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GTFahrer 19.01.2020 19:30

Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858014)
Eisenguss ist der am günstigsten herzustellende Stahl. [...]

Niemand sprach davon, dass man dort ein 5cm Meißel eintreiben soll. Zumal diese beiden "Zinken" die den Schlitz bilden einen Hebel darstellen. Was vorne 1 mm Bewegung darstellt, stellt hinten weniger dar. Es geht nur darum, dass man den Schlitz etwas breiter macht, so dass die zusätzliche "Klemmung" durch Rost und Dreck nachlässt. Durch Anziehen der Schraube passiert genau das gleiche, nur dass die Kräfte in eine andere Richtung wirken.

Aber wie gesagt, das kann man sich alles sparen:
Man nimmt einfach ein Rohr/Stange welches mindestens 1 Meter misst. Auf den Lenker legen und gegen den Unterboden/Achse drücken lassen. Auf die Stange stellst nun deinen Fuß und drückst damit den Querlenker runter. ZACK ist der Bolzen des Gelenks aus dem Achsschenkel draußen. Je länger desto besser, Hebelweg geht über alles. Dafür habe ich noch nie Werkzeug gebraucht ;)

Und weil das so schön war, kommen noch die beiden Schrauben des Querlenkers. Die bekommen immer erst paar kräftige Schläge mit dem Fäustel verpasst. So dass sich der Rost im Gewinde löst. Noch nie riss eine der Querlenkerschrauben ab. Nie!

Die Manschetten haben die Nummer 1H0422831B, was auch dein Bild sagt, man sieht es auf einem. XTR-TRW-Getriebe. Unbedingt darauf achten, dass die a) Nicht verdrillt montiert werden (Muss auf der Spurstange gleiten können, ggf. Silikonfett dünn aufschmieren) und b) Das Belüftungsröhrchen muss in die vorgesehene Bohrung der Manschette greifen.

Das Spurstangengewinde ruhig mit bisschen Anti-Seize oder Fett bestreichen, dann gammeln Kontermutter und Spurstangenkopf nicht fest.

Atakpame 19.01.2020 22:51

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858023)
Niemand sprach davon, dass man dort ein 5cm Meißel eintreiben soll. Zumal diese beiden "Zinken" die den Schlitz bilden einen Hebel darstellen. Was vorne 1 mm Bewegung darstellt, stellt hinten weniger dar. Es geht nur darum, dass man den Schlitz etwas breiter macht, so dass die zusätzliche "Klemmung" durch Rost und Dreck nachlässt. Durch Anziehen der Schraube passiert genau das gleiche, nur dass die Kräfte in eine andere Richtung wirken.

Das war alles ganz allgemein, ich zweifle nicht, dass man das spreizen kann, frage ist nur wieviel.

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858023)
Aber wie gesagt, das kann man sich alles sparen:
Man nimmt einfach ein Rohr/Stange welches mindestens 1 Meter misst. Auf den Lenker legen und gegen den Unterboden/Achse drücken lassen. Auf die Stange stellst nun deinen Fuß und drückst damit den Querlenker runter. ZACK ist der Bolzen des Gelenks aus dem Achsschenkel draußen. Je länger desto besser, Hebelweg geht über alles. Dafür habe ich noch nie Werkzeug gebraucht ;)

Ich kann mir das bildlich nicht vorstellen. Rohr auf den Querlenker drauf UND gegen den Unterboden drücken lassen? Wie soll das gehen? Da ist doch die Nabe im Weg.

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858023)
Und weil das so schön war, kommen noch die beiden Schrauben des Querlenkers. Die bekommen immer erst paar kräftige Schläge mit dem Fäustel verpasst. So dass sich der Rost im Gewinde löst. Noch nie riss eine der Querlenkerschrauben ab. Nie!

Das habe ich heute schon alles lose gemacht, es bleiben wirklich nur die Traggelenke, alles andere ist ab, bzw. handfest.

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858023)
Die Manschetten haben die Nummer 1H0422831B, was auch dein Bild sagt, man sieht es auf einem. XTR-TRW-Getriebe. Unbedingt darauf achten, dass die a) Nicht verdrillt montiert werden (Muss auf der Spurstange gleiten können, ggf. Silikonfett dünn aufschmieren) und b) Das Belüftungsröhrchen muss in die vorgesehene Bohrung der Manschette greifen.

