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Golf kaputt? Fragen und Antworten zum Thema Reparatur

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Alt 01.09.2017, 13:21   Direktlink zum Beitrag 1 Zum Anfang der Seite springen
Frischling
 
Benutzerbild von firun

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Hey ho, ich habe ein Problem mit dem Kühlsystem von meinem Golf 3. Das ist ein Golf 3 GTI, bj. 12/94, Motorcode ADY.

Zum problem selbst:
Ich habe immer wieder einen fallenden Kühlwasserstand, seit einer Fahrtstrecke von ca. 250 km. Wenn der Motor warm ist und ich kurz Gas gebe, habe ich 'ne gute Funktion der Heizung, aber schalte ich ihn aus, ist nach sehr kurzer Zeit die Heizung absolut kalt. Außerdem wird der Wasserschlauch zum Wärmetauscher für die Heizung ebenfalls ziemlich schnell kühl, im Gegensatz zu allen anderen Wasserschläuchen. In dem Auto ist eine Standheizung eingebaut, ich habe schon Motor und Standheizung gleichzeitig laufen lassen, um eventuell das Problem in den Griff zu bekommen - aber nichts, ich bin mir auch nicht sicher, ob die Pumpe der Standheizung überhaupt noch tut. Wenn der Ausgleichsbehälter offen ist und ich gebe kurz Gas, sinkt der Wasserstand deutlich, beim Ablassen strömt deutlich Wasser zurück und es steigen einige wenige Blasen im Ausgleichsbehälter auf. (es riecht NICHT nach Abgas, Kühlflüssigkeit ist sauber und nicht verfärbt!) Ich schätze mal, diese Blasen kommen aus dem Wärmetauscher, da ja der Rücklauf des Wärmetauschers am AGB hängt.
Ist der Motor 'ne Weile gefahren worden und ich lasse ihn vollständig auskühlen, habe ich einen _leichten_ Überdruck im Kühlsystem, obwohl alles kalt ist.

Welche Arbeiten wurden am Kühlsystem eigentlich durchgeführt?
- Kühlwasser gewechselt, Kühlsystem gespült
- Thermostat getauscht
- Kühler neu
- Wasserflansche am Zylinderkopf erneuert, waren undicht
- Alter schwarzer AGB-Deckel gegen einen neuen blauen ausgetauscht

Ich glaube nicht, dass die Kopfdichtung was hat denn:
- Kühlwasser vollkommen in Ordnung, kein Abgasgeruch, keine Verfärbungen
- Kein Öl im Wasser, kein Wasser im Öl
- Abgastests problemlos bestanden
- Bei laufendem Motor kein besonders hoher Druck auf den Kühlerschläuchen, Schläuche lassen sich alle mit zwei Fingern so weit Drücken, dass eine deutliche Beule entsteht
- Motortemperatur völlig OK (Laut Anzeige 90°C, laut Computer heizt er auf bis 98°C, dann springt der Lüfter an und kühlt auf 92°C)
- Beim Ablassen der Drehzahl strömt zwar viel Wasser in den Behälter zurück, aber es kommt mir keine Fontäne entgegen.

Ich schätze daher, dass das gesamte Problem an der Luftblase im Wasserschlauch hängt. Nur egal, was ich tue, ich kriege die nicht vollständig weg. Ich habe schon den Ausgleichsbehälter gelöst und höher gehängt, Drehzahl erhöht...
Gibt's noch weitere Tips, wie ich die Luft aus dem Schlauch rausbekomme?
Und gibt es ggf. im Raum Aschaffenburg jemanden, der einen CO-Tester für's Kühlsystem hat? Die Werkstatt meines Vertrauens hat leider so ein Teil nicht, ich würde nur trotzdem irgendwie sicherstellen, dass die Kopfdichtung doch nichts hat.


firun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2017, 13:33   Direktlink zum Beitrag 2 Zum Anfang der Seite springen
Forenseele
 
Benutzerbild von franz-werner

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Naja, im optimalfall wäre das System über ein Unterdruck befullgerät befüllt worden. So wie die Situation jetzt aussieht wäre meine Lösung, den Wagen nach dem warm fahren mal richtig die Sporen zu geben. So habe ich bisher jede Luftblase aus dem System bekommen
franz-werner ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 01.09.2017, 15:26   Direktlink zum Beitrag 3 Zum Anfang der Seite springen
Modifizierer

