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Alt 07.07.2017, 12:12 #1
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Standard Blech entrosten

Wer ältere Fahrzeuge hat, der wird unweigerlich sich mit dieser Frage beschäftigen müssen.
Ich möchte hier kurz meine Erfahrungen wiedergeben, damit dem einen oder anderen eine enttäuschende Überraschung erspart bleibt.

Bild 1 zeigt ein verrostetes Tankhalteband, sieht auf dem ersten Blick gar nicht mal so schlimm aus.
(Es ist eigentlich grober Unfug bei so einem Bauteil das Programm mit Schleifen, Reinigen, Lackieren durchzuziehen, es sei denn es kostet sehr viel, ist nicht lieferbar oder deutlich weniger vergammelt als das Exemplar hier. )

Auf Bild 2 schaut das für einige wohl schon rostfrei aus. Was wurde gemacht? Flex + gezopfte Drahtbürste.
Leider ist das nur blankpolierter Rost, wer hier nun Grundierung, Rostumwandler oder ähnliches aufträgt.... wird in 1-2 Jahren seine Überraschung erleben.

Auf Bild 3 ist dieselbe Stelle mal mit einer grob gekörnten Schleifscheibe angeschliffen. Wie man sieht ist diese narbige, blumenkohlartige Oberfläche verschwunden. Bei genauer Betrachtung wird man allerdings ein paar Poren mit schwarzen Punkten sehen. Das ist Rost, der muss da auch weg.
Und hier kommt die Krux: Beim klassischen Schleifen wird das Blech immer dünner, irgendwann ist dafür auch die Pore mit dem Gammel weg.
Dafür hat man aber dieses wirklich saubere Oberfläche, die so schön matt-silbrig glänzt. Das ist eine gute Basis für das weitere Vorgehen.

Eine Oberfläche die noch porig ist, ist bei hohem Anspruch ebenso "verloren". Zwar kann man mit Rostumwandler, penetrierenden Mitteln usw. hier durchaus auf längere Zeit Erfolge erzielen, aber eben nicht wirklich langanhaltend. Wer den Gammel wirklich weg haben will, der muss auch dem Porenrost zu Leibe rücken - oder diesen Bereich des Blechs ersetzen.

Bild 4 zeigt detaillierter was ich mit "poliertem Rost" meine. Da irgendwas drüberzuschmieren ist absolut sinnlos. Vor allem, weil kein Mittelchen da eindringen kann. "Öffnet" mit einem Schleifstein wenigstens die Schicht.

Bild 5 ist im unteren Bereich entrostet, der obere bedarf noch Arbeit. Hier kann, sorgfältig angewendet, ein Rosthemmendes Mittel sogar längere Zeit Erfolge zeigen. Ordentlich wäre aber: Rausschleifen bis es aussieht wie unten - oder rausschneiden, neues Blech.

Bild 6 zeigt den hoffnungslosen Fall. Hier gehts, weil das Metall sehr dick ist. Bei gewöhnlichem Karosserieblech (~0,7-0,9mm) ist da jede weitere Arbeit einfach nicht sinnvoll. Erstens wird euer Blech dünn wie Papier und ihr hab noch mehr Arbeit, das optisch herzurichten; zweitens ist ein solches Bild auf Karoblech eigentlich schon eine mehrfache, kleine Durchrostung. -->Rausschneiden, neues Blech rein.

Es sind, wie gesagt, meine Erfahrungen aus der ganzen Rostschleiferei und -beseitgung. Die Werbung der Mittel verspricht viel, aber dort ist "Rost" einfach Rost ohne auf die "Verrostungsstufen" näher einzugehen.

Fazit:
- Rotierende Drahtbürsten können trügen, schnell poliert man den Rost
- Schruppscheiben entfernen wirklich gut, "fressen" aber richtig viel gesundes Material. Und an der Karosserie würde ich damit niemals rangehen. Schnell hat man ne schöne "Delle".
- CSD-Scheiben sind sehr gut geeignet, sanfte Entfernung.
- Fächerscheibe sind auch gut, aber Vorsicht, damit frisst man auch schnell viel gutes Material weg und auch hier kann schnell Rost poliert werden.
- Oder eben Schleifpapier und schleifen, bei geringer Verrostung sogar recht praktikabel.