Das Spurstangengewinde ruhig mit bisschen Anti-Seize oder Fett bestreichen, dann gammeln Kontermutter und Spurstangenkopf nicht fest.

OK, ich werde das Fett nehmen, dass ich auch für die Lager hinten verwendet habe. Werde die Manchetten besser nicht so straff machen, wie sie vorher waren, wo sie doch durchgerissen sind.
Soll ich die Zähne der Lenkung auch einfetten?

GTFahrer 19.01.2020 23:11

Musst du dir am Wagen mal ansehen. Die Eisenstange legst auf den Querlenker und schiebst die dann durch. So dass die an ihrem Ende am Unterboden/Achse anliegt. Und das andere Ende schaut heraus, aus dem Radkasten.

Wenn du dann die Stange runterdrückst, dann drückst du auch den Querlenker runter. Und damit zieht dieser am Traggelenk.

Mit diesem Behelf habe ich das Gelenk bisher immer recht gut lösen können. Bloß doof wenn man so eine lange Eisenstange/Rohr nicht zur Hand hat.

Teletubby 20.01.2020 07:34

Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858020)
Beide Seiten sind an der gleichen Stelle gerissen. Ist das die Teilenummer?

Die Nummer auf dem vierten Foto ist die VW Teilenummer: 1H0 422 831 B. Das Lenkgetriebe ist demnach von TRW.


Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858035)
Werde die Manchetten besser nicht so straff machen, wie sie vorher waren, wo sie doch durchgerissen sind.

Bei den Faltenbälgen hat man nicht viel Auswahl, wie man sie montiert. Lenkgetriebeseitig sind sie um ca. 15 mm auf das Rohrende aufgeschoben, und spurstangenseitig müssen sie in den ausgefrästen Rillen zu liegen kommen. Die Risse entstehen nicht dadurch, dass die Faltenbälge "zu straff" eingebaut waren, sondern durch Alterung, die ständigen Bewegungen im Fahrbetrieb und evtl. duch Montagefehler (Faltenbalg in sich verdrillt), vor allem dann, wenn man beim Einstellen der Spur nicht darauf achtet.


Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858035)
Soll ich die Zähne der Lenkung auch einfetten?

Wenn, dann aber nur mit dem von VW dafür vorgeschriebenen Lenkgetriebefett G 052 168 A1.

Teilenummer wie immer ohne Gewähr!

Atakpame 20.01.2020 21:13

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1858009)
Ich wage die Voraussage, dass Du morgen nach der Arbeit ohne Trenngabel nicht wesentlich weiter als heute sein wirst.

Teletubby, dieses Werkzeug ist ein Game Changer, das Ding ist Gold wert. In nicht mal fünf Minuten waren beide Traggelenke raus. Wenn ich überlege, dass ich nur eines davon vorher gut drei Stunden mit dem Hammer bearbeitet habe.
Ich kann nur jedem, der mal das Traggelenk tauschen will, diese Trenngabel wärmstens empfehlen. Das waren 10 Euro, die sich gelohnt haben.

Mittlerweile sind neue Querlenker, drin, alle Gummis neu, Bremsen wieder drauf. Ich warte nur noch auf die Manchetten für die Lenkung, dann kann ich auch die wieder anschrauben, Bremsen reinigen und bin fertig.

Das mit dem Rohr habe ich nur kurz versucht, ich hatte nur einen Holzstiehl von einer Mistgabel, und der hat nicht zwischen Querlenker und Antriebswelle gepasst. Die Trenngabel ist genial.

Teletubby 21.01.2020 08:36

Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858050)
Teletubby, dieses Werkzeug ist ein Game Changer, das Ding ist Gold wert. In nicht mal fünf Minuten waren beide Traggelenke raus. Wenn ich überlege, dass ich nur eines davon vorher gut drei Stunden mit dem Hammer bearbeitet habe. (...) Die Trenngabel ist genial.

Glückwunsch!


Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858050)
Mittlerweile sind neue Querlenker, drin, alle Gummis neu, Bremsen wieder drauf. Ich warte nur noch auf die Manchetten für die Lenkung, dann kann ich auch die wieder anschrauben, Bremsen reinigen und bin fertig.

Ich hätte die Querlenker ja nicht eingebaut, ohne vorher die Faltenbälge des Lenkgetriebes einzubauen. Denn so machst Du es Dir unnötig schwer.