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Was für eine Art Standheizung hast du verbaut? Könnte die irgendwo Luft ziehen? Offensichtlich gelangt nämlich beim Abkühlen des Motors irgendwo Luft in das System. Das würde erklären, warum die Blase immer wieder auftaucht, obwohl sie nach längerer Fahrt ja weg sein müsste (und scheinbar ja auch ist).
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Alt 01.09.2017, 15:40   Direktlink zum Beitrag 4 Zum Anfang der Seite springen
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Das mit dem Auto treten habe ich ebenfalls schon versucht. Keine Wirkung.

Als Standheizung ist eine Thermo Top S verbaut, die wärmt das Wasser vom kleinen Kühlkreislauf vor, deshalb hängt sie auch zwischen den Schläuchen zwischen Zylinderkopf und Wärmetauscher im innenraum. Aber dicht ist alles, ich kann nach außen keine Lecks finden.

Ich habe nochmal versucht, die Standheizung irgendwie zum Funktionieren zu bringen, nur vermute ich fast, dass die Pumpe der Heizung das Zeitliche gesegnet hat. Also bestünde noch die Möglichkeit, die Standheizung vorerst totzulegen. Ich kann nicht ausschließen, dass das gesamte Problem wirklich eine feststeckende Pumpe ist.

/EDIT: Das Rästels Lösung. :'( Ich war bei VW, denn der hatte doch einen CO-Tester für's Kühlsystem. Also Leute, ich kann dan Montag Abend bescheidgeben, wie der Austausch der Kopfdichtung gelaufen ist Fahrt nach Mannheim am Samstag ist dann wohl mit dem Hyundai fällig *heul*

Geändert von firun (01.09.2017 um 16:59 Uhr)
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Alt 01.09.2017, 17:22   Direktlink zum Beitrag 5 Zum Anfang der Seite springen
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Leg sicherheitshalber mal ein Haarlineal über den Kopf und lass den Planschleifen sofern verzogen. Ansonsten wechselst du die ZKD zweimal

Das serienmäßige Kühlsystem vom Golf entlüftet sich normalerweise echt super selbst. Wie das generell mit nachgerüsteter Standheizung aussieht, kann niemand ohne Bilder sagen.
Wegen der geringen Heizleistung im Leerlauf. Mal im Ausgleichsbehälter schauen wie viel Wasser aus dem Rücklaufschlauch in den Behälter fließt. Der ABG ist aktiver Bestandteil des Kühlsystems. Schon bei leicht erhöhtem Leerlauf muss es aus diesem Schlauch laufen - nicht tröpfeln.

Viel Spaß beim ZKD wechseln.
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Alt 01.09.2017, 17:31   Direktlink zum Beitrag 6 Zum Anfang der Seite springen
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Haarlineal steht bereit, ich werde das alles nach bestem Wissen und Gewissen überprüfen, dass das Ding plan ist

Und es läuft zwar aus dem Rücklauf im Leerlauf, aber er hat auch immer mal wieder "gespuckt". Hat mich ein bisschen gewundert, dass es doch die ZKD ist, aber Hinweise darauf waren vorhanden, wenn auch wenige. Natürlich wird der Kopf auf eventuelle Risse untersucht, aber laut dem (äußerst gut gelaunten) Mechaniker bei VW sind diese Köpfe sehr robust.

Den Spaß werde ich haben. Dankeschön. Mit dem Bier habe ich schon angefangen
Wozu man Urlaub alles gebrauchen kann... Man schraubt nicht mehr an Flugzeugen, sondern an Autos. Wow!
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Alt 01.09.2017, 18:47   Direktlink zum Beitrag 7 Zum Anfang der Seite springen
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Zitat:
Zitat von firun Beitrag anzeigen
- Kühlwasser vollkommen in Ordnung, kein Abgasgeruch, keine Verfärbungen
- Kein Öl im Wasser, kein Wasser im Öl
Genau das problem hatte ich auch und bei mir war die ZKD hin ein Haarriss am 4 Zylinder
das bisschen Wasser was da in den Brennraum lief wurde anscheinend komplett verdampft
ruebe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.09.2017, 21:06   Direktlink zum Beitrag 8 Zum Anfang der Seite springen
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So, dann will ich mal berichten, was heute so alles Zylinderkopfmäßig lief, vielleicht kann ja die Informationen noch jemand anders verwerten.

