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Alt 07.05.2018, 13:31 #1221
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Akribie und viele interessante Fotos - wie immer, die Erwartungen werden nicht enttäuscht.

Einige der Stellen waren ab Werk mit einem Heisswachs versiegelt. Wirst du das nachholen oder im Anbetracht der Nutzzeit sein lassen? Schränkt mitunter auch ein wenig die Optik ein.

Für die Garage: Deck das Auto doch ab mit einer "Garage" = Abdeckplane. Dann bleibt das Auto sauber und Probleme mit Feuchtigkeit o.ä. hatte ich dadurch nie.
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Alt 08.05.2018, 07:50 #1222
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Hallo!

Zitat:
Zitat von GTFahrer Beitrag anzeigen
Akribie und viele interessante Fotos - wie immer, die Erwartungen werden nicht enttäuscht.
Auch hier Danke! Es freut mich, wenn Euch gefällt.


Zitat:
Zitat von GTFahrer Beitrag anzeigen
Einige der Stellen waren ab Werk mit einem Heisswachs versiegelt. Wirst du das nachholen oder im Anbetracht der Nutzzeit sein lassen? Schränkt mitunter auch ein wenig die Optik ein.
Ich habe die blau lackierten Bereiche und Teile der schwarzen Querwand nicht nur sauber gemacht, sondern sie danach und vor dem Zusammebau größtenteils mit dem transparenten VW-Wachs AKR 321 M16 10 eingesprüht. Dieses Mittel ist sehr gut; ich verwende es schon über 25 Jahre. Auf den Fotos kann man das daran erkennen, dass diese Bereiche nicht glänzen, sondern matt aussehen. Nachteil: In der ersten Zeit nach der Fertigstellung des Autos und den Erwärmungen des Motorraums wird dieses Wachs wieder leicht klebrig. Deshalb zieht es dann Staub an. Später legt sich das. Staub ist mit lieber als Rost. Was bei diesem Wachs auch sehr schön ist: Man kann es jederzeit mit ganz normalem Benzin wieder entfernen. Und findet dann Oberflächen wie neu vor.

Zitat:
Zitat von GTFahrer Beitrag anzeigen
Für die Garage: Deck das Auto doch ab mit einer "Garage" = Abdeckplane. Dann bleibt das Auto sauber und Probleme mit Feuchtigkeit o.ä. hatte ich dadurch nie.
Danke für den Tipp; gedacht habe ich daran auch schon. Es gibt aber drei Punkte, die dagegen sprechen:

1. Es ist keine große, offene Tiefgarage, sondern sie besteht aus vielen Gitterboxen, die eng sind. Wenn das Auto so darin steht, dass man links gut aussteigen kann, kommt man rechts schon so gut wie nicht mehr durch.

2. Ein Golf 3 Variant ist kein ganz kleines Auto, und so ganz leicht ist so eine Plane auch nicht. Das Darüber-Hängen und wieder Entfernen einer Plane ist wegen meines Lungenproblems schon schwierig. Da müsste ich immer HIlfe mitnehmen oder ewig dafür brauchen.

3. Wenn das Auto drei Monate mit Plane in der TG-Box gestanden hat, ist es selbst nicht eingestaubt, aber die Plane. In der Enge der Box würde ich nach dem Abhängen der Plane total versaut aussehen.

Über kurz oder lang habe ich vor, mir einen TG-Platz zu suchen, der weniger staubig ist.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (08.05.2018 um 07:52 Uhr)
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Alt 08.05.2018, 09:08 #1223
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Zitat:
Zitat von Teletubby Beitrag anzeigen
1. Es ist keine große, offene Tiefgarage, sondern sie besteht aus vielen Gitterboxen, die eng sind. Wenn das Auto so darin steht, dass man links gut aussteigen kann, kommt man rechts schon so gut wie nicht mehr durch.
Na das kommt mir doch sehr bekannt vor. Man schafft es aber dennoch, die Plane (Ich habe sie damals günstig beim Feinkost Albrecht gekauft) aufzulegen, sie ist sehr "drapierbar". Meistens lege ich sie der Länge nach aufs Dach und die Haube, ziehe sie zur Fahrerseite herunter. Dann einmal vorne und hinten zum Auto, dort dann zur Beifahrerseite ziehen.

Zitat:
2. Ein Golf 3 Variant ist kein ganz kleines Auto, und so ganz leicht ist so eine Plane auch nicht.
Ist halt hinten etwas höher als ein Vento, aber noch kleiner als ein Saab 9-3 SC Die Plane ist aber wirklich nicht schwer und sehr dünn, Stärke ca. 1,5 Blatt Papier.

Zitat:
Über kurz oder lang habe ich vor, mir einen TG-Platz zu suchen, der weniger staubig ist.
Ist wohl die einfachste Lösung, wenn man denn was in der Nähe findet.
Schade, dass du soweit weg bist, sonst könntest dir das mal ansehen. Habe dadurch, auch nach einem halben Jahr stehen, ein sehr sauberes Auto.
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Alt 12.05.2018, 20:45 #1224
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Fortschritte bei der Lima

Hallo!

Neben dem Cabrio habe ich schon seit längerem auch noch eine Lichtmaschine in Arbeit, bei der es aber nur in Abständen schubweise weitergeht. Jetzt war gerade wieder ein Schub. Diese Lima ist mir schon vor längerem mal ziemlich heruntergekommen "zugelaufen". Sie soll eine Ersatz-Lima für den Variant und das Cabrio (und evtl. einen neuen Alltags-Golf 3) werden.

Das Zerlegen ist schon längere Zeit her. Der Rotor ist nach Reinigen und Auswecheln des hinteren Kugellagers und der Schleifringe auch schon lange fertig:





Beim letzten Schub Teile-Neuverzinken waren auch Teile der Lima dabei. Vorher:


Nach der Bearbeitung:


Blieb noch das sehr unansehenliche Gehäuse über. Zuerst hatte ich vor, es selbst sandzustrahlen. Aber erstens kann ich das gesundheitlich nur sehr schlecht, und zweitens sehen mit Sand gestrahlte Leichtmetallteile ohne wietere Bearbeitung nicht unbedingt original aus. Für das Strahlen mit anderen Materialien fehlen mir jegliche Erfahrungen. Also habe ich einfach mal unser Forumsmitglied Naumstar gefragt, ob er mir diese Arbeit abnehmen kann, denn er hat so etwas schon öfter gemacht und davon auch schöne Fotos eingestellt. Antwort: Er kann!