Wie willst Du jetzt die inneren Schellen spannen? Ich kann nur davor warnen, an diesen Stellen Kabelbinder oder ähnliches zu verwenden, weil das absout fest und dicht sein muss. Ansonsten wäre das der Anfang vom Ende des Lenkgetriebes.

Atakpame 21.01.2020 22:44

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1858058)
Ich hätte die Querlenker ja nicht eingebaut, ohne vorher die Faltenbälge des Lenkgetriebes einzubauen. Denn so machst Du es Dir unnötig schwer.

Daran hatte ich nicht gedacht. Ich hatte die Zeit, und die Manchetten waren noch nicht da. Ich will das Auto nicht ewig demontiert auf dem Parkplatz stehen lassen. In Frankreich fangen solche Autos gerne Feuer, oder sie werden noch weiter zerlegt. Ist traurig, aber wahr. Oder sie klauen mir den Wagenheber oder die Stützen.

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1858058)
Wie willst Du jetzt die inneren Schellen spannen? Ich kann nur davor warnen, an diesen Stellen Kabelbinder oder ähnliches zu verwenden, weil das absout fest und dicht sein muss. Ansonsten wäre das der Anfang vom Ende des Lenkgetriebes.

Ich frage mich sowieso, wie lange die alten schon kaputt waren. Heute sind die Teile gekommen und ich habe gearbeitet, bis sich Frost auf der Windschutzscheibe bildete. War nicht einfach und ich konnte auch nicht alles fertig machen. Aber die Schellen mit den Schrauben kann man da anbringen. Eine 6er Nuß, Gelenk und eine kleine Ratsche. Dann geht das.

Atakpame 22.01.2020 17:44

Ich habe gerade eine erste kurze Fahrt gemacht. Das ist beindruckend, die Lenkung geht viel leichter als vorher. Woran liegt das? Ich hatte immer den Eindruck die Servo-Unterstützung wäre relativ schwach, und "das war in den 90ern wohl so". Aber sie geht jetzt sehr leicht.

Auf den holprigen Straßen liegt das Auto ruhiger, obwohl ich an den Federbeinen nichts gemacht habe.

Die Spur ist auch fast richtig, das Auto fährt von alleine fast gerade aus, aber das Lenkrad ist leicht verstellt. Sturz weiß ich nicht. Ich werde noch eine Werkstatt suchen. Bester Preis bisher sind 85 Euro für die "Geométrie" wie das hier heißt.

Und ich habe zum ersten mal seit einem Jahr wieder eine Handbremse. Anfangs habe ich nicht mal die Kontrollleuchte wiedererkannt. "Was ist das denn schon wieder? Ach ja, die Handbremse!"

Die Manchetten für die Lenkung habe ich außen noch nicht befestigt, die sollen erstmal alles einstellen.

GTFahrer 22.01.2020 18:32

Das kann an der verstellten Geometrie liegen, dann kann mitunter das Lenkverhalten leichter ausfallen in gewissen Konstellationen.

So... jetzt kann wieder das Einprügeln losgehen: Die Manschetten hatte ich 2012 mal getauscht & geflucht weil da alles so eng war. Aber das Auto musste wieder fahren. Also habe ich innen zu dickem Kabelbinder gegriffen und ordentlich verzurrt. Ich wollte es beizeiten mal ändern, die Schellen liegen nach wie vor im Keller. Aber wie das so ist.. nie gemacht. Und bis dato, mittlerweile selbst '19 rum... nichts gemacht. Wenn mals Lenkgetriebe ausgebaut wird oder so. Bis jetzt funktioniert alles wie es soll.

Und wenn nicht... pff, kauf ich n überholtes oder gebrauchtes ;) Andere zahlen für die Vollkasko ihres Neuwagens mehr oder haben Wertverlust :)

Teletubby 22.01.2020 18:47

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858098)
So... jetzt kann wieder das Einprügeln losgehen: Die Manschetten hatte ich 2012 mal getauscht & geflucht weil da alles so eng war. Aber das Auto musste wieder fahren.

Nein, um´s "Einprügeln" geht es mir zumindest hier überhaupt nicht. Sondern allenfalls darum, solchen Leuten, die sich weniger auskennen und weniger erfahren sind, Tipps zu geben, wie man so etwas dauerhaft repariert, um große Folgeschäden zu vermeiden. Wenn sich jemand so wie Du gut auskennt und viel Erfahrung hat, finde ich es völlig in Ordnung, wenn er sich für die weniger gute Variante entscheidet. Wichtig dabei finde ich nur, dass er weiß, was er tut und sich über die möglichen Konsequenzen im Klaren ist.

