falschen. Sonst habe ich da nix gemacht.

franz-werner 07.05.2018 20:47

Es ist einfach alles nur mist....

Ben_RGBG 07.05.2018 20:49

Zitat:

Zitat von franz-werner (Beitrag 1838995)
Es ist einfach alles nur mist....

Aber er läuft! Worauf ich schon ein bisschen stolz bin. Schließlich habe ich noch nie einen Motor aus- und danach wieder eingebaut :)

Teletubby 07.05.2018 22:08

Hallo Ben,

Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1838993)
Die schlechte (ihr sehts im Video) das Hydrauliköl läuft aus dem Lenkgetriebe wie Wasser aus einem undichten Hahn. Was ist das Problem? Ein Helfer hat mir den Anschluss verkantet angesetzt. Nein, das ist keine Ausrede. Wäre es mein Fehler, hätte ich kein Problem das zuzugeben. Im Grunde spielt es auch gar keine Rolle wers war, schlimm ist das Resultat.

das kommt mir doch irgendwie bekannt vor.

Mein Beileid!

Vermutlich ist es wie bei mir der in Fahrtrichtung gesehen hintere Anschluss. Bei dem wird zumindest bei meinem Lenkgetriebe (TRW) die Verschraubung der Leitung dirket in das Leichtmetallmaterial des Lenkgetriebegehäuses gedreht.

Wenn es, zumindest bei meinem Lenkgetriebe, der vordere Anschluss gewesen wäre, wäre Rettung möglich gewesen. Denn bei diesem Anschluss ist erst eine adapterähnliche Buchse mit Außensechskant, vermutlich aus Stahl, im Lenkgetriebe und darin wiederum die Leitung. Mit zwei Folgen:

1. Ist es bei Stahl nicht so leicht, den Anschluss schief einzudrehen.

2. Wenn es trotzdem passiert, gibt es noch die Möglichkeit, nur die Stahlbuchse zu tauschen. Das kann theoretisch sogar im eingebauten Zustand gelingen. Siehe Foto:
http://www.golf3.de/direktupload/201...1525723641.jpg

Grüße Manfred

Ben_RGBG 07.05.2018 22:31

Hallo Manfred,

du liegst leider richtig mit deiner Vermutung, es ist die hintere Buchse, die auch sehr schwer zu erreichen ist.

Ist ein Nachschneiden eines solchen Gewinde eigentlich möglich?

Nun, glücklicherweise liegt ein für den VR6 passendes Getriebe ganz in meiner Nähe. Ich habe bereits Kontakt zum Verkäufer aufgenommen und werde es Mittwoch oder Donnerstag abholen. Dann muss die Achse eben nochmal abgesenkt werden und das Lenkgetriebe wird getauscht. Ärgerlich, aber jetzt ist es passiert.

Teletubby 07.05.2018 22:42

Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1839005)
du liegst leider richtig mit deiner Vermutung, es ist die hintere Buchse, die auch sehr schwer zu erreichen ist.

Ja, das war auch zu erwarten.


Zitat:

Zitat von Ben_RGBG (Beitrag 1839005)
Ist ein Nachschneiden eines solchen Gewinde eigentlich möglich?

Mit dieser Frage habe ich mich bei meinem Lenkgetriebe erst gar nicht ernsthaft beschäftigt, obwohl ich kurz daran gedacht habe. Das Gewinde zu retten, wäre ja vielleicht noch möglich gewesen.

Aber:

Wenn die Leitung schief angesetzt und dann festgedreht wurde, dann ist nicht nur das Gewinde beschädigt, sondern auch der Sitz des Dichtringes der Leitung ganz am Ende des Innengewindes. Das führt dazu, dass, selbst wenn Du das Gewinde rettest und die Leitung anschließend gerade eindrehst, dass es trotzdem nicht mehr dicht werden kann. Deshalb habe ich diesen Gedanken erst gar nicht weiterverfolgt.

Im ungünstigsten Fall ist sogar das Ende der Leitung beschädigt = verbogen. Ich habe mir meins genau angesehen, aber es scheint ganz geblieben zu sein. Dann hätte ich wenigstens in diesem Punkt Glück (im Unglück) gehabt. Besonders deshalb, weil ich den ganzen unteren Bereich der Leitung kurz vorher kunstvoll neu lackiert hatte.


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