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Alt 30.03.2017, 18:49 #1
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Standard Zündverteiler-Wartung

Hallo!

Nachdem ich vor kurzem in einem anderen Thread mein Befremden darüber mitgeteilt hatte, was für Unmengen von Zündverteilerkappen und -läufern ohne wirklichen Grund gewechselt werden, möchte ich hier mal zeigen, wie es auch geht. Denn an meinem Golf 3 mit Motor AEX war das gerade fällig. Eine gute Gelegenheit, davon ein paar Fotos zu machen.

Hier der Zündverteiler vor Arbeitsbeginn:




Bei Golf 3 mit anderen Motoren (z.B. 1,8 Liter) steht der Zündverteiler senkrecht am Motorblock. Der Arbeitsablauf ist aber in etwa gleich.

Vor Beginn der Demontage ist es sehr angebracht, eine Skizze der Zündkabel auf der Verteilerkappe zu machen. Selbst als erfahrener Routinier mache ich das, um mir Konfusion beim Zusammenbau zu ersparen:


Die Zündkabel sind von der Verteilerkappe abgezogen.


Bei dieser Ausführung geht das relativ leicht. Es gibt aber auch Ausführungen, bei denen das sehr schwer geht. Wenn man sehr kräftig zieht, sollte man mit der anderen Hand die Verteilerkappe gegenhalten, damit die Halteklammern nicht verbiegen.

Für die Verteilerkappe gibt es zwei Halteklammern. Nächstes Foto: Abhebeln von einer von ihnen mit einem Schraubendreher:


Die Verteilerkappe ist zusammen mit der Abschirmkappe abgenommen:


Die Verteilerkappe und die Abschirmkappe sind voneinander getrennt. Bei dieser Ausführung geht das mit sanfter Gewalt. Es gibt aber auch welche, bei denen Rasthaken zurückgedrückt werden. Es ist empfehlenswert, die Position von Verteiler- und Abschirmkappe vor dem Zerlegen zu kennzeichnen:


Der Verteilerläufer, auch Verteilerfinger genannt, kann jetzt von der Verteilerwelle abgezogen werden:


Verteilerkappe und -läufer einer ersten Sichtprobe unterziehen: Beide müssen rissfrei sein. Sind sie das nicht, sind sie ein Fall für den Müll. Die federnde Schleifkohle in der Mitte der Kappe muss in Ordnung sein; die Vergussmasse des Läufers sollte rissfrei sein:


Der Läufer und die Kappe müssen sauber sein. Denn der Abrieb der Schleifkohle und teilweise auch Staub vom Abbrand der Elektroden setzen sich als feiner Belag auf dem Läufer und auf der Innenseite der Kappe ab. Wenn dieser Belag dick genug ist, wird er elektrisch leitend. Das führt zu Zündaussetzern und Fehlzündungen. Auf dem nächsten Foto ist der Belag teilweise zu erkennen:


Die Weiterleitung der Zündspannung erfolgt innerhalb des Verteilers durch Funkenüberschlag. Dadurch sehen die vier Elektroden der Kappe und das Ende des Läufers nicht appetitlich aus. Das ist aber im Normalfall kein Grund, die Teile zu erneuern.

Die federnde Schleifkohle kann man bei den meisten Verteilerkappen einfach mit Feder herausziehen. Die hier gezeigten Teile haben übrigens schon eine Laufleistung von ca. 75.000 Kilometern hinter sich:


In einer kleinen Wanne werden Kappe und Läufer mit einem Pinsel und ganz normalem Benzin gereinigt und gut getrocknet. Dabei ist die Innenseite der Kappe besonders wichtig:


Danach sehen sie fast aus wie neu; die Beläge sind weg:


Hier ist die federnde Schleifkohle schon wieder eingesetzt:


Auch von außen ist die Kappe sauber. Das ist nicht unwichtig, weil Schmutz Nässe bindet. Nässe begünstigt äußere Überschläge vor allem dann, wenn die Stecker nicht mehr ganz in Ordnung sind:


Der gereinigte Läufer ist wieder aufgesteckt. Er lässt sich nur in einer Position ganz auf die Welle stecken:


Die Kappe und die Abschirmhaube sind wieder entsprechend den Markierungen zusmmangesteckt:


Die Kappe lässt sich auch nur in einer einzigen Position aufsetzen. Wenn sie schief sitzt, ist sie nicht richtig gedreht. Hier ist sie richtig aufgesetzt und mit den beiden Klammern befestigt:


Mit Hilfe der am Anfang erstellten Skizze...


werden die Zündkabel wieder aufgesteckt. Fertig!


Weil der Verteilerläufer und die -kappe, diese vor allem von innen, sauber und belagfrei sein müssen, mache ich diese Wartung alle 30.000 Kilometer. Dadurch erreichen diese Teile eine Lebensdauer von 150.000 Kilometern und mehr bei höchster Betriebssicherheit. Mit etwas Übung dauert das kaum mehr als gut 30 Minuten und kostet nicht mehr als ca. 0,1 Liter Benzin für die Reinigung.

Freundliche Grüße
Teletubby




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