Leider habe ich keine guten Fotos des Gehäuses vor dem Strahlen. Hier eins kurz vor dem Zukleben des Versandkartons:


Als Vorbereitung des Gehäuses hatte ich: 1. Das alte riemenscheibenseitige Lager wieder in seinen Sitz gebaut, damit der Sitz aus Gründen der Maßhaltigkeit ungestrahlt bleibt. 2. Dasselbe auf der Schleifringseite mit der Lagerkappe. 3. In alle Innengewinde hatte ich passende Schrauben zu Schutz der Gewinde gedreht. Und 4., ganz wichtig: Den Gehäuseaufkleber ganz vorsichtig mit einem scharfen Messer entfernt. Das ist, womit ich gar nicht gerechnet hatte, fast perfekt gelungen. Derartige Aufkleber sind bei originalgetreuen Restaurierungen immer ein großes Problem, weil man sie weder einzeln bekommt noch irgendwie selbst herstellen kann:


Dann gingen die Gehäuseteile zu Jens (Naumstar). In den Karton hatte ich noch einen Umschalg mit Geld für den Rückversand gelegt. In der vergangenen Woche habe ich die Teile wiederbekommen. Er hat sehr sorgfältig gearbeitet, und sie sehen phantastisch gut aus. Das ist bei derartigen Lima-Teilen nicht einfach und mühlos, weil sie wegen der Gehäuserippen sehr viele Ecken haben. Hier sind sie, die fertigen Teile. Das alte Lager und die Lagerkappe zum Schutz der Lagersitze sind noch drin:




Bei so schönen Teilen kribbelt es in den Fingern, sie wollen zusammengebaut werden. Damit habe ich heute angefangen. Zuerst die beiden neu verzinkten Gewindebuchsen für die Befestigung der Lima:


Einziehen einer Gewindebuchse mit Hilfe einer M8-Schraube und einer großen Unterlegscheibe:


Beide Gewindebuchsen sind fertig eingezogen. So, dass sie an der gegenüberliegenden Seite bündig sitzen. In die endgültige Position werden sie erst beim Festschrauben der Lima am Motor gezogen:


Oben links das alte Lager, rechts daneben das neue, Marke SKF. In der unteren Reihe das Lager-Halteblech mit vier Schrauben, alles neu verzinkt. Rechts unten ein Kuststoff-Passbolzen, der dafür sorgt, dass die beiden Gehäusehälften beim späteren Zusammenfügen in der richtigen Postion zueinander stehen:


Sodann bin ich dem alten Lager auf die Pelle gerückt. Nicht aus Zerstörungswut, sondern weil ich den Außenlaufring haben wollte. Zuerst beide Dichtscheiben raus:


Dann den Kugelkäfig, der bei diesem Lager aus Kunststoff besteht. Danach hatte ich vor dem Foto schon die Kugeln mit einem kleinen Schraubendreher so zurechtgeschoben, dass sie alle nebeneinander liegen:


Mit sanfter Gewalt lässt sich dann der Innenlaufring herausnehmen, und schon hat man das Lager in Einzelteilen vor sich liegen:


Das Teil, auf das es mir ankam: Der gereinigte Außenlaufring:


Denn so ein Außenlaufring ist phantastisch gut dazu als Hilfswerkzeug um Einziehen des neuen Lagers in seinen Sitz:


Mit dieser Werkzeugkombination, bestehend aus einer M12X1,5 Gewindestange, zwei passenden Sechskantmuttern und Scheiben, zwei Lima-Riemenscheiben, dem Außenlaufring und einem Teil eines Zweiarmabziehers ließ sich das neue Lager wunderbar in seinen Sitz ziehen. Man muss nur darauf achten, dass diese Teile alle gut zueinander ausgerichtet sind. Vorteile gegenüber Eintreiben mit einem Hammer und Durchschlag: 1. Keine Schläge, die Lager nicht mögen; 2. Keine Gefahr des Abrutschens und Beschädigens einer Lager-Dichtscheibe; 3. Kein Verkanten; 4. Der Anschlag des Lagers am Ende seines Sitzes ist ganz deutlich fühlbar:


Das Lager hat gestaunt und getan, was es sollte: Es ist gerutscht:


Jetzt ist es auch festgeschraubt:


Die obere Fläche der anderen Gehäusehälfte habe ich mit einer schon fast stumpfen, feinen Feile mit nur ganz geringem Druck unter exakter Führung der Feile auf der Fläche ganz geringfügig nachgearbeitet, um die ganz leicht Rauheit vom Strahlen zu glätten. Grund: Hier wird später die Diodenplatte der Lima angebaut. Die Dioden würden nicht lange leben, wenn sie nicht auch über das Gehäuse gekühlt würden. Dazu ist ein guter Wärmeübergang nötig, für den ein möglichst planer, vollflächiger Kontakt wichtig ist:


Sieht fast aus wie geschliffen:


Einzelteile für die schleifringseitige Gehäusehälfte: Drei kürzere M5 Gewindebolzen und drei längere M5 Gewindebolzen, alle neu verzinkt, und eine neue Lagerkappe:


Mit Hilfe von Fotos hatte ich beim Zerlegen der Lima festgehalten, welcher Gewindebolzen wohin gehört. Was auf diesem Foto auch noch teilweise erkennbar ist: Weiße Wärmeleitpaste, die den Wärmefluss von der Diodenplatte zum Gehäuse verbessern soll. Die Verwendung von Wärmeleitpaste ist in der Elektronik bei Halbleiter-Bauelementenweit verbreitet (z.B. Transistoren, Dioden, Integrierte Schaltungen), die im Betrieb heiß werden und gekühlt werden müssen. In Netzteilen, Endstufen von Stereoanlagen und Verstärkern usw.:


Natürlich kann man die M5 Gewindebolzen von der Rüchseite her mit einem Hammer und einem Durchschlag eintrieben. Ich habe aber auch hier die sanftere Methode gewählt und sie mit einer M5 Mutter und einer passenden Scheibe eingezogen. Bei den längeren Gewindebolzen diente eine 1/4 Zoll Stecknuss als Distanzteil...


...und bei den kürzeren eine M8 Bundmutter:


Alle sechs Gewindebolzen sind eingebaut:


So sieht das von der Inneseite der Gehäusehälfte her aus:


Und das letzte Teil für heute: Die neue weiße Lagerkappe aus Kunststoff. In ihr sitzt das hintere Lager stramm, aber nicht wie eingepresst, und hat dadurch etwas Luft in axialer Richtung, z.B. zum Ausgleich von Toleranzen. Die genaue axiale Position des Rotors der Lima wird allein vom riemenscheibensetigen Lager bestimmt:



Natürlich hatte ich Jens (Naumstar) auch gefragt, wie ich mich bei ihm für die Arbeit des Strahlens revanchieren kann. Er hat mir darauf wörtlich geschrieben: "Siehe meine Arbeit als kleine Aufwandsentschädigung für deine Arbeit an der Allgemeinheit im Forum an." Vielen Dank für dieses total nette Kompliment! Und natürlich auch hier nochmal für seine Arbeit mit meinen Gehäusehälften.