Auf eure Erfahrungen, Ergänzungen, Kritik usw. freue ich mich, denn ich lerne gerne dazu.
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calypso_cologne (07.07.2017), Teletubby (07.07.2017), torstenf1 (05.07.2018)
Alt 07.07.2017, 19:31 #2
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Hallo!

Zitat:
Zitat von GTFahrer Beitrag anzeigen
Leider ist das nur blankpolierter Rost, wer hier nun Grundierung, Rostumwandler oder ähnliches aufträgt.... wird in 1-2 Jahren seine Überraschung erleben.
Danke für diesen Erfahrungsbericht, der sich genau mit meinen Erfahrungen deckt. Das, was die Werbung speziell bei Rostumwandler etc. alles verspricht, trifft in der Realität nicht ein. Das sind alles reine Marketing- und Verkaufssprüche.

Mein Mittel der Wahl ist Sandstrahlen, weil es den Rost auch aus tiefen Poren herausholt, das gesunde Blech aber schont. Mit einem anschließenden professionellen Lackaufbau wird das eine Sache für die Ewigkeit.

Sandstrahlen ist eine der unangenehmsten Tätigkeiten, die ich kenne. Wozu ich aber sagen muss, dass meine Schutzausrüstung dafür dürftig ist. Ich mache das extrem ungern, aber nur deshalb, weil es die einzige wirkungsvolle Methode zur dauerhaften Rostentfernung ist, die mir zur Verfügung steht.

Freundliche Grüße
Teletubby
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GTFahrer (15.07.2017)
Alt 24.07.2017, 08:35 #3
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Hallo,
... ich kann deinen Bericht zu Flex, Schleifscheibe, Zopfbürste und Rostumwandler auch bestätigen... das ist auch der Grund weshalb ich zu den 3M-Reinigungsscheiben übergegangen bin: diese nehmen nicht so viel gesundes Material weg sondern polieren auch den "schwarzen Rost" aus den Poren raus und man muss nicht Sandstrahlen oder das Ultraschallbad benutzen. Nachteilig ist allerdings, dass der Schleifprozess länger dauert: die Drehzahl sollte auf einem Geradschleifer bei diesen Scheiben hier ca. 2500 - 3000 rpm betragen:
Scotch-Briteâ„¢ XT-ZS Grobreinigungsscheibe : 3M Deutschland

Daneben gibt es noch für den Dremel die Scotch Brite Radial Bristle Disc -80...
Diese sind für die schwer zugänglichen Stellen:Scotch-Briteâ„¢ BB-ZS Typ C radiale Bürste : 3M Deutschland
Hier stelle ich den Dremel zwischen 12000 - 15000 rpm ein.

Beiden ist allerdings gemein, dass sie sehr teuer sind, dafür aber eine außergewöhnlich hohe Standzeit haben und nur der Rost (schwarz und braun)rausgebürstet wird.
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calypso_cologne (24.07.2017)
Alt 24.07.2017, 09:03 #4
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Hallo,

kannst Du eine Bezugsquelle empfehlen?

Gruss
Guido
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Alt 24.07.2017, 10:05 #5
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Hallo,
man kann hier bei Perschmann kaufen:https://www.hoffmann-group.com/DE/de...any/perschmann

Hier für den Dremel: https://www.hoffmann-group.com/DE/de...RB-ZB/p/573545
... davon werden 4-5 zusammengesteckt

und hier für den Geradschleifer (Akkuschrauber oder Bohrmaschine geht natürlich auch)
https://www.hoffmann-group.com/DE/de...T-ZS/p/556270-
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calypso_cologne (24.07.2017)
Alt 25.07.2017, 18:44 #6
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Hallo,
ich habe hier noch ein Foto gefunden wie das nach dem Rausbürsten des Rostes aus den Poren aussieht....diese Stelle ist mit den o.g. Scotch-Brite und dem Dremel gemacht.

PS: ... das was dort so in den "Poren" noch schimmert ist kein schwarzer Rost mehr sondern der Schatten von der Sonne. Wenn man von verschiedenen Seiten auf die Poren schaut, dann sind die Poren alle "silberig"
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