Verstärker & Endstufen
Für viele Lautsprecher ist der Einsatz einer Endstufe unumgänglich. Von 20 bis 25.000W ist sogut wie alles auf dem Markt erhältlich. Für den Betrieb eines Frontsystems werden hauptsächlich 2 Kanal Endstufen verwendet. Für den Antrieb von Subwoofer und Frontsystem entweder noch einen 1 Kanal Verstärker (Mono-Verstäker) hinzu oder eine 4 Kanal Endstufe für beides. Je nach Platz und Budget, was man hat.
Verkabelung:
Physikalisch gesehen sind je mm² Kabelquerschnitt (Kupfer) 10A möglich. Im Hifibereich ist dies jedoch nicht sinnvoll, da bei niedrigen Querschnitten ein großer Spannungsverlust stattfindet. Es begrenzt also viel mehr die sinnvolle Kabelstärke, als die Gefahr auf Kabelbrand den Querschnitt des Stromkabels. Weiter unten findet ihr ein Tabelle mit Sicherungswert und Kabelquerschnitt. Da wir im Auto 12V Spannungsversorgung haben (real bis zu 14,8V) gilt nach der Formel P=U*I: I=P/U U=12V im Fahrzeug, P die Gesamtleistung der Verbraucher. Hängt also eine Endstufe mit 1200W Aufnahmeleistung an der Batterie muss der Kabelquerschnitt wie folgt gewählt werden:
1200Watt/12Volt=100Ampere
Aus der Tabelle lässt sich dann der benötigte Querschnitt ablesen:
Kabelquerschnitt => Sicherungswert
- 0,75mm² => 6A
- 1,00mm² => 10A
- 1,50mm² => 15A
- 2,50mm² => 20A
- 4,00mm² => 30A
- 6,00mm² => 50A
- 10,0mm² => 60A
- 16,0mm² => 80A
- 20,0mm² => 90A
- 25,0mm² => 100A
- 35,0mm² => 125A
- 50,0mm² => 160A
- 70,0mm² => 200A
Um die Enstufe in Betrieb nehmen zu können, muss erstmal ein passendes Kabelset zum Anschluss ran. Gute Sets gibt es z.B. von Dietz, AiV oder Hollywood. Zu beachten ist hierbei der Querschnitt des Hauptstromkabels (meist rot). Es sollte nicht unter 10mm² betragen und mind. 5M Länge haben. Ebenso das Massekabel mit 1M Länge. Das beiliegende Chinch-Kabel zum Anschluss an das Radio sollte minimum 2fach abgeschirmt sein und eine Remoteleitung in der Mitte der beiden Kabel haben. Kostenpunkt: Zwischen 20 und 70€, nach Hersteller und Kabelquerschnitt unterschiedlich. Der Sicherungshalter sollte schon eine ANL-Sicherung beherbergen. Glassicherungen haben die Angewohnheit gern bei Hitze zu platzen, sind aber auch bei guter Qualität kein Problem. Die Kabelschuhe sollten vergoldet sind und mit Schutztullen am Ende versehen sein.
ACHTUNG: Es gibt zur Zeit von DIETZ ein Kabelset, was mit besonders flexiblen Kabeln daherkommt! Diese sind nicht wie üblich aus Kupfer, sondern aus Aluminium mit Kupferlegierung! Daher auch so flexibel! NICHT KAUFEN! Kupferkabel haben weitaus bessere Eigenschaften als das billige Alu! Auch zu erkennen an den Aufdrucken. OFC (Oxygen Free Copper) = reines Kupfer - CCA (copper clad aluminium) = Alu mit Kupferbeschichtung. Also ne Mogelpackung!