Grüße Teletubby

Wird fortgesetzt!

Geändert von Teletubby (12.05.2018 um 22:25 Uhr)
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Alt 12.05.2018, 21:14 #1225
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Klasse wie die Lima aufbereitet wird und natürlich wieder schön kommentiert 👍. Die Gehäuseteile sehen auch super aus nach dem strahlen. Naumstars Antwort finde ich richtig toll! Dem kann ich nur beipflichten.



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Alt 12.05.2018, 21:14 #1226
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Das Ding ist nachher besser wie neu
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Alt 12.05.2018, 21:27 #1227
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Sehr schöner Beitrag, Manfred.

Wenn ich da meine Überholung der Lima wieder ins Gedächtnis rufe, gabs da optisch keinerlei Unterschied zwischen vorher und nachher. Technisch werden deine und meine wohl auch auf gleichem Niveau liegen, nachdem deine wieder vollständig zusammen gebaut ist, aber das Auge isst eben doch mit und das kann sich bei dir wirklich sehen lassen.
An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank für deine vielen Infos und Ratschläge, als ich vor 2 Monate vor dieser Aufgabe stand
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Alt 14.05.2018, 21:40 #1228
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Hallo!

Zitat:
Zitat von wolfi71 Beitrag anzeigen
Das Ding ist nachher besser wie neu
Das hört sich schön an, ist aber nicht so.

Das Gehäuse der Lichtmaschine ist heute in keinem bessereren Zustand als vor gut 20 Jahren bei Valeo, als sie produziert wurde. Die Lager sind jetzt bei mir nicht neuer und die Stahlteile nicht besser verzinkt.

Vielleicht entsteht der Eindruck dadurch, dass man so gut wie nie eine ganz neue Lichtmaschine in Einzelteilen zu sehen bekommt.


Zitat:
Zitat von Mustang80 Beitrag anzeigen
Wenn ich da meine Überholung der Lima wieder ins Gedächtnis rufe, gabs da optisch keinerlei Unterschied zwischen vorher und nachher. Technisch werden deine und meine wohl auch auf gleichem Niveau liegen, nachdem deine wieder vollständig zusammen gebaut ist, aber das Auge isst eben doch mit und das kann sich bei dir wirklich sehen lassen.
Das hast Du sicher recht. Für die Lebenserwartung spielt es praktisch keine Rolle, ob man so ein Teil auch optsch aufarbeitet oder nicht. Meine wird dadurch nicht länger halten als Deine.

Ich kümmere mich um die Optik deshalb, weil ich es einfach gern mache. Dazu muss ich sagen, dass meine Rahmenbedingungen dafür auch gut sind, weil ich nicht mehr jeden Tag arbeiten gehen muss oder studieren wie Du und deshalb Zeit und Ruhe dafür habe.


Zitat:
Zitat von Mustang80 Beitrag anzeigen
An dieser Stelle auch nochmal vielen Dank für deine vielen Infos und Ratschläge, als ich vor 2 Monate vor dieser Aufgabe stand
Immer wieder gerne!

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (14.05.2018 um 21:41 Uhr)
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Alt 15.05.2018, 09:23 #1229
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Golf 3 Teile aus Dissen bei Osnabrück

Hallo!

Am vorletzten Samstag war ich im kleinen Ort Dissen am Teutoburger Wald bzw. bei Osnabrück, um verschiedene Golf 3 Teile zu kaufen. Leider komme ich erst heute dazu, darüber etwas zu schreiben. In der Hauptsache ging es um ein Lenkgetriebe, das als Ersatz meines Cabrio-Lenkgetriebes, bei dem ich einen Anschluss stark beschädigt habe, dienen soll. Der Verkäufer hatte aber auch noch andere Golf 3 Teile abzugeben, die ich vor dem Kauf gerne sehen wollte. Weil die Fahrstrecke von gut 190 km pro Weg überschaubar war, sollte das nicht auf dem Postweg abgewickelt werden. So hatte ich mich mit dem Verkäufer für vorletzten Samstag Nachmittag verabredet.

Am angebotenen Lenkgetriebe faszinierten mich zwei Punkte: 1. Ist es exakt dieselbe Ausführung (TRW) einschließlich Teilenummer wie das von meinem Cabrio. 2. War es neu und noch nie verbaut gewesen. Auf dieses Lenkgetriebe war ich via Ebay Kleinanzeigen schon im Januar aufmerksam geworden und hatte den Anbieter damals auch schon kontaktiert. Damals war ich aber anderweitig sehr beschäftigt. Jetzt erst war der passende Zeitpunkt. Für EUR 220,- VB war das Lenkgetriebe angeboten worden. Per E-Mail hatten wir uns auf EUR 190,- geeinigt.

Zum Lenkgetriebe gehören die beiden Faltenbälge als neue, originale VW Teile und zwei Gummilager zur Befestigung beifahrerseitig. Laut Verkäufer ist es ursprünglich mal komplett gewesen incl. Spurstangen, die aber mal gebraucht wurden. Richtig komplett habe ich die Vorgeschichte dieses Lenkgetriebes bis heute nicht verstanden.

Vor einigen Monaten hatte ich mir im Ort Löhne bei Osnabrück mal einen Golf 3 angesehen und anschließend hier im Forum darüber geschrieben. Daraufhin hatte mich Daniel (Forumsmitglied franz-werner) angeschrieben und gefragt, warum ich ihn vorher nicht informiert hatte, weil das eine gute Gelegenheit für ein Treffen gewsen wäre, da Daniel in Osnabrück wohnt. Das hatte ich bis jetzt nicht vergessen. Deshalb habe ich ihn vor der Fahrt nach Dissen angeschrieben mit der Folge, dass wir vor dem Treffen mit dem Lenkgetriebe-Anbieter einen Treffpunkt im Dissen vereinbart haben.

Gefahren bin ich am vorletzten Samstag mit dem roten Variant, den ich erst am Vorabend total verstaubt aus dem Winterschlaf erweckt habe. Vorarbeiten waren nicht viele nötig: Reifendruck berichtigen, Motorölstand überprüfen, die Uhr auf Sommerzeit umstellen und die vorderen Fensterscheiben reinigen. Für eine Reinigung des ganzen Autos war keine Zeit. Wegen der bevorstehenden mehrstündigen Fahrt habe ich auch auf das sonst zum Saisonstart übliche Nachladen der Batterie verzichtet.