GTFahrer 22.01.2020 19:04

Ich hatte auch mal die Idee eben den ganzen Aggregateträger abzusenken, d.h. dessen Halteschrauben rausdrehen, Kreuzgelenk lösen und dann via Motorbrücke das mal abzusenken.
Dann könnte man da besser ran und diese "Oetikerschelle" ansetzen und mit der Zange spannen. Aber nur wegen der Schellen den Aufwand?

Frage mich sowieso wie die Werkstätten dabei vorgehen. Da ist einfach kaum Platz, die werden doch nicht deshalb den Querlenker ausbauen oder eben das gesamte Lenkgetriebe. Irgendwann mach ich das schon, aber bisher bestand nicht Anlass dazu. Gut, die QL waren im Herbst ausgebaut, weil ich die Lager erneuert hatte. Wäre eigentlich die ideale Möglichkeit gewesen, aber nicht mehr daran gedacht.

Gti95 22.01.2020 19:36

Wir haben auf der Arbeit eine Zange womit man die Schellen seitlich klemmen kann. Also von außen an der Spurstange entlang, auf die Schelle, zudrücken und fertig.
Klappt 1a.

Atakpame 22.01.2020 22:06

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858098)
Die Manschetten hatte ich 2012 mal getauscht & geflucht weil da alles so eng war. Aber das Auto musste wieder fahren. Also habe ich innen zu dickem Kabelbinder gegriffen und ordentlich verzurrt.

Ich konnte an der Öffnung, auf die die Manschetten draufkommen eine Wulst erfühlen. Sprich, die werden draufgestülpt. Wenn man sichergeht, dass die korrekt aufgesetzt sind, und der Kabelbinder garantiert hinter der Wulst festgezurrt wird, muss das eigentlich halten. Meiner Meinung nach ist vor allem wichtig, dass die Teile nicht schräg halb drauf sind. Was durchaus passieren kann, da man ja auch das Luftröhren aufstülpen muss.

Es gibt auch unterschiedliche Qualitäten. Die Originalteile hatte eine beindruckende Wandstärke, die gehen leichter drauf, aber man kann sie vermutlich nicht gut mit einem Kabelbinder zusammenziehen. Bei den günstigen klappt das eher.

Zitat:

Zitat von GTFahrer (Beitrag 1858098)
Und wenn nicht... pff, kauf ich n überholtes oder gebrauchtes ;) Andere zahlen für die Vollkasko ihres Neuwagens mehr oder haben Wertverlust :)

Ein Neuwagen ist eine Geldvernichtungsmaschine. Hoher Einkaufspreis, hohe Versicherungsraten und Wertverlust. Aber bei dem Golf rechnen wir unsere Arbeitszeit nicht ein. Ich habe jetzt wieder eine Woche damit verbracht die Handbremse, die Querlenker und die LiMa zu montieren. Rechnet man auch nur 20Euro die Stunde, dann rechnet sich der Golf schon nicht mehr.
Ich lag bei Minusgraden auf dem Asphalt, musste insgesamt 50km mit dem Fahrrad durch die Kälte um Teile zu beschaffen, ich hatte Fett und Dreck an den Fingern, was auch nicht gerade gesund ist. Das alles sind Dinge, die mir immer weniger Spaß machen.
Und die Zeit könnte ich auch mit Frau oder Freunden verbringen, oder mich weiterbilden.

Das ideale ist ein Gebrauchtwagen, der aber noch nicht so viele Probleme macht. Und wenn ich wirklch alles an dem Golf machen wollte, müsssten hunderte Stunden und Tausende Euro reingesteckt werden.
Und wer weiß, wie lange uns noch erlaubt sein wird dieses Auto zu fahren.

Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bedanke mich bei allen, die mir geholfen haben. Ohne euch hätte ich das nicht hinbekommen.