Für den Strom muss die Endstufe an die Starterbatterie angeschlossen werden. Dabei wir das kurze Ende mit der Halterung für die Sicherungen direkt an die Batterie angeschlossen werden. Der Rest des Kabels wird dann durch den Motorraum rechtsseitig der Batterie zur Spritzwand durch einen der Gummistopfen in den Innenraum gezogen. Dann einfach die Verkleidung am Motorhaubenöffner im Innenraum und die Einstiegsleiste entfernen und darunter das Kabel verlegen. Weiter geht das Kabel unter der hinteren Türverkleidung (3 Türer) oder unter dem Teppich (5 Türer). Anschliessend unter der Rücksitzbank in den Kofferraum an die Endstufe.
So schaut ein handelsübliches Anschlussset für Endstufen aus.
Ebenso wird mit dem Chinch-Kabel verfahren. Jedoch NICHT auf der selben Seite wie die Stromkabel, um Störungen zu vermeiden. Entweder gleichlautend auf der Beifahrerseite oder unter dem Teppich an der Mittelkonsolle vorbei.
Das Massekabel sollte an einem der Punkte zur Befestigung der Gurtschlösser abgegriffen werden. Die Schraube lösen und den Lack rundum das Schraubloch mit einer Drahtbürste anschleifen um 100%igen Kontakt zu erhalten. Danach natürlich wieder fest schrauben und dann an die Endstufe.
Gelb zeigt das Chinchkabel. Entweder unter dem Teppich lang oder an der Beifahrerseite. Das rote ist das Stromkabel und wo es in etwa laufen sollte. Braun ist das Massekabel an den Gurtschlössern
Die kleine Ader zwischen den Chinch-Kabeln wird einmal am Radio angeschlossen, auf dem „REMOTE“ („REM“) Kabel, sowie an der Endstufe selber auf dem Schraubterminal mit der Aufschrift „REMOTE“. In manchen Fällen steht dort auch Radio oder änliches. Es ist aber immer der kleinste Anschluss.
Wenn ihr nun das Radio einschaltet und die LED der Endstufe grün zeigt (bei 90% der Endstufen ist das so), dann ist alles in Ordnung und die Endstufe läuft. Sollte sie nach ausgeschaltetem Radio weiterhin an sein, stimmt es in der Verkabelung nicht. Meist steht eine Litze vom + Kabel über und bekommt Kontakt mit dem REMOTE der Endstufe.
Wenn mehrere Endstufen angeschlossen werden sollen, empfiehlt sich ein Verteilerblock. Dieser enthält im besten Fall auch noch einen Sicherungshalter für jedes Gerät. Es geht das Hauptstromkabel, z.B. 20mm², rein und es kommen 2x 10mm² als Ausgang für jede Endstufe raus.

Links ein einfacher 4x Verteiler, rechts inkl. Spannungsanzeige und Sicherungshaltern
Links ist die Anzeige des Betriebszustandes (gründ = alles ok, rot = protect, es stimmt was nicht), dann die Einstellungen der Frequenztrennung, Eingang und Ausgang für Chinchkabel, Regler für Low- und Highpassfilter. Auswahl der Endstufe:
Welche Endstufe es wird hängt davon ab, wieviel Leistung sie haben muss und was sie befeuert. Grundsätzlich gilt: Die Leistung der Endstufe sollte die Nennbelastbarkeit der Lautsprecher um ca. 10% übersteigen oder gleichbleiben. Mehr ist aber auch kein Problem, jedoch weniger sollte es nicht sein. Sollte die Enstufe weniger Leistung haben, als die Lautsprecher vertragen, so dreht man die Endstufe voll auf, was diese besonders vordert und die Lebenszeit drastisch verkürzt und auch die Stromaufnahme erheblich erhöt. Daher sollte die Endstufe mehr Leistung haben, als man braucht. So kann sie mit weniger Leistung betrieben werden, wird nicht so warm und lebt länger. Das wirkt sich auch positiv auf den Klang aus!