Die Hinfahrt verlief problemlos mit der Ausnahme, dass kurz vor dem Ziel der CD-Wechsler mit der Fehlermeldung "E1 - Focus" seinen Dienst eingestellt hat. Das deutet auf eine verbrauchte Lasereinheit hin und hat mich nicht übermäßig überrascht, weil der ehemals gebraucht gekaufte Wechsler allein zu meiner Zeit schon viel im Betrieb war. Lasereinheiten kann man sich wie Verschleißteile vorstellen. Das liegt an der Laserdiode, die die Strahlen aussendet. Mit den Betriebsstunden wird sie schwächer, was ganz normal ist und elektronisch nachgeregelt wird. Irgendwann aber ist diese Regelung am Anschlag angekommen, woraufhin bei weiterer Abnahme der beschriebene Fehler auftritt. Weil ich noch zwei nagelneue Lasereinheiten habe, hat mich das nicht übermäßig beunruhigt.

Mit zehn Minuten Verspätung kam ich am Treffpunkt an, wo Daniel auf mich wartete. Wir haben uns miteinander bekannt gemacht und sind gemeinsam zum Verkäufer gefahren, der eine wunderschöne, gepflegte Doppelgarage mit einer hübschen Hebebühne hat. Neben der Abwicklung der Teile hat er uns sein Golf 1 Cabrio gezeigt, in das er schon viel Arbeit und Geld gesteckt hatte.

Als wir dort nach etwa anderthalb Stunden wieder weggefahren sind, hatte ich:

1. Das Lenkgetriebe mit den Zubehörteilen für zusammen 190 Euro:




Wirklich genau die gleiche Ausführung wie das von meinem Cabrio, nur ein paar Monate später produziert:




Zwei neue, originale und noch nie verbaute Nebelscheinwerfer für zusammen 80 Euro. Für die habe ich zwar keine konkrete Verwendung, aber für diesen Preis konnte ich sie nicht liegen lassen:




Eine rechte Blende zwischen Blinker und Nebelscheinwerfer, Teilenummer 1H0 941 780, ebenfalls nagelneu, für 5 Euro. Leider hatte er die für die linke Seite nicht mehr:


Eine neue Türpin-LED 1H0 919 238 mit Rosette für die Diebstahlwarnanlage als kostenlose Zugabe. Kostet bei VW immerhin ca. 27 Euro:


Darüber hinaus hat der Verkäufer noch weitere Golf 3 Teile abzugeben, die mich interessieren. Dafür habe ich mir aber erstmal Bedenkzeit erbeten.

Danach war ich mit Daniel noch bei einem McDonald in Osnabrück, wo wir "amerikanische Spezialitäten" eingestopft (Nochmal Danke für die Einladung!) und noch eine ganze Weile erzählt haben. Mich hat es sehr gefreut, in mal persönlich kennenzulernen.

Ganz zum Schluss ist noch dieses Foto entstanden mit Daniels schwarzem Golf 4 und meinem roten, total eingestaubten Variant:


Auf meiner Rückfahrt funktionierte sogar mein CD-Wechsler wieder. Das wird aber nicht von langer Dauer sein, weil es in der Endphase von Laserdioden normal ist, dass die Geräte mal funktionieren und mal nicht. Üblicherweise funktionieren sie nicht viel später gar nicht mehr.

Jetzt kann es in meiner Garage endlich mit dem Lenkgetriebe und der Vorderachse für das Cabrio weitergehen.

Grüße Teletubby

Geändert von Teletubby (15.05.2018 um 21:03 Uhr)
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Manfred, mir war es auch eine große Freude, dich persönlich kennen zu lernen! Leider hatte der Verkäufer ja nicht den heiligen Gral an Teilen, den ich erhofft hatte, was aber auch zu erwarten war.

Nächstes mal machen wir dann Bilder von halbwegs sauberen Autos - mein Wagen war ja nicht minder dreckig




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Alt 16.05.2018, 08:06 #1231
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Hallo,
ich hätte mal eine andere Frage an dich: du verwendest sehr häugig Wachs, um die Gewinde nach dem Festziehen vor Korrosion zu schützen....

... ich verwende ausschliesslich eine Anti-Seize Paste; z.B. diese hier: https://www.weicon.de/einsatzgebiete...tagepaste?c=57

Gibt es einen Grund, warum du keine Montagepaste verwendest?
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Alt 16.05.2018, 20:49 #1232
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Hallo!

Zitat:
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Gibt es einen Grund, warum du keine Montagepaste verwendest?
Ich vermeide es, Schrauben und Muttern vor dem Festziehen mit irgend etwas einzustreichen, weil sich das Anzugsverhalten dadurch sehr ändern kann. Habe damit schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht.

Bei den allermeisten Schraubverbindungen ist das auch nicht nötig. Für Auspuffverschraubungen nehme ich aber Heißschraubenpaste von VW.

Grüße Teletubby
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Alt 17.05.2018, 05:40 #1233
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Zitat:
Zitat von Teletubby Beitrag anzeigen
Hallo!



Ich vermeide es, Schrauben und Muttern vor dem Festziehen mit irgend etwas einzustreichen, weil sich das Anzugsverhalten dadurch sehr ändern kann. Habe damit schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht.

Bei den allermeisten Schraubverbindungen ist das auch nicht nötig. Für Auspuffverschraubungen nehme ich aber Heißschraubenpaste von VW.

Grüße Teletubby
Hallo,
ich kann deine Bauchschmerzen auch teilen. Das würde ich auch sofort bei Kupferpaste bestätigen können.

Für die von mir verlinkte Anti-Seize Paste gilt das ausdrücklich nicht! Es sind Feststoffpartikel darin enthalten, so dass die Drehmomente für Schraubverbindungen gleich bleiben zum trockenen Zustand. Nur ist diese Paste halt auch entsprechend teuer.

Beruflich verwenden wir diese schon seit etlichen Jahren im Werkzeugbau und wir müssen an unseren Vakuumpumpen und Viskosimetern auch bestimmte Drehmomente einhalten.
Im Privatbereich verwende ich diese Montagepaste bei all meinen PKW-Reparaturen. Auch hier ziehe ich die Schraubverbindungen mit dem vorgegebenen Drehmoment nach dem RLF an.
Ich kann auch absolut nichts Negatives berichten-die Schraubverbindungen lassen sich leicht lösen und die Drehmomente stimmen auch-das hatten wir vor der ersten Anwendung auch einmal getestet: Schraube in Schraubstock einspannen und dann den Drehmomentschlüssel drehen bis es knackt. An Hand der Stellung haben wir uns die Position markiert und dann die mit der Anti-Seize Paste bestrichene Schraubverbindung getestet-beide Positionen stimmten überein!

Geändert von Löffelbär (17.05.2018 um 05:46 Uhr)
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Teletubby (18.05.2018), wolfi71 (17.05.2018)
Alt 18.05.2018, 20:02 #1234
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Weiterer Ärger mit Lenkgetriebe

Hallo!