GTFahrer 22.01.2020 23:42

Ja dann musste leasen, da bekommst das Sorglospaket. Will aber ebenfalls bezahlt werden.
Ich machs aus Spass an der Freude, klar manches geht mir auch aufn Zeiger, dann mach ich die Arbeit halt dennoch oder vergebe sie eben. Aber ansonsten ist das "Schrauben" willkommene Abwechslung. Die alten VWs sind Hobby, meins und das meiner Familie ;)

Aber in der Kälte liegen und sowas. Nee! Das mach ich nicht mehr. Dann zahle ich eben für jede Stunde 10,- Euro oder bei der anderen Möglichelit, da eben mit wochenlanger Voranmeldezeit, 35,- für den ganzen Tag (6-23 Uhr). Dafür aber mit Bühne und beheizt. Das ist es mir wert. Und habe Zugang zu ner Presse, Druckluft und und und. ;)

Unter Strich kostet Auto fahren eben. Meine Vollkostenrechnung ergibt 14,5 Cent je Kilometer. Da ist alles eingerechnet, Steuer, Versicherung, Ersatzteile, Kraftstoff, Arbeitslohn für Werkstätten, Wagenwäschen, Mietwerkstätten usw.. Eben Vollkosten. Bei jüngeren Fahrzeugen ergab sich eine knapp Dreiteilung: 1/3 Kraftstoff, 1/3 Unterhalt und Wartung und 1/3 Wertverlust.

Das Wertverlust-Drittel fällt halt weg bzw. nicht besonders ins Gewicht. Denn in der Altersklasse kann man getrost ~ 40-70 Euro je Monat Rest TÜV ansetzen. Tiefer geht eig nimmer, es sei denn vollkommen abgerockt.

Nur kommt noch was dazu: Ich muss nicht die alte Rentnerkarre fahren. Ich will es. ;) Daher ist das keine Sparbüchse, sondern Hobby.

herr jaegermeister 23.01.2020 01:13

Ich denke das trifft auf locker 50% der aktiven Member dieses Forums zu. Zu Deiner Rechnung kommen noch Spaßteile, die man "nicht so wirklich" zum Überleben braucht, bei mir machen die auch nen Großteil der Gesamtkosten aus :D

Im Dreck liegen, halb gefroren, sich dann noch die kalten Finger verletzen und dann passen die Teile nichtmals - das ist natürlich zum Kotzen. Kennen wir doch alle, leider.

Wenn Du dann aber wiederum auch schöne Sachen hast (kann jetzt nur von mir sprechen)... Die Hochglanzpolierten Felgen, die neuen Sitze, die einfach zum reinbeissen aussehen, eine neue Folierung, bei der Hund und Kind die Köpfe verdrehen oder einfach der Moment, wenn du etwas reparierst, und es passt alles wie nach Lehrbuch... dafür macht mans dann doch gerne ;) Das sind alles Dinge, und viel mehr davon, die Du mit einem Neuwagen nicht hast. Schlüssel rum und bereit sein kann bei monatl. Leasingraten von teils unter 49€ eigentlich jeder.
Ob es das dann ist, was einen auch wirklich Glücklich macht, ist ne andere Geschichte. Ich möcht jedenfalls nicht tauschen, solang das Blech und meine Knochen es noch mitmachen.

Ahja die Oetikerschellen, von denen hat jeder seine eigene Meinung. Wenn sie gut montiert sind, prima. Wenn Sie hingegen krumm sitzen oder du doch ein Loch zu groß geklemmt hast, kann man die ganze Schelle wegwerfen.
Viele versuchen die Schelle mit einer Kneifzange zuzubiegen. Dabei vernichtet man das Ohr der Schelle im Endeffekt, denn die richtige Zange drückt mittels Druchstück beim Schließen ebendieses Ohr herunter. Mit einer Kneifzange wird das Ohr nur nach oben weggebogen.
Passende Zangen gibts ab ca. 8€, nach oben natürlich besser, aber wie oft braucht man die schon.
Die Antriebswellenmanschetten kriegen auch Oetikerschellen, jeweils 2 davon. Sonst ist mir kein Teil bekannt. Ob sich damit eine Anschaffung lohnt, muss jeder selbst wissen. Teils tut es auch eine Schlauchbandschelle mit metrischem Gewinde (Die Holzgewindeteile zermurksen zu schnell), man munkelt, man einer habe auch schon Lochband und Draht zum Zusammenzurren genommen. Ich hab mir die Zange mal für 16€ von BGS geholt und hätte sie schon ein paar mal küssen können, weil verschmierte AW-Manschetten bei mir passè sind und es mit Kabelbindern nie funktioniert hat.