Für den Betrieb von einem 2-Wege-System reicht eine 2-Kanal-Endstufe. Je ein Kanal pro Seite. Wenn ein Subwoofer dazu kommt reicht (wenn die Gesamtleistung der Endstufe ausreicht) eine 4-Kanal-Endstufe. Kanal 3 + 4 gebrückt an den Woofer. Für leistungsstarke Woofer sollte eine Mono-Endstufe mit nur einem Kanal dazu gestellt werden.
Der Kauf einer Endstufe sollte gut überlegt werden. Sehr viele Angebote locken mit Preisen unter 100€ und mit Leistungen jenseits der 1.000W. Daher sind viele Angebote nur Schein und bringen nichts mal annähernt die Leistung, die draufsteht. Daher wirklich nur namanhafte Hersteller verwenden. Alles was bei e*ay usw. als Neuware angeboten wird und Namen wie BoomBox, VooDoo, Sioux etc. trägt, sollte gemieden werden.
Anhand der verbauten Sicherungen lässt sich in etwa die Leistung abschätzen. 2X30A Sicherungen sind (nur über´n Daumen) 600W. Steht dort nun aber z.B. 1.200W, kann da schon etwas nicht stimmen.
Viele ältere Endstufen sind ihr Geld eher Wert als viele Neue. Besonders Hersteller wie NEXT, Signat, Hollywood, Audison, Audio System, uDimension, Rodek, Zapco, etc. sind ihr Geld wert und meistens leisten diese sogar mehr, als die Angabe des Herstellers verspricht.
Einige Endstufen wurden hier auf ihre Leistung hin geprüft:
AMP Performance
Links sitzen die Sicherungen, dann folgt B+: Hier kommt das Kabel von der Batterie dran, danach REM: Hier die Remote-Leitung vom Radio anschliessen, nun GND oder GROUND: Hier ist das Massekabel zu befestigen. Dahinter sinngemäss Anschlüsse für die Lautsprecher. Kondensatoren & Batterien:
Viele hochwertige Verstärker benötigen sogenannten "sauberen Strom". Das bedeutet, Strom in immer gleich bleibender Stärke und Spannung. Bei Leistungen über 1KW sinus ist die Starterbatterie meist überlastet und auch die Geschwindigkeit, um den erforderlichen Strom an die Endstufe zu liefern, wird bei besonders heftigen Bassorgien zu gering. Flackernde Scheinwerfer im Takt der Musik sind das erste Anzeichen hierfür. Um dem Abhilfe zu leisten werden Kondensatoren, auch Power Cap genannt, verwendet. Die Puffer-Kondensatoren können Strom schnell speichern und auch schnell wieder abgeben! Hier wird die Kapazität in Farad gemessen.
Die meisten Kondensatoren sind mit 1 Farad Kapazität versehen. Inzwischen sind aber auch Modelle mit über 20F zu haben!
Diese kleinen Stromspeicher werden einfach zwischen die Hauptstromversogung und die Endstufe geschaltet:
Es wird nur das + Kabel von der Starterbatterie zur PowerCap gelegt. Masse wird weiterhin unter der Rücksitzbank verbleiben. Der Kondensator schleift die Stromversorgung eigentlich nur durch.
Für die meisten Anlagen reicht ein einfache Puffer-Kondensator aus. Anlagen mit weit über 1000W reiner Leistungsaufnahme sollten zudem mit einer passenden Zusatzbatterie ausgerüstet werden. Eine sehr gute Beschreibung findet ihr hier:
AGM Batterien @ HiFi-Forum.
Auch hier sind qualitative Unterschiede messbar. Empfehlen kann ich aus eigener Erfahrung PowerCaps von Dietz, AiV, Zealum und Brax. Hersteller wie Spectron, Toxic und Co. sollten gemieden werden, da diese teilweise ohne Ladeelektronik versehen sind und somit nur mit grossem Aufwand zu laden und entladen sind.
Ebenso lassen sich mehrere Kondensatoren vom selben Typ mit Kupferschienen (zB) verbinden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass alle Puffer den selben Innenwiderstand haben und auch die selbe Kapazität.