Also, leider bin ich nicht komplett fertig geworden, da mir beim Ausbau ein Stehbolzen zwischen Abgaskrümmer und Downpipe abgerissen ist - den rauszuoperieren hat 'ne Weile gedauert. Außerdem sind die Zylinderkopfschrauben beim ADY 12 mm Innenvielzahn - und den hatte ich nicht parat (Plus für VW! Obwohl die kein Werkzeug an Kunden verleihen dürfen, waren die so lieb und haben mir trotzdem die richtige Nuss ausgeliehen )

Ansonsten, Kopf ist unten, Dichtflächen gereinigt (Nassgeschliffen mit Öl, 400er, 600er, 1200er, siehe Bilder, die schwarzen Stellen unmittelbar an den Leitungen sind Vertiefungen, aber nichts, was durch die Dichtflächen durchgeht. Die Flächen an sich sind absolut glatt, die Verfärbungen gehen nicht weiter weg und noch mehr schleifen will ich nicht.), beim Ablassen vom Kühlwasser habe ich leider den Fehler gemacht, das Thermostat nicht rauszunehmen, sodass noch Wasser im Zylinderblock stand. Bin am Überlegen, ob ich das restliche Wasser am Ende der Reparatur zusammen mit dem ganzen Schmodder ablasse... Das abgelassene Kühlwasser habe ich gefiltert und will's wieder verwenden - schließlich ist das erst 250 km alt. Im Kühlwasser fand sich übrigens jede Menge Ölkohle.
Zur alten Kopfdichtung kann ich nicht so viel sagen, wie mir lieb wäre. Ich hatte Ölaustritt vorne zwischen Zylinder 3 und 4, dabei läuft an dieser Stelle _keine_ Ölrücklaufleitung vorbei; die ist vorne mittig. Einen Riss oder eine Stelle, wo er Abgas in's Kühlsystem drückt, habe ich nicht gefunden, keine Spuren davon, weder auf Dichtung, noch auf Zylinderblock, noch auf Zylinderkopf. Keine Risse gefunden in Block oder Kopf. Interessanterweise ist aber zwischen Zylinder 3 und 4 vorne in der alten Dichtung (Bild) ein Loch für das Kühlwasser komplett zugesetzt. Ich vermute mal, dass hier irgendwo die undichte Stelle lag und zum Verkauf von dem Auto das Ganze mit Kühlerdichtmittel zugepappt wurde. Sehr lange gehalten hat's nicht. Ziemlicher Schrott das zeug, wenn davon eine Bohrung in der ZKD so zugesetzt wird.
Morgen geht's dran, das alles wieder zusammenzusetzen. Wenn ihr meint, dass ich die Dichtflächen weiter reinigen soll, dann sagt bescheid.

Kleine nebeninfo für alle, die an den 2 Liter 8V Motoren (ADY, 2E, ABA, AGG) am Zylinderkopf 'rumschrauben und noch die alte Weichstoffdichtung (Kein Metall!) haben. Das Schema zum Anziehen der Zylinderkopfschrauben ist:

Mit Drehmomentschlüssel:
Schritt 1: 40 Nm
Schritt 2: 60 Nm

Mit Starrem Schlüssel:
Schritt 3: 90° Drehung
Schritt 4: 90° Drehung

Ich habe 3-Stufige Vorgehensweisen gefunden, wobei der letzte Schritt eine 180° Drehung ist. Zumindest steht im originalen VW-Leitfaden die 4-Stufige Methode, also sagt das bitte weiter Sind zwei mal 90° mit starrem Schlüssel.

Ups, die Bilder vom Zylinderkopf sind net so gut geworden, sorry!

So, bis morgen, ich brauch 'n Bier!
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Alt 04.09.2017, 22:07   Direktlink zum Beitrag 9 Zum Anfang der Seite springen
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Hallo!