Teletubby 23.01.2020 09:04

Zitat:

Zitat von Atakpame (Beitrag 1858111)
Ich lag bei Minusgraden auf dem Asphalt, musste insgesamt 50km mit dem Fahrrad durch die Kälte um Teile zu beschaffen, ich hatte Fett und Dreck an den Fingern, was auch nicht gerade gesund ist. Das alles sind Dinge, die mir immer weniger Spaß machen.

Zitat:

Zitat von herr jaegermeister (Beitrag 1858114)
Im Dreck liegen, halb gefroren, sich dann noch die kalten Finger verletzen und dann passen die Teile nichtmals - das ist natürlich zum Kotzen. Kennen wir doch alle, leider.

Wie wahr, wie wahr! Wer von den "Intensivtätern" hier im Forum kennt so etwas nicht?

Der schöne Moment, in dem es den gefühlsmäßigen Lohn dafür gibt, ist bei mir immer der, wenn ich hinterher frisch geduscht in sauberer Kleidung im Warmen mit einer heißen Tasse in der Hand auf dem Sofa sitze und mich daran erfreuen kann, es trotz widriger Umstände doch wieder geschafft zu haben.

Das ist im Übrigen auch in völliger Übereinstimmung mit dem, was Leute sagen, die sich auf wissenschaflicher Basis mit so etwas beschäftigen: Für das Gefühl eines zufriedenen und erfüllten Lebens ist es nötig, sich "immer wieder raus aus der Komfortzone zu begeben".

Atakpame 23.01.2020 11:06

Zitat:

Zitat von Teletubby (Beitrag 1858117)
Wie wahr, wie wahr! Wer von den "Intensivtätern" hier im Forum kennt so etwas nicht?

Der schöne Moment, in dem es den gefühlsmäßigen Lohn dafür gibt, ist bei mir immer der, wenn ich hinterher frisch geduscht in sauberer Kleidung im Warmen mit einer heißen Tasse in der Hand auf dem Sofa sitze und mich daran erfreuen kann, es trotz widriger Umstände doch wieder geschafft zu haben.

Das ist im Übrigen auch in völliger Übereinstimmung mit dem, was Leute sagen, die sich auf wissenschaflicher Basis mit so etwas beschäftigen: Für das Gefühl eines zufriedenen und erfüllten Lebens ist es nötig, sich "immer wieder raus aus der Komfortzone zu begeben".

Ich sagte mir vor den meisten Reperaturen, dass das "schnell gemacht sei".
Dieses mal habe ich auch die zwei dicken Schrauben an den Querlenkern gelöst und dachte mir, dass das eine Arbeit von zwei Stunden sein wird.
Zwei Abende später liegt man dann unter dem Auto und flucht: "Das ist das letzte mal! Wenn du wieder irgendwo kaputt gehst, landest du auf dem Schrott!"
Diesen Gedanken habe ich auch noch, wenn ich mit Rückenschmerzen und zerschürften Fingern die Hände schrubbe, damit endlich der schwarze Dreck unter den Fingernägeln herauskommt.
Ein paar Tage später sage ich mir dann, dass es ja nicht so schlimm war.

Die Servoleitungen würde ich noch machen. Aber irgendwann ist wirklich Schluß. Wenn z.B. die Zylinderkopfdichtung kaputt ginge, würde ich es sofort lassen.

Am Ende wird es vermutlich der Rost sein, der dem Auto den Rest gibt. Ich wollte ohnehin mal Fotos machen und hier reinstellen, damit ihr mir Eure Meinung geben könnt, ob es sich lohnt das Fahrzeug zu erhalten.

Ich finden den Golf nämlich super. Das ist kein Rentnerauto. Da wurde so viel richtig gemacht. z.B. ist die Armaturenbeleuchtung grün, das ist die angenehmste Farbe für das menschliche Auge. Rot wirkt irritierend und blau ist ungesund weil viel zu diffus. Der Motor mit 90PS ist echt perfekt für das Gewicht der Fahrzeugs. Es piepst nichts, wenn man mal auf dem Parkplatz unangeschnallt fährt, es gibt keine witzigen Anzeigen, dass man zum Service fahren muss, und und und.

Atakpame 23.01.2020 11:14

Zitat:

Zitat von herr jaegermeister (Beitrag 1858114)
Leasingraten von teils unter 49€ ...

Im Ernst? 49 Euro leasing? Und da ist alles mit dabei? Versicherung, Steuer, Auto???


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