Es soll ja auch nicht zu einfach sein, denn dann könnte es ja schön schnell gehen. Deshalb hat der Teufel (oder sonstwer) noch weitere Tücken in die Lenkgetriebe-Angelegenheit eingebaut. Und dabei sehr gründlich gearbeitet.

Inzwischen hatte ich Gelegenheit, die Teile, die ich am vorletzten Samstag aus Dissen am Teutoburger Wald angekarrt hatte, näher anzusehen. Das Wichtigste war natürlich das Lenkgetriebe. Weil die Spurstangen und ihre Faltenbälge abgebaut waren, wurden die Zahnstangenenden vor langer Zeit zum Schutz mit Tesa Malerband umwickelt. Das auf der Fahrerseite hatte sich im Laufe der Jahre gelockert, so dass ich es noch beim Verkäufer abnehmen und darunter nachsehen konnte, wo es sehr gut aussah. So war ich davon ausgegangen, dass das auf der Beifahrerseite genau so sein würde.

Irrtum, wie ich zu Hause sehen musste. Auf der Zahnstange war Rost, und davon nicht wenig. Leider habe ich es vor Schreck versäumt, Fotos davon zu machen. Stattdessen habe ich Schleifpapier der Körnung 600 aus dem Keller geholt, um sehen zu können, wie tief die Rostschäden wirklich sind. Deshalb habe ich Fotos erst nach dem Schleifen gemacht. Deutlich zu sehen sind Rostnarben und-poren, von denen die stärkeren bestimmt 0,5 mm tief sind:








Natürlich habe ich überlegt, ob man da so lassen kann. Zu bedenken ist aber, dass dieses Zahnstangenende, wenn man ganz nach rechts lenkt, komplett samt Rost in seiner Führung im Rohr des Lenkgetriebes verschwindet. Genau in diesem Bereich liegt ein O-Ring zur Abdichtung des Druckzylinders des Lenkgetriebes zur Zahnstange. Je nach Fahrsituation können dort bis ca. 90 bar Hydraulikdruck liegen. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Rostporen den Gummidichtring bei vielfachem Hindurchrutschen vorzeitig verschleißen lassen. Hinzu kommt, dass im VW Reparaturleitfaden dazu in Fettschrift steht: "Sind auf der Zahnstange korrodierte Stellen oder tiefe Riefen sichtbar, ist die Zahnstange unbedingt zu ersetzen.".

Gerade mit dem Lenkgetriebe wollte ich auf keinen Fall ein Risiko eingehen, weil es später nur noch ganz schlecht zugänglich ist.

Dem Verkäufer möchte ich zugute halten, dass er davon nichts wusste. Denn dem Klebeband beifahrerseitig konnte man ansehen, dass es schon viele Jahre dort klebte. Natürlich hatte ich den Gedanken, ihm dieses Lenkgetriebe wieder vor die Füße zu knallen, denn immerhin war es als "Neu" beschrieben. Aber das hätte mich keinen Millimeter näher an ein Lenkgetriebe gebracht, wie ich es mir vorstelle.

Stattdessen hatte ich einen Gedanken, der mir zuerst etwas tollkühn erschien: Die Zahnstange aus meinem originalen Cabrio-Lenkgetriebe, das ja erst eine Kilometerleistung von ca. 73.500 hat, in das "neue" Lenkgetriebe umzupflanzen.

Das ist insgesamt nicht übermäßig kompliziert und ist sogar im Reparaturleitfaden beschrieben, für mich aber komplett technisches Neuland ohne jegliche Erfahrungen. Mehrmals habe ich dieses Kapitel durchgelesen, um zu orten, wo mit Problemen zu rechnen ist. Die Hauptschwierigkeit würde sein, dass einige Spezialwerkzeuge nötig sind, für die irgendwie Ersatzlösungen geschaffen werden müssen. Zum Beispiel bei dieser Verschraubung. Den Innensechskant habe ich mit 22 mm gemessen, eine Größe, die ich nicht habe. Und die darüber liegende Kontermutter mit 40 mm, ebenfalls Fehlanzeige in meinem Bestand. Die große Innensechskantschraube ist eine Einstellschraube, mit der das Spiel zwischen Lenkritzel und Zahnstange eingestellt wird. Zum Zahnstangentausch muss sie raus und hinterher mit genauer Einstellung wieder rein:


Oder diese Verschraubung. Es ist die untere Verschlussschraube für die Lenkwelle, die mitsamt Hydrauliksteuerteilen zum Zahnstanggentausch ebenfalls raus muss. Dafür gibt es ein VW Spezialwerkzeug, das ich natürlich nicht habe. Außerdem steht zu dieser Verschraubung im Reparaturleitfaden: "Bei sehr festem Sitz, Verschlussschraube mit einem Hammer und Durchtreiber lösen". Das lässt nichts Gutes ahnen:


Weitere Voraussetzung für das Gelingen war natürlich, dass die Zahnstange meines orignalen Cabrio-Lenkgetriebes tatsächlich in gutem Zustand sein würde. Das war zum damaligen Zeitpunkt aber nicht klärbar.

Ich habe erstmal ein paar Werkzeuge beschafft: Einen 32 mm Gabelschlüssel für die Spurstangen an der Zahnstange, der bei Obi für erstaunlich günstige EUR 8,49 zu haben war:


Einen Gabelschlüssel der Größe 40. Er ist nur 4 mm dick, aber das ist egal, weil die Kontermutter der dicken Inbus-Einstellschraube auch nicht breiter ist. Er ist genau genommen ein Spezialwerkzeug für Arbeiten an irgend einem Kfz und war im Internet für ca. 14 Euro mit Versand zu haben:


Und eine Innensechskant-Stecknuss der Größe 22, die im Internet knappe 10 Euro mit Versand gekostet hat:


Trotz dieser Ausrüstung habe ich mit vielen Zweifeln begonnen, das Cabrio-Lenkgetriebe zu zerlegen. Zuerst die Faltenbälge ab. Dazu vorher zwei Fotos vom Sitz der Schellen:




Was danach an beiden Zahstangenenden zum Vorschein kam, war vielversprechend:




Die Zahnstange hat an einem Ende (dem fahrerseitigen) eine Anflachung, an der man einen Gabelschlüssel der Größe 19 zum Gegenhalten ansetzen kann. Damit und mit dem neuen Gabelschlüssel der Größe 32 ließen die Spurstangen sich problemlos abbauen. Sie sind in tadellosem Zustand:




Auf dem nächsten Foto kann man schön das vergeigte Anschlussgewinde sehen, was der eigentliche Grund für den Ausbau des Lenkgetriebes war:


Und ganz am Ende des Gewindes die Beschädigung am Sitz für den Dichtring der Leitung:


Als nächstes sollte es der Einstellverschraubung für die Zahnstange an den Kragen gehen:


Begonnen hat das damit, dass ich den ganzen Bereich gründlich sauber gemacht hatte. Denn ich wollte auf jeden Fall die aktuelle Einstellung so genau wie möglich markieren, um beim späteren Zusammenbau Anhaltspunkte für die neue Einstellung zu bekommen:


Drei Markierungen: Eine an der Inbus Einstellschraube, eine an der Kontermutter Größe 40 und eine am Lenkgetriebegehäuse:


Bevor ich mich hier ans Lösen gemacht habe, bin ich noch auf die Idee gekommen, die Position der Lenkwelle zur Zahnstange zu markieren. Denn je nach Anzahl der Zähne des Ritzels würde es später mehrere Möglichkeiten zum Zusammenbau geben. Im Reparaturleitfaden steht dazu nichts. Ich habe die Lenkwelle so gedreht, dass die Zahnstange an beiden Enden des Lenkgetriebes gleich weit herausstand:


Und dann zwei Strichmarkierungen aufgeklebt: Eine auf die Anflachung der Lenkwelle und die andere auf das Gehäuse. Es interssierte mich vor allem, ob die Einbauverhältnisse der Welle beim zweiten Lenkgetriebe gleich oder anders wären:


Als nächstes mit dem neuen Maulschlüssel der Größe 40 versucht. Die Chancen habe ich eher schlecht eingeschätzt, weil das VW Spezialwerkzeug hierfür viel robuster aussieht. Das Anzugsdrehmoment der Kontermutter ist immerhin mit 60 Nm angegeben. Aber Irrtum: Es ging total problemlos, wie man an den Markierungen sehen kann:


Die Kontermutter habe ich ganz abgeschraubt, um anschließend die Einstellschraube mit der neuen Innensechskant-Stecknuss der Größe 22 drehen zu können. Aber leider Pech gehabt: Die Stecknuss passte nicht in die Einstellschraube, auch nicht mit sanfter Gewalt. Beim zweiten Lenkgetriebe versucht, Ergebnis gleich:


Der Winkelschleifer wusste Rat. Ich hatte vor, das Werkzeug um 0,5 mm zu verkleinern, und zwar so genau wie möglich. Dazu habe ich an einer Sechskantfläche so viel abgetragen, bis sich mit der Schieblehre 21,75 mm messen ließen. Dann die gegenüber liegende Seite, bis das Maß 21,5 mm betrug. Das so lange, bis alle Sechskantflächen fertig bearbeitet waren. Die Kanten wurden noch ganz leicht gerundet:


Ergebnis: Passt perfekt bei beiden Lenkgetrieben:


Interessiert habe ich die Einstellschraube mit dem Werkzeug in beide Richtungen verdreht. Und dabei gemerkt, dass es nach gut einer Achtel Umdrehung im Uhrzeigersinn einen Anschlag gab. Das habe ich als die Stelle identifiziert, an der das gesamte Spiel zwischen Lenkritzel und Zahnstange weg war. In dieser Position habe ich eine weitere Markierung aufgeklebt und den Abstand zwischen beiden gemessen: Ca 19 mm, das entspricht umgerechnet knapp 52 Winkelgraden. Die Einstellregel, die ich daraus abgeleitet habe, lautet also: Vorsichtig rechtsherum bis zum Anschlag und dann ca. 50 Grad zurück und in dieser Position kontern. Das sollte aber erst noch vom zweiten Lenkgetriebe bestätigt werden:


Jetzt konnte die große Innensechskant-Einstellschraube ganz raus mitsamt dem dahinter liegenden Kunststoff-Druckstück und der Feder. Dadurch wird die Rückseite der Zahnstange sichtbar:


Jetzt sollte es der Verschlussschraube für die Lenkwelle des alten Getriebes an den Kragen gehen. Es ist diejenige, bei der schon im Reparaturleitfaden gewarnt wird, dass sie sehr fest sitzen kann. Ich war sehr gespannt, ob und wie das klappen würde. Sicher war, dass kein Weg daran vorbei führen würde, sie herauszudrehen, weil unter ihr eine Befestigungsmutter der Lenkwelle sitzt. Ein Ausbau der Zahnstange ohne vorherigen Ausbau der Lenkwelle ist nicht möglich:


Der einzige erfolgversprechende Weg schien mir darin zu bestehen, ein gut passendes und stabiles Werkeug dafür zu basteln. Zuerst habe ich an ein Eisenrohr gedacht, habe das aber wieder verworfen und meine Kollektion an Sechskant-Stecknüssen an die Verschlussschraube gehalten, um eine geeignete auszusuchen. Die Größe 19 war die beste. Von ihr hatte ich sogar noch eine zweite als Zwölfkantnuss, die noch viel geeigneter war, weil 12 sich mit ganzzahligem Ergebins durch die vier Vertiefungen der Verschlussschraube teilen lässt. Der Plan bestand also darin, vier gleiche, nennen wir sie mal Zinken, in die Zwölfkant-Stecknuss der Größe 19 einzuarbeiten:


Die Tiefe der vier Vertiefungen in der Verschlussschraube hatte ich wie ihre Breite mit 4,5 mm gemessen. Die vier Zinken sollten deshalb eine Länge von ca. 5 mm bekommen. Dazu habe ich etwas 5 mm vom Ende der Stecknuss einen Streifen Klebeband aufgeklebt, das später einen Anhalt für die Tiefe des Einschneidens sein sollte:


Dann zwei Streifen je 4,5 mm breit und ca. 60 mm lang aus Tesa Gewebeband ausgeschnitten:


Den ersten Streifen habe ich wie einen Durchmesser auf das offene Ende der Stecknuss geklebt, und zwar so, dass die äußersten Ecken des Zwölfkantes genau in der Mitte des Klebebandstreifens zu liegen kommen. Dann den Streifen in der Mitte des offenen Endes durchgeschnitten und die beiden frei gewordenen Enden nach innen geklebt:


Dasselbe mit dem zweiten Streifen im Winkel von genau 90° zum ersten. Damit war die Stecknuss fertig angezeichnet:


Jetzt ist wieder der Winkelschleifer dran:


Im ersten Durchgang die Stecknuss entlang den Gewebebandstreifen einschneiden bis zum umlaufenden Tesa-Streifen. Am besten bei Tageslicht, weil man das dann am besten sehen kann. Dabei wurde die Stecknuss so heiß, dass sie sich nur noch mit einer Verlängerung festhalten ließ::


Der Rest ist einfach: Das zwischen den Zinken stehende Material wegschleifen:


Nochmal etwas näher, aber leider nicht übermäßg scharf:


Auch nicht übermäßig scharf: Die erste Anprobe. Ich konnte es kaum glauben, aber das Werkzeug passte schon im ersten Versuch perfekt:


Der erste Versuch, die Schraube zu lösen, passierte mit einer normalen Ratsche. Aber das war völlig aussichtslos, weil der Hebelarm wegen der festsitzenden Schraube viel zu kurz und die Gefahr des Abrutschens viel zu groß war. Der zweite Versuch mit einer längeren Ratsche funktionierte ebenso wenig. Jetzt gab es nur noch eine letzte Möglichkeit: Der Drehmomentschlüssel für das Grobe, eingestellt auf das maximale Anzugsmoment von ca. 220 Nm, und einer Schraubzwinge, um die Werkzeuge in Position zu halten. Die Stecknuss der Größe 30 am anderen Ende soll bewirken, dass die Schraubzwinge auf dem Gehäuse des Lenkgetriebes abgestützt wird und nicht auf der Lenkwelle:


Kaum zu glauben, aber nach immer weiterer Steigerung der Drehkraft gab es irgendwann ein Knackgeräusch, und die Schraube drehte sich. Das Losbrechmoment lag sicher weit über 100 Nm:


Nachdem sie ganz herausgedreht war, kam die Mutter der Lenkwelle zum Vorschein:


Der Verschlussschraube kann man ansehen, was hier für Kräfte im Spiel waren. Sie besteht aber nicht aus Stahl, sondern aus Leichtmetall. Es war ein ganz großes Glück, dass ich sie aufbekommen habe:


Unter Gegenhalten mit einem Gabelschlüssel oben an der Lenkwelle konnte ich die Mutter am unteren Ende problemlos lösen:


Oben gibt es einen Sprengring, den man mit einer kleinen Spitzzange zusammendrücken und dann mit sanfter Hilfe eines kleinen Schraubendrehers herausnehmen kann:


Hier liegt er locker oben drauf:


Die Lenkwelle lässt sich dann mit einem Hammer, einem Durchschlag und sanften Schlägen nach oben herausdrücken:


Hier ist sie: Oben die Verzahnung für die Gelenkwelle zum Lenkrad, unten das Ritzel, das in die Zahnstange eingreift, und in der oberen Mitte die Ventileinheit. In der wird bestimmt, ob und wie stark Lenkunterstützung aktiviert wird, indem sie Hydrauliköl mit mehr oder weniger Druck in einen der beiden Hydraulikzylinder einströmen lässt:


Blick von oben in das Lenkgetriebegehäuse nach Herausnehmen der Lenkwelle:


Sehr neugierig habe ich dann die Zahnstange fahrerseitig so weit wie möglich herausgezogen. Dabei muss man das Lenkgetriebe über ein Gefäß halten, weil das im linken Zylinder befindliche Hydrauliköl herausgedrückt wird. Das, was von der Zahnstange jetzt sichtbar ist, sieht tadellos aus:


Eins trennte mich jetzt noch davon, die Zahnstange zur Beifahrerseite ganz herausziehen zu können: Beifahrerseitig gibt es eine Führungsbuchse der Zahnstange mit zwei O-Ringen zur Abdichtung. Zum Ausbau muss man erst ein kleines Stück Klebefolie abziehen...


...wodurch ein Schlitz im Gehäuse auftaucht, unter dem die Lagerbuchse sichtbar wird. Sie ist durch einen ebenfalls jetzt sichtbaren Drahtring im Gehäuse gesichert:


Beim Blick von dieser Seite in das Lenkgetriebe kann man sehen, dass die Zahnstange ganz in der Lagerbuche verschwindet, wenn man ganz nach rechts lenkt. Die Führungsbuchse ist durch ein rundes Teil gesichert, das zwei Schlitze hat:


Mit einer geeigneten Zange...


...kann man das Sicherungsteil so drehen, dass der Drahtanfang in Gehäuseschlitz sichtbar wird:


Dann mit der Zange das Sicherungsteil linksherum drehen und den Draht dabei so führen, dass er sich durch den Schlitz aus dem Gehäuse herausdreht:


Fertig!


Das Sicherungsteil mit den zwei Schlitzen kann man dann aus dem Gehäuse herausschütteln und anschließend die Zahnstange vorsichtig herausziehen. Links auf der Zahnstange auf dem nächsten Foto ihre Lagerbuchse im Gehäuse. Sie hat außen einen O-Ring zur Abdichtung gegen das Gehäuse und innen einen zur Abdichtung gegen die Zahnstange. Zwischen diesem Teil und dem Lenkgetriebegehäuse ist der Kolben der Zahnstange, der auf ihr fest und unbeweglich ist. Duch Öldruck von links oder von rechts wird er mit der Zahnstange zur Lenkunterstützung im Gehäuse verschoben:


Auf dem nächsten Foto das Ziel der gesamten Arbeit an diesem Lenkgetriebe: Die ausgebaute Zahnstange:

Ich habe sie sehr sorgfältig gereinigt mit jedem Zahn einzeln und ebenso sorgfältig untersucht: Sie hat keinen Rost, keine Riefen, keine Beschädigungen, keine Abnutzungsspuren, sie ist makellos. Makellos ist bei mir die maximal mögliche Zustandsbeschreibung eins Teils und entspricht in etwa der Schulnote 1 Plus.

So war der ganze Aufwand mit diesem Lenkgetriebe nicht vergebens. Als nächstes wird es darum gehen, diese Zahnstange in das "neue" Lenkgetriebe einzubauen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Momentan zweifele ich nicht daran, dass daraus ein innerlich und äußerlich erstklassiges Lenkgetriebe wird.

Grüße Teletubby

Wird fortgesetzt!

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Alt 18.05.2018, 20:48 #1235
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Schön zu sehen, dass dort wenigstens ein brauchbares Ersatzteil vorhanden ist! Viel Erfolg beim Einbau!
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Alt 18.05.2018, 23:33 #1236
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Das zeigt aber auch, dass die Teile durch Lagerung nicht besser werden, vor allem ggf unsachgemäß oder an ungeeignetem Ort.
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Herby50 (23.07.2018)
Alt 19.05.2018, 18:01 #1237
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Ja Manfred, was soll man da sagen. Akribisch, genau und einfallsreich wie immer.

Ich habe mich auf deinen Bericht gefreut, da das Arbeiten sind, die man sonst in keinem Showroom sieht. Super!
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Gti95 (19.05.2018), wolfi71 (19.05.2018)
Alt 22.05.2018, 08:59 #1238
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Weitere Lenkgetriebe-Überraschungen

Hallo!

Erstmal zur Ergänzung der Arbeiten am alten Lenkgetriebe mit dem beschädigten Gewinde: Bevor es in den Metallschrott gehen soll, habe ich noch die zwei Hydraulikleitungen und die Gewindebuchse aus dem Anschluss der Rücklaufleitung abgebaut, um sie einzulagern. Wer weiß, vielleicht kann man sie ja irgendwann mal gebrauchen:


Die Verschraubungen der Hydraulikleitungen (Größe SW13) waren sehr schwer zu lösen. Den ersten Versuch mit einem Maulschlüssel musste ich abbrechen, weil der Schlüssel über die Sechskante zu rutschen drohte. Ich habe es dann mit dem Bremsleitungsschlüssel versucht, der die Sechskante an fünf Seiten umschließt, und mit einem langen Hebel. Damit ließen sie sich lösen.