Zitat:
Zitat von firun Beitrag anzeigen
Bin am Überlegen, ob ich das restliche Wasser am Ende der Reparatur zusammen mit dem ganzen Schmodder ablasse... Das abgelassene Kühlwasser habe ich gefiltert und will's wieder verwenden - schließlich ist das erst 250 km alt.
Also ich bin ja wirklich in sehr vielen Fällen (z.B. Tausch der Kühlmittelpumpe) dafür, abgelassene und aufgefangene Kühlflüssigkeit durch ein Sieb wieder einzufüllen und weiter zu verwenden. Und habe mich damit hier im Forum auch schon bei einigen unbeliebt gemacht. Aber in Deinem Fall würde selbst ich sie komplett erneuern. Denn erstens schreibt VW das nach dem Wechsel einer Zylinderkopfdichtung ausdrücklich vor. Zweitens ist ja nicht klar, womit die Kühlflüssigkeit durch eine möglicherweise beschädigte Zylinderkopfdichtung in Kontakt gekommen ist.


Zitat:
Zitat von firun Beitrag anzeigen
Kleine nebeninfo für alle, die an den 2 Liter 8V Motoren (ADY, 2E, ABA, AGG) am Zylinderkopf 'rumschrauben und noch die alte Weichstoffdichtung (Kein Metall!) haben...
Die Motoren AGG gibt es nur mit Metalldichtung.

Freundliche Grüße
Teletubby
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Alt 04.09.2017, 23:26   Direktlink zum Beitrag 10 Zum Anfang der Seite springen
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Danke für den Tip, Teletubby, dann werde ich die Flüssigkeit auswechseln Sie sieht zwar noch echt frisch aus, ohne Öl oder Verfärbung, aber wenn man sie besser tauschen sollte, dann wird sie auch gewechselt. Mist. Dann ist der nächste Discobesuch abgesagt ^^
firun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.2017, 17:22   Direktlink zum Beitrag 11 Zum Anfang der Seite springen
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So, jetzt habe ich die ersten Testfahrten hinter mir und es gibt einiges Gutes und auch weniger Gutes... Mal sehen, ihr könnt ja wetten, ob die Operation erfolgreich war oder nicht

Gut:
- Es steigen keine Luftblasen im Ausgleichsbehälter mehr auf. Es schwimmt zwar manchmal noch ein Bläschen oben, aber es scheint nichts mehr mittig aufzusteigen
- Motor zieht gut, Verbrauch ist sehr niedrig - die Fahrten nach Hanau und zurück hat er mit 7 Litern geschafft, Teilweise ist zwischendrin der Verbrauch auf 6,8 L/100km gsunken. Und nein, ich schleiche nicht, Autobahnfahrten waren mit Vollgas


Weder noch:
- Sehr wenig Druck im Kühlsystem. Kann auch daran liegen, dass ich das System bei ca. 60°C nochmal offen hatte, aber es hat sich kein/kaum Druck aufgebaut. Bei warmem Motor war der Kühlwasserstand sehr hoch, aber immerhin nach jeder längeren Strecke gleichmäßig hoch.
- Motorgeräusche sind nach meinem Gefühl lauter geworden, er scheint jetzt ein deutlicheres tiefes Dröhnen zu haben. Hab ich eventuell wieder 'ne Krümmerdichtung gekillt?

Schlecht:
- Startprobleme bei warmem Motor sind deutlich schlimmer geworden. Er kommt beim Anlassen nicht richtig hoch, muss häufig 2 bis 4 Sekunden den Starter bemühen, bis er läuft. Habe die Zündkerzen, Verteilerfinger und Kappe gereinigt, trotzdem sind die Kerzen hoffnungslos überaltert, daher kann es ggf. daran liegen. Mangelnde Kompression dürfte es nicht sein, sonst würde ich weder diese Verbrauchswerte, noch die Motorleistung erreichen (leider habe ich auf der Autobahn nur 180 Km/h erreicht, aber bei der Geschwindigkeit hatte er noch spürbaren Zug... Dann kam der LKW).
- Irgendwie roch es im Ausgleichsbehälter doch noch nach Abgas...


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