Im Reparaturleitfaden steht, dass diese Leitungen nicht abgebaut werden dürfen. Das kann ich bestätigen. In der Teileiste sind Gummidichtringe für alle vier Anschlüsse der Leitungen aufgeführt, die es aber tatsächlich nicht gibt. Die Abdichtung passiert ähnlich wie bei Bremsleitungen. In den Gewinden kam etwas weißliches zum Vorschein, vermutlich ein Sicherungs- und Dichtungsmittel.

Dann ging es daran, das neue Lenkgetriebe zum Zahnstangentausch zu zerlegen. Wie bei dem alten habe ich zuerst die Position der Lenkwelle ermittelt. Sie hat sich als genau gleich mit dem alten Lenkgetriebe herausgestellt, so dass man daraus schon fast eine Regel ableiten kann. Auf jeden Fall werde ich es genau so wieder zusammenbauen. Verwunderlich, dass dazu nichts im Reparaturleitfaden steht:


Auch die originale Einstellung des Zahstangenspiels zur Lenkwelle habe ich wie beim alten Lenkgetriebe ermittelt. Beim alten betrug der Abstand zwischen den beiden von mir aufgebrachten Markierungen 19 mm, beim neuen 21 mm. Für den Wiederzusammenbau habe ich 20 mm als Einstellung ins Auge gefasst:


Für das Zerlegen bin ich von einem Verlauf wie bei dem alten Lenkgetriebe ausgegangen. Das war aber leider nicht in allen Punkten so, denn Verschlussschraube der Lenkwelle...


...ließ sich trotz sehr sorgfältigen Ansetzens der Werkzeuge nicht drehen. Das Werkzeug rutschte zwar nicht ab, verformte aber den Schraubenkopf:




Völlig überraschend kam das nicht, weil dazu schon im Reparaturleitfaden steht, dass man diese Schraube mit Hammer und Durchschlag lösen soll, wenn sie sich auf normale Art nicht lösen lässt. Also habe ich erstmal die benötigten Werkzeuge geholt...


... und angefangen. Üblicherweise klappt es ganz gut, Schrauben auf diese Weise zu lösen, wenn man die Werkzeuge so ansetzt, dass die Schrauben bei den Schlägen Drehimpulse in Richtung linksherum bekommen. Bei dieser Schraube tat sich aber leider gar nichts, außer dass der Kopf immer mehr vermatschte:


Mein nächstes Vorhaben bestand darin, die Schraube zu "atomisieren" = sie in kleine Stücke zu verarbeiten und diese herauszunehmen. Weil gleich hinter der Schraube ein Kugellager sitzt, durfte das nur ohne feine Späne vor sich gehen. Von mehreren Seiten habe ich sie mit Hammer, Körner und Druchschlag bearbeitet, was sich als äußerst zäh erwies. Schnell war mir klar, dass das zu einem nachmittagsfüllenden Programmpunkt werden kann:


Zu meiner Überraschung und Ungläubigkeit hatte ich kurz darauf den Eindruck, dass die Schraube sich leicht in Löserichtung gedreht hatte. Ich habe sie dann wieder in Lösrichtung bearbeitet, und tatsächlich: Sie dreht sich. Auf dem Foto sind die ersten Gewindegänge zu erkennen:


Der Rest war einfach. Als die Schraube herausgedreht vor mir lag und als ich gesehen habe, wie dickwandig sie ist, wurde richtig klar, wieviel Arbeit mir dadurch erspart worden ist. Das war richtiges Glück:


Der Rest des Zerlegens verlief wie erwartet. Bis auf eine Ausnahme: Weiterer Rost an der Zahnstange:




Einmal hat mir das gezeigt, dass es richtig war, es mit dieser Zahnstange und ihrem Rost am beifahrerseitigen Ende erst gar nicht zu versuchen, denn mit dem aktuell neu gefundenen Rost würde es ganz sicher Probleme geben, weil er an einer Stelle ist, die beim Lenken durch einen Dichtring rutscht. Zum anderen hat er mich aber auch beunruhigt, gerade an dieser Stelle Rost gefunden zu haben. Mich interessierte die genaue Stelle dieses Rostes bei in das Lenkgetriebegehäuse eingebauter Zahnstange. Dazu habe ich mit einem Maßband den Abstand vom Wellendichtring, der den Hydraulikzylinder fahrerseitig abdichtet...


zum beifahrerseitigen Ende gemessen. Und dann diesen Abstand auf das Äußere des Gehäuses übertragen und ihn dort mit einem Stück Klebestreifen markiert, wobei der rechte Rand des Klebestreifens der Beginn des inneren Dichtrings ist:


Was man auf dem vorletzen Foto aber noch sehr gut sehen kann: Dass die Innenwandung des Hydraulikzylinders rostfrei und tadellos ist.

Als nächstes habe ich die Zahnstange in etwa in Einbauposition neben das Lenkgetriebeghäuse gelegt. Wie man sehen kann, ist der Rost im Bereich dieses Dichtrings:


Das ist beunruhigend, weil es sein kann, dass die Dichtlippe des Dichtringes dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Erfreulicherweise gibt es diesen Dichtring einzeln, und das Auswechseln ist prinzipiell möglich und auch im Reparaturleitfaden beschrieben. Die größte Schwierigkeit besteht darin, den jetzigen Dichtring ohne Beschädigung seines Sitzes und des Zylinders herauszubekommen. Darum wird es als nächstes gehen.

Positiv dabei: Beide Lenkgetriebe sind jetzt komplett zerlegt, so dass nicht mehr mit weiteren Überraschungen zu rechnen ist.

Grüße Teletubby

Wird fortgesetzt!

Geändert von Teletubby (22.05.2018 um 09:16 Uhr)
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Wie immer tolle Arbeit. Es macht mir unglaublich Spaß deinen Showroom zu lesen, hier gibt es Technik fast zum anfassen und auf jedenfall zum verstehen. Vielen Dank dafür!
Ich wünsche dir weiterhin viel Glück bei deinem Projekt und freue mich schon auf den nächsten Beitrag
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Alt 22.05.2018, 13:42 #1240
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Ich fürchte, dass die Schraube mit Sicherungsmittel eingesetzt war. Und was den Rost betrifft, evtl war das Ding mal feucht gelagert gewesen. Und dann könnte sich Kondenswasser gebildet haben.






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Herby50 (23.07.2018)
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